Hörnli-Annäherung

Ursprünglich war für dieses Wochenende eine Schneeschuhtour geplant, doch auch diesmal war die Wetterlage ungünstig. Erhebliche Lawinengefahr und weiterhin warme Temperaturen. So wird das nichts und deshalb haben wir Mitte Woche um entschieden. Wir fahren eine Bike-Strassentour von Uster auf das Hörnli im Zürcher Oberland.

Pünktlich um 12:00 Uhr war ich dann am Startort bei Peter und Christian war auch schon da. Nachdem wir uns gegenseitig über die anderen Freunde informierten stellten wir fest, dass wir schon komplett sind. So bleiben wir heute also zu Dritt - auch gut. Das Wetter war stark bewölkt und äusserst windig. Laut Wetterbericht sollte es trocken bleiben, jedoch müsse mit teils starken Südwestwindböen gerechnet werden. Zum Glück war es mit 11 oder 12° Grad doch ziemlich warm und so störte der Wind nicht so sehr.

Kurz nachdem wir losfuhren wollten wir mal ein kurzes Stück Singletrail fahren um in etwas auszutesten, was heute möglich ist und was nicht. Quintessenz: Heute liegt nicht viel drin. In schattigen Wäldern liegt noch Schnee und Eis auf den Wegen. Wir mussten mehrmals absteigen und schieben. Selbst an fast flachen Stellen, weil der Restschnee so schwer und nass war, dass man kaum fahren konnte. Hmmm... Da bleiben wir wohl besser auf den Strassen, da kann man wenigstens vernünftig fahren. In der Nähe von Bauma kamen wir dann an diesem lustigen Fotosujet vorbei, welches schon im letzten Mai für ein Foto herhalten musste. Heute machte ich ein Foto von Peter und Christian.

Danach folgte der Anstieg hoch nach Sternenberg, den wir gemütlich in Angriff nahmen. Kurz vor dem höchsten Punkt entdeckten wir dann diese verliebt gemähte Wiese. Da hat wohl ein Bauer seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht. Das sieht sehr romantisch aus und irgendwie dachte ich dabei an kommende Ostern. Ich weiss auch nicht genau warum. Der Hügel sieht aus wie ein bemaltes Osterei. Fand ich originell und schön. Nach dem Sternenberg fuhren wir in Richtung Gfell und wollten von der Nordseite das Hörnli in Angriff nehmen. Wir waren mittlerweile auf über 900 Metern über Meer und ausser den geräumten Strassen war noch alles schneebedeckt. So auch beim Abzweiger, wo der Wanderweg in Richtung Gipfel losgeht. Wir halten an und beraten was wir wollen. Die letzten 150 Höhenmeter schieben und tragen heisst etwa 1/2 Stunde. Das Selbe wieder zurück, macht dann eine Stunde. Von da wieder zurück nach Uster, nochmals 1 1/2 Stunden... Nein, das wird zu viel und der bedeckte Himmel reizt ja auch nicht gerade mit der Aussicht auf ein Top-Panorama. Lassen wir das lieber.

Auf dem Rückweg sind wir dann wirklich sehr starken Böen ausgesetzt und man muss zeitweise richtig aufpassen, dass es einem nicht von der Strasse windet. In Bauma kehren wir in ein Restaurant ein, wo wir uns aufwärmen und verpflegen. Christian sitzt dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Bike und hat nun entsprechend Kohldampf. Frisch gestärkt nahmen wir dann die letzten Hügel in Angriff und stemmten uns immer wieder kräftig gegen den Wind.

Trotz etwas komischem Wetter und trotzdem, dass uns das Gipfelerlebnis verwehrt blieb, war es eine schöne Sonntagstour und ich hatte wirklich Freude, wiedereinmal mit Peter und Christian zu fahren. Das gab es ja schon länger nicht mehr. Das GPS sagt: 59 km., 3:50 Std., 1'040 Hm.

106km rund um den Vierwaldstättersee

Wie gestern geplant bin ich heute schon früh aufgestanden, machte meine 20 Minuten Morgengymnastik, holte dann die Zeitung und genoss ein ausgiebiges Frühstück. Heute durften es ruhig ein paar Kalorien mehr sein, die wurden später alle wieder verbrannt.

