Regen zum Monatsende

Juli und August waren wirklich anstrengende Monate und deshalb bin ich nicht unglücklich, dass es heute und morgen vorwiegend regnen soll. Ich brauche wirklich wieder einmal eine Pause...

Schon seit längerem fühle ich mich leer und ausgelaugt. Seit nunmehr sechs Monaten kreuze ich mit meiner Rikscha die Stadt Zürich auf und versuche mein kleines Geschäft vorwärts zu bringen. Mit dem schönen Wetter und den hohen Temperaturen hat dies auch zunehmend gut geklappt, doch die Belastung für Körper und Geist hat dadurch natürlich auch zugenommen. Körperlich stecke ich das alles irgendwie weg, doch geistig komme ich nun wirklich langsam an den Anschlag und sehne mir die Ferien von Anfang Oktober zunehmend herbei. Wie in jedem Job gibt es auch als Rikschafahrer viel Routine und immer wieder Gleiches. Gerade deshalb braucht man irgendwann mal Ferien um wieder neue Bilder in den Kopf zu kriegen und sich auch mental mit etwas anderem zu beschäftigen.

Eine gute Abwechslung bietet auch das kommende Wochenende. Ich bin Samstag und Sonntag gebucht um am Dorffest von Glattfelden Festbesucher zwischen den einzelnen Festbetrieben hin und her zu fahren. Ich freue mich mal wieder etwas anderes als die Zürcher Innenstadt zu sehen. So wie es aussieht, sollte sich bis Samstag das Wetter auch wieder bessern und es sollte zumindest trocken bleiben.

Danach kommen nocheinmal vier Wochen Rikschafahren in Zürich und dann geht es für zwei Wochen in die Ferien.

Gestern war übrigens der Tag der runden Zahlen. Auf dem Weg zur Arbeit sah ich zufälligerweise, wie der Kilometerstand am Tacho des Motorrads von 9'999 auf 10'000 sprang und als ich abends das GPS der Rikscha auswertete bemerkte ich, dass ich gestern die 5'000 Kilometer Marke mit der Rikscha überwand.

Gratis-Konkurrenz

In den nächsten zwei Wochen wird mein Tagesgeschäft wohl etwas schwieriger... UBS sponsort Gratis-Rikschafahrten in Zürich um damit neue Fonds-Produkte zu bewerben. Ingesamt sieben Rikschas fahren mit der UBS-Werbung durch Zürich und animieren Gäste zum einsteigen.

Dadürber bin ich natürlich geteilter Ansicht. Einerseits finde ich es gut, dass endlich mehr Rikschas zu sehen sind, andererseits erschweren sie mir selber natürlich das Geschäft, denn Gratisfahrten biete ich keine an. Ich versuche die Sache jedoch positiv zu sehen. Immerhin gewinnt dadurch das Thema Rikscha weiter an Akzeptanz und es wird normaler, solche Gefährte auf den Zürcher Strassen zu sehen. Nach zwei Wochen sind sie wieder weg und ich werde immer noch da sein...

unerwarteter Ruhetag

Die letzten drei Wochen war es fast immer schön, sonnig und sommerlich warm bis heiss. Somit also ideales Rikscha-Wetter und deshalb war ich an 19 von 23 Tagen im August mit meinem Velotaxi in Zürich unterwegs. Heute sollte die Gewitterneigung zunehmen, doch bei fast 27° Grad sollte es nochmals einen meist trockenen Tag geben, bevor dann morgen Samstag ein regnerischer Tag mit tieferen Temperaturen folgen sollte. Sollte...

Schon in der Nacht fielen ein paar Regentropfen und als ich nach dem Frühstück meine obligaten Sandwiches schmierte, begann es doch tatsächlich leicht zu regnen. Hmmm... So hatte ich mir das nicht vorgestellt... Abwarten... Nun ist es aber schon fast 13 Uhr und noch immer tröpfelt es leicht. Ich glaube, diesen Tag kann ich rikschamässig abhaken...

Dieser freie Tag erwischt mich etwas unerwartet und so weiss ich gar nicht genau, wie ich ihn nutzen soll. Vorhin habe ich auf der Bike Butler Beat Seite das Interview von Radio 24 eingebunden und nun finde ich also wieder einmal Zeit, etwas zu bloggen.

