(48) an den Lago di Bracciano

Bilder im Fotoalbum (Nr. 755 – 783)

Da ich gestern früh zu Bett ging und heute nur im Zimmer kurz frühstückte, war ich schon kurz vor acht Uhr auf dem Velo und fuhr in Richtung Monterotondo. Das waren nur zehn Kilometer und ein gutes Einfahren. Dort genehmigte ich mir in einer schönen Caffetteria dann einen Cappuccino mit Schoko-Brioche.

Das Wetter war heute wieder sonnig und morgens nur knapp über 20 Grad, also ideal um Rad zu fahren. Ich freute mich sehr auf den „Lago di Bracciano“ und hatte deshalb guten Druck auf dem Pedal. Ausserdem sind Sonntagmorgen ideal, weil es sehr wenig Verkehr auf den Strassen hat.

Die Gegend wird hügelig und ist schön zu fahren. Die Zeit und die Kilometer vergehen wie im Flug und so komme ich schon kurz vor Mittag zuerst an den kleinen „Lago di Martignano“ und kaum 15 Minuten später an den „Lago di Bracciano“. Dabei komme ich nahe von „Trevignano Romano“ an das Seeufer, weil es aber noch so früh ist und die etwa 25° Grad nicht wirklich zum baden einladen entschliesse ich mich, den See noch zu umrunden.

Dabei fahre ich durch manche hübschen Orte, so auch durch „Bracciano“, welches etwa 50 Höhenmeter über dem Seeufer liegt und dem See den Namen gab. Die Gegend gefällt mir wirklich ganz ausgezeichnet und weil dies eines meiner Wunschziele dieser Italienreise ist, will ich mir ein schönes Hotel mit Komfort und WLAN gönnen.

In Trevignano werde ich dann auch fündig und leiste mir ein Zimmer mit grosser Terasse und Seesicht im Hotel Fedeli.Später spaziere ich noch etwas durch Trevingnano, wo heute ein grosser Trödel- und Kuriositätenmarkt (oder besser gesagt Antiquitätenmarkt) stattfindet und geniesse die schöne Aussicht auf den See in einem der zahlreichen Caffees. Vieles erinnert mich an die Ferien vor zwei Jahren hier mit Karin und es wäre schon schön, wenn sie mit dabei wäre.

Gegen Abend setze ich mich dann erstmals an den PC, überarbeite Blogbeiträge und studiere die Strecke von Morgen, wo ich via „Lago di Vico“ zum „Lago di Bolsena“ fahren will. Ich stelle dabei fest, dass die Strecke bis nach Bolsena wie vorgeplant etwa 130 Kilometer lang ist und deshalb kürze ich die Route etwas und lade sie mir wieder auf das GPS.

Abends habe ich in einer schönen Pizzeria dann sehr gut gegessen und nun gilt es noch die Beiträge der letzten vier Tage und die dazugehörigen Fotos in den Blog zu stellen. Das GPS sagt: 94 km., 4:57 Std., 1‘090 Hm.

(47) Annäherung an Rom

Bilder im Fotoalbum (Nr. 744 – 754)

Die ersten zehn Kilometer des Tages führen mich wieder entlang der Küste bis nach „Nettuno“ und interessanterweise ist es morgens fast windstill. Während ich so dahinradle versuche ich mir diese Windgeschichte zusammen zu reimen und komme auf folgende Idee:

Morgens ist es windstill. Im Laufe des Tages heizt die Sonne die Luft über dem flachen Festland auf, so dass diese aufsteigt und kühle Luft vom Meer quasi nachsaugt. Deshalb windet es nachmittags immer vom Meer landeinwärts. An heissen Tagen mehr als an kühlen Tagen. Deshalb hatte ich morgens nie Probleme mit dem Wind, je später aber der Nachmittag, desto ärger wurde die Windsituation. Ich weiss nicht, ob diese These stimmt, doch für mich war es zumindest eine halbwegs logische Erklärung.

Heute hätte es ruhig schon morgens landeinwärts winden können, dann hätte ich von Nettuno bis nach „Velletri“ eigentlich dauernd Rückenwind gehabt. Es war aber, wie schon gesagt, nahezu windstill. Die Gegend ist flach und langweilig, die Strassen meist gerade, es gibt viel Ackerland und ein paar kleine Bauerndörfer, sonst nichts, was sich gelohnt hätte zu fotografieren.

Nach Velletri stieg dann die Strasse bis auf etwas über 600 Metern über Meer an und ich sah zwar die aufkommende Bewölkung, machte mir aber keinerlei Sorgen. Denn Hügel machen alles interessanter und abwechslungsreicher. Mir war zwar nicht klar, weshalb ich meine Strecke hier entlang geplant hatte, doch schon nach wenigen Kilometern bergab wurde es mir dann bewusst. Ich war nun im „Parco Regionale die Castelli Romani“.

Zuerst kam ich in das kleine malerische Dorf "Nemi"und sah erst auf den zweiten Blick, dass dieses wie am Rand eines Vulkankraters lag und etwa 100 Höhenmeter weiter unten ein See war. Die Gegend ist sehr grün und stark bewaldet. Fast direkt auf der Gegenseite dieses Dorf lan der Ort „Genzano di Roma“, ebenfalls am Kraterrand und mit einem gut sichtbaren Castello.

