absurde Statistik

Zum Monatsende hin habe ich meine Aktivitätenliste aktualisiert und somit sind auch die Daten der Sommerreise darin eingeflossen. Nur, das verzerrt die Statistik nun derart, dass die Tabelle nicht mehr wirkliche Aussagekraft hat.

Auf meiner Reise durch Italien legte ich insgesamt 5'672 Kilometer zurück und meisterte 67'030 Höhenmeter. Für den Monat Juli, indem ich an 29 der 31 Tage auf dem Velo sass, ergeben sich so unglaubliche Zahlen wie: 2'844 gefahrene Kilometer oder durchschnittliche Dauer der sportlichen Aktivität von 5 Stunden und 16 Minuten pro Tag. Wohlverstanden, jeden Tag, inkl. Sa. und So. Absurd viel...

Schon jetzt weist die Statistik mehr Kilometer aus, als ich je zuvor in einem Jahr gefahren bin und noch liegen vier Monate bis zum Jahresende vor uns. Die 10-Tausender-Grenze wird bestimmt noch fallen. Unglaublich und absurd viel...

Es liegt ja in der Natur der Sache, dass eine solche Reise ein einmaliges Erlebnis ist und so gesehen machte die Integration in die Aktivitätenliste nicht wirklich Sinn. Eventuell erstelle ich eine zweite Liste, in der ich die Leistungsdaten der Monate Juni, Juli und August des Vorjahres übernehme. So kann ich dann besser die Jahre untereinander vergleichen. Anyway. Ich habe für diesen Statistikquark einige Zeit aufgewendet und bin schlussendlich an den Punkt gelangt wo ich denke: Nun kann ich Statistiken auch gleich bleiben lassen...

füllen des Vakuums

Die letzten drei Wochen dienten vor allem dazu, die in den knapp neun Wochen der Veloreise entstandenen Bedürfnislöcher zu stopfen. Am Anfang standen natürlich die naheliegenden Geschichten wie Dusche, Bett und Essen. Dabei genoss ich die zuvor vermissten Ressourcen ganz besonders. In der ersten Woche kochte ich uns so ziemlich alle meine Lieblingsgerichte und war froh, dass die Zeit von Linguine und Pizza vorbei war.

Gleich danach machte ich mich an das Mobilitätsloch. Velofahren ist zwar toll und schön, doch wenn es nur darum geht möglichst schnell, einfach und komfortabel von A nach B zu kommen, bietet das Auto halt schon viel mehr. Aus welchen Gründen auch immer entschied ich mich dann aber kurzfristig um und kaufte statt einem Auto ein Motorrad. Ziel ist eigentlich, dass der Töff das Auto ersetzen soll, doch man muss mal sehen, was ich im Herbst und Winter oder nach einer längeren Schlechtwetterperiode von dieser Idee noch halte. Momentan ist es natürlich cool, mit einem so neuen und tollen Motorrad durch die Gegend zu fahren.

Als Nächstes dann die Beziehungs- und Kommunikationslöcher wieder auffüllen. Nach den zwei Monaten alleine sein brannte ich natürlich darauf, Freunde wieder zu treffen und mich mit ihnen auszutauschen.

Dann endlich wieder einmal andere sportliche Betätigungen ausüben als "auf der Strasse Velo fahren". Wieder mit Freunden durch Wälder biken und Singletrails fahren, mit Karin ins Pilates und in die Yogastunde.

Hinzu kam dann noch die Garten/Gartenhausgeschichte, wo ich auch Energie und Zeit investieren konnte. Und so vergingen diese drei Wochen wie im Flug und das bloggen ist merklich ins Hintertreffen geraten.

neue HR-Felge

Letzte Woche kaufte ich bei www.mainstreet42.ch eine neue Hinterradfelge für das Kish. Nachdem ich ja einen fast durchgängigen Riss im Felgenbett entdeckt hatte, war es an der Zeit, die Felge zu tauschen, bevor es zu einem Bruch kommt.

Nach etwas diskutieren waren wir der Meinung, dass eine etwas stabilere und breitere Felge wohl sinnvoll sei und so entschied ich mich für eine Stan's ZTR Flow. Die gleichen Felgen fahre ich auch am Santa Cruz Fully und die halten ganz ordentlich was aus. Dazu noch 32 neue Speichennippel aus Messing.

Heute Morgen baute ich dann das Hinterrad aus dem Rahmen, entfernte Reifen und Schlauch und speichte dann von der alten auf die neue Felge um. Das war nicht allzuschwer und ging auch ziemlich flott. Richtig gut zentrieren kann ich Räder nicht, dafür fehlt mir auch ein Zentrierständer, doch es gelang mir auch so, das Rad ziemlich gerade aufzubauen. (Für einen Feinschliff werde ich mich am kommenden Donnerstag mit Peter treffen).

