bbbeat-Design

Am letzten Freitag konnte ich zwei neue Designs für meine Rikscha in Empfang nehmen. Einerseits handelt es sich um das Werbedesign für den Monat Mai (worüber ich im Laufe der Woche sicher noch berichten werde) und andererseits um ein Eigen-Werbe-Design, welches auf diesen Bildern zu sehen ist.

Die Erfahrungen der nun fast zwei Monate mit dem blachenprinz-Design waren durchwegs gut, doch ich stellte halt auch immer wieder fest, dass sich scheinbar einige Leute fragen, ob ich ein reines Werbefahrzeug bewege oder ob sie da auch mitfahren können. Deshalb entwickelte ich dieses Eigen-Werbe-Design. Auf den Seitenteilen ist das Angebot für Taxi-Fahrten beschrieben und auf der Rückwand ist der Tourenplan mitsamt den Beschreibungen und Preisen der Standrundfahrten gross aufgedruckt. Am Samstag bin ich dann erstmals damit rumgefahren und das hat mich wirklich überzeugt! Zwei Mal kriegte ich Anrufe von Leuten die mich vorbei fahren sahen und mich dann für eine Fahrt bestellten. Zudem gab es einige Touristen, die sich die Rückwand genau ansahen und sich so informierten.

Ich kann nun jedoch nur noch morgen Montag mit diesem Design rumfahren, da ich -wie oben erwähnt- ab dem 1. Mai wieder mit Kundenwerbung unterwegs sein werde. Diese Werbeeinnahmen sind essentiell wichtig für mich und darauf kann ich nicht verzichten. Da ich bis jetzt für Juni und später noch keine weiteren Werbekunden gefunden habe, überlege ich mir, ob ich mich gleich auf Juli und später konzentrieren soll, damit ich den ganzen Juni mit meinem eigenen Design rumfahren kann... Mal sehen.

Freifahrt

Eigentlich kann ich es mir nicht wirklich leisten, Leute kostenlos durch die Stadt zu fahren und doch mache ich das ab und zu. Es sind so Momente wo ich schon lange alleine unterwegs bin und mir das Gesicht einer Person so sympatisch ist, dass ich einfach möchte, dass er oder sie mit mir mitfährt.

Heute ging es mir mit der älteren Dame auf dem Foto so. Sie wartete am Bellevue aufs Tram und hat mich schon bei der Anfahrt beobachtet. Als ich dann am Rotlicht unvermittelt neben ihr angehielt fragte sie ganz leise: "Kann man da mitfahren?" "Natürlich kann man" antwortete ich und fuhr direkt aufs Trottoir. Sie wollte an den Limmatplatz und es war mir eine Freude, sie da hin zu fahren. Beim Landesmuseum angekommen fuhr ich mit ihr extra noch eine Runde durch den Platzspitzpark um die nun austreibenden Bäume anzusehen. Sie war ganz begeistert und genoss die Fahrt in vollen Zügen. Am Limmatplatz angekommen dankte sie mir mehrfach und drückte mir doch noch einen 5-Liber für einen Kaffe in die Hand. Unterwegs erzählte sie mir, dass sie schon 91 Jahre alt ist und dass das Alter nicht immer schön sei. So ein tolles Erlebnis wie sie jedoch heute mit mir gehabt hätte, täte der Seele immer wieder gut. Recht hat sie. Mir hat es auch gut getan. So etwas kann Geld gar nicht aufwiegen.

neulich im Tagblatt...

Letzte Woche hörte ich von ein paar Fahrgästen, dass Sie im Tagblatt der Stadt Zürich einen kleinen Artikel über mein Velotaxi gelesen hätten. Ich war mir dessen nicht bewusst und dachte eigentlich, dass die Leute sich irren und mich wohl mit Rikscha Taxi Zürich verwechseln. 

Nun habe ich aber die paar letzten Online-Ausgaben des Tagblatts durchsucht und siehe da, tatsächlich! In der Ausgabe vom 11.04.2012, auf Seite 21, war der oben abgebildete kleine Beitrag. Die Leute haben sich also nicht getäuscht, sondern ich lag falsch. Natürlich freut mich dieser Beitrag. Danke! Nachträglich.

gemeinsame Rikschafahrt

Heute um 15 Uhr war ich mit drei Leuten von Rikscha Taxi Zürich verabredet um mit Ihnen eine 8-köpfige Männergruppe rund eineinhalb Stunden durch die Stadt zu fahren. Dies war unser erster gemeinsame Auftrag und wir verstanden uns dabei auch auf Anhieb gut. Das fand ich doch sehr positiv und das bietet für mich natürlich den Vorteil, dass ich zukünftig auch mehr als nur zwei Personen auf eine Tour mitnehmen kann (ich bestelle mir dann noch Fahrer von Rikscha Taxi Zürich). Etwas belustigt war ich, als einer der drei Elektrorikschas der Strom ausging und sich der Fahrer mit seinem schweren Gerät und den zwei Passagieren richtig abstrampeln musste. Tja, das kann mir nicht passieren...