Meine Route wollte dann runter an den See, halb herum und dann hoch nach Genzano, doch das war eine Privatstrasse, die mit einem grossen Eisentor abgesperrt war. Also fuhr ich entlang des Kraterrands auf der normalen Strasse und nach zwei drei Kurven kam ich an ein Lichtsignal und vor mir steht eine übergrosse, pinkfarbene Stretchlimousine. Schnell stellte ich das Velo hinter das Auto, zückte den Fotoapparat und machte zwei Fotos vom Pink-Cadillac, der in Wahrheit ein Lincoln war. Dieser fuhr bestimmt an ein Hochzeit.

Nur wenige Kilometer nach Genzano folgt der etwas grössere Ort „Castel Gandolfo“ und auch der liegt an einem Kratersee, nämlich am „Lago di Albano“. Da war interessant, dass ein Löschflugzeug Übungsflüge machte. Es wasserte kurz, füllte die Löschtanks, startete, flog eine Runde um den See und liess das Wasser wieder ab. Während ich der Sache zusah, fielen dann die ersten Regentropfen. Ich setzte mich in einer Bar unter ein Vordach, trank einen Cappuccino und wollte mal sehen, wie sich die Sache entwickelt. Der Cappuccino war leer und es fielen immer noch nur vereinzelte Tropfen, obwohl es mittlerweile ziemlich düster war. Ich bezahlte, stieg wieder aufs Rad, doch keine zwei Kilometer später kam ich in ein heftiges Gewitter.

Rasch suchte ich Schutz unter einem grossen Pinienbaum und dachte eigentlich, dass die Sache in fünf Minuten erledigt ist, doch dem war nicht so. Es regnete immer heftiger und so packte ich halt die Regenkleider aus. Diese habe ich nun genau 42 Tage lang nicht mehr gebraucht. In "Sapri" regnete es zwar fünf Minuten über Mittag, doch da machte ich ja sowieso gerade Pause, sonst hatte ich wirklich immer trockenes Wetter.

Hey! Was soll’s? Es war noch immer um die 25° Grad warm, ich habe wasserdichte Taschen am Rad und die Fetzen von blauem Himmel die ich immer noch sah sagten mir, dass dieser Regen nicht lange dauern wird. Also nicht aufregen, sondern Spass haben! Auf meinen löchrigen Schuhen steht ja auch „waterproof“…

Leider sah ich dann den Ort „Frascati" nur im Regen und konnte nur ein einziges Bild machen. Dieser hübsche Ort hätte wirklich mehr Beachtung verdient. Danach folgte eine lange Abfahrt und schon bald hörte der Regen auf. Keine zehn Kilometer später waren die Strassen trocken und es schien wieder die Sonne. Da schien es überhaupt nicht geregnet zu haben. Das gefiel mir natürlich und ich hielt gerne an um die Regenkleider wieder auszuziehen und in der Tasche zu verstauen.

Mittlerweile war ich ziemlich nahe an Rom und kam nun durch viele Agglomerationsorte. Mal etwas reichere, mit vielen Einfamilienhäusern und Villen, mal etwas ärmere, mit grossen Wohnsilos, Mac Donnalds und dem üblichen Zivilisationsmüll. Es wurde Zeit, dass ich mir langsam eine Unterkunft suchte, doch in solchen Schlafsiedlungen gibt es kaum Hotels. Und doch, entlang einer dieser nichtssagenden Strassen sah ich ein Hotelschild, das zwischen zwei Häusern zu einem kleinen Hotel abseits des Strassenlärms führte. Ich war im kleinen Ort "Fontenuova". Ein gelangweiltes, älteres Ehepaar sass vor dem Fernseher und vermietete mir ein Zimmer für 35 Euro. Das passt. Frühstück wollen sie lieber keines machen, was mich aber auch nicht störte.

Ich kaufte in einem kleinen Mercato die nötige Verpflegung und genehmigte mir danach ein feines Essen in einer Pizzeria. Nun freue ich mich auf morgen, denn dann werde ich bis zum „Lago di Bracciano“ fahren, den ich von unseren Ferien vor zwei Jahren in sehr guter Erinnerung habe. Das GPS sagt: 114 km., 5:53 Std., 1‘030 Hm.

(46) schöne Küstenfahrt

Bilder im Fotoalbum (Nr. 732 – 743)

Ich blieb bis kurz nach acht Uhr im Bett liegen und am reichhaltigen Frühstücksbuffet wollte ich noch einen Teil des happigen Zimmerpreises herausschlagen, weshalb ich heute später als gewöhnlich aufs Velo stieg.

Glücklicherweise stand heute eine äusserst flache Tour, alles entlang der Küste auf dem Programm, denn nach den zwei vergangenen Tagen hätte ich weitere Berge nicht mehr wirklich gebraucht. Von „Gaeta“ über „Sperlonga“, „Terracina“ bis nach „San Felice Circeo“ war es dann einfach traumhaft schön. Zuerst noch etwas Steilküste, dann wurde es immer flacher und die Strände breiter. Im Vergleich zu anderen Orten war hier alles sehr sauber und machte einen gut gepflegten Eindruck. Selbst die Strassen waren breiter als sonst und so konnte ich problemlos entlang der Küstenstrasse fahren, denn rechts der Seitenlinie war meist noch über einen Meter Platz.

