basteln mit IKEA

Neben unserem Esstisch steht ein ziemlich altes und windschiefes IKEA-Gestell/-Regal. Das hat bestimmt schon 20 Jahre und ein paar Reparaturen auf dem Buckel und genau so sieht es auch aus. In der Vergangenheit haben wir schon das eine oder andere Mal darüber nachgedacht um das Gestell zu ersetzen, doch so richtig dazu durchgerungen haben wir uns bisher noch nicht.

Kurz nach dem Jahreswechsel erwischte meine Frau einen dieser seltenen Momente, an dem Sie mich für einen Besuch bei IKEA überreden konnte. Und wenn ich das dann schon auf mich nehme, dann will ich auch gleich Nägel mit Köpfen machen und etwas kaufen. Hier ein kleiner Einschub. Vermutlich war ich vor 10 Jahren das letzte Mal bei IKEA. Die gehen schon auch mit der Zeit. Da kann man sich an PCs mit grossen Monitoren seine Wunschkombination zusammenklicken und in 3D von allen Seiten betrachten. Respekt! Wir haben also ein paar mögliche Musteraufbauten angesehen und uns dann unsere Vorstellung virtuell zusammengestellt. Zum Schluss kann man sich die sich daraus ergebende Teileliste ausdrucken und den ganzen Krempel dann im Lager zusammensuchen. Nett!

Natürlich ist unser Auto zu klein um all die Teile zu transportieren und so musste ich zuerst unseren Nachbarn fragen, ob ich seinen Kombi ausleihen dürfe. Wir sind also eine Woche später nochmal hingefahren und haben alle Teile gekauft, eingeladen und nach Hause gebracht. Dann galt es zuerst das alte Möbel auszuräumen und zu zerlegen, damit ich es bei der nächsten Sperrgut-Sammlung entsorgen kann. Danach ging es dann an den Neuaufbau.

Man macht das ja nicht zum ersten Mal und weiss deshalb, dass man jedes Möbelteil zuerst auspacken, alle Einzelteile auf dem Tisch ausbreiten, und den Lieferumfang penibel kontrollieren muss, bevor man mit dem Aufbau beginnt. Auch da sollte man kreative Lösungen gleich vergessen. Es gilt, sich haargenau an die Aufbauanleitung zu halten, ansonsten endet die Sache in einem Fiasko. Man geht das am besten ganz ruhig an, liest die Bauanleitung lieber noch einmal durch, bevor man zu murksen beginnt. Mit der richtigen, meditativen Geisteshaltung klappt es dann ganz gut. ;-)

Das neue Möbel besteht aus drei Teilen. Es beinhaltet 2 Schubladen, 2 Holztüren und 2 Glastüren. Diverse Holz- und Glastablare und geschmückt wird das Ganze mit 2 innenliegenden Beleuchtungen. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen haben wir auch gleich noch unsere alte Stereoanlage durch etwas Neues, Kleines ersetzt, welches natürlich auch untergebraucht und verkabelt werden musste. Also tief durchatmen... Nach geschätzten acht Arbeitsstunden war es dann vollbracht und das neue Gestell konnte in Position geschoben und die drei Teile dann miteinander verschraubt werden. Ganz zum Schluss dann alles wieder einräumen und Freude herrscht!

Schneebiken

Leise rieselt der Schnee...

Heute morgen schneite es ziemlich kräftig, dann immer weniger. Gegen Mittag nutzte ich die Gunst der Stunde um eine Bikerunde zu drehen. Ich freute mich, um erste Spuren in den frischen Schnee zu legen. ;-)

Wenn es schneit, ist es kalt. Also habe ich mich gut eingepackt und bin losgefahren. Kaum weg von der geräumten Strasse, wird es eigentümlich still. Man hört nur das Knirschen des Schnees unter den Reifen, sonst ist es absolut still. Die Schneedecke und die fallenden Schneeflocken sind beste Schallisolatoren. So ruhig ist es eben nur im Winter, wenn es schneit. Majestätisch!

