an die Sonne

In der Zeitung stand: "Nebelgrenze auf ca. 800 Metern über Meer". Die einzige Erhebung über 800 Meter, die ich mit vernünftigem Aufwand erreichen kann, ist die Lägern-Hochwacht mit genau 856 Meter über Meer. Das sollte reichen.

Ich schwang mich schon kurz vor neun Uhr in den Sattel und pflügte mich durch den dichten Unterland-Nebel. Kühl und feucht, doch mit der richtigen Bekleidung gar nicht unangenehm. Die ersten 20 Kilometer sind ziemlich flach und so rolle ich die erste Stunde gemütlich dahin. Dann beginnt der Aufstieg und schon bald bin ich mitten in der Nebeldecke. Auf 800 Metern über Meer ist noch nichts von einem blauen Himmel zu sehen und langsam zweifle ich, ob es wirklich reicht um über den Nebel zu kommen. Wie man aber dem Tagesbild entnehmen kann reichte es. Auf den letzten Höhenmetern lichtete sich tatsächlich der Nebel und darüber war wirklich Sonne satt an einem strahlend blauen Himmel. Traumhaft! Das ganze Flachland liegt im Nebel, nur die Spitze des Uetlibergs (869 M.ü.M., siehe Pfeil) ragt auch noch aus dem Nebel. Im Hintergrund dann die erste Bergreihe der Zentralalpen.

Ich hatte Zeit und bin fast eine Stunde geblieben und genoss die Sonne (und tankte Vitamin D). Ich wusste ja, sobald ich mich wieder aufs Bike setze, geht es wieder in die Nebelsuppe. Ein paar Wanderer kamen, eine Bikerin und ein Fotograph. Dieser stellte sich mir als Lokalredaktor vom "Zürcher Unterländer" vor und wir kamen ins Gespräch. Ich erzählte ihm, dass ich mehr Rikscha als Velo fahre und er begann sich gleich dafür zu interessieren. "Da könnte man ja mal einen Bericht machen. Über den Unterländer, der in der Stadt Rikscha fährt." Natürlich fand ich das gut, denn ich kann wahrlich Publicity jeder Art gebrauchen. Ich gab ihm meine Kontaktdaten und er versprach, das Thema bei einer Redaktionssitzung aufzubringen. Er würde dann gerne auf mich zu kommen. Das würde mich natürlich freuen.

Auf dem Rückweg bin ich dann die bekannten Singletrails bis nach Watt gefahren. Es war ziemlich nass und rutschig, doch mit der nötigen Vorsicht kein Problem. Eigentlich wollte ich auf dem Rückweg einen Kaffeehalt einlegen, doch als dann die Gelegenheit dafür günstig war, hatte ich keine Lust mehr. Lieber direkt nach Hause fahren, warm duschen und dann einen günstigen, selbstgemachten Zvieri mit Kafi geniessen. Ich bin vermutlich 98% der Fahrzeit durch den Nebel gefahren, doch für die restlichen 2%, und die schöne Pause, hat sich der Aufwand wirklich gelohnt. Das GPS sagt: 3:11 Std., 54 km., 900 Hm.

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