Nach San Felice di Circeo steigt die Strasse etwas an, streift den Monte Circeo und danach gelangt man in den „Parco Nazionale del Circeo“. Das ist eine sehr interessante Gegend. Links ist das Meer, ein breiter Sandstrand mit vielen Lidos, dann folgt ein schmaler Landstreifen auf dem die Strasse verläuft und rechts davon sind lange Seen, die parallel zum Meer verlaufen. Leider sieht man nicht sehr viel von diesen Seen, denn ein Busch- und Baumstreifen sowie viel Privatbesitz mit hohen Zäunen versperrt die Sicht.

Die Strasse führt dann fast 30 Kilometer entlang dieser eigentümlichen Landschaft und da die nächsten Berge ziemlich weit entfernt sind, windet es wieder heftig. Meist quer, direkt vom Meer, oft aber auch schräg von vorne. Von grossen Dünen wird immer wieder Sand über die Strasse geweht und jedes Auto welches mich überholt, wirbelt zusätzlich Sand auf. Ich habe Sand in den Augen, im linken Ohr, im Mund und linksseitig fühle ich mich wie sandgestrahlt. Zum Glück kommt alle paar Kilometer eine Bar am Strassenrand, so dass ich oft anhalte um etwas zu trinken und vor dem Wind in Deckung zu gehen.

Wie bereits ganz im Süden, so habe ich auch heute grosse Mühe, gegen den Wind zu fahren. Da es hier zudem ziemlich böig windet muss ich auch immer aufpassen, dass ich einigermassen die Spur halten kann. Ich fahre zwar in der Ebene geradeaus, doch da ist nichts Leichtes, kein gemütliches Rollen mehr, wie noch am Morgen. So wird einem kein Meter geschenkt, alles ist Anstrengung und Kampf.

Deshalb beschliesse ich, heute nicht so lange zu fahren wie gestern, denn wenn ich übermüdet ein Hotelzimmer suchen muss, fälle ich nicht mehr unbedingt gute Entscheidungen. Kurz nach vier Uhr mittags komme ich in den Ort „Lido di Latina“, dem Badeort der Ortschaft „Latina“, die knapp 10 Kilometer landeinwärts liegt. Schon bald kommen erste Hotels und ich denke mir, dass ich nicht rasch entscheiden sollte, sondern zuerst einmal das Angebot sondieren, bevor ich wo nachfrage.

Kurz vor der Ortsmitte finde ich jedoch das Hotel „Gabriele“ recht ansprechend. Nicht sehr gross, drei Sterne, etwas von der Strasse zurückversetzt, ja, da frage ich nach. Die Frau am Empfang ist sehr freundlich und der der Herr „Gabriele“ stellt sich mir auch gleich vor. Das Zimmer koste 45 Euro, habe Klimaanlage und das Velo könne ich im Hoteleingang abstellen, der nachts geschlossen werde. Sehr freundlich. Ich frage, ob ich ein Zimmer mit Meersicht haben könne. Er sagt ja, wenn ich wolle, doch das würde er mir nicht empfehlen, denn im Nachbarhaus sei eine Discothek, die bis 02:00 Uhr laut Musik spiele. Nach hinten, zum Parkplatz sei es viel ruhiger, da könne ich gut schlafen. O.K. Den Rat fand ich echt nett und hilfreich.

Später spazierte ich noch etwas durch den (gesichtslosen) Badeort und entlang des breiten Sandstrandes. Es windet derart stark, dass nur ein paar geübte Wind- und Kite-Surfer im Wasser zu sehen sind. Abends esse ich sehr gut in der hoteleigenen Pizzeria und als um zehn Uhr der Bass der Disco zu dröhnen beginnt, bin ich wirklich froh, dass Zimmer nach hinten genommen zu haben. Das GPS sagt: 92 km., 4:16 Std., 270 Hm.

(45) zwei Hügel und dann ans Meer

Bilder im Fotoalbum (Nr. 722 – 731)

Das Hotel war wirklich alt und billig doch um halbwegs gut zu schlafen hat es gereicht. Etwas überrascht war ich dann heute Morgen doch, als der Hotelier für ein Brioche und einen Cappuccino zusätzliche fünf Euro wollte. Netterweise sagte er das vorher und fügte er gleich an, dass ich dies in der Caffetteria nebenan günstiger erhalten würde, so dass es mir nicht schwer fiel, dankend zu verzichten. Es gibt Leute, die wollen einem einfach nichts verkaufen…

Ich fuhr dann jedoch zuerst aus Caserta heraus, bis ich im nächsten Dorf bei einem kleinen Lebensmittelgeschäft einen Frühstückshalt einlegte. Ich kaufte ein Jogurt, einen halben Liter Milch, ein frisch zubereitetes Schinken-/Käsebrot und eine grosse Flasche Mineralwasser, was insgesamt 3 Euro 80 kostete.