Vorher und nachher bin ich wie gewohnt die Innenstadt abgefahren und suchte Fahrgäste. Dabei gab es ein paar schöne Begegnungen und als mich eine Polter-Frauen-Gesellschaft anhielt und mich um ein Foto mit der zukünftigen Braut bat, konnte ich natürlich nicht Nein sagen. Für einen Batzen in die Hochzeitskasse konnte ich mir dann auch noch ein Polaroid-Bild mit der Braut kaufen. Ich staunte schon etwas, dass es im Digitalfoto-Zeitalter überhaupt noch solche Apparate gibt. Zwar nicht mehr von Polaroid sondern von Fujifilm. Die Bildqualität ist aber genauso mies wie in alten Zeiten. Lustig fand ich dieganze Aktion dennoch und so kam ich auch zum Bild des heutigen Tages.

Facebook

Eher etwas widerwillig eröffnete ich für BIKE BUTLER BEAT einen Facebook-Account. Heutzutage muss so etwas wohl einfach sein. Ich wurde in den letzten Wochen schon x-Mal darauf angesprochen. Das bedeutet nun aber auch, dass ich mich mit der Materie doch mal auseinander setzen muss um ein halbwegs vernünftiges Profil zu erstellen... Na ja, wenn's hilft...

BIKE BUTLER BEAT - die neue Homepage


HURRA! Seit heute Abend ist meine neue Internetseite für das BIKE BUTLER BEAT Velotaxi online!

Natürlich ist noch nicht alles tip-top fertig (die englischen Texte sind zum Beispiel noch nicht vollständig), doch die grössten Arbeiten sind nun erledigt und so langsam zieht sich auch das einheitliche Design durch. Neu ist die Seite mit TYPO3 erstellt und nicht mehr mit der mir vertrauten Serendipity-Blog-Software. So muss ich für Anpassungen und Erweiterungen mich nun noch etwas in TYPO3 einlesen.

Richtig Freude habe ich an der Gutschein-Seite, wo man jetzt wirklich gleich online Gutscheine bestellen kann und diese im Handumdrehen per E-Mail zugeschickt erhält. Das finde ich SPITZE!

Noch unsicher bin ich, ob ich den "IDEEN"-Reiter nicht ganz nach rechts, hinter "KONTAKT" schieben soll, denn darunter verbirgt sich mein Gefühls-Gesäusel und das sollte/dürfte/könnte wohl auch erst am Schluss stehen. So nach dem Motto: Zuerst die Arbeit (oder das geschäftlich-seriöse) und dann das Vergnügen. Auf der Ideen-Seite möchte ich auch noch Links zu Partnern und Freunden aufnehmen (deshalb steht der Blumenstraus etwas links und nicht zentral).

Es würde mich freuen, wenn der/die eine oder andere Blogleser/in sich ein paar Minuten Zeit nimmt um die BIKE BUTLER BEAT Seite kritisch anzusehen und mir hier seine/n Kommentar dazu abgibt.

Aprilwetter

"Im April, im April, da macht's Wätter was es will" reimte schon Emil ganz treffend...

Bedingt durch meinen neuen Outdoor-Job interessiert mich natürlich das Wetter in Zürich ganz besonders. Und der April 2012 wird wohl hierzulande als ein regenreicher Monat in die Geschichte eingehen. Ich behaupte jetzt schon einmal: Im März war es wärmer und es gab doppelt so viele Sonnenstunden. Hier waren die Ostern verregnet, das Sechseläuten war verregnet und auch in den kommenden Tagen muss immer wieder mit einzelnen Regengüssen gerechnet werden. Alles andere als Rikscha-Wetter...

Zwar hat meine Rikscha, wie man am heutigen Tagesbild gut erkennen kann, ein Regenverdeck, doch Regenwetter reduziert ganz einfach das Potential an Kunden, denn wer nicht unbedingt raus muss, bleibt lieber drinnen. Zudem drückt Regenwetter natürlich auch auf die Temperaturen und bei knappen 10° Grad (und leichtem Regen) haben nicht mehr viele Leute Lust, um in eine Rikscha zu steigen.

Na ja, ich will nicht jammern. Es soll jetzt regnen und dafür einen sonnigen Sommer geben!

ein Jahr später...

