OUT - Muskelentzündung

Seit Anfang Woche plagten mich zunehmend Schmerzen am rechten Oberschenkel. Nachdem der gestrige Auffahrtstag erfolgreich, deshalb aber auch sehr anstrengend war, ging abends, als ich von der Rikscha stieg, dann gar nichts mehr. Ich konnte kaum noch gehen und bei jeder Bewegung schmerzte mich der Oberschenkel und die Hüfte ganz heftig. Es war mir klar, dass ich heute den Arzt aufsuchen musste um der Sache auf den Grund zu gehen.

Wie ich selbst schon vermutete, bestätigte der Arzt eine starke Muskelentzündung am Ansatz zum Hüftknochen. Behandlungsmethode: Mindestens 3-4 Tage Schonung, Wärmeumschläge und Einnahme entzündungshemmender Medikamente oder den Einsatz einer Kortison-Spritze, mit zusätzlichen Entzündungshemmern. Wer mich kennt, kennt auch meine Angst vor Spritzen. Lieber ein paar Tage aussetzen, als mit der Kortison-Keule dreinschlagen.

Es ist etwas schade, denn das kommende Wochenende verheisst recht schönes Wetter und dadurch, dass meine Frau in den Ferien ist, hätte ich genug Zeit gehabt um viel Rikscha zu fahren. Montag und Dienstag soll es dann (schon wieder) regnen. So gesehen verliere ich nur die zwei Weekend-Tage und eine gute Heilung ist mir das wert. So spekuliere ich halt nun einfach darauf, dass das daurauffolgende Pfingstwochenende richtig schön wird und ich dann wieder voll fit viele Leute durch die Zürcher Innenstadt fahren kann.

Schon beim Projektstart war mir bewusst, wie wichtig meine Gesundheit für die ganze Rikscha-Taxi-Geschichte sein wird. Keine Gesundheit = kein Einkommen. Ganz einfach. Deshalb versuchte ich mich immer ausgewogen zu ernähren und den ständig wechselnden Wetterbedingungen im April und Mai mit passender Kleidung zu begegnen. Bis anhin klappte das ansprechend gut. Der jetztige Ausfall ist der erste dieser Art und wird hoffentlich für lange Zeit der Einzige bleiben... Holz anfassen...

freier Mittwoch

Heute ist es ziemlich regnerisch und deshalb bleibe ich zu Hause und fahre nicht mit der Rikscha durch Zürich. Das tut mir bestimmt gut, denn gestern war einer dieser berüchtigten Dienstage. Berüchtigt deshalb, weil seit Beginn meiner Rikschazeit immer die Dienstage die schwächsten Tage sind. Irgendwie will an einem Dienstag einfach niemand Rikscha fahren. Wieso dass es Dienstage und nicht Montage sind, weiss ich nicht...

Das wird zusehens zu einer Nervensache. Ich muss mich davor hüten, nicht schon von vorneherein Dienstage als schlechte Tage zu betrachten. Somit würde ich keine positiven Signale aussenden und damit wohl auch keine unentschlossenen Kunden gewinnen können. Denn davon bin ich überzeugt: Wenn jemand zwar interessiert aber noch unentschlossen ist, so lässt er sich oftmals vom Gefühl leiten und wenn seine Gefühlsantennen von mir nicht positive und einladende Impulse empfangen, so sieht er davon ab und geht weiter. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass ich auch in schwierigen Phasen offen und positiv bleibe.

Das ist wirklich ein grosser Unterschied zu meinem früheren Bürojob. Da konnte ich mich an einem schlechten Tag hinter meinem Monitor verkriechen und und mental den Tag abstreichen. Abends verdiente ich dann ganz genau gleich viel, wie wenn es ein guter, positiver Tag gewesen wäre. Nun, bei einem Arbeitstag in der Öffentlichkeit, unter steter Beobachtung und angewiesen auf positives Kundenfeedback ist das ganz anders. Da sollte ich auch dann noch Zuversicht und Freude ausstrahlen, wenn ich schon stundenlang ohne Kunde war und mich eigentlich eher etwas gefrustet und niedergeschlagen fühle. Das braucht richtig Energie und mentale Anstrengung. Gerade deshalb schadet es nicht, wenn es heute Montag regnet. Ich kann meine Batterien wieder aufladen und morgen wieder frohen Mutes ans Werk gehen. Zudem verspricht der Wetterbericht sönnige und warme Tage... Sehr gut!

Erholung

Ich war gar nicht unglücklich, als es gestern Morgen regnete. Nach den fünf anstrengenden Velotaxitagen der letzten Woche war ich nur noch müde und brauchte unbedingt etwas Ruhe und Erholung. Als im Laufe des Nachmittags der Regen aufhörte nutzte ich den Moment für einen ausgedehnten Spaziergang. Ich musste meine Beine etwas bewegen und lockern, was auch wirklich gut tat.

Heute nun erledigte ich etwas Bürokram und freue mich auf ein Gartenfest, welches wir gegen Abend besuchen werden. Ich bin froh, mal wieder über etwas Anderes als über Velotaxi und Rikschas denken und reden zu können. In letzter Zeit war mein Leben doch sehr eindimensional auf dieses Thema ausgerichtet. Das muss sein, ich weiss...