Januar-Abschluss

Heute Abend besuchten Karin und ich wie immer montags eine Lektion Pilates im Fitnesscenter. Somit schloss ich die sportlichen Aktivitäten für diesen Monat ab. Zusammen mit der Sonntagstour konnte ich den Aktivitätsdurchschnitt pro Tag auf eine Stunde und drei Minuten anheben. Somit erreichte ich meine Zielsetzung von einer Stunde pro Tag gerade so. Die 388 Velokilometer im Januar finde ich richtig gut. Da muss ich schon bis ins Jahr 2007 zurückblicken um einen Januar mit mehr Kilometern zu finden. Das war also o.k.

Die alternativen Tätigkeiten waren eigentlich auch o.k. (4x Pilates, 3x Power-Yoga, 3x Squash, 2x Spinning), nur im Bereich Yoga/Gymnastik/Meditation wollte ich eigentlich mehr tun und bin dann doch meistens dem inneren Schweinehund unterlegen. Letzten Freitag kaufte ich mir für den Gymnastikraum im Keller noch einen Teppich und räumte soweit auf, dass diesbezüglichen Aktivitäten nichts mehr im Wege steht. Nur, ausser einer knappen Stunde am Freitag war dann doch nichts. Hier ist noch viel Raum für Verbesserung...

die Leere danach

Die letzten drei bis vier Monate war ich beruflich mit einem "grossen" Projekt beschäftigt, welches in der Nacht von Dienstag auf heute Mittwoch nun erfolgreich umgesetzt wurde. Unzählige Stunden an Planungsarbeit und viele kleine Vorbereitungsschritte mussten sich in dieser Nacht bestätigen, damit der knappe Zeitplan für die Realisierung eingehalten werden konnte.

Natürlich merkte ich schon zu Jahresbeginn dass der auferlegte Druck langsam steigt, je näher der Termin rückt aber Kraft meines positiven Denkens war ich eigentlich immer guter Dinge. Dieses Projekt hat ziemlich viel finanzielle und personelle Ressourcen gebunden und damit lag natürlich auch ein rechtes Stück Verantwortung auf meinen Schultern. Hätte die Umsetzung in dieser Nacht nicht geklappt hätte dies bedeutet, dass man zuerst die Fehler hätte analysieren müssen und dann einen zweiten Anlauf starten, was natürlich erhebliche Zusatzkosten zur Folge gehabt hätte.

Mit der guten Arbeit aller Beteiligten (und dem nötigen Glück) hat nun jedoch alles bestens funktioniert und wir waren sogar eine Stunde früher fertig als geplant. So war ich dann gegen vier Uhr morgens zu Hause und legte mich todmüde ins Bett. Nur... ich war zwar müde, konnte dennoch kaum einschlafen. Die Anspannung steckte noch in mir drin und ich konnte nun nicht einfach so mir-nichts-dir-nichts loslassen und abschalten... es ratterte noch eine ganze Weile in meinem Kopf, bis mich dann die Müdigkeit endlich übermannte.

Gegen Mittag bin ich aufgestanden und wieder ins Büro gefahren. Da waren keine Störungsmeldungen, keine bösen eMails und auch das Telefon blieb erstaunlich ruhig... Sehr gut! Ich konnte also mit der Nachbearbeitung und der Dokumentation beginnen. Doch irgendwie war ich nun leer. Die ganze Anspannung war weg. Mir wurde so richtig bewusst: Es ist vorbei, die Luft ist draussen!

Deshalb freue ich mich auf die vier freien Tage um meine Batterien wieder aufzuladen.

Sonntags auf dem Uetliberg

Morgens lagen wir lange im Bett und gönnten uns Erholung. Danach gemütlich und ausgedehnt brunchen, dazu das Tagi-Magazin lesen, ja, so mag ich Wintersonntage. Obwohl, irgendwann muss man dann doch mal in die Gänge kommen und etwas unternehmen, sonst wird man nur noch schlapp und schwupps ist der Sonntag rum, ohne dass man den Tag irgendwie genutzt hätte.

