Leseabend

Heute hatte ich keine wirkliche Idee, worüber ich bloggen sollte. Also surfte ich meine drei, vier Lieblingsforen wieder einmal  ab. So zwei Stunden habe ich da schon gelesen, geschmunzelt und mich unterhalten. In den letzten Monaten verlor ich zunehmend den Anschluss, denn ich fand einfach nicht mehr die nötige Zeit dazu. Das Schöne ist, Internetforen sind wie Stammtische. Nach Themen geordnete Stammtische. Da muss man nicht immer dabei sein, da kann man auch locker  fernbleiben und darauf zählen, dass wichtige oder interessante Themen überleben werden, bis man wieder mitliest. Und wenn nicht, dann war es auch nicht so wichtig ;-) . Die Anzahl selbst geschriebener Beiträge hat natürlich rapide abgenommen. Mitlesen ja, mitschreiben nur noch selten. Ich merke, dass die Forum-Phase für mich langsam durch ist. In den letzten Jahren habe ich da viel Zeit investiert doch nun  merke ich, dass die Blog-Phase die Forum-Phase langsam ablöst.  Heute schreibe ich mehr Blogkommentare als Forenbeiträge. Ja, das Leben ist Veränderung.

Squash, Sommerzeit

Auch heute morgen hatte ich wieder Mühe um aus dem Bett zu kommen. Mein Körper hat noch nicht Sommerzeit. Es ist wieder dunkel, wenn der Wecker klingelt und abends kann ich die Sommerzeit noch nicht nutzen. Ich arbeite meist länger (obwohl das nichts nützt) und heute stand ja auch noch Squash auf dem Programm.

Heute waren wir nur zu zweit und mussten deshalb die 90 Minuten durchspielen. Zweimal haben wir uns hingesetzt und eine kurze Pause gemacht doch mehrheitlich haben wir gespielt, sind gerannt und haben um fast jeden Ball gekämpft. Ich konnte gut schwitzen und das war mir nach dem heutigen Arbeitstag auch wichtig. Dennoch merke ich, wie jedes Jahr um diese Zeit, dass bezüglich Squash die Luft langsam draussen ist und wir wohl bald die Schläger  bis zur kommenden Winterzeit versorgen werden. Bei schönem Wetter in einem Kunstlichtraum umherrennen und einen Gummiball an die Wand dreschen, das geht einfach gar nicht. Das ist doof. Da sind Biketouren zum Feierabend eindeutig besser. Morgen könnte ich eigentlich mit dem Bike zur Arbeit fahren... aber da müsste ich einfacher aufstehen können, als heute.

spiralförmig

Nehmen wir einmal an, die Zeit ist ein Lichtstrahl. Irgendwann werden wir aus diesem Strahl geboren und nach spätestes 120 Jahren tauchen wir wieder in ihn ein. Was vorher war wissen wir nicht und was nachher kommt auch nicht. Vielleicht haben wir eine Ahnung davon, glauben etwas oder wünschen uns etwas, aber wirklich wissen tun wir es nicht. Aber das ist jetzt auch egal, darum geht's hier gar nicht.

Ich denke zeitweise, dass wir uns im Leben um diesen Lichtstrahl drehen. Sind wir glücklich, so drehen wir nahe beim Zeitlichtstrahl und fühlen uns in gewisser Weise geborgen. Wenn wir unglücklich werden, werden die Radien des Lebens wieder grösser und wir entfernen uns vom Zentrum und fühlen uns dadurch in gewisser Weise einsam. Die Bewegungsgeschwindigkeit erhöht sich zwar, doch wir entfernen uns vom Kern. Die Tage sind vollgepackt und man ist immer am rotieren, alles ist intensiv und schnell.

Diese Idee gefällt mir. Viele Fragen lassen sich dadurch beantworten. Man kann es auch noch weiter denken. Die Zeit könnte kein Strahl (1) sondern ein Kreis oder ebenfalls eine Spirale (2) sein. Oder noch extremer: Die Zeit gibt es gar nicht. Alles dreht sich um einen Punkt... (3)

Nette Gedankenspiele...

Wie auch immer. Alles verläuft in Wellen, in Kreisen oder Spiralen. Solange wir in dieser dreidimensionalen Welt leben, pendeln wir zwischen Polen, zwischen Zentrum und Peripherie. Wir können nicht stehen bleiben; nur sterben.

Mit diesem Gedanken lassen sich schwerere Tage besser durchleben, weil man weiss, dass man sich irgendwann -meist auch ohne eigenes Zutun- wieder dem Zentrum, dem Lichtstrahl annähert. Das liegt in der Natur des Lebens und das ist gut so.