Da es heute schon wieder ziemlich schönes Wetter war, nutzte ich dann den Nachmittag für eine Testfahrt und einen schönen Sonntagsbummel an das Zürcher Seebecken. Die Luft war nach dem gestrigen Regen ganz klar und glasig, die Berge waren zum greifen nah, richtiges Postkartenwetter. Sehr schön. Ganz gemütlich genoss ich einen schönen Sonntagmittag und rundete den tag mit einem kurzen Besuch bei meinen Eltern ab.

Regenbiken

Nach dem gestrigen Temperatursturz war es heute nur noch um die 15° Grad und den ganzen Tag war es ziemlich regnerisch. Trotzdem wollte Jürg eine Bikerunde drehen und da ich nichts Besseres vor hatte, hatte ich auch keine valable Ausrede. Nur wegen ein bisschen Regen bleibt man ja nicht gleich zu Hause.

Wir fuhren so ziemlich unsere normale Standardrunde über den Irchel und so nutzte ich auch einen kurzen trockenen Moment für ein Standardfoto. Keine zehn Miuten später goss es wie aus Kübeln, so dass sich auch die Bikeschuhe schon bald mit Wasser füllten. Nach der Tour musste also eine gründliche Reinigung von Bike und Mann her. Schön war es trotzdem.

Gartenhaus und Garten

Karin und ich wollen unsere Gartenumgebung entwirren und neu gestalten lassen. Dafür lassen wir uns von Gartenbauunternehmungen nun Offerten erstellen. Zu diesen Arbeiten kommt nun der Bodenbelag für das neue Gartenhaus und den Vorplatz. Das Gartenhaus an sich will ich selbst bauen und dafür verwendete ich in den letzten Tagen einiges an Hirnschmalz.

Heute nun konnte ich endlich eine Matrialliste erstellen und damit machte ich mich auf den Weg zu einem grossen Heimwerkermarkt in der Umgebung. Der erste Dämpfer war dann die Lieferzeit für die Türe und die zwei Fenster: 5-6 Wochen. Na ja, muss halt so sein. Und so schlimm ist es auch nicht, ohne Türen und Fenster ist es halt einfach zu Anfang nur ein offener Unterstand. Diese Teile kann ich auch ganz zum Schluss noch verbauen.

Ein netter Verkäufer hat mich beraten und meine Wunschliste entgegengenommen. Dafür macht er mir nun bis morgen Nachmittag eine Offerte. Mir ist schon klar, dass meine Vorgenhensweise zu einem ziemlich teueren Gartenhaus führen wird. Ein fertiges Haus gekauft und hingestellt wäre bestimmt günstiger. Nur würde es dann wieder nicht meine Anforderungen bezüglich Velo- oder Töffgarage erfüllen. Ausserdem ist es eine gute Herausforderung für mich und ich weiss, womit ich mich in den nächsten Wochen beschäftigen kann. In dieser Zeit sollte ich mir auch einmal ein paar Gedanken zu meiner beruflichen Zukunft machen. Gegen Ende Jahr brauche ich wieder Arbeit und Einkommen. Es ist eine schöne, interessante und spannende Zeit.

Sommer-Samstagsrunde

Um neun Uhr kamen vier Bikefreunde zu mir um gemeinsam auf eine Samstagstour zu starten. Die Idee war: Tössegg, Eglisau, Rheinsfelden, Kaiserstuhl, Oberweningen, Lägern-Hochwacht, Bergwerk-Buchs, nach Hause. Geschätzte 65 Kilometer mit etwa 1'000 Höhenmeter.

Das Wetter war ideal. Sonne pur und warme Temperaturen. Es hat geklappt! Ich scheine tatsächlich den Sommer mit in die Schweiz gebracht zu haben! Wunderbares Bikewetter!

Bin ich jetzt in der Form meines Lebens? Ich war noch nie so gut trainiert und in den letzten 20 Jahren noch nie so leicht wie jetzt. Natürlich fahre ich heute leichter berghoch als mit 10 Kilo mehr Körpergewicht, wie vor zwei Jahren. Wichtig ist es mir aber deswegen immer noch nicht. Es geht um die Erfahrungen, die einem Mountainbiken vermittelt und die lassen sich mit jedem Gewicht und jedem Fitnesslevel erfahren. Es ist aber ein sehr schönes Gefühl, so gesund und fit zu sein. Hoffentlich hält dies noch lange an! Da empfinde ich Dankbarkeit.