Da wir zu Hause lange unter einer Nebeldecke die Sonne nur erahnen konnten, entschieden wir uns seit langem wieder einmal auf den Zürcher Stadtberg, den Üetliberg, zu gehen. Wir fuhren dazu mit dem Auto nach Uitikon und nahmen da die Uetlibergbahn hoch nach Uto-Kulm. Natürlich waren wir an einem solchen Sonntag nicht die Einzigen mit solchen Ideen und so pilgerten wir im Strom mit hunderten Anderen hoch zum Hotel/Restaurant/Aussichtsturm/Maronistand/Grillstand/Kaffeebar/Kiosk und was da alles noch so halblegal gebaut wurde.

Und ja, es hat sich wirklich gelohnt! Das Wetter war fantastisch. Sonne pur vor blauem Himmel, freie Sicht in die Stadt, auf den Zürichsee, ins Knonauer Amt und auf ein unglaublich schönes Bergpanorama. Vom Säntis im Osten über die Glarner Alpen im Süden, bis zu den Berner Alpen im Westen war alles zu sehen, einfach herrlich. Wir suchten uns ein freies Plätzchen in der Sonne und genossen die fantastische Aus- und Fernsicht.

Zurück zum Auto sind wir dann zu Fuss spaziert und haben auf die Bahn verzichtet. Während des bergrunter laufens spürte ich doch noch die gestrige Biketour in den Beinen, doch es war wirklich sehr schön und die frische Luft hat -wie immer- gut getan. Schön war's. Weil ich weder Handy noch Fotoapparat dabei hatte, gibt es heute leider kein Bild des Tages.

Statistiken (und deren Nebenwirkungen)

Seit ich Excel bedienen kann, führe ich Statistiken über meine Freizeitaktivitäten. Dies dient mir einerseits als Zielsetzung und andererseits als Trainingskontrolle. Gegen Ende des letzten Jahres wurde ich jedoch zunehmend statistikmüde was vielleicht auch daran lag, dass durch meinen Sturz vom 11.12. die zwar ungenannten aber doch im Hinterstübchen festgesetzten Ziele (6'000km und 120'000Hm) plötzlich ausser Reichweite gerieten. Ich geriet plötzlich in die Situation, das Bikejahr als "nicht erfüllt" abzutun, denn 5'920 Kilometer sind keine 6'000 und 117'250 Höhenmeter sind keine 120'000...

Ich habe mich weniger über die Zahlen an sich geärgert als über den Umstand, dass mein Denkorgan scheinbar so zahlenfixiert arbeitet. Zwar war mir durchaus bewusst, dass die Kilometerleistung gegenüber dem Vorjahr deutlich höher lag und doch... "nicht erfüllt". Wieso denke ich so komisch? Wieso konzentriere ich mich scheinbar lieber auf das Haar in der Suppe als auf das an sich feine Essen? "Scheiss doch auf die fehlenden 80 Kilometer!" Meine "alternativen Tätigkeiten" haben ungeahnte Höhen erreicht und wenn ich die Gesamtdauer aller Aktivitäten betrachte, war 2010 das absolute Spitzenjahr (547 Std.). Daran sollte ich mich orientieren! Im Vergleich dazu bin ich 2006 zwar total 8'098 Kilometer Velo gefahren, trieb insgesamt jedoch "nur" 450 Stunden Sport (95% Velo + 5% Squash). Also warum war ich wegen dieser paar fehlenden Kilometern so enttäuscht? Keine Ahnung... Vielleicht hatte ich wegen der sturzbedingten Pause einfach zuviel Zeit um über einen solchen Mist nachzudenken.

Wie auch immer. Mein innerer Ärger führte dazu, dass ich eigentlich im neuen Jahr auf jegliche Art von Statistik verzichten wollte. Denn wie geschildert, beschäftigen solche Statistiken ja vorwiegend meinen Ehrgeiz und mein Ego. Ausser mir selbst interessieren diese Zahlen ja eh niemanden und für jeden Aussenstehenden sind die fehlenden 80 Kilometer vernachlässigbar, lächerlich und nicht der Rede wert. Und wenn ich mich wirklich darüber geärgert habe, sollte ich solche Statistiken wirklich besser bleiben lassen.

