Schritt für Schritt

Die letzten zwei Tage blieb ich trotz des recht guten Wetters vorwiegend zu Hause. Gestern kümmerte ich mich um den Haushalt und dann begann ich auf www.gpsies.com die Strecke meiner Sommerreise im Detail zu planen. Ich überschlug in etwa mein Vorhaben. Ich will geschätzte 2'500 Kilometer so genau vorplanen, dass ich danach fahren kann. Wenn ich schnell bin, schaffe ich ca. 100 Kilometer Strecke pro Stunde, was dann etwa 25 Stunden PC-Aufwand entspricht. Ja, ich denke das ist realistisch.

Die Strecke in der Schweiz brauche ich nicht gross zu planen, da kann ich mich weitgehend an die Strecke Nummer 3 von Veloland Schweiz orientieren. Deshalb beginne ich mit der Detailplanung ab der italienischen Grenze. Meine Zeitschätzung bestätigt sich. In insgesamt sechs Stunden schaffe ich die gut 600 Kilometer bis zum Col di Cadibona, dem westlichen Startpunkt des Apennin. Hier kann man die Strecke anschauen.

Heute Morgen wollte ich nun endlich den Gepäckträger ans Kish schrauben. Zwar erhalte ich die richtigen Metall-Adapterplatten erst am nächsten Mittwoch, doch bis dahin wollte ich nicht warten. Im Keller fand ich eine schöne Buchenleiste, genau 20mm breit (wie gewünscht) und 8mm dick. Etwas dick, doch das passt schon. Mit Säge und Bohrmaschine bastle ich mir die zwei Halterungen und montiere das Ganze. Super! Das hält sehr gut. Nun konnte ich die Halterungen der Seitentaschen richtig anpassen. Nun bewährt sich auch der montierte Seitenständer.

Für einen ersten Augenschein holte ich den Gepäckträgersack aus dem Keller. Darin ist das Zelt, die Plastikunterlage, die Isomatte, der Schlafsack und das Badetuch (Gesamtgewicht des blauen Sacks = 4,4 Kilo). Zuerst wollte ich die Rolle andersherum auflegen, doch der Sackverschluss streift mir dann an den Oberschenkeln. So wie auf dem Foto ist es besser. Es zeigt sich nun auch, dass kaum mehr eine Satteltasche passt.

Meine alte Satteltasche montierte ich vorne an den Vorbau um mal zu testen. Diese Tasche ist sehr klein und mit Brieftasche, Handy und Digitalkamera schon wirklich voll. Für einen ersten Test aber ausreichend. Und soviel vorneweg: Das hat sich sehr gut bewährt. In der Position kann ich auch während der Fahrt den Fotoapparat rausnehmen um schnell ein Bild zu schiessen. Zudem lässt sich durch den Klickverschluss das wertvolle Täschen leicht abnehmen und mitnehmen.

Im Vergleich zu den letzten Lenkertests habe ich die innen monierten Lenkerhörchen wieder entfernt. Das hat sich nicht bewährt, denn die nahe zusammenliegende Griffposition engt den Brustkorb beim atmen ein. Das ist vor allem im Wiegetritt nicht gewünscht. Nun montierte ich Hörchen klassisch, aussen am Lenkerende. Bei 660mm Lenkerbreite ergibt das einen richtiges Geweih...Sieht etwas speziell aus. Die 17° nach hinten gebogenen Lenkerenden, die langen Gummigriffe vor den Grippshift-Drehschaltern. Bei normaler Fahrposition sehe ich das Vorderrad vor der kleinen Tasche. Passt.

Ich füllte beide Seitentaschen mit etwas Ballast und all dem Krempel aus dem Trinkrucksack, steckte die vollen Flaschen wieder in die Halter und machte mich für eine Probefahrt bereit. Seit X Jahren wieder einmal ohne Rucksack...

Ein wichtiges Accessoire fehlt mir noch. Deshalb fuhr ich zum Media Markt und liess mich kurz über Netbooks beraten. Ich habe mir dann dieses kleine Netbook gekauft. Dies machte ich relativ emotionslos, denn das bedeutet wieder Stunden vor einem PC, bis das Teil so funktioniert und so konfiguriert ist, wie ich mir das für meine Ferien wünsche.  So wird mir wirklich nicht so schnell langweilig.