Gestern Abend bin ich über zwei Blogbeiträge gestolpert, welche links unter der Rubrik "Vor 1 Jahr" angezeigt wurden. Es waren dies die Beiträge "man sah es kommen" und "genauer betrachtet". Boah... Schon ein Jahr ist es nun her... es lohnt sich, etwas darüber nachzudenken.

Bis Ende August war ich geistig mit dem Thema "Sommerreise 2011" völlig ausgelastet. Zuerst die Planung, dann die Durchführung meiner Veloreise durch Italien beanspruchten mich voll und gaben mir wie gewünscht den nötigen Abstand zu meiner beruflichen Vergangenheit. Es gab sehr viele neue Eindrücke und es tat mir gut, etwas alleine zu sein. In der Fremde, ohne Pflichten, nur mit Möglichkeiten.

Obwohl ich eigentlich plante insgesamt drei Monate unterwegs zu sein, war ich dann schon nach zwei Monaten wieder zu Hause. Die geplante Strecke habe ich dabei wie geplant abgefahren, doch eigentliche Pausen machte ich keine. Ich bin einfach zwei Monate lang Velo gefahren. Als ich wieder zu Hause war, war ich mir deshalb nicht im Klaren, wie ich das werten sollte. War es nun eine Niederlage? Ein nicht aushalten der Einsamkeit? Ein Versagen, auf Fremdes einzugehen und wirklich einmal eine längere Pause zu machen um mir und dem Fremden eine Chance zu geben um aufeinander zuzugehen? Oder wie war das nun? Trotz all der schönen Erlebnisse zog es mich einfach förmlich nach Hause. Hier ist mein Platz. Hier gehöre ich hin... Ich liess in mir die Antwort auf Erfolg oder Misserfolg einfach offen. Es ist egal und es ist gut so, wie es ist. Die Reise war toll, ein wirklich einmaliges Erlebnis, welches so in meinem Leben wohl nie mehr vorkommen wird.

Die wertvollste Erfahrung der ganzen Reise war das sich aufbauende Gefühl, dass es das Schicksal gut mit mir meint. Ich hatte fast immer perfektes Velowetter, nie eine ernsthafte Panne oder einen Unfall, ich erlebte keine gefährlichen Momente und fühlte mich nie unsicher. Immer wieder begegnete ich freundlichen Menschen und immer, wenn ich mal an meine Grenzen kam, öffnete sich irgendwo eine Tür und meine dringendsten Bedürfnisse wurden befriedigt. Das Ganze ist schwierig zu beschreiben, doch es gab mir ein gewisses Ur-Vertrauen. Ich brauche mir nicht zu viele Sorgen machen, sondern kann positiv darauf vertrauen, dass es das Schicksal gut mir mir meint. Es lauern mir keine Diebe auf und niemand will mir etwas Böses. Ich selbst sende Freude, Frieden und Freundlichkeit aus und genau das begegnet mir auch in der Aussenwelt. - Eine wirklich wertvolle Erfahrung...

Dann geschah etwas Komisches. Kaum zuhause wollte ich mir eigentlich ein gebrauchtes Auto kaufen. Ich hatte eine ziemlich klare Vorstellung davon und klapperte dafür verschiedene Autohändler ab, doch mein Herz wurde einfach nicht warm. Plötzlich ein Geistesblitz: "Vergiss bei all den verstopften Strassen ein Auto! Kauf ein Motorrad!" Ein Sekundenentscheid und drei Tage später kaufte ich mir wirklich ein Motorrad. Ich wusste, dass der Winter vor der Türe stand und dass dann ein Motorrad in der Nordschweiz nicht unbedingt eine gute Wahl ist und trotzdem: "Vergiss den Verstand, höre auf dein Herz und schenke ihm Vertrauen!"

Im Herbst befriedigte ich dann meine schöpferischen Bedürnisse mit dem Neubau unseres Gartenhauses. Mit den eigenen Händen etwas erschaffen. Etwas planen und dann pickeln, schaufeln, Holz sägen, bohren, schrauben - wunderbar! Wie öde ist doch dagegen der stets gleiche viereckige Computerbildschirm, vor dem ich nun Jahre gesessen bin....