Es folgte eine kleine Kuppe mit nachfolgender Abfahrt und dann einige flache Kilometer in Richtung der ersten Berge. Das Wetter war heute sehr stark bewölkt und in den Hügeln hingen schwere Regenwolken, so dass ich förmlich damit rechnete, nun nach über einem Monat Trockenheit wieder einmal die Regenjacke benutzen zu müssen. Ich packte zur Sicherheit schon mal die Lenkertasche in eine der wasserdichten Seitentaschen und die Regenjacke oben drauf.

Die Strasse hoch zum „Monte Maggiore“ wurde schmaler und schmaler und ich befürchtete schon bald, dass der Asphalt enden und eine Schotterstrasse weiterführt, doch dem war nicht so. Auch der Regen schien andere Wege zu nehmen, so dass ich nur nass vom Schwitzen und nicht vom Regen wurde. Auf 750 Metern über Meer war dann der höchste Punkt erreicht und nebst ein paar Häusern gab es auch einen schönen kleinen Platz, von dem man scheinbar eine gute Aussicht hätte geniessen können, doch heute war ausser weissgrauen Wolken nichts zu sehen.

Auf der nachfolgenden Abfahrt wurden dann die Strassen nass und ich dankte Petrus, dass er es vorher hatte regnen lassen und ich verschont geblieben bin. Nach einem kurzen flachen Stück stieg meine Route ein zweites Mal an, wobei ich gerade um die Mittagszeit in den recht hübschen Ort „Teano“ kam. In den engen Innenstrassen habe ich mich dann etwas verfahren, weil meine Streckenplanung stets in falscher Richtung durch Einbahnstrassen wollte und bei den engen Platzverhältnissen sollte man das dann doch bleiben lassen. Ich fand kein passendes Restaurant, doch bei einem kleinen Platz gab es einen Mini-Mercato und gleich daneben ein Früchte- und Gemüseladen. So kaufte ich etwas Brot, eine Flasche Fanta, drei Pfirsiche und fünf Pflaumen und picknickte auf einer Parkbank.

Der zweite Berg hiess dann „Rocca Monfina“ und führte mich auf knapp 800 Meter über Meer. Ab etwa 600 Metern über Meer enden die Hasel- und Baumnussanbaugebiete und man fährt lange Zeit durch kultivierte Edelkastanienwälder, was sehr schön anzusehen ist. Hier musste es sehr stark geregnet haben, denn immer wieder wurde Laub, Erde und Steine quer über die Strasse gespült und blieb da liegen. Ich musste ziemlich langsam bergrunter fahren, denn erstens wollte ich nicht total dreckig werden und zweitens ist der dadurch rutschige Untergrund ideal um sich ungewollt hinzulegen.

Als sich der Wald lichtete sah ich in das schöne Tal des „Suio“. Die Abfahrt ins Tal war steil und brachte die Bremsen zum glühen. Die nachfolgende Fahrt entlang des Suino in Richtung Meer dahingehend interessant, dass man an bestimmt zehn Thermalbädern mit Hotels oder Sanatorien vorbeikommt und auch an einer Mineralwasserfabrik.

Ich dachte eigentlich, dass ich nun bald ans Meer komme, doch es zog sich noch ziemlich hin und so brauchte ich noch zwei Pausen in Bars, wo ich mich mit Coca Cola wieder aufpeppte. Kurz vor „Formia“ war es dann endlich soweit und ich kam an die Küste.

Ein Strandbad reihte sich an das andere, doch es war fast nichts los, denn noch immer war es stark bewölkt, am Meer windete es wie immer und die Temperatur war kaum bei 25° Grad. Es gab da wieder die bekannten Ferienhaussiedlungen und auch ein paar Hotels, doch ich dachte mir, dass mir das zu öde ist und ich lieber im Ortskern ein Hotel suche. Ich habe dann Formia aufgekreuzt und nichts gefunden. Dann dachte ich, dass es wohl entlang der Küste Hotels gibt, doch das war auch eine Fehleinschätzung, denn da gab es nur viele prächtige Villen und kein Hotel.

So ging es weiter bis zum Ortseingang von „Gaeta“ einer auf einer Landzunge gebauten, alten Stadt. Gleich am Ortseingang gab es ein Hotel-Infoschild, doch darauf waren nur sieben Hotel aufgelistet. 2x 2 Stern, 3x 3 Stern und 2x 4 Stern. Ich versuchte es zuerst bei den Zweisternhotels, wobei ich das erste gar nicht finden konnte. Irgendwie fuhr ich im Kreis, doch ein Hotel war nicht zu sehen. Langsam war ich müde und genervt.

Dann versuchte ich es beim zweiten Zweisternhotel, welches ich tatsächlich auch finden konnte. Ausgebucht. Auf dem Weg zu einem Dreisternhotel fuhr ich direkt an einem Viersternbunker vorbei. Fragen kostet nichts. Stimmt. Für das Einzelzimmer wollten sie aber 110 Euro, worauf ich dann doch dankend ablehnte.

