husch, husch

Die Zeit ist vollgepackt mit Leben und so bleiben nur kurze Momente für Blogeinträge. So auch jetzt. In ca. einer Stunde kommt Jürg mit einem Auto voller Bikes zu mir und wir fahren dann gemeinsam nach Lugano, in die Sonnenstube der Schweiz. ;-) Dafür muss ich noch die letzten Sachen zusammenpacken. Wir werden insgesamt an die 10 Leute sein und mit zwei Einheimischen auf Kastanientrails fahren. Das wird bestimmt super. Das Tessin ist immer wieder schön. Dieses Weekend wird ähnlich, wie dieses hier, im letzten Jahr. Ich freue mich drauf. Ob ich Internetanschluss habe, weiss ich nicht. Den PC nehme ich aber bestimmt mit.

Also, bis die Tage!

Fotoalbum der Bikeferien von Finale-Ligure

Ich schaute heute tagsüber Motorsport am Fernseher und stellte das Fotoalbum der Bikeferien zusammen. Eigentlich wollte ich mich auf 100 Bilder begrenzen, doch zum Schluss sind es nun doch über 160 geblieben. Wieso auch beschränken und ausschliessen? Nein, da reut mich der Speicherplatz auf dem Server nicht. ;-)

Also: In der rechten Seitenleiste auf Fotoalbum klicken, oder direkt diesem Link folgen.

6. Tag Finale

Heute war der letzte Tourentag und die anspruchsvollen Strecken haben uns nun doch schon körperlich ermüdet. Wir wollten deshalb heute eine nicht so schwere Tour fahren und nach Möglichkeit noch ein paar Highlights nochmals fahren. So zum Beispiel die Achterbahn, auf der wir am Montag so tolle Bilder geschossen hatten. Oder nochmals ein Downhill runter nach Varigoti. Ja, dort etwas in der Sonne sitzen und Cappuchino trinken, so stellten wir uns das vor. ;-)

Die nachfolgenden Bilder zeigen, was daraus geworden ist.

Ein gelungener Abschluss unserer Bikeferien! Ja, schön war's! Das sieht man gut am letzten Bild, wo ich nach dem Bike putzen selber strahle wie ein Marienkäfer! Ja, das hat mir gut gefallen, da komme ich bestimmt wieder einmal hin. Der Tacho sagt: 28 km., 2:26 Std., 720 Hm.

Wir haben über 250 digitale Fotos gemacht. Ich freue mich schon darauf, die in den nächsten Tagen auf etwa 100 zu reduzieren und diese dann hier im Fotoalbum zu zeigen. Da hat es ganz tolle Bilder darunter.

5. Tag Passo di Melogno

Heute Morgen starteten wir wie gestern in Richtung Pian dei Corsi, nur dass wir auf dem Hügelzug nun noch weiter nach Westen, zum Passo di Melogno hochfuhren. Auch heute war der 1'000-Höhenmeter-Anstieg wieder recht gut befahrbar und wir schätzten den Trainingseffekt der langen Steigung. Weil wir heute jedoch ein paar Pausen mehr einlegten als gestern, brauchten wir fast drei Stunden, bis wir uns auf Passhöhe eine feine Portion Spaghetti ai pomodori et verdure gönnen konnten. Wir blinzelten in die Sonne und sahen, wie auch auf diesen Berg die mit Vollhelm und Protektoren ausgerüsteten Freerider hochgekarrt wurden. Hier ist Downhillbiken so normal, wie bei uns Skifahren. Man nimmt den Lift hoch und geniesst die Abfahrt runter.

Die gewählte Downhillstrecke war dann der Oberhammer! Zuerst führte der Trail wie eine Achterbahn durch den Wald runter. Kurve um Kurve, Sprung an Sprung, einfach sensationell. Die Wege hier sind richtig gut gepflegt und es lässt sich fast alles wunderbar fahren. Das ist einfach Techniktraining vom Feinsten. Plötzlich merkten wir, dass wir uns gemäss GPS-Tour verfahren hatten, weil wir im Downhillrausch einfach der vorgegebenen Strecke folgten. Wir haben uns kurz beraten, was wir machen und entschlossen uns dann, die Bikes halt nochmals etwa 15 Minuten den Wald hinauf zu schieben, bis wir an den Abzweiger kommen, wo wir falsch gefahren sind. Von da weg folgte zuerst eine gemütliche und schnelle Forststrasse, doch dann zweigte der Weg rechts nach unten ins Gebüsch ab und wurde immer technischer und schwieriger. Es folgten unvermittelt immer höhere Stufen und Absätze, tiefe, holprige Erosionsrinnen, grosse Steine und teils dicke Wurzeln. Unglaublich, was die lokalen Jungs hier so alles fahren! Nun wurde uns langsam klar, weshalb so Viele mit Schutzausrüstung und Fullface-Helm unterwegs sind. Das ist richtig heftig! Es gab keine Ruhephase mehr und wir mussten öfters anhalten um uns etwas zu beruhigen. Unglaublich! Ich hatte heute -trotz 1'400 Höhenmeter Anstieg- bergrunter meine höchste Pulsfrequenz! Das war echt haarsträubend. Aber haarsträubend gut!

