blue

I'm feeling blue

Montags war ich körperlich müde, heute eher geistig. Drei schwülheisse Bürotage und abends noch Tourenberichte schreiben, Fotos auswählen, verkleinern, hochladen... das alles braucht Zeit, und Aufmerksamkeit. Und man hat ja auch noch ein Privatleben... ;-)

Morgen muss ich mich wiedereinmal bewegen. Es ist Zeit, frischen Sauerstoff ins Hirn zu kriegen und die Grauschleier des Alltags rauszuschwitzen. Gute Nacht.

aktive Erholung

Nach vier Tagen auf dem Bike hatte ich heute morgen keine Lust um wieder aufs Fahrrad zu steigen und damit zur Arbeit zu fahren. Meine Oberschenkel fühlten sich zudem noch etwas schwammig an.

Abends habe ich dann die Fotos des Weekends nochmals durchgesehen und für den Blog ein paar ausgesucht. Dann schrieb ich den ersten Tourenbericht (von der Donnerstagtour). Man muss in den nächsten Tagen also öfters mal nach unten scrollen, weil ich die Beiträge jeweils am entsprechenden Tag abspeichere.

Die vier Tage Grindelwald sind vorüber und wir sind alle wieder gesund zu Hause... und ich bin nun viel zu müde um noch alle Digitalfotos durchzusehen und schöne Tourenberichte dazu zu schreiben. Das muss warten. In den nächsten Tagen werde ich das aber bestimmt noch nachholen. Es lohnt sich also, diesen Blog wieder zu besuchen. Vorneweg, sozusagen als kleines Appetithäppchen, ein einziges Bild:

Unsere Bikegruppe auf der kleinen Scheidegg (2'061 m.ü.M), am Fusse der Eiger Nordwand (3'970 m.ü.M.).

Mürren

Erstens hat es während des gestrigen Nachtessens draussen nochmals kräftig geregnet, zweitens sind nach drei Biketouren im Gebirge unsere Beine langsam schwer und drittens wollten wir nicht zu spät nach Hause abfahren. Gründe genug, eine kurze und gemütliche Sonntagstour zu fahren.

Gegen 10:00 Uhr haben wir im Hotel ausgecheckt, die Bikes und alles Gepäck im Auto verstaut und sind bereit für die kurze Autofahrt nach Lauterbrunnen. Dort parkieren wir im zentralen Parkhaus, laden die Fahrräder wieder aus und machen uns startklar.

Von Lauterbrunnen auf die Station Grutschalp nehmen wir die Gondelbahn. 860 Höhenmeter, 20 Minuten anstehen, 10 Minuten Fahrzeit, 8 Franken. Fair. So müssen wir bis Mürren nur noch etwa 200 Höhenmeter hochfahren. Wegen der vielen Wolken ist die Sicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau wieder nicht 1a, doch es scheint -zwischen den Wolken hindurch- doch immer wieder mal die Sonne und es ist auch angenehm warm. Wir fahren langsam und entspannt. Obwohl für Wanderer und Biker verschiedene Wege ausgeschildert sind, hat es ziemlich Verkehr. Sehr viele Menschen sind unterwegs. Bei der Station Mittelberg spielt eine Ländlerkapelle vor einem Restaurant und bietet den vielen Touristen eine Schweizer Postkartenidylle die schon sehr nah am Kitsch liegt. Fast zu schön um wahr zu sein.

In Mürren machen wir einen ersten Kaffehalt und geniessen die fantastische Aussicht ins Lauterbrunnental und den auf der gegenüberliegenden Seite hochragenden Schwarzmönch. Ein paar Gleitschirmflieger schweben durchs Tal und zeigen waghalsige Kunststücke, bevor sie weit unten dann sicher landen. Mürren liegt direkt an einem 800 Höhenmeter Felsabhang, das ist wirklich imposant. Von oben wie von unten.

Wir fahren danach auf einfachen und eher langweiligen Schotterstrassen bergrunter Richtung Gimmelwald und Stechelberg, bevor wir in Rüti die Talsohle erreichen. Das macht nichts, so haben wir auch mehr Zeit, die schöne Umgebung zu geniessen. Unten im Tal geht es dann nur noch etwa 10 flache Kilometer zurück nach Lauterbrunnen. Wir fahren dabei direkt unterhalb von Mürren durch und können mehrere Wasserfälle bewundern, die diesen gelwaltigen Felsabhang herunterstürzen. Das ist wirklich sehr eindrücklich und hat mir gut gefallen.