Um 09:15 Uhr startete ich die Aufzeichnung der heutigen Biketour und machte mich auf den Weg nach Luzern. Das ging ganz locker und brauchte nur eine halbe Stunde. Das war mir dann für eine längere Pause doch zu früh und so machte ich nur einen kurzen Fotohalt beim Seebecken im Stadtzentrum. Für das Bild links habe ich eine Fussgängerin gebeten, das Foto zu schiessen. Sie war ganz freundlich und interessiert und wir haben dann gemainsam den Bildausschnitt gewählt. Sie stand knipsbereit da und ich musste mich nur noch ins Bild bewegen. Das ist gut geworden. Gefällt mir. Man sieht auch, dass morgens das Wetter noch recht sonnig war und man noch einige Stellen blauer Himmel finden konnte. Im Laufe des Tages verdichtete sich die Bewölkung zusehends und schon bald bildeten die Wolken eine dichte Decke. Zwar schade, doch ziemlich genau so, wie vom Wetterbericht prophezeit. Die Temperatur lag bei angenehmen 10 Grad.

Von Hergiswil nach Stanssstad war die Strasse samt Veloweg gesperrt, weil umfangreiche Forstarbeiten durchgeführt wurden. Die Autos wurden auf die Autobahn umgeleitet und für Fussgänger und Velofahrer wurde ein Bootsdienst eingerichtet. So musste ich etwas warten und nutzte diese Zeit, indem ich in einer nahegelegenen Bäckerei ein feines Brötchen und ein Schokogebäck kaufte, welches ich dann auf der Fähre verdrückte. Auf dem Foto erkennt man rechts die Glasfabrik Hergiswil und im Hintergrund den Pilatus, den Hausberg von Luzern. Ich konnte die zugeführte Energie gut gebrauchen denn nachdem ich den Bürgenstock auf der Rückseite passiert hatte, kam ich schon bald nach Beckenried, wo der 400Hm-Aufstieg auf den Seelisberg beginnt. Ich kurble da eher gemütlich hoch und geniesse die stets besser werdende Aussicht.

Die Abfahrt vom Seelisberg nach Bauen an den Urnersee war dann in etwa so, wie ich es anhand der Karte erwartet habe, nämlich: unfahrbar! Es gibt keine Strassenverbindung oder eine Alternativroute, es gibt nur diesen sehr steilen Wanderweg (man beachte, wie viele Höhenlinien geschnitten werden). Ich muss absteigen und beginne das Bike zu tragen. Es folgen lange, gepflasterte Treppen und weiter auseinander liegende Stufen. Das wäre mit Rennveloschuhen nicht machbar. Man braucht guten Halt um da sicher runter zu tragen. Nach etwa 20 Minuten sind die 300 Höhenmeter vernichtet und ich kann am Seeufer wieder aufsteigen. Da kommt gerade ein Kursschiff und so fotografiere ich von Bauen aus über den Urnersee auf die Gegenseite. Man erkennt deutlich die Axenstrasse, auf welcher ich später zurückfahren werde.

So langsam werde ich müde und spüre jeden zusätzlichen Kilometer. Von der Fahrt entlang der Axenstrasse wurde ich dann etwas enttäuscht. Der Veloweg führt meist direkt entlang der Hauptstrasse, die sehr stark befahren ist. Es folgen viele stinkige Tunneldurchfahrten, bis ich endlich nach Brunnen komme, wo ich einen nächsten Verpflegungshalt einlege. Ein Rivella rot, dazu ein Mandelgipfel und ein Latte Macchiato. Das gibt zwar wieder etwas Brennstoff, doch auf den letzten Kilometern werde ich trotzdem immer langsamer. Ich bin einfach geschafft und deshalb froh, dass es die letzten Meter nach Küssnacht bergab geht. Als ich beim Auto ankomme, schlägt die Kirchturmuhr gerade vier Uhr nachmittags. Das heisst, ich war eine Stunde schneller als geplant. Nachdem ich das GPS-Gerät durchgesehen habe war mir auch klar, weshalb. Wegen des kühlen Wetters machte ich nur wenige und ziemlich kurze Pausen. Das GPS sagt: 106km., 5:17 Std., 1'110 Hm.