Beim Dreisternhotel Serapo schien ich mehr Glück zu haben. Ja, sie hätten noch ein Einzelzimmer, für 60 Euro. Ich war müde und wollte endlich unter eine Dusche, also sagte ich zu. Der Mann an der Reception nahm mir meine ID ab und meinte, dass ich doch schon mal das Velo in den Innenhof stellen und mit dem Gepäck wieder herkommen solle. Er mache in der Zwischenzeit die Papiere bereit und zeige mir dann das Zimmer. Als ich dann wieder vor der Theke stand, legte der nette Mann einen Dackelblick auf, entschuldigte sich und sagte, dass sie leider nur noch ein Doppelzimmer frei hätten und er mir dieses statt für 120 für 80 Euro geben könne. Ich fühlte mich voll betrogen und er konnte froh sein, dass ich kaum italienisch sprechen kann, sonst hätte ich ihm meine Meinung gesagt. Ich überlegte mir ernsthaft ob ich Nein sagen und mich wieder auf die Suche machen soll, doch ich war wirklich fertig. Zähneknirschend unterschrieb ich das Anmeldeformular, liess mich aufs Zimmer begleiten und kochte innerlich. Dieser Scheisskerl!

In solchen Situationen hilft es, wenn ich lange dusche, mich rasiere und auch sonst etwas pflege. Viel Zeit hatte ich jedoch nicht, denn ich wollte vor Einbruch der Dunkelheit noch ein paar Eindrücke von der Altstadt von Gaeta gewinnen und Hunger hatte ich auch. Was für ein Ferienstress!

Ich fand einen kleinen Imbiss, der fünf verschiedene Sorten Pasta und etwa gleichviel verschieden Pizza anbot. Das war genau das Richtige für mich. Zuerst Pasta, dann Pizza und dazu eine grosse Flasche Bier, danach fühlte ich mich besser. Bis ich dann im Bett war, war es nach 23 Uhr… Das GPS sagt: 122 km., 6:50 Std., 1‘680 Hm.

(44) Caserta

Bilder im Fotoalbum (Nr. 675-719)

Der günstige Preis des 4*-Hotels relativierte sich dahingehend, dass man den Lärm der Discothek bis morgens um ein Uhr erdulden musste, bevor an Schlaf zu denken war. Dafür war das Frühstücksbuffet riesig und liess keine Wünsche offen. Ich war also gut motiviert für meine heutige Tour.

Zuerst fuhr ich die gleichen sechs Kilometer, die ich gestern zurück fuhr und schon bald musste ich feststellen, dass es nach Nola für lange Zeit wirklich kein Hotel mehr gegeben hätte. Zum Glück fragte ich also gestern nach. Die Strecke wurde nämlich zusehens steiler und ich fuhr durch grosse Anbauflächen von Haselnuss und später von Baumnüssen. Zwischenzeitlich war es heftig steil und da es heute ein ziemlich warmer Tag war, schwitzte ich schon bald heftig.

Leider habe ich derzeit keine Karte vor mir und die Ortsnamen sind mir nicht in Erinnerung geblieben, deshalb eher allgemeine Beschreibungen.

Bis nach „Montesarcchio“ waren es ziemlich hüglige 30 Kilometer und so war es ziemlich genau zwölf Uhr mittags, bis ich da war. Der Ort wird von einem Kloster und einer Festungsanlage überragt und da wollte ich natürlich auch hinfahren um ein paar Fotos zu schiessen. Eigentlich dachte ich, dass es danach nur noch über einen kleinen Hügel geht und dann viele flache Kilometer folgen werden, doch da täuschte ich mich gewaltig.

Aus dem kleinen Hügel wurde ein richtiger Berg und ich war froh, als ich auf einer Tafel las, dass es auf 1‘100 Metern über Meer ein Rifugo gibt. Rifugios sind wie bei uns Bergrestaurants und meistens am höchsten Punkt gelegen. Ich kämpfte mich also da hoch und als ich dann endlich das Rifugio sah, war mir klar, dass ich mich selbst verpflegen musste. Da stand nur noch eine Ruine, bestimmt schon mehrere Jahre lang. Die Aussicht war aber dennoch ganz ausgezeichnet und so genehmigte ich mir ein Jugurt, einen Pfirsich und zwei Riegel aus der Tasche und trank den Rest des Wassers der Madonna (aus Castellammare di Stabio).

Nach der schönen Abfahrt in das nächste Tal folgten ein paar wenige flache Kilometer, bevor die Strasse gleich mit 10% Prozent anstieg. Zum Glück nur knapp 200 Höhenmeter, diese jedoch sehr gleichmässig steil. Das musste ich natürlich mit einer Cola und einem Gebäck in einer Bar belohnen.

Ich schaute auf die Karte, denn mittlerweile war es nach vier Uhr mittags und ich war auch langsam müde. Caserta war der nächste grosse Ort, wo ich ganz bestimmt ein Hotel finden würde. Caserta… da war doch irgendetwas…