Die Schneemenge hatte ich etwas unterschätzt. 10cm Neuschnee bremsen berghoch doch ganz erheblich. Ich muss schon früh auf kleine Gänge schalten um mich hochzupflügen. Das macht nichts. Ich habs ja nicht eilig und wenn man langsam fährt, hat man mehr davon... Natürlich war ich ganz alleine. Keine Menschenseele weit und breit. Nur diese Stille, dieser Schnee und ich...

zweiter Schritt

Also: Die Italienreise 2019 ist fix geplant, der Flug nach Rom und die ersten zwei Hotels sind auch schon gebucht. Doch alles schön der Reihe nach.

Das Wichtigste gleich vorneweg. Ich werde diesmal nicht alleine auf Tour gehen. Nach der ersten Planung dachte ich, dass die geplante Strecke so schön sein wird, dass dies vermutlich (oder hoffentlich) auch für ein paar Freunde interessant sein könnte. Also speicherte ich die Strecken auf meinem GPSies-Account ab und schrieb eine EMail an meine Bikefreunde mit der Anfrage, ob jemand Zeit und Lust hat um mitzukommen. Und siehe da: Drei Leute konnten sich dafür begeistern und somit werden wir am 23. Februar zu viert in Rom starten.

Die Idee mit Flixbus nach Rom zu fahren war zwar gut, doch leider klappt das nicht. Von November bis Ende Februar wird kein Fahrradtransport angeboten. Da half auch Nachfragen nichts. Die nächste Idee war dann, mit dem Zug nach Rom zu fahren, doch der freundliche SBB-Mann am Schalter hat mich gleich ausgelacht. "Nein. In Italien werden Fahrräder nur in Regionalzügen mitgenommen und auch da nicht immer. In Fern- oder Schnellzügen ist da nichts zu machen. Nehmen Sie besser das Flugzeug. Das ist nicht nur viel schneller sondern mit grösster Wahrscheinlichkeit auch günstiger."

Da wir alle in Flughafennähe wohnen ist das logistisch kein grosses Problem. Nur die Ökobilanz ist richtig Scheisse... da musste ich über meinen Schatten springen. Auf der Gegenseite ist "Zeit" ein schlagendes Argument. Zürich - Rom = 1 Std. 40 Min. Abflug um 07:15 Uhr, Ankunft um 08:55 Uhr. Da bleibt genug Zeit um am Flughafen die Fahrräder zusammenzubauen und dann direkt per Velo in die Stadt zu fahren. Da liegt sogar noch etwas Bike-Sightseeing drin, bis wir dann abends im Hotel einchecken werden (Die Strecke ist oben abgebildet).

Für mich persönlich steigt der Aufwand natürlich etwas, weil ich das Ganze ja organisiere. Alleine ist man natürlich viel flexibler und kann rasch umentscheiden, wenn es die Situation erfordert. Zu viert ist das nicht mehr ganz so easy. Trotzdem freue ich mich riesig. Das wird bestimmt ein Klasse-Erlebnis. Nun muss ich nur noch brav sein, damit Petrus uns Ende Februar und Anfang März zwei Wochen tolles Wetter beschert. ;-)

rumlungern

Bin die letzten Tage einfach etwas rumgelungert und abgehängt... etwas biken... etwas Internet... etwas Haushalt... aber nichts wirklich Seriöses. Darf auch mal sein und tut nicht weh.

(alles) FAKE

Zuerst: HAPPY NEW YEAR!

War "Fake News" das Unwort des Jahres 2018 oder 2017? Ich weiss nur, dass "Fake News" zwei Wörter sind und nicht nur eins. ;-)

However. Es wird in letzter Zeit viel über Filterblasen und zurechtgeschneiderte Internet-Information geschrieben und gesprochen. Je ausgefeilter die Algorithmen von Google, Facebook, Twitter und Konsorten werden, desto genauer wissen Sie, was wir lesen, wo wir klicken/tippen und demzufolge, was uns interessiert. Und so zeigen Sie uns vorwiegend Dinge und Informationen, die "zu uns passen". Das hilft mir natürlich um meine Meinung zu festigen. Positiv ausgedrückt.