Im Nachhinein betrachtet war die Tour o.k. aber nicht super. Ich war sehr oft mitten im Verkehr unterwegs und die 20 Minuten Bike-wandern fand ich auch nicht so prickelnd. Dazu die leichte Enttäuschung an der Axenstrasse... na ja, ich weiss nicht, ob ich die Tour so je noch einmal fahren werde. Im Vergleich dazu ist die Zürichseeumrundung schöner (zwar fast gleich lang, jedoch deutlich flacher). Vor allem gibt es rund um den Zürichsee deutlich mehr und bessere Velowege. Schön war's heute dennoch.

Tourenplanung

Zu Wochenbeginn muss ich jeweils entscheiden, ob Donnerstag oder Freitag mein Ausdauertag wird, was vorwiegend vom Wetter abhängt. Da nach der Kälteperiode von Anfang Februar nun schon fast eine Woche Tauwetter Einzug gehalten hat, verschlechtern sich dadurch die Möglichkeiten um Schneeschuh zu laufen und verbessern sich im Gegensatz dazu die Möglichkeiten für Velotouren. Für morgen Donnerstag heisst es nun: Am Donnerstagvormittag trotz ausgedehnter Wolkenfelder teilweise sonnig, vor allem östlich der Reuss. Am Nachmittag und Abend von Westen erneut aufkommender Regen. In der Früh Tiefstwerte um 2 Grad, am Nachmittag Temperaturen auf rund 10 Grad steigend.

Boah - 10 Grad! Das schreit förmlich nach einer ausgedehnten Grundlagenausdauerrunde auf dem Velo. Dafür eignen sich flache Strassentouren am Besten und dazu bieten sich Fahrten entlang von Flüssen oder Seen ziemlich gut an. Um den Zürichsee bin ich schon mehrmals gefahren. Wie wäre es mit dem Vierwaldstättersee? Geht das überhaupt? Wie weit ist denn das?

So zeichnete ich am PC anhand der Karte die Strecke für das GPS auf und weiss nun auch, wieviele Kilometer und Höhenmeter es werden. Hier kann man die gezeichnete Strecke ansehen. Die Eckwerte sind nun: 105 Kilometer und 1'900 Höhenmeter. Wobei ich nicht wirklich glaube, dass es so viele Höhenmeter gibt. Da hat sich das Programm wohl etwas überschätzt. Trotzdem, alles andere als "flach"... aber interessant und landschaftlich sicher super schön. Ich beurteile es vorab als eine wohl machbare, jedoch lange und anstrengende Tour.

Ich werde morgen also schon früh mit dem Auto losfahren müssen um zeitig von Küssnacht/SZ aus zu starten. Ich schätze 5-6 Std. Fahrzeit auf dem Velo und 2-3 Std. Pausen werde ich wohl brauchen, was dann gesamthaft etwa 8 Stunden Zeitbedarf entspricht. Wenn ich um 09:00 losfahren kann, sollte ich demzufolge gegen 17:00 Uhr wieder beim Auto sein. Mal sehen. Ich werde darüber berichten.

und noch eine Strassenrunde

Das Wetter war wirklich unverhofft schön und so hatte meine Frau Verständnis, dass ich am Nachmittag lieber eine Velorunde fahren wollte, als mit ihr durch Einkaufszentren zu steuern. Danke.

Wie gestern entschied ich mich auch heute für das Kish mit Strassenbereifung. Ich wollte eine Grundlagenausdauertour fahren und nach Möglichkeit beim Restaurant Bergwerk einen Verpflegungshalt einlegen. Das ist immer ein motivierendes Ziel. Die gewählte Strecke führte mich dann auch am Bergwerk vorbei, doch da hatte ich dann doch keine Lust mehr, um alleine ins Restaurant zu gehen. Stattdessen machte ich am Waldrand eine kurze Rast und ass einen mitgenommenen Apfel. Es windete heute ziemlich stark, doch mit etwa 4-5 Grad war es zumindest nicht eisig kalt. Und wie gesagt. Man sah oft die Sonne. Etwa die Hälfte des Himmels war bewölkt, die andere Hälfte war blau.