Ich konnte mich nicht mehr wirklich erinnern, doch kaum lichtete sich der Wald auf der Abfahrt und ich bekam freie Sicht auf den Ort, war mir klar, worum es dabei geht. Da ist der bourbonische Königspalast mit seinem riesigen Park und der Quelle, die das Wasser drei Kilometer weit schnurgerade in Richtung Palast führt. Ich freute mich schon sehr darauf, als ich im Zentrum von Caserta noch einen typischen Velo-Auto-Zusammenstoss erlebte. Ich fuhr an einer Reihe geparkter Fahrzeuge entlang, als plötzlich eine Autotüre aufging. Ich wich reflexartig aus, doch mit der rechten Seitentasche knallte ich halt doch noch in die Türe. Zum Glück stürzte ich nicht, doch der Knall bei der Berührung kam mir bekannt vor. So wie ich mir kurz vor Assisi die linke Satteltasche abgerissen hatte, so baumelte nun die rechte Tasche an der Halterung. Der Fahrer des Autos entschuldigte sich mehrfach, doch es war ja nichts Ernsthaftes passiert. Ich konnte weiterfahren und muss halt heute Abend auch die rechte Tasche reparieren. Ich weiss ja nun, wie das geht…

Dann konnte ich die wirklich einzigartige Anlage des Palastes besichtigen. Zum Glück war ich mit dem Velo da und man darf auch durch den Park fahren, denn hinauf bis zur Quelle und zurück, da kommen schon ein paar Kilometer zusammen. Ich will nicht mehr viele Worte darüber verlieren, denn ich machte einige Fotos, die im Album zu sehen sind.

Ich fand dann auch schnell ein Hotel. Zwar einen ziemlich runtergekommenen Schuppen, doch es muss ja nicht immer Viersternekomfort sein. 40 Euro ist ja auch eher auf der günstigen Seite. Da es da kein Internet gibt, machte ich mich auf die Suche nach einem Internetcaffee, wurde jedoch nicht fündig. Als ich mich bei einem zentralen Platz in ein Strassenkaffee setzte, zückte ich deas Netbook und liess mir alle verfügbaren WLAN-Netze anzeigen. Von den etwa zehn Stück musste ich nicht lange probieren, bis ich ein ungesichertes Netz ohne Passwortabfrage fand und über dieses Netz sende ich nun diesen Beitrag. Das GPS sagt: 103 km., 6:31 Std., 2‘040 Hm.

hallo...

Nachdem ich nun drei Tage in Unterkünften ohne Internetverbindung verbrachte, gibt es nun wieder einmal ein paar Updates. Dazu möchte ich noch ein paar Worte sagen.

1. Vielen Dank für die lieben Kommentare. Ich habe leider nicht wirklich die Zeit um darauf im Einzelnen einzugehen. Vieles können wir auch nach meiner Reise noch persönlich besprechen. Wer auf seinen Kommentar ein Feedback von mir erwartet, soll das bitte hinschreiben. Danke.

2. Ich muss den Aufwand für's bloggen etwas reduzieren können. Aus diesem Grund gibt es direkt im Blog nun vorerst einmal keine Bilder mehr. Das Aussortieren, Formatieren, Hochladen und im Text Plazieren kostet einfach zu viel Zeit. Ausserdem sind die Internetverbindungen teils ziemlich langsam.

3. Dafür bemühe ich mich, das Fotoalbum regelmässig nachzuführen. Ja ich weiss, mit über 600 Bildern ist es nicht mehr gerade klein und eventuell wäre es besser mehrere kleine Alben zu machen, doch auch dafür will ich mir momentan die Zeit nicht nehmen.

4. Wie Einigen bereits aufgefallen ist, bin ich relativ zügig unterwegs und der Teil "in mich gehen" ist bisher zu kurz gekommen. Stimmt. Ich fahre wirklich fast jeden Tag Velo und das werde ich so lange beibehalten, wie das Wetter stimmt, ich keine Lust mehr habe oder mich eine Panne zum anhalten zwingt. Ich verschiebe den "in mich gehen" Teil mal bis nach dieser Reise, denn das kann ich auch zu Hause tun. Momentan mache ich eine Art Bewegungsmeditation in toller Umgebung.

5. Mit ein Grund zum obigen Punkt ist, dass ich nach über 40 Tagen doch schon ein kleines bisschen Heimweh nach meiner Frau und anderen lieben Menschen habe. Ich würde auch gerne wieder einmal etwas mehr mit jemandem sprechen als nur woher ich komme und wohin ich fahre.

6. Das Fotoalbum hat verschiedene Funktionen, die ev. nicht alle bemerkt haben. Wenn man mit der Maus in den oberen Bildbereich fährt, kann man z.B. ein "i"-Feld anklicken, damit man die Bildkommentare lesen kann. Man kann dann auch die Bildgrösse auf die eigene Bildschirmgrösse anpassen und zwischen Diaschau und Einzelbildanzeige wählen.

7. Macht Euch bitte keine Sorgen, wenn es hier ein paar Tage ruhig bleibt. Sollte mir wirklich etwas passieren, so würde Karin hier eine kurze Notiz hinschreiben. Ansonsten ist davon auszugehen, dass ich einfach keine Internetverbindung habe. Ich bin auf WLAN und Internet in Hotels angewiesen. Per Handy und GPRS/UMTS ist die Geschichte mit meinem Schweizer PrePaid-Abo viel zu teuer.

8. Wenn ich etwas vergessen habe, was jemand noch wissen will, bitte einen entsprechenden Kommentar schreiben.

Danke.