Danach umrundete ich noch den Greifensee und fuhr gemütlich nach Hause. Die Lenker-Hörnchen-Kombination ist so viel besser. So weit aussen hat man einen sehr guten Hebel und kann dadurch sehr gut Wiegetritt fahren. Wobei ich aber auch feststellte, dass mit ziemlich Zuladung Wiegetritt  fahren eine andere Qualität erhält. Es lohnt sich, das schwere Bike nicht zu sehr hin und her zu wiegen sondern ruhig zu halten.

Im Vergleich zur heutigen Fahrt werde ich wohl nochmals 10 Kilo mehr dabei haben, wenn ich zu meiner Reise starte. Das wird berghoch ziemlich hart... Das GPS sagt: 63 km., 3:00 Std., 320 Hm.

Sommer11 - Giro d'Italia

Als nächstes und für mich sehr wichtiges "Ding" drängt die angedachte Sommerreise nun in den Vordergrund. Dazu gilt es die groben Ideen nun einmal einzufangen und daraus einen groben Plan zu entwickeln.

Die grobe Planung sieht aus wie eine 8. Zuerst nach links über Turin zum Col di Cadibona (Beginn des Apennin), dann immer südlich entlang des Apennins bis zum Sporen von Italien (Vieste, Gargano). Von da wieder ins Landesinnere, wo ich Freunde treffe und mit Ihnen ein paar Tage Ferien mache. Dort entscheide ich über den weiteren Tourverlauf. Wenn ich super motiviert bin, fahre ich ganz in den Süden und über Sizilien nach Sardinien. Wenn ich mittel drauf bin, lasse ich Silzilien aus (da war ich ja 2007 schon) und fahre nach Neapel, von wo ich dann mit dem Schiff nach Sardinien übersetzen könnte. Sollte ich nicht mehr die grosse Lust auf lange Reisen haben, so könnte ich auch der Mittelmeerküste entlang direkt nach Florenz fahren, wo ich dann Karin treffe. Den effektiven Heimweg plane ich dann erst dort.

Bis zum Start der Tour, am 14. Juni, möchte ich die ersten ca. 2'500 Kilometer bis zum Treffen mit den Freunden, GPS-mässig geplant haben. Das bedeutet viele Stunden vor dem PC, denn ich möchte ja möglichst auf Nebenstrassen fahren und viele kleine Orte sehen. Ich bin aber schon jetzt sicher, dass sich der Aufwand lohnen wird. Die violette Linie im GPS wird mein roter Faden sein. Solange ich dem folge, komme ich bestimmt irgendwann ins Ziel.

letzter Arbeitstag

Schon nach dem Aufstehen beeindruckten mich die bevorstehenden Ereignisse... Für ein letztes Mal (für sehr lange Zeit) klingelte der Wecker um mich für einen Arbeitstag als Angestellter aufzuwecken. Duschen, rasieren, wie immer. Beim aus dem Hause Gehen musste ich aber zweimal nachdenken, ob ich alles dabei hatte. Es ist kein normaler Arbeitstag, sondern der Letzte.

Gearbeitet habe ich eigentlich nichts mehr. Ich kontrollierte nocheinmal, ob ich alle EDV-Systeme entsprechend nachgeführt habe, löschte letzte, persönliche Daten und machte mich zumindest elektronisch schon einmal unsichtbar. Dann spazierte ich durch das Firmengebäude und verabschiedete mich von den Mitarbeitern die ich kannte. Manch nettes Wort wurde mir mit auf den Weg gegeben und wenn man es auch nicht wirklich wollte, so hatten doch die meisten Gespräche eine etwas traurige Note. Nach der Mittagspause holte ich die bestellten Partybrote und das Bier für den Apéro und stellte alles in den Geheimkühlschrank im Labor. Nachmittags nahm ich ein letztes mal an unserem Teammeeting teil und dann war es also soweit. Die Zeit des Abschiedsapéros und des Abschiednehmens war gekommen.