Ein anderes Dilemma erkenne ich bei SPAM-EMails. Seit 1994 verfüge ich über eigene E-Mail-Adressen. Natürlich über mehrere. Privat, Halbprivat, Geschäft, etc. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis SPAM zunimmt. Auf meinem ältesten EMail-Account den ich noch nutze, kriege ich am meisten SPAM/Schrott. Wer kennt es nicht? Ein Bankmanager aus Afrika will mit meiner Hilfe XX Millionen Dollar eines verstorbenen Kunden nach Europa transferieren. Dafür braucht er meine Hilfe und entlöhnt mich dabei mit X Millionen... Die neuste Pille verspricht einen Waschbrettbauch innert 30 Tagen ohne Sport und ohne zu hungern... oder eine Dauererektion für 10 Stunden Nonstop-Sex... oder einen Lottogewinn für dessen Auszahlung ich nur noch meine Bankverbindung angeben soll... oder Bitcoin-Millionen... oder 100%ige Börsentipps... oder... you name it! Über die Jahre stumpft einem das Ganze langsam aber sicher ab...

Und man stellt zudem fest, dass all die SPAMer, SCAMMer, PHISHer immer cleverer und perfider werden. Aus purem Eigenschutz kann man gar nicht anders, als gegen alles Unbekannte und Fremde misstrauisch zu werden. Ja. Mittlerweile lösche ich eigentlich alle EMails, deren Absender ich nicht persönlich kenne. - Nur: so lerne ich auch nichts Neues mehr kennen und bewege mich in meiner bekannten Blase.

Im Grossen kommt der Verdacht auf, dass es gar keine uninterpretierte Wahrheit mehr gibt. Noch schlimmer: Vielleicht hat es die gar nie gegeben... Es kommt alles als eine Meinung daher, die uns irgendwie beeinflussen will. Vielleicht hat das auch mit der unglaublichen Schnelllebigkeit des Mediums Internet zu tun. Eine Wahrheit ist so schnell erzählt, dass noch viel Zeit und Platz bleibt um diese Wahrheit auszuschmücken, zu analysieren und zu interpretieren. Irgendwie muss man Alles aufpeppen und dem möglichen Leser schmackhaft machen, weil jeder Schreiber/Autor/Journalist/Publizist heutzutage von Klicks/Likes/Shares und Followern lebt... und nicht davon, wie wahr und informativ seine Story ist.

Vor ein paar Wochen vermeldete DER SPIEGEL, dass einer ihrer bestdekorierten und mit vielen Auszeichnungen gewürdigter Journalist zumindest Teile seiner Stories erfunden hat. Man muss fast annehmen, dass eben diese erfundenen Ausschmückungen sehr gut angekommen sind und er genau deswegen diese Preise gewann... Was soll man dazu sagen? Wem kann man denn noch glauben?

Der amerikanische Lügen-Präsident treibt das alles noch auf die Spitze. Man kann es wirklich niemandem mehr verübeln der sagt: "Ich glaube nichts mehr! Das ist alles Fake-News! Alle wollen mich nur beeinflussen und mir so letztendlich das Geld aus der Tasche ziehen!"

Tja... Finden wir denn überhaupt noch ein gemeinsames Fundament von dem aus wir konstruktiv diskutieren können? Wenn wirklich alles in Frage gestellt ist braucht es auch keine Diskussion mehr, weil eh keiner mehr dem Anderen glaubt. Man will auch nicht mehr dazulernen, denn somit würde man sich ja beeinflussen lassen. Man sucht nur noch Bestätigung und die braucht keine Diskussion. Eine Wiederholung des Bekannten und ein Kopfnicken reicht. Alles andere ist FAKE!

 

Ich glaube, dass ich schon früher einmal in diesem Blog darüber geschrieben habe. Das grösste Problem von Algorithmen besteht darin, dass sie aus einer Vergangenheit eine gleichartige Zukunft errechnen. Das erzeugt diese Blasen des immer gleichen. Das Alte holt uns immer wieder ein und bestärkt uns darin. Egal ob die Vergangenheit gut und richtig war oder schlecht und falsch...

