Streichelphone

Mein altes Sony Ericsson Handy gab langsam aber sicher den Geist auf. Längere Gespräche als zwei Minuten waren damit nicht mehr möglich, dann stellte es jeweils einfach ab. Ich konnte es zwar wieder anschalten, doch ich musste etwa 10 Minuten warten, bis die Akkuanzeige wieder auf grün war und ich somit weitere zwei Minuten telefonieren konnte. Kein wirklich guter Zustand, wenn man auf das Mobiltelefon angewiesen ist.

Es brauchte aber ein paar Monate, bis ich mich endlich zu einem Neukauf durchringen konnte. Zwar sah ich die Vorteile der neuen Smartphones durchaus, doch in Anbetracht der vielen ferngesteuerten Leute, die ich häufig in der Stadt beobachte, hielt sich meine Begeisterung für ein solches Spielzeug in engen Grenzen. Ganz sicher wollte ich kein iPhone. Dieser neuen Pseudorelligion wollte ich mich nicht anschliessen. Zudem reuen mich die Kosten für ein solches Gerät.

In den letzten Wochen habe ich dann ein paar Online-Produktvergleiche angesehen und ohne wirklich schlauer zu werden setzte ich mir dann einfach mal eine Preislimite von 400 Franken für ein Neugerät ohne Abo.

Natürlich können alle modernen Geräte viel mehr als ich je brauchen werde, doch ob ein Gerät meine Minimalanforderung erfüllt oder nicht, das konnte ich nicht herausfinden. Meine Mindestanforderung ist nämlich diese: Ich muss während einer Rikschafahrt mit einer Hand das Handy aus der Trikottasche nehmen können und mit einem einfachen Tastendruck einen ankommenden Ruf entgegennehmen können. Nur: moderne Handys haben gar keine Tasten mehr... sie wollen sanft berührt und gestreichelt werden...

Insgesamt drei Geräte hatte ich dann in die engere Auswahl genommen und so machte ich mich auf den Weg um bei MediaMarkt ein entsprechendes Gerät zu kaufen. Alle drei Geräte waren da - soweit so gut. Ich suchte mir einen MediaMarkt-Mitarbeiter, der mich abschliessend beraten sollte. Doch meine einfache Frage: "Kann ich einen kommenden Anruf mit einer Hand und mit möglichst einer Bewegung abnehmen?" konnte leider nicht beantwortet werden. Handbücher gibt es in der heutigen Zeit ja keine mehr, weil alles online verfügbar ist und Probeanrufe konnte man auch nicht machen, da die Musterhandys keine SIM-Karten drin hatten und man so auch nicht probehalber anrufen konnte. Tja, schöne neue Welt... Blieb also die simple Frage: "Welches dieser drei Modelle würden Sie mir empfehlen?". Immerhin, darauf hatte der gute Mann eine klare Antwort: "Das HTC One S ist das neuste der drei Modelle und wird auch sehr gut verkauft. Deshalb empfehle ich ihnen das HTC-Handy." O.K. Danke. Gekauft. Macht 399.95 Franken.

Man weiss es ja. Nur die SIM-Karte umstecken und loslegen, das geht nun mal gar nicht. Schliesslich will man im Minimum seine bestehenden Kontakte vom alten Handy auf das neue kriegen. Es heist also zwangsläufig, dass man ein paar Stunden am PC verbringen muss um das neue Gerät kennenzulernen und den Trick herauszufinden, wie man die Kontakte synchronisieren kann. Nach etwas üben hat das dann auch geklappt und für's erste war ich dann mal zufrieden. Dann rief ich vom Festnetz auf das neue Handy an um auszuprobieren, wie ich nun einhändig den Anruf entgegennehmen kann. Also: Ich muss das "annehmen"-Symbol mit dem Daumen in die "Entsperrzone" führen und dann loslassen. Hmmm. Das braucht wohl noch etwas Übung und ich hoffe, dass mir dabei der neue Handschmeichler nicht allzuoft aus der Hand fallen wird.

Noch habe ich weder Musik noch Fotos auf das Handy kopiert. Ich bin vorerst schon einmal froh, wenn ich telefonieren und SMS schreiben kann. Von "Apps" oder "Widgets" habe ich auch noch keine Ahnung und ob ich mich wirklich noch in diese Materie vertiefen werde, weiss ich noch nicht. Für heute habe ich mal genug der neuen Technik.

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.