Natürlich musste mein Vorgesetzter nach dem Anstossen ein paar Dankesworte sprechen und dann lag es an mir, mich zu verabschieden. Im Vorfeld hatte ich mich entschieden keine Rede vorzubereiten, sondern spontan zwei, drei Worte zu sagen. Ich wollte keine Ansprache halten und berufliche Highlights der letzten zehn Jahre ausgraben, denn das ist mir jetzt, so ganz am Schluss, nicht mehr wichtig. Wichtig sind die menschlichen Beziehungen die sich in dieser gemeinsamen Zeit etablierten und die sich nun zwangsläufig verändern werden. Wenn man eine Firma verlässt, verlässt man auch eine kleine Welt mit ihrem eigenen Beziehungskosmos und während man ein paar wenige Leute auch später noch sieht und trifft, so wird man doch die meisten der "bekannten Gesichter" aus den Augen verlieren. So ist das nunmal.

Ich habe den Anwesenden gesagt, dass ich die letzten Jahre nicht mehr wegen der Arbeit, sondern wegen Ihnen, wegen den zwischenmenschlichen Beziehungen und natürlich auch wegen dem netten Geld hier gearbeitet habe. Oh, halt, den feinen Gratis-Kaffee habe ich in der Aufzählung noch vergessen. Anyway; die Arbeit an sich und die komplexe Prozesslandschaft einer Weltfirma, das war es, was mich mürbe gemacht hat und was mir so gesehen auch gehofen hat, diese Workforce Optimierung positiv anzunehmen. Die Zeit für eine Veränderung ist nun gekommen und das eröffnet für beide Seiten neue Möglichkeiten. Während des Sprechens spürte ich mein Herz stark klopfen und langsam bildete sich ein Klos im Hals. Abschied nehmen fällt immer irgendwie schwer...

Der Apéro war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Die Partybrote waren sehr fein und auch das Bier hat gut geschmeckt und für alle gereicht. Langsam konnte ich mich entspannen und so stellte sich auch bei mir ein rundes Gefühl ein. Ja, so ist es gut, so kann ich gehen. Ganz zum Schluss gab ich -als quasi letzten Akt- meine Zutrittkarte ab. Nun bin ich draussen... das war mein letzter Arbeitstag.

Ostermontagsstandardsingletrailrunde

Kurz vor drei Uhr Nachmittags nahm ich das Santa Cruz aus der Garage, prüfte noch kurz den Luftdruck der Reifen und fuhr dann los. Bei diesen trockenen Bedingungen kann ich alle bekannten Singletrails fahren und zudem oben beim Irchelturm wieder einmal ein Standardfoto schiessen. Das Letzte ist ja schon eine Weile her. Ob berghoch oder bergrunter, ob an der Sonne oder im Schatten der Bäume, überall war es knochentrocken. Das Kies auf den Waldstrassen rollte nur so zur Seite.

Rasch wurde mir der Unterschied zwischen Strassen- und Biketour bewusst. Biken ist wesentlich anstrengender. Es geht steiler berghoch und schwieriger bergrunter. Auf die kürzere Distanz werden erheblich mehr Höhenmeter gefahren. Das hat dann auch die GPS-Auswertung am PC gezeigt. Heute hatte ich einen Durchschnittspuls von 137, gestern nur 130. Heute fuhr ich auf 31 Kilometer 780 Höhenmeter, gestern auf 91 Strassenkilometer 1'160 (und die Tour war schon ziemlich hügelig).

Im April bin ich nun aber vorwiegend Strasse gefahren und so schmerzten mich die steilen Anstiege ziemlich heftig. Beim biken muss ich zwischendurch richtig beissen und mich in den Hintern treten, während ich auf der Strasse einfach runterschalte und langsamer fahre. So steile Asphaltstrassen, die ich mit MTB-Übersetzung nicht hochfahren kann, gibt es fast nirgends und Traktionsprobleme gibt's auf der Strasse überhaupt nicht. Aber heute war nun mal nix mit Strasse, sondern heute war off-road schwitzen, schinden, treten, auch wenn nur eine Stunde lang so richtig hart und anstrengend, doch da musste ich nun mal durch. Meine Oberschenkel spüren das noch jetzt. Eine letzte Fotopause gab es zur Belohnung erst nach dem anstrengenden Teil... Das GPS sagt: 31 km., 2:10 Std., 780 Hm,

