an der Nebelgrenze

Heute machte ich seit längerem wieder einmal Bikkleider bereit um ein paar Stunden an der frischen Luft zu verbringen. Ich merkte das daran, dass ich echt überlegen musste, was man denn so bei 5° - 8° Grad alles anziehen muss. Windstopper-Unterleibchen, Langarmtrikot und darüber die Bikejacke, das war dann meine Wahl.

In den letzten Wochen, Monaten, bin ich für meine Verhältnisse sehr wenig Velo gefahren. Seit ich mit dem Töff mobil bin, entscheide ich mich halt meist für den Töff, weil ich damit einfach super schnell von A nach B komme. Die Tage waren mit dem Gartenhaus-Bau ausgefüllt und irgendwie hatte ich einfach nie so den wirklichen Drang um aufs Velo oder aufs Mountainbike zu steigen. Zeit, Gelegenheit und Wetter wären durchaus vorhanden gewesen.

Heute nun wollte ich ein paar Besorgungen machen und dafür eignet sich an einem Samstag das Velo einfach perfekt. Man kann den Autokolonnen gut ausweichen und jeweils direkt vor das Geschäft der Wahl fahren und kostenfrei parkieren. Zuerst fuhr ich nach Winterthur, weil ich noch "Schmuck für mein Gartenhaus" kaufen wollte. Farbige Windspiele und Schleifen. Danach fuhr ich nach Dübendorf zu einem Sport-Outlet-Markt, wo ich mir eine Überziehhose zum Motorradfahren kaufen wollte.

Diese Geschichte geht eigentlich so: Je kälter es nun draussen wird, desto mehr friere ich auf dem Motorrad. Oben rum bin ich einigermassen wintertauglich ausgerüstet, doch an den Beinen und vor allem an den Knien friere ich ziemlich rasch und anhaltend. In den letzten Tagen zog ich mir jeweils die Veloregenhose über die Jeans an, was den Wind zwar recht gut abhält, die Kälte jedoch kaum. Natürlich gibt es spezielle, gefütterte Motorradhosen, doch die haben alle den gleichen Nachteil: Sie sind nicht gedacht um über Jeans getragen zu werden. Entweder trägt man sie direkt auf der Haut, oder an kalten Tagen trägt man darunter eine lange Unterhose. Für Hosen wie eine Jeans ist da kaum Platz. Ausserdem sind sie meist mühsam an- und auszuziehen. Hinzu kommt, dass ich eine Testhose probierte, die satte 449.-- Franken kosten sollte. Das fand ich dann doch etwas gar viel.

Meine Idee ist: Ich will eine gefütterte Windschutzhose, die ich einfach An- und Ausziehen kann, damit ich mit vernünftigem Aufwand wie eine halbwegs normale Zivilperson herumlaufen kann. Lange Reissverschlüsse an den Seiten, um möglichst mit den Schuhen/Stiefeln einsteigen zu können, sind bestimmt auch eine gute Idee. Cowboys trugen so Lederschützer an den Beinen, so etwas in der Art, stellte ich mir vor.

So kommt man rasch auf die Idee, dass Ski- oder Snowboardhosen ähnliche Anforderungen erfüllen müssen (Wind- und Nässeschutz, Isolation, Reissverschluss an den Beinen wegen den Skischuhen) und man deshalb in einem Sport-Outlet unter Umständen ein Schnäppchen schiessen kann. So war es dann auch. Ich fand eine passend grosse Hose, die sich seitlich an den Beinen vollständig öffnen lässt. Ideal! Die Hosenbeine sind auch für die Töffstiefel weit genug. Die Fütterung finde ich zwar etwas dürftig, doch da könnte ich relativ einfach noch nachbessern. Der Neupreis der Hose lag bei 320.-- abzüglich 50% Outlet-Rabatt macht netto 160.-- Franken. Ja, so in etwa der Preisregion habe ich mir das vorgestellt!

Von da machte ich mich erstmal auf den Weg zu einer schönen Bäckerei, wo ich mich etwas stärken und belohnen wollte. Ein heisser Kaffee, ein Käsebrot und zum Dessert ein Spitzbueb, das war formidabel. Bis ich dann wieder zu Hause war, lagen etwas über 50 Kilometer hinter mir, die ich wirklich sehr genossen habe. Das Velo ist wirklich der beste mobile Untersatz! Bei aller Freude die ich am neuen Motorrad habe, etwas besseres als Velofahren mir dem Kish gibt es fast nicht. Das läuft so ruhig und es bleibt nichts ausser Natur und Du. Gerade wenn man im Nebel fährt, der alle Restgeräusche verschluckt und man fast nur noch sein eigenes Herz schlagen hört, ist das kaum zu toppen. Das ist gleiten. Emissionsfreies dahingleiten. Unbeschreiblich...