heiss und anstrengend

Die letzten Julitage brachten nochmals sonniges und heisses Wetter nach Zürich. Da mussten selbst die Spatzen immer wieder Wasser trinken...

Für mich war der Juli der bisher anstrengendste, dafür auch lohnendste Monat als Rikschafahrer. An insgesamt 24 Tagen war ich mit dem Velotaxi unterwegs, was doch ganz schön an den Kräften zerrt. Einerseits natürlich physisch, denn knapp 900 Rikschakilometer belasten ziemlich, andererseits aber auch geistig. Langsam ermatte ich etwas...

Nun endlich entwickeln sich die Gästezahlen auf ein befriedigendes Niveau... Zwar habe ich noch immer nur wenige im voraus gebuchte Fahrten, doch die spontanen Gäste nahmen mit den steigenden Temperaturen kontinuierlich zu. Ich änderte meine Such-Strategie insofern etwas, als dass ich nun länger an bestimmten Punkten stehen bleibe und auf Kunden lauere, als dass ich leer herumfahre. Das senkt einerseits etwas die Fahrleistung, verbessert jedoch den Umsatz pro gefahrenen Kilometer.

So bin ich mit dem Juli eigentlich ganz zufrieden. Hätte ich noch einen Werbepartner gehabt, könnte ich sogar von einem guten Monat sprechen. Das stimmt mich positiv für den Monat August. Da sollte es ja auch vorwiegend schön und warm sein und Werbung auf der Rikscha gibt es dann auch wieder. Es heisst also weiterhin: Dran bleiben!

summer in the city

Diese Woche kam endlich der Sommer nach Zürich! Meist schönes Wetter, am Donnerstag um die 30° und am Freitag über 32° Grad liessen echte Ferienstimmung aufkommen. Das ist gut so. Wobei...

Man merkt doch deutlich, dass Sommerferien sind. Es bewegen sich weniger Leute in der Stadt als noch vor ein paar Wochen. Viele sind wirklich in den Ferien. Obwohl ich persönlich ja nicht unbedingt Menschenmassen liebe, ist es für mein kleines Velotaxiunternehmen halt doch von Vorteil, wenn möglichst viele Menschen in der Stadt sind. Andererseits steigt mit den Temperaturen automatisch auch die Zahl der Fahrgäste. Es macht einfach Spass, sich bei Hitze und Sonnenschein eine Fahrt mit der Rikscha zu gönnen und sich dabei etwas Fahrtwind durchs Haar wehen lassen.

Eigentlich vertrage ich Hitze ziemlich gut, doch am Freitag hat mich gegen Abend das Ganze etwas überfordert. Ich habe vermutlich etwas zuwenig getrunken und bei prallem Sonnenschein wäre eine Kopfbedeckung wohl auch empfehlenswert. Auf alle Fälle wurde es mir gegen Abend ziemlich übel und ich kriegte immer stärkere Kopfschmerzen. Anzeichen für einen Sonnenstich... So gesehen war ich nicht unglücklich, dass der Wetterbericht für heute Samstag und morgen Sonntag eine leichte Abkühlung und zeitweise Regen angesagt hatte.

Nach ausgiebig Schlaf und guter Ernährung bin ich heute erst am späteren Nachmittag wieder auf die Rikscha gestiegen. Ab und zu fielen ein paar wenige Regentropfen, doch die Temperatur lag immer noch angenehm bei etwa 26° Grad. Abends war ich für eine Polterfahrt gebucht, die sich dann aber plötzlich noch um eine Stunde verschoben hat. Na ja, besser verschoben als aufgehoben... Leider setzte nach 19:00 Uhr dann wirklich Regen ein und so mussten die zukünftige Braut und ihre Trauzeugin halt unter dem Regenschutz Platz nehmen. Spass hat es ihnen trotzdem gemacht. Das war ja die Hauptsache.

Ob ich morgen Sonntag fahre oder nicht, weiss ich noch nicht und entscheide das erst morgen. Einerseits wäre ein Ruhetag wieder einmal angebracht, andereseits muss man das Eisen schmieden, solange es noch heiss ist... ;-)

In Erinnerungen schwelgen

Diesen Monat schrieb ich nur sehr wenige Blogeinträge. Meist war ich abends zu müde und wenn ich mich dann doch noch vor den PC setzte, klickte ich immer wieder die Blogeinträge von "Vor 1 Jahr" durch. Ja, das war eine sehr schöne Reise durch Italien...