Ostersonntagsausfahrt

Tagsüber drückte ich mich ziemlich rum, weil der Wetterbericht eigentlich Regen ansagte und es auch lange so aussah, als ob es bald begänne. Doch da kam nichts. Gegen Mittag mal zwei, drei verirrte Tropfen, sonst nichts. Diesen April hat es hier -glaube ich- noch nie geregnet, was wirklich sehr aussergewöhnlich ist. Alles ist staubtrocken und deshalb sehnt sich alles nach Regen und nach Wasser. Aber zumindest heute und hier bei uns, war wieder Nichts.

Deshalb entschied ich mich im Laufe des Nachmittags, doch mal wieder eine Velorunde zu fahren. In den letzten Tagen habe ich zwar viel gebastelt, doch gefahren bin ich seit letztem Sonntag nicht mehr. Höchste Zeit also für frische Luft!

Vermutlich wegen der sich abzeichnenden, dreimonatigen Sommerreise habe ich gar nicht wirklich Lust auf Mountainbike sondern eher auf eine längere Strassenrunde. Deshalb lasse ich auch heute das schöne Santa Cruz Fully in der Garage stehen und nehme das Kish. Ich füllte extra die 1,5 Liter PET-Flasche und auch die 0,75 Liter Trinkflasche um etwas Gewicht zu erhöhen. Das macht aber erst etwas über zwei Kilo... ich rechne damit, dass ich mit etwa 20 Kilo Gepäck unterwegs sein werde... da wird wohl jede Bodenwelle zum Berg.

Gegen Abend verziehen sich die Wolken wieder und es wird noch richtig prächtig. Ich fahre etwas durchs Zürcher Oberland (links im Hintergrund die Kyburg) und geniesse das warme Wetter. Wie man auf dem Tagesfoto sieht, blühen viele Wiesen und auch die Rapsfelder leuchten Gelb in der Abendsonne. Es hat kaum Verkehr und so kann ich ruhig vor mich hin kurbeln. So in etwa stelle ich mir den Apennin vor. Ähnlich wie das Zürcher Oberland. Sehr hügelig mit kaum flachen Passagen. Mir wird klar, dass mit so viel Gepäck das Velofahren wohl noch deutlich meditativer wird. Man muss wohl mehr schalten um möglichst gleichmässig kurbeln zu können und an Anstiegen werde ich wohl ziemlich langsam werden, wenn ich mich nicht überanstrengen will. Ich bin gespannt auf diese Erfahrungen.

Ich besuchte unterwegs noch Freunde und wurde da ganz nett zu einem Bier und einer Wurst vom Grill eingeladen. Das war Spitze - Vielen Dank! Als ich mich auf den Rückweg machte, stand die Sonne schon sehr tief und mit den letzten Sonnenstrahlen fuhr ich entlang des Pfäffikersees in Richtung Uster und Greifensee. Da musste ich dann kurz anhalten und die Beleuchtung montieren um sicher weiterfahren zu können. Mittlerweile hatte ich auch die Knielinge und eine leichte Jacke angezogen. Es war sehr angenehm, in die Dämmerung und die kommende Nacht hineinzufahren.

Und weil ich es so angenehm fand, verlägerte ich den Heimweg mit einer Zusatzschlaufe über Zürich. Noch immer hatte es sehr wenig Verkehr. Ostersonntag, kurz vor zehn Uhr, da ist Herr und Frau Schweizer zu Hause. Richtig so, denn dann bleibt auch Platz zum flanieren und fotografieren. Viele Touristen machten Nachtaufnahmen am Seebecken. An der selben Stelle habe ich schon öfters Tagesfotos gemacht, "by night" ist das wohl das erste Bild von der Quaibrücke. Leider verdecke ich auf dem Selbstauslöserfoto den beleuchteten Grossen St. Peter, doch wie heisst es so schön: "Man kann nicht alles haben".