Zum Schluss suchen wir noch ein schönes Gartenrestaurant um ein letztes Mal gemeinsam zu essen und die Berge und die Sonne noch etwas zu geniessen. Das war eine wirklich schöne, lockere Sonntagsrunde und ein gelungener Abschluss unseres Bikeweekends im Berner Oberland. Schön war's! Vielen Dank an Alle.

Faulhorn

Im Morgengrauen wache ich auf und höre, wie es draussen regnet. Regen? Gibt's doch gar nicht, das ist nicht geplant! Weil ich es kaum glaube, trete ich an die Balkontüre und schaue schlaftrunken nach Draussen. Der Eiger ist kaum mehr zu sehen, tiefhängende Regenwolken drängen sich an die Bergflanken. Es regnet nicht stark doch es sieht auch nicht so aus, wie wenn es bald aufhört. Ich schaue auf die Uhr. Knapp vor sechs Uhr früh. Schön, ich kann nochmals zwei Stunden schlafen und davon träumen, dass es aufhört. Als dann um acht Uhr der Wecker klingelt, überprüfe ich natürlich als erstes das Wetter und siehe da, es regnet nicht mehr. Die Strassen sind zwar nass, die Wolken noch immer dicht, doch es regnet zumindest nicht mehr. Immerhin, ein erster Fortschritt.

Beim Frühstück besprechen wir die Lage und beschliessen, nichts am ursprünglichen Plan, via grosse Scheidegg und First hoch zum Faulhorn zu fahren, zu ändern. Dort entscheiden wir spontan, wie wir weiterfahren. Entweder runter nach Lütschental oder auf dem Bergkamm weiter westwärts bis zur Schynige Platte und da runter nach Wilderswil. Das machen wir abhängig vom Wetter und davon, wie wir uns dann fühlen werden.

Für den Aufstieg zur grossen Scheidegg nehmen wir heute eines der Postautos, welche gestern oft an uns vorbeigefahren sind. So sparen wir Zeit und etwa 900 Höhenmeter. Ein Bus bietet 5 Fahrradhalter. Wir sind aber zu sechst und deshalb muss für eines der Bikes eine andere Lösung gefunden werden... Kein Problem: Peter nimmt noch so gerne seine "rote Göttin" in den Bus hinein. Die Busfahrer sind äusserst freundlich und hilfsbereit, ein wirklich guter Service.

Als wir auf der grossen Scheidegg auf unsere Bikes steigen ist es kühl und ziemlich stark bewölkt. Nahe der Busstation hatte es noch viele Wanderer, doch schon bald sind wir mitten in der Natur und höchstens noch von Kühen umgeben. So fahren wir ganz locker am ersten Bikeverbotsschild vorbei. Heute darf man das... da stört man niemanden.

Nach einer knappen Stunde Fahrzeit kommen wir zu der Bergstation First und weil es in der Zwischenzeit wieder zu tropfen begann war es rasch klar, dass wir das riesige Bergrestaurant besuchen um bei einem Kaffee das weitere Vorgehen zu besprechen. Ich habe noch selten so ein grossen Bergrestaurant gesehen. Die Sonnenterasse bot Platz für mindestens 100 Personen und drinnen war es gleich nocheinmal so gross. Wie eine grosse Mensa. Die etwa 30 Gäste von heute wirkten ziemlich verloren. Im Winter muss hier die Hölle los sein. Klar, in dieser Umgebung ist Skifahren natürlich oberspektakulär. Das Panorama mit Wetterhorn, Schreckhorn, Fiescherhorn, Eiger, Mönch und Jungfrau sowie den etwas kleineren Lauberhorn, Tschuggen und Männlichen ist ganz in weiss bestimmt ein Traum.

Die Tropfen hören wieder auf und wir sind immer noch unnachgiebig ;-) . Doch, ja, wir wollen weiter zum Bachsee und danach hoch zum Schreckhorn, auf 2'680 m.ü.M. Also los, doch was sehen wir da? Schon wieder Bikeverbotsschilder. Bikeverbot? Wirklich? Grindelwald will eine Bikegegend sein und sperrt die schönsten Strecken? Komisch. Na ja. Heute geht das schon. Es sind nur wenige Wanderer unterwegs und freundlich wie wir sind, wird das schon gehen. Die Schotterstrasse bis zum Bachsee ist breit und gut befahrbar. Die entgegenkommenden Japaner freuen sich über uns, feuern uns an und schiessen Fotos. Putzig. Es wäre interessant zu wissen, in welchen japanischen Fotoalben wir noch auftauchen werden...

