(1) Start der Sommerreise

Letzte Nacht konnte ich fast nicht einschlafen. Mir war mulmig und ich hatte immer das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. Um zwei Uhr früh bin ich dann nochmals aufgestanden und habe ein paar Kleinigkeiten, die mir in den Sinn gekommen sind, zusammengesucht und eingepackt. Ich hatte richtig Muffensausen...

Heute Morgen ging es dann (endlich) los. Kurz vor halb neun Uhr nahm ich das vollbepackte Velo aus der Garage, streichelte unserem Kater ein letztes Mal über den Rücken und machte mich auf den Weg zu meinen Ex-Arbeitskollegen. Zusammen tranken wir einen feinen Cappuchino und plauderten noch etwas.

Danach fuhr ich wie geplant ans Zürcher Seebecken um die 10 Meter hohe Stahlspinne am Bürkliplatz zu fotografieren. Persönlich fand ich die Skulptur zwar spannend, doch nicht überragend. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich Spinnen nun mal nicht gerade attraktiv finde und das ändert sich auch nicht, wenn sie künstlich und überdimensioniert sind.

Dann fielen ein paar Regentropfen... Nein, bitte nicht! Nicht gleich am Tag 1! Petrus schien mich zu hören, denn knapp zehn Minuten später war der Spuk vorbei und die Strassen waren (zum Glück) kaum richtig nass. Ich fuhr entlang des linken Zürichseeufers bis nach Richterswil und stellte mich dann der ersten richtigen Steigung. Boahh... die über 30 Kilo (Bike+Gepäck) sind wie ein Klotz am Bein. Die etwa 500 Höhenmeter bis nach Einsiedeln fand ich deshalb schon richtig knackig. Dies vielleicht auch deshalb, weil ich langsam Hunger hatte. Man kennt das ja. Wenn man den Hunger spürt, ist es eigentlich schon fast zu spät um sich neue Kohlenhydrate einzuverleiben. Ich suchte mir eine schöne Bäckerei, mit Sicht auf das Kloster Einsiedeln und verpflegte mich entsprechend. Mittlerweile war es etwa 14 Uhr.

Es folgten ein paar sanfte Wellen bis nach Rothenturm und dann kam eine schöne und lange Abfahrt bis nach Schwyz. Die letzten flachen Kilometer bis an den Vierwaldstättersee waren dann nur noch ein Klacks. Der Zeltplatz "Hopfreben" liegt sehr schön und direkt am See. Es stehen viele Wohnwagen, doch im Zeltbereich ist es fast leer. Nur drei Zelte stehen da und ich habe so viel Platz zur Auswahl, dass ich mich fast nicht entscheiden kann. Meine Kriterien waren dann: möglichst flach/eben und so, dass eine eventuelle Morgensonne auch das Zelt erreichen kann. Nach dem Zeltaufbau machte ich mich auf zum Waschraum, duschte und wusch gleich alle Kleider, die ich heute trug. Das muss ich mir unbedingt angewöhnen, denn stinkige Kleider mitführen ist so ziemlich das Doofste, was ich machen kann. Es geht dabei ja nicht nur um die geschmackliche Seite, sondern darum, dass sich möglichst keine Keime und Bakterien einnisten, die mir dann Pickel oder sonstige Hautprobleme bereiten.

Dann machte ich mich auf den Weg zum Campingrestaurant um eine Portion Penne Napoli zu essen, was wirklich schmeckte und gut getan hat. Nachher startete ich den PC und siehe da, es ist ein WLAN verfügbar und nach einem kurzen Schwaz mit dem Campingplatzbetreiber kriegte ich auch das nötige Passwort und konnte eine Internetverbindung aufbauen. Sehr gut. Leider habe ich den Fotoapparat und das Verbindungskabel im Zelt gelassen, weshalb es vom heutigen Tag vorerst keine Bilder gibt. Diese werde ich wohl morgen Abend nachreichen.

Ich plane morgen via Axenstrasse und Urnerland hoch bis nach Andermatt zu fahren. Da habe ich mir ein günstiges Hotel mit WLAN ausgeguckt. Den bevorstehenden 1'300 Höhenmeter zolle ich Respekt. Ich muss das langsam angehen und regelmässig Pausen einlegen. Es ist wirklich wichtig, dass ich mich nicht gleich in der ersten Woche leer fahre. Für den heutigen Tag sagt das GPS: 95 km, 4:50 Std., 750 Hm.

Kommentare

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Sacha am :

Hallo Beat ich drücke dir die Daumen, dass alles gut geht! Ich werde mich jeden Abend mit Freude auf deinem Blog vorbeischaun. Es ist schon ein verrückter Plan den du hast, aber als fleissiger Leser deiner Seite, habe ich keine Angst das du es nicht schaffst. Also weiter gehts! Schöne Grüsse aus Steinmaur
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Patrick am :

Salü Beat I find dini Reis megaspannend. Gnüss äs eifach. Tag eis isch scho verbii - s goht schnell! Heb der sorg.
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Als Aargauer unterwegs am :

Hallo Beat, für mich immer ein schöner Moment: die Wegfahrt in die Ferien. Ein neues Kapitel beginnt. Geniesse es. Mögest du deinen Weg finden, wie du das kürzlich hier auch beschrieben hast. Ich freue mich auf deine Erlebnisse und Berichte. Alles gute und viel Glück, Urs.
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Spoony am :

Schöne Reise... ich befürchte in einigen Wochen bist du fit wie noch nie!
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Marcello am :

Ich wünsche Dir eine gute Reise und viele spannende Momente. Ich erlaube mir, Dich auf etwas hinzuweisen: Man(n) schreibt "Cappuccino" .-) Viele cappuccini und schönes Wetter. E naturalmente in bocca al lupo!
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beat am :

Danke für den Hinweis. Ich weiss nie wirklich wie man dieses Getränk schreibt. Nur dass ich es gerne trinke, das weiss ich ;-)
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beat am :

An Alle Vielen Dank für die netten Worte und die guten Wünsche. Das gibt ein gutes Gefühl...
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