Gemütlich fuhr ich kreuz und quer durch die Stadt und in Seebach machte ich noch einen kurzen Halt bei unserem früheren Lieblings-Döner-Restaurant. Das Red Bull verlieh mir für den weiteren Heimweg die nötigen Flügel und der nette Schwatz mit dem Besitzer war auch ganz lustig. So war es dann schon ziemlich nach elf Uhr, bis ich wieder zu Hause war. Das war eine sehr schöne Tour. So vom Abend durch die Dämmerung in die Nacht zu fahren, das fand ich noch speziell. Das GPS sagt: 91 km., 4:27 Std., 1'160 Hm.

Karfreitagsbasteln

Die Gepäckträger- und Lenkertaschen-Geschichte hat mir keine Ruhe gelassen und so war ich auch heute schon bald wieder in der Garage am Basteln. Zuerst schnitt ich zwei neue Halterungen aus einem dicken Karton und versuchte so nochmals den Gepäckträger zu montieren. Nun sind die Halter gerade und der Lochabstand von der Achse zu der oberen Bohrung beträgt jetzt 7,5 cm (gestern waren es noch knapp 9 cm). So klappt es! Wie man auf dem Foto sehen kann, gibt es auch keine Probleme mit der Scheibenbremse. Der Bremskörper und der Gepäcktrager, respektive die Halterung, berühren sich nirgends. Sehr gut. Das gefällt mir. So werden die Halter nun aus Metall gefertigt.

Ganz vorsichtig hängte ich mal eine der Packtaschen an den Träger... Am unteren Steg sitzt sie schön tief und auch genügend weit hinten, damit ich nicht mit den Fersen daran streife. Ja, das kommt gut. Das Thema Gepäckträger hinten nähert also der Lösung. Da kann ich mich nun mit der Lenkertasche befassen... Zuerst passt diese aber überhaupt nicht zwischen die zwei Lenkerhörnchen. Die muss ich so weit wie möglich nach aussen schieben und wohl auch noch soweit anheben, damit die Enden über die Tasche reichen, denn sonst kann ich die Hörnen kaum greifen. Das ist dann aber nicht mehr wirklich bequem oder ergonomisch...

Auf dem Tagesfoto und den nebenstehenden Fotos sieht man das halbwegs brauchbare Endstadium. Der Halter ist montiert und die Tasche lässt sich halbwegs vernünftig anbringen und abnehmen. Leider kann die Tasche nicht weiter nach vorne unten gekippt werden, da schon jetzt die Bremsleitungen an der Taschenrückseite anstehen. Was ich  bestätigen kann ist, dass der Klick-Fix-Adapter wirklich bombenfest am Lenker montiert werden kann und dass die Tasche sehr robust und gross ist. Das merkt man spätestens auf der ersten Probefahrt. Ich sehe nicht mehr direkt vor das Vorderrad was einen Moment etwas verwirrt, weil man so irgendwie wie blind einlenkt. Ich denke, dass man sich daran gewöhnt. An die furchtbare Optik kann ich mich aber nur schwer gewöhnen... Ausserdem vermute ich, dass eine mit etwa 5 Kilo vollbepackte Tasche auch das Lenkverhalten beeinflussen wird.

Hmmm... Noch hat mich die Lenkertasche nicht wirklich überzeugt, sondern hat mich wieder ins Grübeln gebracht. Was will ich denn darin alles mitführen? Ich könnte stattdessen direkt unter den Vorbau eine kleinere Satteltasche montieren, denn für Geld, Handy und Fotoapparat würde das locker reichen. Dazu eine grössere Satteltasche für Werkzeug und Ersatzteile unter dem Sattel. Den Rest in die (riesigen) Seitentaschen oder wasserdicht verpackt auf den Gepäckträger. Fortsetzung folgt.

Easter-Shopping

Gestern bin ich etwas früher von der Arbeit abgeschlichen um im Buchladen die zwei bestellten Bücher abzuholen. Dann kaufte ich noch ein paar Lebensmittel ein, damit ich es mir zuhause gemütlich auf dem Gartensitzplatz einrichten konnte. Weil es bei TRANSA in dieser Woche 20% Prozent Rabatt auf alle Einkäufe gibt, wollte ich mir einen Wunschzettel für meine Sommerreise zusammenstellen.