Es beginnt wieder zu tropfen und die noch anstehenden 400 Höhenmeter bis zum Faulhorn werden immer härter. Es ist zeitweise so steil, dass wir schieben müssen und das Wetter wird immer garstiger. Wir müssen die Regenjacken anziehen... vielleicht war es doch keine so gute Idee...Auf der Spitze des Faulhorns sind mehrere Gebäude wie eine Trutzburg aufgebaut und die letzten Meter sind extrem steil. Nein, das muss nicht sein. Wir fahren, schieben und tragen unterhalb des Gipfels dem Wanderweg entlang weiter bis zum Berghaus Männdlenen.

Da hatten wir dann ein Erlebnis der besonderen Art. Als Erster unserer Gruppe nähere ich mich dem Vorgarten des Gasthauses. Ein älterer Bergbauer lehnt gegen das Gartentor und raucht zufrieden seine Pfeiffe. Ich trete auf ihn zu und grüsse freundlich. Er grüsst zurück, nimmt die Pfeiffe aus dem Mund und fragt: "Woher kommt ihr?" Ich: "Wir starteten auf der grossen Scheidegg und fuhren via First und Faulhorn hierhin." Darauf er: "Ihr wisst aber schon, dass hier Bikefahrverbot ist, oder?" Ich: "Ja, wir haben es gesehen, doch an einem verregneten Tag wie heute dachten wir, dass das schon drinliegt." Darauf er: "Das ist hier ein Wander- und Naturschutzgebiet, da haben Biker nichts zu suchen... bla, bla, bla, solche Typen wie Ihr schaden allen Bikern... bla, bla, bla, unverantworlich, egoistisch und respektlos.... bla, bla, bla, ich hole jetzt Papier und Bleistift, notiere mir Eure Namen und Adressen und dann werden ihr gebüsst!" Mittlerweile sind alle Bikefreunde bei mir eingetroffen, merken worum es geht und deshalb wird das Gespräch schnell unübersichtlich und zunehmend gehässigt. Jeder will auch noch etwas sagen und er reagiert immer heftiger. Remi hat dann als Erster richtig reagiert, ist mit dem Bike am Bauern vorbeigegangen und liess ihn einfach stehen. Der Mann hat ja Recht und wir Unrecht. Was will man also noch lange diskutieren? Nach und nach lösen wir uns aus der Streiterei und machen uns auf den Abstieg in Richtung Lütschental. Geben wir unser Geld halt nicht in diesem Berghaus aus... Und Abstieg ist auch richtig gesagt. Wir müssen nun auch bergrunter häufig absteigen und tragen. Immer wieder grosse Steine und Absätze. Was regt sich der Bauer denn so auf? Wir wandern ja...

Später wird der Wanderweg besser fahrbar und bietet mehr und mehr Spass. Matthias und ich nehmen jede Abkürzung und unsere Laune bessert sich mit drum sehr schnell. Die Anderen fahren auf der Strasse ins Tal und zurück nach Grindelwald wo wir später auf sie treffen.

Es ist etwa halb fünf Uhr Nachmittags und Matthias und ich möchten eigentlich noch etwas Singletrails und Downhills fahren. Was tun? Wir entscheiden uns zur Bergbahn First zu fahren um zu fragen, ob sie auch Bikes transportieren. So könnten wir nochmals etwa 1'000 Höhenmeter Trailsurfen. Ja, das tun sie. Kostet 32 Franken pro Person und 10 Franken pro Bike! Hammerpreise! Doch das ist es uns wert. Wir zücken die Brieftaschen, bezahlen und schon sitzen wir in der Gondel hoch zum First. Da waren wir heute ja schon einmal, nur ist es abends um 17:00 Uhr auf 2'100 m.ü.M. schon etwas kühler. Das Thermometer zeigt 13-14° Grad und wir ziehen die Regenjacken nocheinmal an.

Bevor wir losfahren schauen wir nochmals auf die Karte, doch die angebotenen Schotterstrassen machen uns nicht an. Wir fahren lieber zur grossen Scheidegg rüber und nehmen da den Wanderweg nach Grindelwald runter. Den hatten wir gestern beim hochkurbeln immer wieder gesehen und damals schon gedacht, dass der bergrunter sicher Klasse wäre. So war es dann auch! Sensationell! 100% fahrbahr, keine Wanderer, einfach super! Keine halbe Stunde später waren diese 1'100 Höhenmeter wieder vernichtet und wir rollten superzufrieden in Grindelwald ein. Das war jeden Franken wert!

Bei einem Bierchen auf der Sonnenterasse des Hotels liessen wir den Tag ausklingen. Ende gut, alles gut. Was für ein Tag: 46 Kilometer, 4:12 Std. Fahrzeit, 1'350 Hm berghoch und fast 3'000 Hm bergrunter!