Meist verklärt die Erinnerung die Erlebnisse der Vergangenheit noch etwas. Die schweren Momente vergisst man schneller und einfacher als die schönen Augenblicke. Diese graben sich (zum Glück) tiefer ins Gedächtnis ein. Auch diesen Juli bin ich sehr viel in Radkleidung unterwegs... Doch ich lerne keine neue Gegend kennen, sondern fahre mit meiner Rikscha fast täglich durch Zürich. Das hat auch etwas und doch ist es etwas ganz anderes. Während ich vor einem Jahr sorgenlos durch fremde Lande reiste und Genuss und Erfahrung im Vordergrund stand, versuche ich nun mit meinem Tun Geld zu verdienen. Das sind schon zwei ganz verschiedene paar Schuhe...

Ich bin noch immer sehr dankbar hinsichtlich meiner Italien-Sommerreise 2011 und die Blogeinträge von damals lassen mich vieles quasi nocheinmal erleben. Das gibt Kraft. Danke!

100 Tage mit der Rikscha

Heute war ich den 100.sten Tag auf den Zürcher Strassen unterwegs. Wobei dieser Tag etwas kürzer war als üblich. Um 12:30 Uhr war ich für eine Hochzeitsfahrt gebucht und der wolkenverhangene Himmel kündete schon Regen an. Ich war von den vergangenen Tage schon ziemlich müde, weshalb ich mich schon morgens entschloss, nur diese Hochzeitsfahrt zu machen, danach die Rikscha wieder auf Normalbetrieb umzurüsten und mir dann etwas Ruhe zu gönnen.

Natürlich bietet sich der 100.ste Tag auch für etwas Statistik an. Zuert ein paar harte Fakten: Seit dem 1. März sind insgesamt 141 Tage oder 20 Wochen vergangen. So gesehen absolvierte ich in dieser Zeit eine normale 5-Tage-Woche (140:7x5= 100). Insgesamt war ich fast 700 Stunden präsent, wobei ich knapp 400 Stunden wirklich am fahren war und somit an die 4'000 Kilometer zurück legte. 300 Stunden suchte oder wartete ich also auf Fahrgäste und in Summe konnte ich 470 Mal Kunden fahren. Nur etwa 30 Fahrten waren Rundfahrten, alle anderen Fahrten waren sogenannte Taxifahrten.

Somit kommen wir zu den weichen Faktoren. Eine gewisse Enttäuschung kann ich nicht verbergen. Einerseits war das bisher eher schwache Wetter natürlich nicht sehr dienlich, andererseits habe ich mir das ganze Vorhaben generell etwas leichter vorgestellt. Dabei denke ich vor allem an die gebuchten Stadtrundfahrten. All die verteilten Flyer haben praktisch keine Wirkung erzielt. Von Hotels kam noch keine einzige Buchung und auch die Flyer im Tourist-Office blieben bisher wirkungslos. Das finde ich sehr, sehr schade. Das Feedback aus den gemachten Sightseeing-Touren ist wirklich gut und ganz persönlich glaube ich noch immer, dass eine Rikschafahrt eine ausgezeichnete Möglichkeit bietet um von Zürich einen schönen Eindruck zu erhalten.

Positiven Anklang fand das "Hochzeit-Special". Bisher wurde dieses Paket schon 8x gebucht. Die Herz-Rikscha ist ein schöner Hingucker und ein gutes Fotosujet, zudem sind Hochzeitsgesellschaften spendabel und das "Hochzeit-Special" ist relativ günstig. Das funktioniert.

In den fünf Monaten konnte ich mir ein paar wenige Stammgäste erarbeiten. Darunter verstehe ich Gäste, die schon mehr als 5x mit mir gefahren sind und die mich meist telefonisch für eine Taxifahrt bestellen. Daraus entwickeln sich natürlich Beziehungen, was ich auch zu schätzen weiss.

Nach diesen knapp fünf Monaten wäre ich langsam reif für Ferien, doch bis Ende September muss ich noch durchhalten. Es ist zu hoffen, dass endlich ein paar sonnige und warme Wochen folgen, denn irgendwann sollte der Sommer 2012 doch auch noch in Zürich stattfinden. Für das kommende Wochenende ist zwar wieder Regen angesagt, doch danach sollte es bergauf gehen... hoffentlich stimmt's.