Heute Morgen bin ich nach dem Frühstück mit dem Auto in die Stadt gefahren. Direkt vor dem Geschäft gab es einen Parkplatz, wunderbar, in gespannter Vorfreude und mit noch vollem Portemonnaie betrat ich das Einkaufsparadies für Männer. Trekking- und Outdoor-Ausrüstung versprühen schon im Regal diesen Duft von Abenteuer und nicht alltäglichen Lebenssituationen... Wie es der Zufall wollte, traf ich auf denselben netten Verkäufer, der mich letzte Woche schon beraten hat. Wir begannen mit Zelt, Folie für unters Zelt, Isomatte und Schlafsack. Diese Dinge will ich in einen wasserdichten Beutel packen und auf dem Gepäckträger mitführen. Alles Andere muss in die zwei hinteren Seitentaschen. Obwohl ich eigentlich nicht so richtig davon überzeugt bin, habe ich dann doch noch eine grosse Lenkertasche mit Halterung dazugelegt. Dann folgte noch Kleinzeugs wie, verschiedene Packbeutel, 1.Hilfe-Set, eine faltbare Essschale, Besteck, ein Flaschenhalter für 1,5l-PET-Flaschen, ein Packbeutel den man auch als Duschsack benutzen kann, ein Microfaser-Badetuch... Am Schluss war die Brieftasche leer, doch die Freude gross. Die 20% Aktion kam mir gerade richtig, das hat sich schon gerechnet. (Für beide Seiten).

Zuhause habe ich dann natürlich gleich alles wieder ausgepackt und alle Verpackungen und Beipackzettel aussortiert. Als Nächstes habe ich das Zelt im Garten auch gleich aufgestellt, die Isomatte aufgeblasen und bin ein erstes Mal zur Probe geliegen, in meinem neuen Sierra Desings, Clip Flashlight 2. Nachdem ich das Zelt wieder abgebaut hatte, schnitt ich die Folie für unter das Zelt entsprechend der effektiven Kontur des Innenzeltbodens zurecht und faltete sie anschliessend wieder so klein wie möglich.

Später wollte ich mir dann die Sache mit dem Gepäckträger genauer ansehen. Das Problem dabei ist, dass der Rahmen des Kish keinerlei Montagebohrungen oder Gewinde für die Montage von Gepäckträgern anbietet. Es braucht also eine Abstützung direkt auf der Radachse, respektive auf der Achse des Schnellspanners. Dafür gibt es extra Teile und einen speziell langen und stabilen Schnellspanner. Auf der Verpackung steht: Für 26" und 28" und wie man auf dem Foto erkennen kann, reicht das dann halt nicht für 29 Zoll grosse Laufräder. Der Gepäckträger liegt direkt auf dem Reifen auf. Mist. So geht das nicht.

Die Lösung liegt auf der Hand: Ich brauche neue und längere Adapterplatten. Damit ich mir das besser vorstellen kann, bastle ich aus einem dicken Karton zwei neue Adapterplatten mit 4cm höheren Bohrungen und stecke das Ganze nochmals zusammen. Ja, o.k. ... Jetzt ist er fast etwas zu hoch. 3cm Erhöhung würde wohl reichen. Den Knick in der Platte (nach vorne zur Radachse) brauche ich eigentlich nicht. Es würde wohl auch eine ganz gerade Verlängerung funtionieren und dadurch würde der Träger auch etwas näher um Sattel kommen.  So wie jetzt, steht er wirklich maximal weit hinten. Ich werde wohl nochmals einen Karton-Versuch mit geraden Verlängerungsadaptern machen und dann entscheiden, wie das passende Metallstück auszusehen hat.

Am Gepäckträger selbst werde ich wohl auch noch mit der Eisensäge ansetzen. Die nach oben gebogenen Rohrenden oben am Gepäckträger finde ich ziemlich störend. Wozu soll das gut sein? Es besteht doch keine Gefahr, dass die Ladung nach vorne zum Sattel rutscht. Wie soll das gehen? So wie die Rohre jetzt aufstehen, machen sie höchstens die aufgepackten Taschen kaputt. Diese Stummel werde ich wohl einfach abtrennen.