Sonnensucher

Wer im Zürcher Unterland wohnt, weiss genau was "gebietsweise Nebel" heisst. Sprich: Wir sitzen jedesmal unter oder in dieser grauen Nebelsuppe und das kann einem schon mal aufs Gemüth schlagen. Wenn die Nebelobergrenze so um die 800 m.ü.M. liegt, hat man auf der Lägern Hochwacht die beste Möglichkeit um mal die Sonne zu sehen. Der Üetliberg ist fast gleich hoch und als ich um etwa 10:00 Uhr die dortige Webcam ansurfte, sah ich blauen Himmel. Sehr gut. Also ab auf's Bike und los in Richtung Lägern.

Die Anfahrt war ziemlich kalt und grau und auch im Anstieg zur Hochwacht war ich mir lange nicht sicher, ob es wirklich über die Nebeldecke reicht. Erst auf den letzten Höhenmetern lichtete sich der Nebel und auf der Aussichtsplattform war man vielleicht 20 Meter über dem Nebelmeer. Wenn man in Richtung der Alpen blickte konnte man sehen, dass auch vom Üetliberg, nur ein kleines Stück aus dem Nebel ragte. Egal. Es hat gereicht und so konnte ich mich in die Sonne setzen und etwas Vitamin D tanken.

Den Rückweg bin ich über Regensberg gefahren und natürlich machte ich am Pistenende bei Oberglatt meinen obligaten Kaffeehalt. Nur noch ein kleiner Hügel trennte mich von zu Hause und da sich der Nebel im Laufe des Tages auflockerte hatte ich Glück um nochmals eine sonnige Pause einlegen zu können. Ich zückte die neue Kamera und das Ministativ um ein Foto mit Selbstauslöser zu schiessen. Dann noch eine kurze Abfahrt, einen letzten flachen Kilometer, und danach ab unter die warme Dusche. Schön war's! Das GPS sagt: 52km, 3:16 Std., 850Hm

Weihnachten

Gestern Abend feierten wir zum ersten Mal Familienweihnachten ohne unseren Vater, resp. Grossvater. Das war etwas komisch. Sein Tod ist auf den Tag genau ein halbes Jahr her. Wir waren also schon traurig und dennoch ist Weihnachten ja ein Fest der Freude und der Liebe. Es war ein Wechselbad der Gefühle und wir versuchten alle, uns nicht wirklich runter reissen zu lassen. Der Älteste ist von uns gegangen. Der Stab wurde weiter gereicht...

Es gab dann natürlich auch Geschenke und eines davon will ich hier erwähnen. Nachem ich im Sommer 2017 meinen Digital-Fotoapparat verloren habe dachte ich ja, dass ich zukünftig nur noch mit dem Handy fotografieren würde. Dafür kaufte ich mir dann Anfang Februar 2018 ein neues HUAWEI-Handy. Nun, ein knappes Jahr später habe ich meine Meinung wieder geändert. Fotografieren mit dem Handy klappt zwar, doch es ist in der Handhabung einfach ziemlich unpraktisch. Man kann z.B. das Handy nirgends hinstellen um per Selbstauslöser Fotos zu machen. Dies ganz einfach, weil das dünne Handy, mit den abgerundeten Kanten einfach nirgends stehen bleibt. Das Handy hat auch keine Anschlussmöglichkeit für ein Stativ, was ich bei Velofahrten doch noch oft benutzt habe. Und ja, die Fotoqualität des Handys ist zwar gut, aber doch nicht so gut wie die einer soliden Digitalkamera mit gutem Objektiv und grossem Aufnahmesensor.

Ich habe mich dann vor allem in Radfahrer- und Radreise-Foren umgehört, welche Apparate denn klein, praktisch und qualitativ gut sind. Viele Radfahrer dokumentieren ja ihre Reisen und darunter gibt es auch echte Foto-Cracks. In diesen Foren wurde immer wieder die SONY RX100 erwähnt. Aktuell ist derzeit die Modellvariante 6, die kostet jedoch über 1'000 Franken. Soviel wollte ich auf keinen Fall ausgeben. In den oben genannten Foren wurde aber auch gesagt, dass seit der Modellvariante 3 die Fotofunktionalität und -qualität gleich geblieben sei. Die neueren Versionen wurden vor allem im Video-Bereich verbessert (4K) und haben einen Touchscreen erhalten. Beides Dinge, die ich eigentlich nicht brauche. Die Modellvariante 3 gibt es derzeit so um die Fr. 450.00. Schon besser. Dann kam der grosse Moment, als mich meine Frau fragte, was ich mir denn zu Weihnachten wünsche... BINGO! Und so konnte ich gestern meine neue Digitalkamera auspacken! Super! Und: VIELEN DANK!