Winter zum Frühlingsbeginn

Was man letzte Woche bei über 15° Grad und Sonnenschein fast nicht glauben konnte, trat nun doch noch ein: Heute Morgen lag tatsächlich fast 10 cm Schnee... Unglaublich! Natürlich war der Boden noch warm und der Schneefall war auch rasch zu Ende, so dass bis zum Abend die ganze Pracht schon fast wieder weggeschmolzen ist. Wenn's also auch nur von kurzer Dauer war, so hat es mir doch gut gefallen. Frischer Schnee hat einfach etwas unglaublich Friedliches. Verschneite Landschaften und fallender Schnee strahlt Ruhe und Reinheit aus (auch wenn es oft in unansehnlichem Pflotsch endet). Irgendwie mag ich das schon. Auch wenn morgen Frühlingsanfang ist und ich grundsätzlich Farbe, Wärme und Sonne bevorzuge so mag ich doch solche Wintereinbrüche.

Manchmal frage ich mich, ob das Wetter auf den Gemütszustand fast aller Menschen einen Einfluss hat. Mir ist nämlich aufgefallen, dass in einigen Blogs die ich regelmässig lese, eine Art Stimmungstief die Runde macht. Auch ich habe mich ja die letzten Tage nicht so "auf der Höhe" gefühlt und so wie ich lesen konnte, ging es ganz vielen anderen auch so. Vielleicht spürten wir unbewusst den kommenden Wetterumschwung. Ohne lange darüber nachzudenken wünsche ich mir, dass dem wirklich so ist, denn das Wetter ändert sich meist ja sehr schnell und so können die düsternen Wolken die in manchen Köpfen auftauchten nun auch wieder verschwinden...

Besinnung

Obwohl's derzeit nicht in allen Dingen so richtig rund läuft und ich das Gefühl habe, dass sich etwas Sand im Getriebe befindet habe ich mich bewusst entschieden, ruhig zu bleiben. Darin liegt meine Stärke. In der Ruhe, der Stille, der Besinnung.

Klarerweise lassen sich solche Vorsätze nicht einfach so ruck zuck umsetzen, doch es hilft schon, wenn ich zwei, drei Mal pro Tag bewusst abschalte. Die Augen schliesse, die Wirbelsäule gerade halte  und nur ruhig und gleichmässig zu atmen versuche. Beim Einatmen Energie tanken und beim Ausatmen schlechte Gedanken und Gefühle von mir stossen. Das habe ich heute immerhin zwei Mal gemacht und schon das hat mir gut getan. Es gibt eigentlich so Vieles, so Einfaches, was ich vor einiger Zeit im Yogaunterricht gelernt  und schon damals als sehr positiv empfunden habe. Nur habe ich es in der Zwischenzeit wieder vergessen oder einfach beiseite gewischt, weil ich dachte, das ist nicht so wichtig. Doch nun, bei zunehmendem Stress merke ich, dass eben diese kleinen bewussten Pausen für mich sehr wichtig sind. Sonst entferne ich mich einfach zu sehr von meiner Mitte und genau das macht mir dann zu schaffen.

schwimmen, eine fremde Welt

Heute morgen fuhr ich zusammen mit Marina (unserer Gigathlon-Schwimmerin) zu einem Neopren-Testschwimmen. Da am Gigathlon Schwimmanzüge vorgeschrieben sind, mussten wir uns diesem Thema ja mal annehmen. Im Hallenbad von Zürich-Örlikon konnten ORCA Schwimmanzüge für Triathleten anprobiert und geschwommen werden. Wir stellten schon bald fest, dass das Anziehen der engen Neoprenhaut richtig Arbeit bedeutet. Man muss dabei Zentimeter um Zentimeter von unten nach oben den Anzug in die richtige Position ziehen. Stimmt es im Schritt nicht, wird man den Anzug kaum über die Schultern kriegen. Für die erste Anprobe brauchte Marina gut 30 Minuten. Dann das Testschwimmen. Der zusätzliche Auftrieb ist schon überraschend. Sie liegt schön flach im Wasser und crowlt gleichmässig vorwärts.  Nach zwei Längen sprechen wir über die Erfahrungen. Marina fühlt sich im Brustbereich etwas eingeengt und deshalb will Sie den zweiten Anzug etwas grösser probieren. Dieser war dann jedoch etwas zu lang und ihr floss dauern Wasser vom Genick her in den Anzug, weil er da Falte warf. Der dritte Anzug war dann der Günstigste und die Grösse wieder wie beim Ersten. Das würde auch gehen. Marina konnte beim schwimmen nicht wirkliche Materialunterschiede feststellen. O.K. Ein Orca-Schwimmanzug für Frauen in Grösse 6 könnte in Frage kommen.

Nun gilt es die Onlinebörsen nach entsprechendem Equipment abzusuchen und die Fühler auszustrecken. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Ich selber war nicht im Wasser... ich kann auch nur brustschwimmen. Ich wäre lieber auf dem Bike...