(43) Golf von Salerno und von Neapel

Bilder im Fotoalbum (Nr. 650 - 674)

Morgens um halb sieben weckten mich die ersten Sonnenstrahlen und so war klar, dass ich gleich um 07:30 Uhr zum Frühstück erscheine um dann möglichst zeitig losfahren zu können. Ich freute mich auf den zweiten Teil der Amalfiküste, bis nach Santa Agata und dann natürlich auch auf die Küste in Richtung Neapel, die ich teilweise aus früheren Ferien schon kannte.

Vielleicht lag es bloss am Wetter, doch irgendwie fand ich diesen Teil der Amalfiküste noch schöner als den gestrigen Teil. „Praiano“ ist schon sehr schön und „Positano“ ist einfach traumhaft. Weil es etwas kleiner ist als Amalfi und die Strasse oberhalb der Ortschaft durchführt, ist Positano einfach noch eine Spur romantischer. Ich kriegte etwas Herzschmerz weil ich mir wünschte, dass Karin mit dabei wäre. Ihr gefällt die Gegend so gut und mit ihr wäre halt vieles noch einen Tick schöner. Zu zweit nimmt man sich mehr Zeit, schaut mehr Dinge an und kann die Freude halt auch teilen…

Nach Positano steigt die Küstenstrasse noch ziemlich an und am äussersten Landzipfel, beim „Monte Lubrense“ ist man dann auf knapp 500 Metern über Meer und geniesst immer wieder grandiose Ausblicke der Küste entlang. Man kann auch die Insel Capri sehen, doch für ein Foto hatte ich einfach nie wirklich freie Sicht, da entlang der Strasse immer wieder Bäume oder Häuser stehen.

Die nachfolgende Abfahrt nach Sorrento war ein Genuss, doch kaum im Ort begann schon wieder das grosse Verkehrschaos. Ich war froh, als ich unten an die Hafenpromenade kam und mir in einer schönen Caffeteria einen nächsten Cappuchino mit einem Vanille-Berliner einverleiben konnte. Das war ganz in der Nähe des touristenhafens und ich konnte zusehen, wie die Schnellbote in Richtung Capri sich füllten und losfuhren.

Kurz nach Sorrento folgt „Vico Equenze“ wo wir vor ein paar Jahren mit Freunden in den Ferien waren. Obwohl ich ziemlich aufgepasst hatte, konnte ich das Hotel in dem wir damals waren nicht sehen. Kurz danach kam ich nach „Castellammare di Stabio“, wo ich unbedingt meine Trinkflaschen an der Quelle der „Fonte della Madonna“ auffüllen musste. Obwohl aus bestimmt 8 Hahnen Wasser fliesst musste ich kurz anstehen. Einheimische kommen mit ganzen Kisten voller PET-Flaschen um diese hier zu füllen und dann im Kühlschrank zu lagern, bis sie wieder leer getrunken sind. Das Wasser war frisch und schmeckte wirklich köstlich.

Schon bald darauf kam ich nach Pompei, was natürlich ein riesiger Touristenmagnet ist. Die Ausgrabungen der nach dem Vulkanausbruch mit heisser Asche zugedeckten Stadt hatte ich auch schon früher besichtigt, weshalb ich nur aussen am Gelände und an den dutzenden von Souvenierständen vorbei gefahren bin. Im Zentrum von Pompei machte ich noch ein Foto der sehr schönen Kirche und machte mich dann auf den Weg in nördlicher Richtung um Neapel grossräumig zu umfahren.

Das bis in die Schweiz bekannte Abfallproblem wird dann rasch ersichtlich. Kaum hinter Pompei, wo kaum mehr Touristen hinfahren, türmt sich noch immer Abfall entlang der Strassen und die geschmackliche Note ist deshalb nicht immer sehr angenehm. Generell fällt auf, dass hier sehr wenig Geld zur Verfügung steht. Viele Häuser sind in sehr schlechtem Zustand und die Strassen verdienen kaum diese Bezeichnung. Es sind Relikte von 500 Jahren Weg- und Strassenbau. Patchwork-Teppiche der übelsten Sorte. Über weite Strecken ist der Belag aus grossen Steinquadern gefertigt, die furchtbar holprig sind. Wurde später eine Kanalisation verlegt, wurde etwas geteert oder betoniert oder einfach Sand aufgeschüttet. Hier dachte ich das erste Mal auf dieser Tour, dass eine Federgabel nicht schlecht gewesen wäre.

Als ich am späten Nachmittag durch „Nola“, eine grössere Ortschaft fuhr überlegte ich kurz, ob ich schon ein Hotel suchen sollte, doch ich wollte noch etwas weiter fahren. In der Zwischenzeit verdichteten sich jedoch die Wolken und kaum eine halbe Stund später musste man ernsthaft mit Regen rechnen. Ich fragte in einer kleinen Ortschaft nach einem Hotel, doch da gab es nichts. Die Antwort war, ich müsse zurück nach Nola. Die anderen Orte in der Umgebung seien alle zu klein um ein Hotel oder ein Albergo zu haben. So drehte ich also wohl oder übel um und fuhr wieder zurück.Gleich am Ortseingang von Nola sah ich das 4*-Hotel „I Gigli“ und dachte mir, dass dies bestimmt zu teuer ist. Nichts desto trotz wollte ich fragen und siehe da, ein Einzelzimmer mit Frühstück kostet „nur“ 50 Euro, was ich ja schon öfters bezahlt hatte. So freute ich mich, mal wieder 4 Sterne Luxus zu erleben und dadurch auch zu einem Internetanschluss zu kommen. Das GPS sagt: 114 km., 6:20 Std., 1‘120 Hm.