Gruppenfahrt

Heute waren alle, in der Stadt Zürich verfügbaren, Rikschas für eine Gruppenfahrt gebucht. Das Wetter war nicht top, doch immerhin blieb es trocken. Hat Spass gemacht.

längster Tag

Tagsüber schönes Wetter und abends grosse Publikumsanlässe, das ist eigentlich die beste Mischung um viele Gäste im Velotaxi zu haben. So war es gestern Samstag dann auch. Chilbi auf dem Sechseläutenplatz, Weltjugendmusiktag auf dem Münsterhof und Caliente-Festival beim Helvetiaplatz. Wunderbar...

Deshalb startete ich erst kurz nach Mittag, so gegen 12:30 Uhr. Ich hatte gleich eine gebuchte Taxifahrt, was natürlich ein schöner Anfang ist. Danach ging einige Zeit nicht mehr wirklich viel, bis ich gegen 14 Uhr am Bellevue einen Mann auflud, welcher zum Spital Triemli wollte. Phu! Pralle Sonne, 25° Grad und dann noch berghoch, das war dann ziemlich schweisstreibend. In 24 Minuten schaffte ich die Strecke, doch danach tropfte der Schweiss doch ziemlich und ich war froh, dass ich es auf dem Rückweg einfach rollen lassen und mich dabei etwas erholen konnte.

Danach lümmelte ich etwas am Seebecken herum um am Bürkliplatz rückkehrende Schiffspassagiere für eine Rikschafahrt zu motivieren. Das ergab ein paar kleine Fahrten, bevor es dann so gegen 18:00 Uhr etwas ruhiger wurde und ich mich für die kommenden Abendstunden etwas stärken konnte. Bis etwas nach 21 Uhr blieb ich im Stadtzentrum, bevor ich mich dann, mit einer bezahlten Fahrt, erstmals dem Caliente-Festgelände annäherte.

Was für Menschenmassen! Was für ein Lärm! Und überall Scherben am Strassenrand. Hoffentlich fahre ich mir keinen Plattfuss! Es dauerte prompt nicht lange, bis ich zwei Frauen in die Enge fahren konnte. Kaum war ich zurück, wurde ich gleich wieder angesprochen und fuhr drei junge Männer an die Bahnhofstrasse. Von da machte ich mich wieder auf den Weg zum Helvetiaplatz. Da angekommen klingelte mein Handy. Am anderen Ende die Stimme einer Frau, die schon einmal mit mir mitgefahren ist. Ob ich sie vom Bürkliplatz zur roten Fabrik fahren könne. Natürlich kann ich... Phu.. das gibt Zusatzkilometer...

Bis ich dann wieder zurück am Helvetiaplatz war, war es bereits kurz nach 23 Uhr und somit das Ende meiner bewilligten Betriebszeit erreicht. Mittlerweile war ich natürlich auch schon entsprechend müde und so entschloss ich mich, nur noch eine oder zwei Fahrten zu machen. Eigentlich schade, denn auf dem Weg zur Garage (kurz vor Mitternacht), waren hunderte von Menschen auf dem Weg, weg vom Festivalgelände. Ich denke, dass ich bis 02 oder 03 Uhr hätte weiterfahren können und immer wieder Fahrgäste gefunden hätte. Was soll's... Genug ist genug... Heute verzeichnete ich 22 bezahlte Fahrten. Neuer Rekord. Genauso wie die fast 12 Stunden Einsatzzeit und die gefahrenen 73 Kilometer. Solche Samstage wünsche ich mir noch einige...

Regen = Pause

Gestern Sonntag regnete es oft und stark, so dass ich mir gar nicht überlegen musste, ob ich Rikschafahren soll. Auch heute Morgen regnete es wieder kräftig. Zeit also um etwas zu regenerieren...

Mittlerweile bin ich diesbezüglich etwas ruhiger geworden. Während mich vor ein paar Monaten bei Ruhetagen oft ein schlechtes Gewissen plagte, so nehme ich es nun etwas entspannter. Es ist nun Juli und nur eine Frage der Zeit, bis wieder schöne und sonnige Tage folgen. Zudem lernte ich auch, dass bei mässigem Wetter und dann noch zu Wochenbeginn einfach nicht viel zu holen ist. Ausserdem brauche ich auch etwas Abwechslung. Damit meine ich etwas anderes als die Hektik der Stadt und das Lauern auf Kunden. Einfach mal wieder etwas spazieren gehen, sich in der Natur bewegen, Ruhe und Stille tanken.