Es ist gut, dass ich noch fast zwei Monate Vorbereitungszeit habe, denn so kann ich mich noch in Ruhe um solche Details kümmern und dafür sorgen, dass alles perfekt passt und funktioniert.

Frühlingsausstellung und Testweekend bei mainstreet42

Heute Nachmittag hatte ich doch noch Lust auf eine sonnige Sonntagsausfahrt. Ich wechselte vorher am Kish wieder einmal den Lenker (nun wieder mit dem Moots-Lenker, 580mm, 3° Biegung und mit Lenkerhörnchen) und da war eine Strassenrunde zu mainstreet42 und deren Frühlingsausstellung eine gute Idee. Mal sehen, ob es mit der "alten" Lenker-Hörnchen-Kombination wieder in den kleinen Fingern zu kribbeln beginnt.

Das Wetter war wieder prächtig. Ein Tick wärmer wie gestern und so traute ich mich, in kurzen Hosen zu fahren. Oben trug ich über das Kurzarmtrikot noch eine leichte Langarmjacke und das war dann genau richtig. Als Nächstes muss ich mich beim Kish um den Antrieb kümmern. Das Innenlager macht zunehmend Geräusche und die Kette mit Ritzelpaket hat auch schon über 3'000 km runter. Bevor ich mit dem Kish die Italienreise starte, muss ich das noch erneuern.

Bei der Frühlingsausstellung traf ich dann einige bekannte Gesichter (deshalb bin ich da ja auch hin) und konnte manch nettes Schwätchen führen. Bei idealem Wetter, zu Saisonbeginn, über Bikes, Trails, Ferien und geplante Reisen zu quatschen gibt doch einiges her. Unter anderen traf ich auch noch Vazifar, der mit seinem neuen Niner RIP9 auftauchte. Von den RIP9 hatte es gleich mehrere Testmodelle in fast jeder Grösse da und so konnte ich mal den Unterschied von XL (links, mit Fox-Gabel) zu L (rechts, mit Lefty-Gabel) direkt ausprobieren. Oft schwanke ich ja zwischen dem grössten und dem zweitgrössten Rahmen eines Anbieters. XL ist wirklich sehr gross und doch hat es mich etwas mehr überzeugt. Da sitze ich mehr drin als drauf, wie beim L, welches dafür schon spürbar agiler ist. Doch mit je 120mm Federweg kann Laufruhe grundsätzlich ja nicht falsch sein.

Auf dem nächsten Bild dann noch ein Santa Cruz Tallboy in L, mit Cannondale-Lefty-Gabel und viel leichtem Zeugs dran. Eine echte Rakete, die bestimmt zwei Kilo leichter ist, als mein Tallboy-Aufbau in XL. Der Besitzer schwärmte von seinem neuen Bike und freute sich auf kommende Marathons und Touren, die er damit fahren will. Der schwarze Rahmen macht voll auf Understatement, doch mir gefällt die orange Variante, so wie ich sie fahre, doch noch etwas besser. Den schönen Rahmen darf man ruhig herzeigen.

Auf dem Rückweg bin ich dann in Richtung Flughafen gefahren und machte nochmals ein Foto. Schon beginnen erste Rapsfelder zu blühen. Man erkennt selbst bei diesem Sonnenschein die Pistenbeleuchtung. Ich erwischte einen guten Moment, denn alle fünf Minuten kam ein Flieger im Landeanflug und bot sich als Motiv. Gemütlich bin ich von da nach Hause gefahren. Die Finger haben nicht gekribbelt, doch dafür war die Fahrzeit auch zu kurz und das viele Umgreifen zu den Hörnchen, sprich die häuffigen Positionswechsel, haben bestimmt auch geholfen. Ich lasse die Kombination noch ein paar Ausfahrten drauf und schaue dann weiter. Das GPS sagt: 41 km., 1:51 Std., 270 Hm.