(42) via Salerno nach Amalfi

Bilder im Fotoalbum (Nr. 610-649)

Kurz bevor ich gestern zu Bett ging, begann es zu regnen und heute Morgen war es wirklich stark bewölkt und man wusste nicht so genau, ob es nun vorüber ist oder bald wieder zu regnen beginnt. Wieder war es kaum 25 Grad warm. Also nichts für ein Bade- oder Ruhetag, sondern ein guter Velotag.

Die 47 Kilometer bis nach „Salerno“ waren flach wie ein Pizzablech und die 14 Höhenmeter ergaben sich nur infolge von zwei Brücken, ansonsten wären es Null Höhenmeter gewesen. Da es beinahe windstill war, kam ich super schnell vorwärts und brauchte dafür nicht einmal zwei Stunden.

Salerno selbst wollte ich nicht besichtigen und ist mir eigentlich nur durch den chaotischen Verkehr und die grosse Hafenanlage aufgefallen. In Gedanken an Karin, die Kreuzfahrten liebt, fotografierte ich das Schiff „MSC LIRICA“, die gerade anlegte und die Passagiere ans Land spülte.

Nach einer kurzen Verpflegungspause freute ich mich dann auf ein weiteres UNESCO Weltkulturerbe, auf die „Costa Amalfitana“. Die Strasse wurde bald ziemlich eng und weil dieser Küstenabschnitt in jedem Reiseführer als „must“ beschrieben wird, hatte es auch nicht wenig Verkehr. Zum Glück war es heute Montag und zum Glück war das Wetter nicht strahlend blau, denn sonst hätte es wohl noch mehr Leute unterwegs gehabt. Trotzdem konnte ich die kurvige Strasse geniessen und machte immer wieder kurze Fotopausen. So brauchte ich für die 30 Kilometer bis nach „Amalfi“ fast genau gleich lange wie für die 47 Kilometer bis nach Salerno.

Amalfi war mein erklärtes Tagesziel und deshalb begann ich meine Suche nach einer Unterkunft. Nach drei B&Bs und zwei Hotels war ich jedoch etwas ernüchtert. Alles voll. Als ich die Touristeninformation sah war klar, dass dies die richtige Anlaufstelle ist. Ich musste einen Zettel mit einer Nummer ziehen und zehn Minuten warten, bis ich dran war. Die Antwort war dann einfach. Es gäbe derzeit nur noch 4 oder 5 Sterne Unterkünfte. Das wollte ich nicht, denn das wäre bestimmt zu teuer. Ich setzte mich also in eine Bar und dachte schon, dass es das war. Noch ein paar Fotos machen und dann weiter fahren.

Gleich nach dem Kreisverkehr im Zentrum stockte der Verkehr, weil an einer engen Stelle unbedingt noch einer sein Auto mit Warnblinker abstellen musste. Ich wollte mich schon ärgern als ich sah, dass er Koffer ins Auto packte und mir der Gedanke kam, dass da gerade ein Zimmer frei wird. „Piccolo Paradiso“ klang doch gut und fragen kostet nichts. Also stellte ich das Velo ab und wartete bis das Auto wegfuhr. Dann klingelte ich an der Türe und eine nette Frau machte auf. Ja, Sie hätte ein Zimmer frei. Es sei jedoch ein Doppelzimmer, welches Sie normalerweise für 120 Euro vermiete. Einer Einzelperson würde Sie es für 80 Euro geben. Ich schluckte. HEY! Ich bin nur einmal in Amalfi, das kann ich mir doch auch einmal leisten. Ich sagte also zu und war froh, eine Lösung gefunden zu haben.

Dass Amalfi teurer ist als andere Orte, war mir schon vorher klar und diese Erfahrung macht man in jeder Bar und bei jedem Souvenierstand. Doch so ist es nun mal. Es heisst ja Amalfiküste und nicht irgendwie anders, das hat nun mal seinen Preis. Wer in Zermatt übernachten will, weil er das Matterhorn sehen will, bezahlt auch mehr als unten im Tal.

Nach der Dusche erkundete ich noch etwas den Ort. Hier muss man fit sein! Ausser einer Stichstrasse in der Ortsmitte gibt es keine Strassen und überall geht es Treppen hoch und runter. Das hat wirklich Charme! Wegen des bedeckten Himmels sind die Fotos leider nicht so kontrastreich geworden, doch alles kann man nun mal nicht haben. Natürlich gibt es sehr viele Touristen hier, denn viele Busse verkehren zwischen Salerno und Amalfi. So sah ich beispielsweise auch zwei Busse, die mit MSC-LIRICA angeschrieben waren und die viele Amerikaner hier her gebracht hatten.

Morgen will ich zeitig aufstehen, hoffe auf gutes Wetter und freue mich auf Positano, welches keine 20 Kilometer entfernt ist und das ich in guter Erinnerung habe. Das GPS sagt : 76 km., 3:54 Std., 390 Hm.