Man kennt diese Aussage: "Abends kriegt man das fette Singletrail-Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht." Genau so war es! Das Gelati auf der Piazza schmeckte danach gleich doppelt so gut und die letzten 150 Höhenmeter berghoch bis zum Hotel fielen dann auch nicht mehr schwer. Die ausgeschütteten Glückshormone besorgten das wie von alleine.  Das war ein fantastischer Tag! Wirklich fantastisch! Wer hier eine Woche Singletrails wie diese fährt, ist danach ein besserer Biker! Soviel Techniktraining auf so kleinem Raum habe ich noch nie gesehen. Dagegen ist der obere Gardasee ein Kinderspielplatz!

Beim Nachtessen spürten wir dann erste Anzeichen von Muskelkater. Doch nicht in den Beinen (wie man vermuten würde), sondern in den Schultern und Oberarmen. Das dauernde Rütteln und Schütteln braucht wirklich mehr Kraft im Oberkörper, als unsere gewohntenTouren. Hundemüde aber vollauf zufrieden sinken wir früh ins Bett (und träumen noch von so mancher Schlüsselstelle). Der Tacho sagt: 56 km., 4:35 Std., 1'440 Hm

4. Tag Pian dei Corsi

Die heutige Tour führte uns von Meereshöhe bis auf ziemlich genau 1'000 Metern über Meer, auf den Pian dei Corsi. Auf dem höchsten Punkt dieses Berges steht eine verlassene Nato-Basis und die ist der Zielpunkt von einigen Shuttle-Bussen für Freeride-Mountainbiker, weil von da unzählige Trails runter ins Tal führen. Da wir drei jedoch eher Biker der alten Schule sind, fuhren wir die Steigung selbst per Bike hoch und genossen dabei das herrliche Wetter. Endlich war es schon vom Morgen weg sonnig und angenehm warm. Herrlich. Ausserdem war die Steigung auf einer gemütlichen Asphaltnebenstrasse und nie übermässig steil, so dass man da gut hochkurbeln konnte. Natürlich machten wir auf der Bergspitze eine längere Essenspause und genossen die herrliche Aussicht auf die vorgelagerten Hügel und das Mittelmeer.

Was dann kam, lässt sich mit Worten nur schwer beschreiben. Es war ganz einfach fantastisch. Hervorragend präparierte Wege führten durch den dichten Buchenwald nach unten. Immer wieder kamen Anlieger und Sprünge, die wir natürlich alle mitnehmen mussten. ;-) . Zum Glück hatten wir das GPS-Gerät dabei, denn sonst würde man sich vermutlich immer wieder verfahren, denn es gibt wirklich unzählige Wege und Möglichkeiten. Die Trails da runter waren wirklich vom Feinsten.

Etwa eine Stunde später sassen wir dann in Finalborgo auf der Piazza, was so der Szene-Treffpunkt der Biketouristen ist. Vor der Eisdiele ist hier sehen und gesehen werden und tauscht die verschiedenen Eindrücke aus und quatscht über gefahrene Strecken. Dabei gab uns jemand den Tipp, doch noch auf den Passo di Melogno hochzufahren, denn diese Trails seien noch spektakulärer als die runter vom Pian dei Corsi. Ja, warum nicht, das ist sicher eine Überlegung wert.

Auf dem Weg zum Hotel machten wir noch zwei kleine Abstecher. Zuerst besuchten wir den lokalen Bike-Spielplatz und dann machten wir noch zwei, drei Fotos am Strand von Finale-Ligure. Abends sassen wir dann müde aber zufrieden beim Abendessen, übertrugen danach unsere Fotos auf den PC und liessen den Tag nochmals Revue passieren. Schön war's. Ein absolut gelungener Tag. Der Tacho sagt: 53km., 4:20 Std., 1'360 Hm.

