grau in grau

Heute war wieder einmal biken angesagt, doch das Wetter wollte einfach nicht so richtig. Es war zwar trocken, doch zugezogen bewölkt, mit tiefen grauen Wolken, so um die 15° Grad.

Wo soll ich hin fahren? Klar war soweit nur, dass ich von zuhause aus starte.

Ich erinnere mich an eine Trainingsrunde mit Jürg, wo wir auf einer Tour insgesamt drei Aussichtspunkte mit dem Namen Hochwacht anfuhren. Zuerst auf dem Irchel, dann auf dem Rhinsberg und zum Schluss noch auf dem Lägernzug. Moment. Ich grabe mal im Archiv... ah, hier: 22. April 2006, vor zwei Jahren war das.

Also. Diese Tour würde sich insofern noch toppen lassen, als dass man zwischen dem Rhinsberg und den Lägern noch eine weitere Hochwacht, nämlich die auf dem Stadlerberg einbauen könnte und somit vier Hochwachten in einer Tour befahren könnte. Das Problem dabei ist nur, dass ich zwar schon zweimal auf dem Stadlerberg war, dass ich jedoch nie so genau wusste, wo ich langfahren muss. Ein weiteres Problem: Die Triple-HW-Tour hatte schon 82 Kilometer und über 1'600 Höhenmeter. Mit dem Stadlerberg würde sich die Tour auf vermutlich 100 Kilometer und etwas über 2'000 Höhenmeter ausweiten. Heftig. Das gibt etwa 6 1/2 Std. Fahrzeit, mit Pausen etwa 8-9 Stunden Gesamtzeit, tagesfüllend (und abends wär ich platt).

Ich setze mich an den PC, starte das GPS-Programm Mapsource auf und zoome mich in die Stadler Gegend. Ich will mir das einmal geanu ansehen und  eine Strecke planen, die mich von zuhause zum Stadlerberg führen soll. Leider kann ich das nicht mit Mapsource und deshalb versuche ich den Track bei www.GPSies.com  zu zeichnen. Nur leider ist da die Karte nicht so genau wie die TOPO Swiss im Mapsource. Die verfügbaren Satellitenbilder sind zwar sehr detailliert, doch Waldstrassen sind meist nicht zu erkennen, da die Baumkronen die Sicht versperren. Unschön. Ich muss ziemlich basteln um eine mögliche Route zu bestimmen. Nach einer Stunde PC-Arbeit habe ich die etwas mehr als 20 Kilometer mit 260 Mausklicks zusammengefügt. Das reicht. Der Rückweg interessiert mich nicht oder besser gesagt, den will ich nicht planen (es reicht ja, wenn ich diesen dann aufzeichne). Die gezeichnete Strecke habe ich dann auf meinen Garmin Edge705 übertragen, habe mich umgezogen und "ready to go" gemacht.

Kurz vor 12:00 Uhr bin ich dann gestartet und folgte der pinkfarbigen Linie im Display (so wird die gespeicherte Route angezeigt). Das Wetter war wirklich eher grau in grau. Es war eine gute Entscheidung, heute Knielinge anzuziehen und auch Langarm war wirklich nötig (drunter trage ich noch ein Funktionsshirt mit Windstopper).

Bis zum Fuss der Steigung auf den Stadlerberg hat alles gut geklappt. Dann verfahre ich mich irgendwie. Der Weg führt etwa auf halber Höhe hangwärts und steigt nicht weiter an. Da stimmt etwas nicht. Irgendwie habe ich mich da verplant. So wie der Track gezeichnet ist, kann ich unmöglich fahren. Der eingeschlagene Weg bleibt flach, bis ich auf eine Wanderwegabzweigung treffe. Tatsächlich "Aussichtsturm", gut, da will ich hin. Mit fahren ist aber bald Schluss, denn es wird rasch zu steil und ich muss schieben. Nach knapp  10 Minuten bin ich oben und auch schon in Turmnähe.

Auf dem Aussichtsturm ist heute leider nicht nicht wirklich viel Aussicht, ein dicker Wolkenteppich hängt über dem Land. Ich schiesse noch kurz ein Foto für den Blog (übrigens: das Gleiche wie hier, ziemlich genau vor einem Jahr) und möchte mir dann den weiteren Tourverlauf auf der Wanderkarte ansehen. Doch nein, ich habe die Karten zwar bereitgelegt, doch nicht in den Rucksack gepackt! Blöd.

Irgendwie ist heute vieles grau in grau. Zuerst mache ich einen Fehler beim  Track-Zeichnen und dann lasse ich auch noch die Karten liegen... mein Gefühl auf dem Bike ist heute auch nur "so-so-la-la"... das Wetter ist trüb... es ist eher kühl... pfff... der Tacho zeigt 23 Kilometer... und irgendwie mag ich gar nicht mehr...

Also streiche ich die Lägern aus meiner Tourplanung und mache mich ziemlich direkt auf den Heimweg. Dabei bessert sich zum Glück auch meine graue Laune wieder, weil mir nach und nach bewusst wird, wie schön ich es derzeit habe. Es ist doch ein echtes Privileg,  an einem normalen Donnerstag biken gehen zu können. Ja, das stimmt.  Und: Ja, ich will keinenfalls jammern sondern einfach nur dankbar sein für die Zeit, die mir jetzt geschenkt wird. Danke.

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