übers bloggen bloggen

Gestern habe ich mich noch etwas durch die Blogs gelesen, welche die sogenannte Blogosphäre durchforsten und Kritiken zu den jeweiligen Blogs schreiben. Eigentlich mag ich diese Blogs gar nicht so, denn sie bringen selbst nichts Eigenes zu Stande sondern zeigen immer nur mit dem Finger auf andere und deren Blogbeiträge. Doch manchmal habe ich einfach noch etwas Zeit und statt ins Bett zu gehen lese ich dann solche Blogs mal quer. Dabei stelle ich fest, dass Banales und Normales immer wieder verrissen und niedergemacht wird. Irgendwie erwarten oder erwünschen sich solche Metablogs Aussergewöhnliches, Spektakuläres oder zumindest Provozierendes zu lesen. Na klar, da lässt sich dann besser darüber bloggen.

Ich selber jedoch lese lieber ganz normale "Leute wie Du und ich" Blogs. Menschen die ganz normal durchs Leben gehen und dementsprechend auch ganz normale Probleme und Sorgen mit sich tragen und Lebensstimmungen durch ihre Blogs transportieren, die einem Normalo wie mir  glaubwürdig erscheinen. Ob da nun das Nachtessen angebrannt ist oder jemand bei der Arbeit eingeschlafen ist und sich spätabends fragt ob er nun Überstunden gemacht hat, weil er über den Feierabend hinaus geschlafen hat... ;-) ganz normale Dinge halt.

Mit dieser Meinung will ich nicht das Mittelmass als erstrebenswertes Ziel darstellen oder das Banale heroisieren. Nein, ich akzeptiere es einfach als Teil (und zwar nicht unwesentlicher Teil) unseres Lebens. Und wieso soll dieser Teil in einem Blog denn nicht beschrieben werden? Wer nicht professionell bloggt oder sonst irgendwie Geld mit seinem Blog generieren muss, steht auch nicht unter dem Druck, stets etwas besonders Originelles oder Publikumswirksames ins Netz zu stellen. Er kann ganz einfach so sein, wie er ist und Gegebenheiten seines Lebens so schildern, wie er sie empfindet. Letztendlich stehe ich auf Authenzität (hoffentlich richtig geschrieben). Mein Verständnis gegenüber Blogs ist halt noch immer der etwas romantische Ansatz des "Internet-Tagebuchs". Und weil jeder Mensch sehr viele normal banale Tage kennt und sich nicht dauernd in Genialität ergiesst, gibt es halt auch viele banale Beiträge auf vielen Blogs. Doch so ist das Leben (und das interessiert mich).

Kommentarflaute

Interessanterweise gibt es keinen Zusammenhang zwischen den Besucherzahlen und der Anzahl Kommentare. Seit hier das Thema Gigathlon auftaucht, steigen die Besucherzahlen kontinuierlich und bei durchschnittlich etwa 1'000 Hits pro Tag würde man auch den einen oder anderen Kommentar erwarten. Dem ist aber nicht so.

Da könnte man glatt auf den Blog von Bundesrat Moritz Leuenberger neidisch werden. Der erste Beitrag erhielt 487 Kommentare. Der zweite noch immer 160. Das finde ich wirklich beeindruckend. Da werde ich noch weiter mitlesen. Und: Nein, ich selbst habe keinen Kommetar abgegeben.