Um es klar zu stellen: Diese Tour soll man nicht fahren! Über weite Strecken ist Bikeverbot und bessere Menschen als wir halten sich daran.

grosse Scheidegg

Heute wollten wir die gegenüberliegende Seite, sprich: die grosse Scheidegg, in Angriff nehmen. Das bedeutete knapp 1'000 Höhenmeter Anstieg, vollständig auf einer kleinen Asphaltstrasse, die glücklicherweise über weite Strecken im Schatten des Wetterhorns lagen und auch in der Steigung recht erträglich waren. Trotzdem. Für die 1'000 Höhenmeter brauche ich fast zwei Stunden und das sieht man mir auf dem Bild rechts wohl auch an ;-) . Da wirke ich eher etwas gequält, vor allem im Vergleich zum lächelnden Matthias neben mir…

Im Gartenrestaurant auf der grossen Scheidegg besprachen wir dann bei Kaffee und Nussgipfel den weiteren Tourverlauf. Peters Hand fühlte sich nicht wirklich gut an, er war eher für eine Strassenrunde und plante deshalb runter nach Meiringen zu fahren, danach dem Brienzersee entlang nach Interlaken und von da wieder via Zweilütschinen hoch nach Grindelwald. Diese Strecke hat durchaus auch ihre Reize und weil die meisten von uns auch noch nie in der Aareschlucht waren, waren wir alle rasch einer Meinung. Wir fahren auch heute gemeinsam und teilen uns nicht in verschiedene Gruppen auf. Höchstens für den Downhill ;-) . Die Trailfraktion wollte so viele Wanderwege wie möglich mitnehmen und die Strassenfraktion halt eher weniger… (es ist ja klar, zu welchen ich gehörte…). Das hat wieder super Spass gemacht. Zugegeben: Nicht alles war (für Biker) legal und die vielen Drehkreuze unterbrachen immer wieder den Fahrfluss, doch alles lief wie am Schnürchen. Wenn wir auf Wanderer gestossen sind, haben wir stets angehalten und ihnen den Vortritt überlassen. Dazu ein freundliches „Grüezi mitenand“ und schon waren alle zufrieden und niemand fühlte sich belästigt. Es geht durchaus „miteinander“.

Die Aareschlucht fanden wir dann alle spektakulär! Unglaublich, wie tief sich der Fluss im Laufe der Jahrtausende in den Weg durch diese Berge gebahnt hat. Ein Tösen, Gurgeln und Sprudeln, überall. Man kann hoffentlich den Bildern einen Teil des Reizes entnehmen. Wer in einmal in dieser Gegend ist, sollte sich das unbedingt ansehen. Ein echt lohnender Ausflug. Nur, das schöne Gartenrestaurant können wir leider nicht wirklich empfehlen. Sensationell hohe Touristenpreise, verkochte Spaghetti und eine geschmacklose Sauce, dazu trockenes Brot… nicht wirklich der Renner.

Es folgten ein paar flache Kilometer bis zum Brienzersee, wo wir dann auf die Route des letzjährigen Gigathlons gestossen sind. Der kurze Aufstieg zum Hotel Giessbach fand ich auch diesmal wieder knackig und kräfteraubend, doch die Aussicht auf dieses mittelalterliche Hotel, sowie die imposanten Giessbachfälle wiegen die Mühen allemal auf.

Auf dem weiteren Weg nach Interlaken erinnerte ich mich natürlich oft zurück an den letztjährigen Gigathlon-Event. Ganz besonders als wir beim Militärflughafen vorbeigekommen sind, wo sich das Zielgelände der Etappe befand. Ja, schön war es. Wir hatten nun schon ziemlich Kilometer in den Beinen und wussten aber, dass uns nun nochmals der Aufstieg nach Grindelwald bevorstand. Sollen wir die Bahn nehmen? Hmm… Nein. Lasst uns einfach gemütlich fahren und so diese 15 Kilometer abspulen… Das waren unsere Worte… Doch schon bald erhöhte ich den Druck auf’s Pedal und begann ein kleines Bergzeitfahren ;-) Ich wollte die Anderen etwas distanzieren um dann quasi solo im Ziel einzufahren. Doch daraus wurde –wie zu erwarten war- nichts. Ich kam zwar weg und brachte auch etwas Luft zwischen mich und die Anderen, doch schon bald merkte ich, dass Pino von hinten an mich heranfuhr, sich etwas erholte und dann ganz locker nebenher kurbelte…. Ja, ja, der ist einfach kleiner, leichter, stärker, besser….