Eigentlich gäbe es so einiges zu erzählen. Da wären einmal die etwa 9'800 Kilometer, die ich nun mittlerweile mit meinem neuen Motorrad (KTM 690 Enduro R) zurückgelegt habe. Bis anhin hat sich diese Motorrad wirklich bewährt. Es wurde zu meinem Autoersatz und genauso setze ich es auch ein. Täglich fahre ich damit in die Stadt zur Rikscha-Garage und zurück. Dabei läuft das Ding äusserst zuverlässig. Ausser je einer defekten Front- und Blinker-Birne gab es rein gar nichts zu beanstanden. Der Reifen am Hinterrad ist zwar mittlerweile schon ziemlich runtergefahren, doch ein paar Monate wird er wohl noch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. A propos Gesetz: Ich nehme dankbar zur Kenntnis, dass ich in diesem Jahr mit dem Motorrad noch keinen Strafzettel gekriegt habe, obwohl ich doch häufig zu schnell unterwegs bin. Die gute Beschleunigung und das agile Fahrverhalten verleiten mich doch (zu) oft zu einer etwas sehr zügigen Fahrweise. Auch in der Stadt kann ich mir Regelverstösse, wie das Vorbeifahren an Autokolonnen, nur schwer verkneifen. Deshalb bin ich dankbar, dass ich bisher ohne Busse davon gekommen bin.

Dann wären aber auch noch meine anderen Fahrräder oder Mountainbikes zu erwähnen. Diese fristen leider ein trauriges Dasein im neuen Gartenhaus. Seit Pfingsten war ich nie mehr auf dem Bike... eine Schande! Seit über 15 Jahren ist -oder war- dies mein Hobby Nummer 1. Ich vermisse es auch... Ich vermisse vor allem die schönen Momente mit Freunden in der Natur, aber auch wirkliche Berge und Alpentouren. Na ja, alles kann man nicht haben und wenn man (zumindest teilweise) das Hobby zum Beruf macht, fällt das Hobby halt irgendwie weg... Im Winter, wenn das Rikscha-Geschäft eh nicht funktioniert, kann ich dann wieder mit Freunden biken gehen. So lange muss das halt jetzt warten.

Und a propos "Rikscha-Geschäft": So langsam muss oder kann ich mir auch überlegen, ob und wie ich die Sache weitertreiben will. Bis Ende Oktober plane ich zu fahren und danach steht alles Weitere in den Sternen. Es gibt so viele Erfahrungen die ich nun gemacht habe, dass ich eigentlich schon denke, dass ich daraus lernen sollte und somit auch nächstes Jahr wieder Rikscha fahren sollte... Aber momentan bin ich zu einer Beurteilung noch nicht in der Lage. Ich will zuerst diese Saison zu Ende bringen...

Theater Spektakel

Derzeit sind Fahrten ans Theater Spektakel auf der Landiwiese ziemlich der Renner. Wäre ich abends nicht schon müde, könnte man vermutlich bis Mitternacht immer wieder Leute nach Hause (oder zum Standort ihres Autos) fahren. Mir gefällt die Ambiance am Theater Spektakel übrigens auch ausgezeichnet.

Montag -> Mittwoch

Das Interview auf Radio 24 wird nun scheinbar Morgen Mittwoch, 15.08., um 10:10 und um 16:10 Uhr gesendet. Da bin ich gespannt, denn irgendwie habe ich schon vergessen, was ich da erzählt habe...

10. August...

Vor genau einem Jahr bin ich nach knapp zwei Monaten von meiner Italienreise nach Hause zurückgekehrt und fotografierte auf der Quaibrücke mein vollbepacktes Kish-Reiserad...

Heute fotografierte ich an der fast gleichen Stelle meine Rikscha, mit der ich in den letzten Monaten wohl schon hunderte von Malen über die Quaibrücke gefahren bin...

Dazwischen liegt ein Jahr voller Veränderungen und voller neuer Erfahrungen. Es war wohl nur ein (Wunsch-)Traum, dass man sich hinsetzen kann um darüber nachzudenken was man mit seinem Leben anfangen will und dann so mir nichts dir nichts die richtige Antwort auf diese Frage findet. Gegen Ende des letzten Jahres habe ich mich hingesetzt und nachgedacht... Die grosse Erleuchtung hat sich nicht eingestellt und mein Weg ist noch immer ein Suchen und Ausprobieren. Die Unsicherheit hat zugenommen aber auch das Vertrauen in den Weg an sich...

Obwohl ich seither ein paar Enttäuschungen einstecken musste und sich vieles nicht wirklich wunschgemäss entwickelt hat so möchte ich doch festhalten, dass ich meist zuversichtlich und vor allen dankbar geblieben bin. Ich bin gesund und gut in Form. Ich habe viele Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten. Ich darf nicht jammern, denn sehr vieles liegt in meinen eigenen Händen und ich bin so unabhängig wie selten zuvor. Eines ist klar: es bleibt weiterhin spannend!

längste Rikschatour

Heute erlebte ich die bisher längste Rikschatour dieser Saison. Mein Gast wollte von der Zürcher Innenstadt nach Horgen und da es schon gegen fünf Uhr abends war, bevorzugte sie die Fahrt auf der Sonnenseite des Zürichsees bis nach Meilen, wo wir dann mit der Autofähre nach Horgen übersetzten. Unterwegs machten wir zwei kleine Erfrischungspausen und genossen den herrlichen Sommertag. Das war richtig schön! Vielen Dank für die nette Fahrt!