2011 war ich noch nicht auf dem Rad, also hat sich "das Problem" konkret noch nicht gestellt. Der Wetterbericht ist fürs Wochenende jedoch gar nicht so schlecht und nach einem Monat Veloabstinenz habe ich schon das reissen. Vermutlich werde ich auch dieses Jahr wieder eine Excel-Tabelle führen... Das Problem ist ja nicht die Statistik an sich, sondern meine Interpretation. Da möchte ich mich -zumindest mir selbst gegenüber- zukünftig etwas zurückhalten.

Wie handhaben denn die mitlesenden Freizeitsportler dieses Thema? Das würde mich interessieren.

Besuch im Thermalbad Zürich

Zu Weihnachten kriegten wir zwei Eintritte in das neue Thermalbad Zürich geschenkt, welche wir heute gleich einlösten. Wir waren sehr gespannt, wir die einstige Brauerei Hürlimann zu einem Wellnessbad umgebaut wurde und wie der Mix aus Alt und Neu in Natura auf uns wirkt.

Kurz nach ein Uhr mittags waren wir da und die kurze Schlange vor der Kasse wäre wohl vermeidbar gewesen, wenn ein paar Informationshinweise angebracht gewesen wären. So mussten die Kassiererinnen halt jedem Besucher erklären, was es denn so gibt, was es kostet und wie man wo hin kommt. Ein Indiz dafür, dass der Architektur und dem Design wohl mehr Beachtung geschenkt wurde, als der Benutzerfreundlichkeit. So geht es dann im Umkleidebereich und in der Garderobe weiter. Superstylisch und voll unpraktisch. Man kriegt rasch denn Eindruck, dass die Architekten noch nie zuvor in einem Hallenbad gewesen sind und auch keine Ahnung davon haben, wie Besucherströme einfach zu lenken sind.

Egal. Sobald man den Bäderbereich betritt weicht der erste kleine Frust sehr rasch einer grossen Begeisterung. Das Gebäude ist grossartig, die Bäder wie Riesenbottiche, das Wasser klar, sauber, warm und ohne jeden Chlorgeruch. Immer wieder laden Unterwasserbänke oder -liegen zum Verweilen ein und es blubbert und gurgelt aus unzähligen Düsen und Strahlern. Wirklich herrlich. Wir besuchen auch das Kräuter-Dampfbad und danach das Meditationsbad (ein eigener Raum mit einem nur ca. 30cm tiefen Becken, mit sanfter Unterwassermusik und Lichteffekten, die sich im Glitzermosaik tausendfach spiegeln). Man kann ganz flach im Wasser liegen, den Kopf angenehm auf der Umrandung und einfach etwas vor sich hin dösen oder eben meditieren.

Das absolute Highlight ist dann aber natürlich das Dachbad im 4. Obergeschoss. Fantastisch! In 36° Grad warmen Wasser flätzen wir bei leichtem Schneefall so quasi auf der Dachterasse und geniessen den tollen Ausblick über die Stadt. Das ist echt phänomenal! Auch hier gibt es wieder Sprudeldüsen und Unterwasserliegen. Super. Wir frischen unsere städtischen Geografiekenntnisse auf und orientieren uns an markanten Gebäuden und Konturen. Es gibt sehr viel zu sehen und die Kombination aus warmem Wasser und kaltem Schneefall ist bizarr schön.

Wir lassen das schöne Restaurant und den Entspannungsraum links liegen und geniessen zum Abschluss nochmals eine Runde Dampfbad und Meditationsbad. Danach sind wir porentief rein, zufrieden und auch etwas müde. Nach etwas mehr als zwei Stunden verlassen wir das Bad und stellen dabei erstaunt fest, dass nun die Warteschlange am Eingang bedeutend länger ist. Wir scheinen ein gutes Zeitfenster erwischt zu haben, denn es war zwar gut besucht, doch nirgends eng. Die Leute verteilen sich in den verschiedenen Bereichen ziemlich gut.

Das hat wirklich riesig Spass gemacht und ich kann das Thermalbad Zürich wirklich wärmstens empfehlen. Wir werden bestimmt wiedereinmal im Keller und auch über den Dächern von Zürich baden gehen. Besten Dank noch an Marina, welche uns die zwei Eintritte geschenkt hat!