Bewegungssucht

Am Dienstagabend spielte ich Squash und habe dabei das letzte Mal kräftig geschwitzt. Nun, zwei Tage später merke ich, wie ich langsam kribblig werde und es mich suchtmässig dazu drängt, mich zu bewegen. Mehr nur als die Finger auf der Tastatur. Ich muss mich bewegen und mich freischwitzen können! Der Alltag, die Arbeitswelt müllt mich zu. Ich schreie nach Reinigung! Nach frischer Luft. Nach pulsierendem Blut. Nach Natur, Wald  und Aussicht! (nach Einsamkeit).

Radfahren ist ein angenehmer Bewegungsablauf und belastet die Gelenke viel weniger als z.B. Laufen. Laufen ist gar nichts für mich. Dafür bin ich vermutlich einfach zu schwer. Beim Radfahren sieht man zudem optimal viel, weil man einen viel grösseren Aktionsradius hat, als zu Fuss. Mit dem Mountainbike kann man tagelang in fast verkehrsfreinen Gebieten fahren, wo fast jedes andere Transportmittel verboten ist. Das Tempo dabei ist erlebnisorientiert ideal ;-) Die eigene Leistungsfähigkeit ist ausschlaggebend. Alles wird aus eigener Kraft bewältigt, ohne fremde Hilfe. Wie wandern hoch drei. Einfach ein Genuss!

Merkt man es? Ich freue mich schon riesig auf Samstag! Da muss ich unbedingt auf's Bike. Auf die Lägern-Hochwacht biken und danach Fruchtwähe im Restaurant Bergwerk essen, das ist schon eine Überlegung wert. Mich drängt, meine Sucht zu befriedigen.

days like this...

Es ist abends um halb neun Uhr, ich sitze am Esstisch, vor dem Notebook und könnte laut heraus schlafen. Drei lange Arbeitstage und ich hätte schon wieder Ferien nötig...

Eigentlich sollte ich jetzt sofort etwas dagegen tun. Eine nächtliche Mountainbikeausfahrt zum Beispiel, ein heisses Bad oder sonst etwas in der Richtung. Doch nein... ich bleibe lieber sitzen und jammere noch etwas... vermische die Müdigkeit mit etwas Selbstmitleid und Melancholie und mache Selbstheilung durch Schreibtherapie ;-)

Zu Ferienende und viel Arbeit kommt noch eine Katzengeschichte hinzu. Bei unserem Kater wurde letzte Woche ein bösartiger Hauttumor festgestellt und an diesem Montag musste er operiert werden. Eine traurige Geschichte. Eine rekonvaleszente Katze mit einer 20cm OP-Naht auf dem Rücken. Grossflächig rasiert, eingepackt in einen T-Shirtschlauch, damit er sich nicht wundlecken kann. Er ist noch sehr wacklig und von den Strapazen der Operation gezeichnet. Er tut mir unsagbar leid und natürlich wünschen wir uns, dass sich unser Tigi wieder gut erholt und die Tumorgeschichte damit auch abgeschlossen ist (obwohl man das natürlich nie weiss). Er tut mir sogar so leid, dass ich ihn nicht wie hier fotografiere, sondern ihm seine Würde erhalten will indem ich ihn nicht zeige, wenn es ihm so schlecht geht wie jetzt. Auch wenn ich es äusserlich nicht so zeige, so geht mir die Sache schon sehr nahe. Er ist erst fünf jährig. Unsere zweite Katze ist mit 19 Jahren eine Methusalemöse (oder wie das weiblich heisst). Da erwartet man eher eine derartige Erkrankung, weil man bei einer solch alten Katze ja eh mit allem rechnen muss... aber Tigi... wie auch immer: man kann ja gar nichts anderes tun als positiv zu bleiben und das Beste zu wünschen und hoffen.

Ich gehe vielleicht doch besser biken, oder baden, oder schlafen. Gute Nacht.

in der Mühle

Die Arbeitswelt hat mich wieder. Und sie zieht mich wieder voll rein. Irgendwie bin ich ja selber schuld... ich habe ehrgeizige Ziele gesetzt und nun gilt es, die entsprechende Leistung zu bringen um diese Ziele auch zu erreichen. Bin deshalb also noch etwas am arbeiten....

etwas Kultur

Heute Nachmittag war ich mit meiner Frau zusammen in der Stadt Zürich und wir schlenderten wie tausend andere auch dem sonnigen Seebecken entlang und genossen den herrlichen Tag. Unser Ziel war das Kunsthaus Zürich, denn da wollten wir die Rodin-Ausstellung besuchen. Diese war gut frequentiert und wirklich sehenswert. Gut fand ich auch die Hintergrundinformationen zu vielen Skulpturen, welche durch die Audiogeräte (vermutlich auf MP3-Basis) angehört werden konnte.

Hat gut getan, sich wieder einmal mit etwas anderem als Sport oder Arbeit zu beschäftigen.