Standardsingletrailrunde zu Hause

Es hat doch ein paar Tage gedauert, bis ich mit dem Santa Cruz Tallboy eine Kennenlernrunde unter die Stollen nahm. Das Terrain war gut, das Wetter perfekt und Zeit hatte ich auch. Alles genau richtig!

Mountainbiking ist mit Strassentourenradfahren, so wie ich dies 8 Wochen lang gemacht habe, überhaupt nicht zu vergleichen. Offroad klappt Pulskontrolle sehr schlecht, denn steil berghoch bedeutet halt einfach hoher Puls. Auch Abfahrten fordern. Heute verweigerte ich an allen schwierigen Schlüsselstellen. Mir fehlte der Mut und das Feingefühl, um gleich auf der ersten Tour etwas zu riskieren. Lieber stieg ich ab und schob ein paar Meter. Aber Spass macht die Sache schon sehr. Möglichst wenig Asphalt ist der Wunsch des Tallboy von Santa Cruz. Demgegenüber steht das Kish, welches möglichst viel Asphalt, für schnelle und lange Ausfahrten liebt. Mein Velopark ergänzt sich sehr gut.

KTM 690 Enduro R

Heute Nachmittag war es also soweit und ich konnte das neue Motorrad abholen. Vater brachte mich mit seinem neuen Roller zu der Garage und da stand er schon abfahrbereit vor der Türe, mein neuer Töff. Dazu gab es noch ein paar Bedienungsanleitungen und Handbücher, dann konnte es losgehen. Mein Mobilitätsbarometer zeigte steil nach oben!

Ich fuhr nach Hause auf den Gartensitzplatz und schaute mir meine neue Errungenschaft genauer an. Als Zubehörteile fand ich die zwei hinteren Griffe, die ich gerne auch dranhaben wollte. Dazu musste ich die hintere Abdeckung demontieren und vier richtig grosse Löcher an genau den richtigen Stellen bohren/schneiden/wie auch immer. Immerhin waren die Mittelpunkte der Bohrungen auf der Innenseite markiert. 15mm grosse, runde Löcher waren gefragt. Wer hat schon einen 15mm Bohrer? Bei 10mm war bei mir Schluss. Hmmm... Im Alteisen finde ich ein dünnes Stahlrohr mit 15mm Aussendurchmesser. Dieses erhitzte ich mit dem Gasbrenner bis zur Glut und schmelzte die vier gewünschten Bohrungen aus dem zähen Kunststoff. Das hat wirklich sehr gut funktioniert und ich konnte beide Griffe danach passgenau montieren. Wirklich sehr gut hingebastelt...

Auf der rechten hinteren Seite möchte ich eine Befestigung für Rad-Seitentaschen anbringen. Dieses einfache Anbringen und Wegnehmen, zusammen mit dem guten Stauvolumen, das hat mich von den Taschen und dem System an und für sich überzeugt. (Regenzeug werde ich wohl immer mitführen). Die Tasche darf aber nicht nach innen zum Rad hin pendeln, deshalb braucht die Halterung eine Fixierung der Rückwand (Bügel nach unten). Wie man das stabil genug anbaut, weiss ich noch nicht. Bis ich eine gescheite Lösung habe, fahre ich einfach mit Rucksack.

Abends machte ich dann noch eine Einweihungstour durch das Zürcher Oberland. Das ist genau der richtige Töff für mich. Bis etwa 120, 130 geht er ab wie die Feuerwehr, darüber wird es eher ungemütlich und schwammig. Wenn man ausserorts Gas gibt, ist man schnell auf 100, aber nicht auf 140, wie mit der KTM 990 Supermoto T. Ein Einzylindermotorrad hat eine ganz eigene Charakteristik und die macht bei der gekauften 690 Enduro R richtig Spass. Der Motor ist durchzugsstark und gutmütig, im oberen Drehzahlbereich dann aber doch noch recht giftig und agressiv, so dass man die sechs Gänge speditiv durcharbeiten kann. Das leichte Gewicht des Töffs ist ein weiterer Pluspunkt. An Kreuzungen kann ich gut stehen und auch langsame Kurven sind einfach zu fahren. Die lange Sitzbank gefällt mir auch sehr gut. Zum heizen sitzt man besser etwas weiter vorne, beim gemütlichen Bummeln kann man auch einmal etwas nach hinten rutschen. Ja, durchaus praktisch.

Ich habe Freude an diesem Kauf und hoffe, dass viele unfallfreie Kilometer vor mir liegen. Wenn es das Auto wirklich ersetzen soll, wird dieses neue Motorrad häufig gebraucht. Zuverlässig soll es deshalb auch sein. Wir werden es sehen.