Nun sind die Feiertage vorbei und morgen startet wieder die Arbeitswelt. Dafür wünsche ich Allen einen guten Start!

happy new year!

Am gestrigen Silvester waren wir mit Freunden in der Stadt Zürich. Nach einem feinen Eseen und einem kurzen Disco-Abstecher entschieden wir uns, ans Seebecken zu pilgern um das Neujahrsfeuerwerk anzusehen. Das war dann auch wieder grandios, auch wenn der Nebel die am höchsten gezündeten Raketen (und somit auch die Grössten) etwas verdeckte. Dem grossartigen Erlebnis und der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.

Heute verlebten wir dann einen ruhigen Tag zu Hause. Ich habe gelesen, etwas im Internet gesurft und dann noch die Jahresstatistik fertig gemacht. Für mich selbst habe ich dann das Jahr 2010 auch geistig abgeschlossen. Natürlich könnte ich die Zahlen noch etwas analysieren, doch dazu habe ich nicht wirklich Lust. Nur so viel: Der Durchschnitt von 1:30 Std. Sport pro Tag lag so hoh wie nie zuvor, auch wenn ich schon mehr Velokilometer gefahren bin, so hat demgegenüber der Anteil an alternativen Tätigkeiten zugenommen und das hat mir mehr verschiedene Eindrücke vermittelt, was ich bestimmt als Plus in Erinnerung behalten werde.

Nun ist das neue Jahr angebrochen und naturgemäss richtet man am 01.01. den Blick etwas nach vorne. Was mag dieses Jahr wohl bringen? Dabei liegt mein diesjähriges Augenmerk etwas mehr auf der beruflichen Seite. Ich weiss, dass Änderungen kommen werden und weil ich diese noch nicht einschätzen kann oder auch, weil ich sie noch bewusst weit offen lasse, weiss ich noch nicht genau, was ich darüber denken soll. Es ist ein Gemisch aus Vorfreude und Unbehagen. Denn, wer verlässt schon gerne die Komfortzone? Dazu noch freiwillig? Und  ohne konkreten Plan? Ja, das wird spannend.

Ich umschreibe die Ausgangslage mal so: Das erarbeitete Fundament bietet nun viele Möglichkeiten und Freiheiten. Dieses Fundament erarbeitete ich mir durch Tätigkeiten die mir persönlich (leider) nicht entsprochen haben, deshalb will ich etwas ändern. Das kitzekleine Problem dabei ist, dass mich die Schaffung dieses Fundaments von mir selbst entfernt hat und ich deshalb heute kaum mehr weiss, was mir denn wirklich entspricht. Ich muss also erstmal zum Stillstand kommen, in mich gehen und all den geistigen Schutt der letzten Jahrzehnte abwerfen. Nach der Befreiung brauche ich eine Phase der Reinigung und Läuterung. Dies erscheint mir sehr wichtig und bevor ich da durch bin, will ich mich nicht festlegen.

Natürlich drängt mein Geist/Verstand dazu, sofort die Zukunft zu planen und möglichst keine Unsicherheiten einzugehen, doch wenn man nur noch im Nebel steht ist es halt schwierig, eine neue (und richtige) Richtung zu erkennen. Man braucht etwas Zeit, muss etwas aufsteigen und die Wolken hinter sich lassen um den Überblick zu erlangen. Dann kann man wählen und entscheiden. Natürlich birgt dies Risiken und natürlich bewege ich mich auf unbekannten Terrain, doch auch mir bleibt nicht ewig Lebenszeit. Nur zu funktionieren reicht einfach nicht mehr. Ich habe in den letzten Jahren auf einiges verzichtet, habe Abhängigkeiten abgebaut und nun beschleicht mich das ungute Gefühl, dass ich Handeln muss, dass ich den Sprung ins Ungewisse wagen muss, weil ich sonst irgendwann den Mut und die Kraft nicht mehr aufbringe um überhaupt noch zu springen. Also werde ich 2011 springen!

Ich wünsche allen Lesern ebenfalls ein gutes und ereignisreiches neues Jahr! Möge uns das Vertrauen in uns selbst und in die Zukunft an neue Ufer führen!