Heute war es trocken und wolkenverhangen oder hochneblig, so genau kann ich das nicht sagen. Auf alle Fälle wollte ich eine kurze Bikerunde drehen um erstens etwas an der frischen Luft zu sein und zweitens, die neue Kamera auszuprobieren. Ausprobieren konnte ich auch gleich eine neue, kleine Tasche, die ich ans Bike montiert habe. Sie befindet sich auf dem Oberrohr, direkt hinter dem Vorbau und somit in idealer Griffposition. Die Tasche hat nur wenig Platz, doch es reicht gerade für das Handy, mein kleines Portemonaie und den neuen Fotoapparat. Sehr gut. Die Tasche hat einen Klappdeckel und lässt sich mit einem Griff öffnen oder wieder schliessen. Anhalten, Fotoapparat zücken und ein Foto machen gelingt also innert weniger Sekunden. So muss es sein! Die gemachten Fotos sind jetzt nicht hammermässig, dafür war es zu grau und diffus, doch für ein paar Testbilder hat es gereicht. Ich muss in den nächsten Tagen so oder so zuerstmal die Bedienungsanleitung des Fotoapparats studieren und mich mit den verschiedenen Funktionen erst vertraut machen.

nochmal biken

Habe heute morgen einen alten GPS-Track hervorgekramt, weil ich mich nicht mehr im Detail an die Streckenführung des "Kyburg-Loop" erinnern konnte. Um 11:00 Uhr bin ich losgefahren und es war eine sehr schöne Biketour, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Fotos habe ich aber keine gemacht.

Mit dem ungefederten TREK 1120 kann ich wirklich die gleichen Touren fahren, wie mit dem vollgefederten SANTA CRUZ Tallboy. Ich finde es noch nicht mal unbequemer, auch wenn es klarerweise mehr holpert und man bergrunter etwas Geschwindigkeit rausnehmen muss.

Anstatt

Bei dem schönen Wetter heute, hätte ich mich auch mit der Rikscha in der Stadt rumtreiben können und versuchen etwas Geld zu verdienen. Aber irgendwie ist bei mir die Luft bezüglich Rikscha fahren im Moment ziemlich draussen. Die Saison war lang und ohne eine Buchung kann ich mich derzeit nur schwer motivieren. Irgendwie habe ich es für dieses Jahr gesehen...

Also nutzte ich das Wetter für eine längere Mountainbikerunde mit dem neuen Velo.

Die gewählte Strecke bin ich früher oft mit Freunden gefahren. Von zuhause nach Pfungen, von da hoch zum Irchelturm, weiter zur Hochwacht, runter zur Tössegg, hoch zum Rhinsberg und dem Hügelkamm entlang bis nach Eschenmosen. Weil ich genug Zeit hatte, fuhr ich runter ans Pistenende bei Oberglatt und genehmigte mir da noch einen Kaffee, bevor ich dann wieder nach Hause fuhr. Das GPS sagt: 49km, 3:21 Std., 1'100 Hm.

Es war einfach nur schön. Das Velo funktioniert nun einwandfrei. Ich wüsste echt nicht, was man noch verbessern könnte. Die Sonne schien, die Luft war kalt und gut zu atmen. Ich war meist völlig alleine, höchstens ein paar Hündeler. Wirklich perfekt!

Anpassungen

Wenn ich ein neues Bike kaufe, dann brauche ich ein paar 100 Kilometer, bis ich wirklich damit zufrieden bin. Damit meine ich, bis ich es auf meine Körpermasse, Bedürfnisse und Vorlieben angepasst habe. Auch diesmal fing es mit Sattel, Lenker, Griffen und Pedalen an. Also alle Kontaktpunkte zwischen Rad und Mensch. Da weiss ich mittlerweile recht gut, was ich mag und was für mich funktioniert.