3. Tag FinalEnduro

Auch heute Morgen war die Strasse vor dem Haus nass und ganz wenige Tropfen fielen vom meist grauen Himmel. Ich checkte nochmals den Wetterbericht im Internet. Morgens 80% Regenwahrscheinlichkeit, mittags noch 40 und abends 20 Prozent. Es gab also keinen Grund zur Eile und wir konnten gemütlich ein ausgedehntes Frühstück zu uns nehmen.

Heute stand die Tour FinalEnduro auf dem Programm, die viele schöne Singletrails versprach. Zuerst fuhren wir vom Hotel wieder etwa 100 Höhenmeter weiter hinauf, wo der Einstieg zum Finale-Ligure-Downhill losgeht. Mit viel Speed stürzten wir uns danach runter in die Innenstadt, von wo die gespeicherte Strecke losging. Nach einer gemütlichen Asphaltsteigung zweigte der Weg in den Wald ab und dann folgten dutzende von Kilometern feinster Waldwege die alles boten, was der normale Mountainbiker halt so liebt. Technische Abschnitte mit Steinen und Stufen, dazwischen schnelle Schotterabfahrten und immer wieder kräftezehrende, kurze Gegenanstiege. Zeitweise war der Untergrund ziemlich felsig, doch die Oberfläche war sensationell rau, so dass man stets guten Grip hatte und praktisch alles fahren konnte. Da jauchzte einem zwischendurch das Herz! ;-)

Etwas nach Tourmitte besuchten wir ein Restaurant und bestellten drei grosse Portionen Spaghetti arrabiata, was uns den nötigen Brennstoff für den weiteren Tourverlauf geben sollte. Das hat lecker geschmeckt und uns wirklich wieder motiviert. Matthias und ich hängten noch eine Zusatzschleife an um den "Stufendownhill runter nach Varigotti" fahren zu können. Dieser Trail war dann wirklich sehr verblockt und verlangte uns alles ab. Ich musste mich zwei- dreimal echt überwinden um nicht runter zu tragen, sondern wirklich zu fahren. Unten angelangt halten wir an und betrachten unsere zittrigen Hände... wir kennen das... Adrenalin durchflutet den Körper. Fein. ;-)

Es folgte nun eine sehr steile Auffahrt wieder hoch zur Hügelkette, damit wir zum Abschluss nocheinmal den Trail runter nach Finale fahren konnten (so wie gestern). Ziemlich müde fuhren wir zum Hotel und putzten da unsere verdreckten Bikes. Ich klickte das GPS-Gerät durch und wusste nun auch, weshalb ich mich etwas schlapp fühlte. Es war doch eine ziemlich lange und anstrengende Tour. Der Tacho sagt: 49 km., 4:36 Std., 1'700 Hm.

2. Tag Finale Ligure

Heute Morgen um 09:00 Uhr regnete es und der Himmel war einfach nur grau und wolkenverhangen. Kein Bikewetter, zumal Peter eh schon erkältet ist und erst mal eine Apotheke braucht. Danach schlendern wir etwas durch Finale Ligure, besuchen das Tourist-Office und genehmigten uns in einem schönen Café einen feinen Capucchino mit kleinem Gebäck. Wir wollten uns noch den alten Dorfkern von Finalborgo ansehen und stellten bei unserem Fussmarsch fest, dass sich das Wetter zusehens besserte und die Sonne schon bald erste zaghafte Strahlen schickte.

O.K.  Am späteren Nachmittag konnten wir dann noch eine schöne Feierabendrunde fahren. Zuvor besuchten wir noch eine Oelmühle und kauften natives Olivenöl direkt vom Erzeuger. Ein gutes Mitbringsel für zuhause.