Ich war schon auf dem Rückweg, als etwa 10 Kilometer von zu Hause entfernt mich dann zunehmend die Kräfte verliessen, so dass ich wo anhalten und einkehren musste, oder ich kippe vom Rad. Der Zufall führte mich zu einer kleinen Dönerbude. Döner? Jetzt? Ich weiss ja nicht. Zu gross, zu fettig. Ich entscheide mich für einen Börek mit Käse (ein Blätterteigbrot mit Käse gefüllt, im Ofen erhitzt, warm essen). Dazu trinke ich zuerst eine kleine Dose RedBull und danach noch einen Kaffee mit zwei Zuckern. Das hilft mir wieder auf die Beine, auch wenn ich es im Nachhinein etwas schade finde, doch nicht im Restaurant Bergwerk gewesen zu sein. Das hätte erst gar keinen Hungerast aufkommen lassen. Wie auch immer. Es war eine schöne Grundlagentour und dank der angenehmen Temperaturen fror ich auch deutlich weniger an die Füsse als gestern. Ja, Schön war's. Der Tacho sagt: 61 km., 2:51 Std., 620 Hm.

erste Februar-Kilometer

Der Wetterbericht sagte, dass es in unserer Region am Morgen noch trocken sein soll und gegen Mittag Regen einsetzen würde. Die Temperaturen lagen bei zwei, drei Grad im Plus. Der Blick nach draussen motivierte jedoch nicht sonderlich, denn Nebel und tiefliegende Wolken tauchten alles in Einheitsgrau. Ich verlängerte deshalb meine Morgengymnastik und versuchte mich anschliessend in aktiver Entspannung und Meditation. Dann stand ich vor der Entscheidung: Nordic-Walking oder eine Strassentour mit dem Velo. Ich war hin und her gerissen und entschied mich fürs Walken. Kleidermässig spielt das keine grosse Rolle und während ich mich im Badezimmer umziehe, ändere ich wieder meine Meinung. Nein! Ich bin Biker und nicht Läufer! Meine Kilometerstatistik für Februar ist noch leer und unter Null Grad ist es auch nicht. Also doch: Velo fahren.

Ich nehme das Kish aus der Garage, überprüfe kurz Reifendruck und Kettenschmierung und mache mich dann auf den Weg in Richtung Norden. Ich will eine Strassenrunde rund um den Irchel fahren und dann noch ein, zwei Hügel anhängen. Ein gleichmässiges Grundlagenausdauertraining. Ich stelle fest, ja, echtes Velo fahren hat mir gefehlt. Dazu ist Spinning kein Vergleich. Das Steuern durch Kurven, der Fahrtwind, die Verschiedenheit des Untergrunds, Steigungen und Abfahrten, das gibt es halt alles nur Draussen. Das Bewegungsmuster von Spinning und Biken ist gleich, sonst sind das zwei ganz verschiedene Dinge.

Während ich so dahin fahre, kriege ich langsam Hunger und überlege, wo ich einen feinen, heissen Kaffee mit Gebäck kriegen könnte. Da fällt mir eine Bäckerei in Brütten ein, welche weitherum die besten Nussgipfel bäckt. Ja, das ist eine gute Idee und motiviert mich für die letzte Steigung. Kurz vor der Bäckerei mache ich dann doch noch ein Foto, obwohl ich während der Fahrt eigentlich dachte, dass dieses schnöde grau in grau kein Megapixel wert ist. Man sieht nur schon auf diese kurze Distanz, wie wolkenverhangen der Tag war. Tja, leider war dann die Bäckerei über Mittag geschlossen... Schade... Dann also doch erst zu Hause selbst gemachten Kaffee und Jogurt mit Banane und Müesli. Ist gesünder und günstiger...

Auf den letzten Metern begann es dann leicht zu tropfen. Der Wetterbericht hatte recht gehabt und ich war froh, die trockene Phase genutzt zu haben. Der Tacho sagt: 40 km., 1:58 Std., 600 Hm.