Dann folgte die Job-Geschichte. Auch die war ziemlich speziell. Nach der grenzenlosen Freiheit des Sommers fürchtete ich mich etwas vor all dem Undefinierten und deshalb bewarb ich mich bei den Zürcher Verkehrsbetrieben als Tramfahrer. So rein kopfmässig erfüllte dies viele meiner Anforderungen, wie z.B.: Eine positive Dienstleistung erbringen, mithelfen den Ölverbrauch zu senken, einen sinnvollen Beitrag an die Gesellschaft leisten und mich in ein klar geregeltes und strukturiertes Umfeld einzugliedern. Das war so meine Ausgangslage. So ein komisches Vorstellungsgespräch wie das bei der VBZ hatte ich zuvor noch nie erlebt. Die zwei anwesenden Personen redeten fast eine Stunde auf mich ein und versuchten mich krampfhaft davon zu überzeugen, dass dieser Job nichts ist für mich. Rein formal konnten sie eigentlich nichts gegen meine Bewerbung unternehmen, doch aus ihrer Sicht würde ich einen grossen Fehler machen, wenn ich wirklich als Tramfahrer arbeiten wolle... komisch... Na ja, sie erreichten ihr Ziel und ich zog meine Bewerbung zurück. Ich dachte: Scheinbar ist dieser Job wirklich über-reglementiert und ich würde mich da bald eingeengt und unwohl fühlen. Also lass ich es lieber...

Hmmm... was nun? Ich hatte keine Ahnung. Es war deshalb angezeigt, dass ich mich professionell beraten lasse und deshalb meldete ich mich für eine "Standort- und Laufbahnberatung" an. Dabei lernte ich einen interessanten Menschen als Berater kennen, welcher mich aber ganz geschickt auf mich selbst zurück warf. Es sei nun wirklich an der Zeit um nur mir, meiner Vergangenheit, meinen Fähigkeiten und meinen Lebenswünschen zu vertrauen. Ich sei ein Mensch mit grossen Freiheiten und deshalb empfehle er mir, mich diesen Freiheiten zu stellen, diese zu nutzen und mich nicht voreilig in Abhängigkeit zu stürzen, nur um etwas Sicherheit zu erlangen. Freiheit heisst Unsicherheit. Sicherheit begrenzt immer irgendwie die Möglichkeiten...

Tja, und da bin ich nun. Ein Jahr nach meiner Kündigung als (wie hiess das doch gleich?) "Information Technology Outsourcing Service Delivery Consultant" bin ich zum ganz einfachen Rikschafahrer geworden. Ich wurde mein eigener Chef und fange ganz klein an. Ohne Hierarchie und ohne Prozesslandschaft. Das Wetter beherrscht meinen Arbeitsrhythmus und freundliche Menschen bestimmen mein Einkommen.

Ich will ganz ehrlich sein. Ich fürchte mich noch oft vor all der Freiheit und spüre auch manchmal Angst, dass alles schief gehen könnte und ich in ein paar Jahren als gestrandete Existenz beim Sozialamt lande. Doch schon wenn ich das schreibe muss ich schmunzeln und weiss irgendwo in mir drin, dass dies nicht der Fall sein wird, dass es bestimmt besser herauskommt. Nun breitet sich vor mir dieses grosse Lernfeld aus, welches so viele Blumen bereit hält, die man nur mit dem Verstand alleine nicht pflücken kann. Es braucht Mut, Freude, Bescheidenheit, Beständigkeit, Friede im Herzen und vor allem: VERTRAUEN.

Ich bin froh, dass ich mich aus meiner Komfortzone getraut habe und viele Sicherheiten hinter mir gelassen habe. Ich will nicht eines Tages auf dem Sterbebett liegen und denken: "Hätte ich doch..." Nein, nun ist es an der Zeit mich vor zu wagen, ohne Übermut und ohne leichtsinnige Risiken einzugehen. Dazu ist mein Vorhaben mit dem Rikschataxi ganz wunderbar geeignet. Es gibt mir alle Freiheiten, ohne dass die Risiken wirklich gross sind. Ich profitiere auch davon, keine grossen Verpflichtungen zu haben und so auch magere Monate oder Jahre überstehen zu können.

Und so komme ich zum Schluss dieses Beitrags wieder zu der Aussage: "Das Schicksal meint es gut mit mir." Heute bin ich zum Beispiel sehr froh, kein Auto sondern ein Motorrad gekauft zu haben. Meine täglichen Fahrten in die Stadt zur Rikscha-Garage bestätigen dies immer wieder. Das ist wieder so ein kleiner Punkt, der mich tiefer Vertrauen lässt. Der mir sagt: "Vertraue deinem Herzen und nicht auf deinem Verstand! Der Verstand ist gut um zu rechnen oder logische Zusammenhänge zu erkennen. Vom Leben und von der Zukunft hat er jedoch keine Ahnung. Der Verstand befasst sich immer nur mit der Vergangenheit und wenn du in Zukunft andere Ergebnisse erzielen willst als in der Vergangenheit, so höre auf dein Herz und vertraue ihm!"