Als wir gegen halb vier Uhr dann doch noch aufs Bike stiegen war es schon richtig schön. Die Wolken hatten sich verzogen, die Strassen waren abgetrocknet, die allmählich tiefstehende Sonne erzeugte warme Farben. Ideales Fotowetter. Auf einem Teilabschnitt der Strecke des 24-Std.-Rennens von Finale Ligure machten wir dann ein paar Fotohalts. Wir schoben die Bikes mehrmals wieder hoch um mit unseren Knipskisten ansprechend gute Bilder zu erhalten. Ausserdem machte diese Achterbahn einfach unheimlich viel Spass! :-)

Matthias und ich sind zum Schluss noch einen Wanderweg runter ans Meer gefahren. Zuerst gings trickreich und steil im Wald nach unten und mit den ersten Häusern am Hang begannen die ersten Treppen und die letzten 100 Höhenmeter bis zur Küste war es eigentlich nur noch Treppe an Treppe. Wir sind bestimmt über 1'000 Stufen runtergefahren. Unten an der Promenade etwas die Handgelenke lockern und dann geht es wieder über diesen Hügelzug, zurück zum Hotel. Halt! Doch noch eine kurze Singletrailabfahrt mitnehmen, die nur wenig unterhalb des Hotels auf die Strasse führt, von wo man nicht mehr lange hochzufahren braucht. Als wir die Fahrräder wieder in die Garage stellen ist es etwa 18:30 Uhr. In einer Stunde gibt es Abendessen. Genug Zeit um zu duschen und sich bereit zu machen. Tip Top. Das hätte ich am Morgen wirklich nicht gedacht, dass wir noch eine so schöne Tour fahren können. Super. Danke.

1. Tag Finale Ligure

Ehrlich, es lag nicht an uns! Wir hatten gestern Abend alle artig aufgegessen und so gesehen, hätten wir etwas besseres Wetter verdient. Doch als wir gegen 11:00 Uhr starteten, war der Himmel stark bewölkt und es regnete es ganz leicht. Die Temperatur lag so zwischen 13 und 16 Grad, also nicht wirklich warmes Mittelmeerklima. Na ja, wir sind nicht zum jammern hergekommen, sondern zum biken und so zogen wir halt unsere leichten Regenjacken an und machten uns auf den Weg.

Wir beginnen mit etwa 15 Minuten Steigung auf Asphalt was ideal ist, um sich etwas warm zu fahren. Dann folgten schon die ersten 200 Höhenmeter Downhill runter nach Calvisio. Und es geht gleich richtig los! Tiefe, ausgefahrene Spuren sind mit Matsch und Regenwasser gefüllt, immer wieder rutschig nasse Steine, Stufen und Wurzeln. Wow! Das ist ich nicht ohne! Das ist sogar richtig Spitze! Trotz Dreck am weissen Bike und im Gesicht muss ich schmunzeln. Ja, ein schöner, anspruchsvoller Trail.

Dann folgt eine längere Steigung. Zuerst auf Asphalt und zum Schluss auf Schotterstrassen und -wegen bis zum höchsten Punkt des heutigen Tages, dem Bric de Forno, auf etwas über 500 Meter über Meer, nahe der kleinen Ortschaft San Giorgio. Da überholt uns ein Motocross-Fahrer und zeigte uns den Weg über eine wellige Waldstrasse entlang der Hügelkette. In stetem auf und ab passierten den Bric Berba, den Bric Colombin und kurz unterhalb des Monte Mao zweigte der Weg dann steil bergab, runter ans Meer, in die Ortschaft Spotorno.

Dort genehmigten wir uns in einer Bar einen Schinkenkäsetoast, Cola und Kaffee. Das gab uns die nötige Kraft für die Höhenmeter, die später noch kamen. Denn von Meereshöhe ging es nochmal auf fast 400 Metern über Meer. Wieder nieselte es. Schade, dieses Wetter. Zum Glück regnete es nie wirklich stark und der Boden war meist noch gut und griffig. Es folgten immer wieder schöne Wege und teils richtig gebaute Bikerstrecken. Ja, biken ist hier ausdrücklich erlaubt und erwünscht. Schön. So wünscht man sich das an anderen Orten auch. Die hügelig bis bergige Landschaft ist wirklich ein Paradies für Mountainbiker!

Kurz bevor wir zum Hotel zurück kamen, hatten Matthias und ich noch Lust, einen Downhill runter nach Finale Ligure anzuhängen, dort einmal die Strandpromenade aufzukreuzen und auf dem Dorfplatz einen Capuchino zu trinken. Endlich hat der Nieselregen aufgehört und wir können auf der Piazza wirklich draussen sitzen. Da lacht Matthias Bikerherz, wie die Sonnenblumen im Hintergrund. Ja, ein schöner erster Tag in Ligurien war's. Trotz des eher mässigen Wetters. Danach mussten wir halt die knapp 200 Höhenmeter bis zum Hotel noch hochfahren, was aber kein Problem war. Der Tacho sagt: 48 km., 4:51 Std., 1'400 Hm