Am letzten Samstag merkte ich dann, dass ich doch noch etwas kleinere/kürzere Gänge gebrauchen könnte. Auch im Hinblick auf die geplante Radreise, da ich dann ja noch mit Gepäck unterwegs bin und so noch mehr Gewicht berghoch treten muss. Auf Grund des schlechten Wetters hatte ich auch genügend Zeit um in Internet nach Möglichkeiten und Alternativen Ausschau zu halten und mir dann die benötigten Teile zu bestellen. Ich kaufte mir ein neues/kleineres Kettenblatt und eine etwas anders zusammengestellte 11fach-Kassette. Auf dem untenstehenden Bild kann man es kaum erkennen, doch das neue Kettenblatt hat 28 Zähne (vorher 30) und es ist oval, also nicht ganz rund. Die dickste Stelle des Kettenblatts erreicht man bei waagrechter Pedalstellung (also dort wo man die meiste Kraft erzeugt) und die dünnste Stelle erreicht man bei senkrechter Pedalstellung, wo man eben kaum Druck aufs Pedal kriegt. Wer sich dafür interessiert, kann die (pseudo-)wissenschaftlichen Hintergründe hier nachlesen.

Die hintere Kassette ist -wie auch schon die original verbaute- vom schnellsten Gang mit 11 Zähnen bis zum langsamsten Gang mit 46 Zähnen gefächert. Der Unterschied liegt allein in den Abstufungen dazwischen. Die sind bei der neuen Kassette einfach gleichmässiger verteilt. Vereinfacht könnte man sagen, dass im vorher/nachher Vergleich die langsamen Gänge etwas näher beisammen liegen, dafür die schnellen Gänge etwas weiter auseinander.

Zu guter Letzt habe ich aus den Reifen die Schläuche entfernt und durch Dichtmilch ersetzt. Das soll besseren Pannenschutz bieten und ein paar Gramm leichter sein. Tubeless (also: Schlauchlos) wird schon seit Jahren bei Mountainbikes propagiert, doch bis anhin war ich noch nie genügend motiviert um das wirklich ein- oder umzusetzen. Das hat verschiedene Gründe. Hauptsächlich lag es daran, dass ich wirklich selten Plattfüsse einfange und einen Schlauch zu wechseln oder zu flicken ist nun wahrlich keine grosse Sache. Zudem schreckte mich der Umgang mit klebrigen Flüssigkeiten (Dichtmilch) doch noch etwas ab. Na ja, nun hat mich die Marketing-Maschine also auch gekriegt ;-)

Nach der Bastel- und Umbaustunde bin ich dann natürlich auch eine Bikerunde gefahren um alles auszuprobieren. Die veränderte Schaltung ist tip top! Das hat sich gelohnt. Nun fühlen sich die Gangwechsel doch gleichmässiger an und das ist berghoch doch einiges angenehmer. Vom ovalen Kettenblatt habe ich nichts gespürt. Was aber klar war und sich so auch zeigte: Durch das kleinere Kettenblatt haben sich die grossen/schnellen Gänge noch einmal verkürzt. Auf einer flachen Strasse trete ich nun Gang 9 oder 10 und wenn es nur schon leicht bergrunter geht, schalte ich auf den höchsten, den 11ten Gang. Über 30km/h kann ich nicht mehr mittreten. Tja, das ist der Preis einer 11fach Schaltung mit nur einem Kettenblatt. Entweder es funktioniert gut berghoch (wie jetzt bei mir) oder es funktioniert gut bergrunter. Beides gleichzeitig geht nicht.

Die Anpass- und Bastelarbeiten sind nun abgeschlossen. Im Hinblick auf die geplante Reise werde ich mich darum kümmern müssen, welches und wieviel Gepäck ich mitzunehmen gedenke und wo am Rad das dann untergebracht wird. Das hat aber noch Zeit. Jetzt würde ich mich über ein paar trockene Tage freuen, an denen ich das TREK 1120 noch etwas durch die Wälder und Hügel der Umgebung fahren könnte.