Abends im Hotel wertete ich dann den Bikecomputer aus. Das war eine wirklich lange Tour mit fast 6 Stunden Fahrzeit, 85 Kilometern und über 1'800 Höhenmetern. Eine Supertour, die fast vollständig dieser Runde entspricht. Hinzu kam nur noch der Abstecher zur Aareschlucht.  Eine absolut empfehlenswerte Tour.

kleine Scheidegg

Schon zum Frühstück schien die Sonne von einem stahlblauen Himmel und wir waren alle super motiviert um unsere erste Biketour in dieser grossartigen Bergregion in Angriff zu nehmen. Wir entschieden uns, in Richtung kleine Scheidegg zu starten um danach die Singletrails (oder Wanderwege) runter nach Wengen und Lauterbrunnen in Angriff zu nehmen.

Nach der kurzen Abfahrt zum Talgrund begann der lange und zum Schluss auch recht zähe Anstieg. Es waren an die 1'100 Höhenmeter zu bewältigen die etwa zur Hälfte auf einer kleinen Asphaltnebenstrasse begannen und etwa ab der Mitte in eine Schotterstrasse übergingen. Nur wenige Teilabschnitte führten durch schattenspendende Wälder, das meiste jedoch, war der prallen Sonne ausgesetzt. Wie immer schwitzte ich sehr stark und schon bald tropfte es mir unablässig vom Kopf herunter. Der Organismus lief auf Hochtouren und ich musste wirklich achtgeben, den Motor nicht gleich zu überdrehen. Ich achtete also auf den Pulsmesser und versuchte zumindest unter Puls 160 zu bleiben.

Etwa zwei Stunden später erreichten wir das Plateau der kleinen Scheidegg. Ich war beeindruckt, wie gut und touristenfreundlich hier alles ausgebaut ist. Zwei Zahnradbahnen führen hier hoch (einmal von Grindelwald und einmal von Lauterbrunnen) und eine weitere fährt von da mitten durch die Eigernordwand hoch zum Jungfraujoch. Beeindruckend! Beeindruckend auch, wie viele japanische Touristen mit ihren gezückten Fotoapparaten durch die Gegend stacksten. Wir fuhren noch ein kurzes Stück höher um ein paar Fotos vor der Eigernordwand zu machen. Es ist, wie wenn Grosswildjäger Fotos vor den von ihnen erlegten Tieren machen. Wir posieren auf Bergen, vor unseren Bikes... ;-)

Diese Kulisse ist wirklich atemberaubend! Man steht schon auf 2'000 m.ü.M. und von da weg erhebt sich diese Gesteinswand um nochmals knapp 2'000 Meter. Unglaublich schöne Berge mit weiss gezuckerten Gipfeln. Wir genehmigten uns ein Mittagessen (und ein paar Liter Rivella) in einem der vielen Restaurants und liessen die verschwitzten Biketrikots etwas abtrocknen. Eigentlich wollten wir hier beraten, welche Wege wir bergrunter in Angriff nehmen, doch leider hatte ich die entsprechende Karte im Hotelzimmer liegen lassen…

So fuhren wir auf gut Glück los und nahmen gleich den erstbesten Wanderweg. Das war eine ausgezeichnete Idee. Der Weg war zeitweise ziemlich steil, wurzelig undmit vielen Steinen durchsetzt und doch fast vollständig fahrbar. Wir machten öfters einen Halt um ein paar Fotos zu machen, denn die Berge im Hintergrund bildeten dazu den perfekten Rahmen. Leider stürzte Peter an einer kniffligen Stelle und ist dabei ziemlich unglücklich auf’s Handgelenk gefallen, so dass die Weiterfahrt für ihn mehr Qual als Lust bedeutete. Seine linke Hand schwoll zwar etwas an, doch es schien –zumindest für uns Laien- immerhin nichts gebrochen zu sein.

Etwa 1'000 Höhenmeter weiter unten sind wir dann nach Lauterbrunnen gekommen und unseren leuchtenden Augen war einfach abzulesen, wie viel Spass dieser Downhill machte. Gemütlich fuhren wir dann auf ausgeschilderten Radwegen weiter runter nach Zweilütschinen um von da den Schlussaufstieg nach Grindelwald (ca. 400 Hm) in Angriff zu nehmen. Als wir etwa eine Stunde später unsere Bikes in die Hotelgarage stellten, waren wir alle müde und zufrieden. Was für ein Tag! Ich habe dann gleich die Fotos von Peter und mir aufs Notebook kopiert, damit ich–vor dem zu Bett gehen- den Tag nochmals in Bildern durchgehen konnte. Danach schlief ich tief und fest bis zum nächsten Morgen…