Pfingstmontag - packen

Heute mussten wir früh aufstehen, damit wir pünktlich um neun Uhr an einem Firmungsgottesdienst teilnehmen konnten. Die Tochter der besten Freundin von Karin war eines von etwa zehn Kindern, die heute in der Kirche ihren katholischen Weg bezeugten. Für Karin und mich, als "nicht-praktizierende Protestanten", sind solche Anlässe natürlich ungewohnt und die Messe läuft bei den Katholiken doch ziemlich anders ab, als bei uns Reformierten. Während man als Protestant gut etwas einnicken kann, muss man bei den Katholiken dauern aufstehen, absitzen und irgendwelche Bekenntnisse nachsprechen. Ziemlich straff organisiert und voller Rituale und Zeremonien.

Obwohl der anwesende Weihbischof eine modern gehaltene Predigt hielt war doch unverkennbar, dass die Katholiken-Community genauso auf dem absteigenden Ast ist, wie die reformierte Kirche. Ich glaube kaum, dass irgendjemand an diesem Gottesdienst teilnahm, der nicht wegen eines Mädchens oder eines Jungens gekommen ist, zu dem er oder sie eine persönliche Beziehung hat. Das ist schon irgendwie schade, doch kaum verwunderlich. Die Individualisierung und die Aufgeklärtheit der Bevölkerung hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass man diese ganze Verlogenheit des kirchlichen Machtsystems eimfach nicht mehr braucht. Kirchen und Gottesdieste sind für verlorene Seelen und wenig religiöse Menschen. Echte, persönliche Religiösität hat damit so ziemlich gar nichts zu tun und irgendwann in den letzten 2000 Jahren wurde halt von den Meisten erkannt, dass die offiziellen Kirchen vor allem Wasser predigen und Wein trinken. Den Wein kaufen sie mit dem Geld der Kirchengänger, doch die sollen gefälligst Wasser trinken. Es ist doch mehr als ironisch, dass der Vatikatstaat als geografische Heimat der katholischen Kirche eines der reichsten Länder der Erde ist. Und das, obwohl sie immer von teilen und geben sprechen. Für alle Anderen soll geben seeliger denn nehmen sein, doch die Institutionen wollen viel lieber nehmen, als geben. Ausserdem (und zum Abschluss dieses Themas) haben wohl mittlerweile sehr viele Menschen erkannt, dass echte Religiösität total persönlich ist. Da kann einem kaum ein Priester dabei helfen.

Natürlich folgte nach der Firmung noch ein gemeinsames Essen mit gemütlichem Beisammensein und so war es dann schon später Nachmittag, bis wir nach Hause gekommen sind. Dann begann eigentlich meine Sommerreise, denn es galt nun definitiv zu packen. Dazu schaute ich mir nochmals diesen Bolgeintrag und die dazu gehörende Liste an.

Natürlich findet man dann immer wieder Dinge, die man noch vergessen hat oder die man vorab noch erledigen sollte. Wie z.B. alle Akkus aufladen (GPS, Netbook, Digicam, Handy, Beleuchtung). Oder einen Backup des Netbooks auf eine externe Speicherplatte machen. Oder letzte Zahlungen online in Auftrag geben. Oder -so wie jetzt- noch einen Blogeintrag schreiben. Nun steht das Gepäck vor der Haustüre und somit ist eigentlich alles bereit. Morgen will ich mit Karin aufstehen. Nach dem Abschiedskuss fährt sie dann mit ihrem Auto zur Arbeit und ich starte mit meinem Velo auf meine Sommerreise.

Wobei... Morgen wird es gemütlich losgehen. Zuerst besuche ich meine ehemaligen Arbeitskollegen und zeige ihnen, wie ich das Geld, welches sie zu meinem Abschied sammelten, investiert habe. Mit ihnen will ich in der Caffeteria einen feinen Cappuchino trinken, bevor ich mich dann auf den Weg in die Stadt Zürich mache. Am Bürkliplatz steht derzeit eine zehn Meter hohe Skulptur (Spinne), die ich gerne fotografieren möchte. Bei meiner Rückkehr im Herbst ist sie weg, also will ich das morgen noch sehen.

Dann werde ich entlang des Zürichsees fahren, bis ich südwärts Richtung Vierwaldstättersee abzweige. Mein Ziel für morgen Abend ist ein Campingplatz in Brunnen. Da werde ich dann erstmals meine Ausrüstung testen. Am Mittwoch möchte ich dann bis nach Andermatt und am Donnerstag über den Gotthard bis an den Lago Maggiore im Tessin. Voraussichtlich am Freitag werde ich die italienische Grenze überqueren und am kommenden Sonntag möchte ich eigentlich in Turin sein. Das ist der Plan.

Ich schrieb es bereits an anderer Stelle, doch hier nochmals: Ich weiss nicht, wie regelmässig ich "beats blog" aktualisieren kann. Das hat nicht oberste Priorität. Sollte es hier in den nächsten Monaten ab und an längere Pausen geben, so hat dies nichts Negatives zu bedeuten. In der Zeit werde ich wohl einfach in abgelegenen Gebieten unterwegs sein, wo ich nur schwer an einen Internetzugriff komme. Man darf gespannt sein, wie das so funktionieren wird...

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