alte Freu(n)de

Mein geliebtes Strassen- und Tourenvelo hat in den letzten sieben Monaten, wo es traurig und ungenutzt in der Garage verbrachte, schon etwas Staub angesetzt. Nachdem es im letzten Sommer ganz Italien bereisen konnte, musste es diesen Sommer ein tristes und unbeachtetes Dasein fristen. Höchste Zeit also um es endlich wieder einmal auszuführen. 

Es stand eine kleine Besorgung an, die ich heute zu erledigen hatte und weil ich nicht wirklich auf das Motorrad steigen wollte war endlich der Moment gekommen um die Reifen am KISH wieder auf Normaldruck zu pumpen, den Staub von Sattel und Oberrohr zu wischen und es somit startklar zu machen. Der Himmel war zwar wolkenverhangen und die +2° Grad waren auch nicht gerade berauschend, doch immerhin waren die Strassen meist trocken und somit bot sich eine Fahrt mit dem Velo geradezu an.

Sofort kam Heimweh auf. Dieses Fahrrad rollt einfach fantastisch. Die Sitzposition ist perfekt und natürlich kamen gleich Erinnerungen vom letzten Sommer hoch. War das schön! Es war, wie wenn man einen alten Freund wieder einmal trifft, nachdem man sich schon lange Zeit nicht mehr gesehen hat. Alles ist sofort vertraut und man geniesst es einfach, wieder einmal Zeit miteinander zu verbringen. Ich habe es sehr genossen... Das GPS sagt: 1:12 Std., 21 km., 280 Hm.

erster Schnee

Der Wetterbericht hatte also tatsächlich recht. Am Samstagabend ging der Regen ganz langsam in Schnee über und heute Morgen war dann die Umgebung vorwiegend weiss und schneebedeckt. Eine kalte Bise wehte übers Land und fast den ganzen Tag durch fielen weiter, wenn auch nur wenige, Schneeflocken.

Am frühen Nachmittag suchten wir unsere Winterkleider hervor und unternahmen einen kurzen Spaziergang. Das fühlt sich schon komisch an. Vor zwei Wochen lagen wir noch bei 30° Grad am Sandstrand und nun stapfen wir durch den Schnee...

Natürlich wird sich dieser Oktoberschnee nicht lange halten können. Mitte Woche sind auch schon wieder Temperaturen um die 10° Grad prognostiziert. So bleibt uns also doch noch etwas Zeit um uns an den kommenden Winter zu gewöhnen. A propos Winter: Letzte Nacht konnten wir eine Stunde länger schlafen, da ab heute wieder Winterzeit gilt. Nun wird es also schon kurz nach fünf Uhr abends dunkel. Ja, die Rikschazeit scheint definitv zu Ende...

verdammt lang her...

Vor genau fünf Monaten, am 26. Mai, sass ich das letzte mal auf einem Mountainbike. Man kann sogar sagen auf einem zweirädrigen Fahrrad, denn in der Zwischenzeit bin ich nur mehr mit der dreirädrigen Rikscha gefahren. Phua, ist das lang her... Nie hätte ich mir vorstellen können, dass ich einen ganzen Sommer an mir vorbei ziehen lasse, ohne schöne Radtouren zu unternehmen. Es sei denn, ich wäre irgendwie verletzt gewesen. Seit fast 20 Jahren ist das ein fester Bestandteil meines Lebens. 

Das hat sich nun aber geändert. Natürlich ist Rikschafahren auch irgendwie radfahren. Sozusagen radfahren für Anfänger, denn mit drei Rädern kann man nicht umkippen. Dafür ist es mit Fahrgästen beladen manchmal ziemlich anstrengend. Wie auch immer. In diesen fünf Monaten bin ich also auch "irgendwie" etwas über 3'000 Kilometer Velo gefahren.

Heute war es aber wieder einmal soweit, dass ich das schöne SANTA CRUZ Mountainbike aus der Garage nahm. Der Wetterbericht hat für die kommenden Tage eine drastische Wetterverschlechterung angesagt, die sogar den ersten Schnee bis ins Flachland bringen soll. Da ich wegend dem dauernden Nebel die letzten Tage vorwiegend zuhause rumgelümmelt bin, war es also durchaus wieder einmal an der Zeit um mich etwas zu bewegen.

Kurz nach neun Uhr startete ich in dichtem Nebel, welcher genau so zäh war wie in den letzten Tagen. Bei einer Nebelobergrenze von 1'200 Metern über Meer bestand auch keine Hoffnung, dass ich je aus dem Nebel und an die Sonne kommen würde. Solche Erhebungen gibt es in meiner Umgebung ganz einfach nicht. Aber das war mir auch irgendwie egal. Ich wollte einfach wieder einmal in den Wald, an die frische Luft, aufs Mountainbike... ganz alleine.

Weil es schon so "verdammt lang her" war, konnte ich locker die frühere Standardroute fahren und ganz gemütlich den Spätherbst geniessen. Natürlich wollte ich beim Irchelturm ein Standardfoto schiessen, doch als ich da ankam stellte ich erstaunt fest, dass die Holzliege, auf die ich mich immer hinsetzte, gar nicht mehr da war. Ich erinnere mich, dass die besagte Holzliege zu modern und zu verfaulen begann und dies wird auch der Grund sein, weshalb es sie nun nicht mehr gibt. Meine bisherigen Standardfotos haben nun also auch ein Ende gefunden. Nicht nur weil ich da kaum mehr vorbeikomme, sondern vor allem auch, weil sich die Standard-Umgebung verändert hat. Tja, "time is changing", alles verändert sich und ist im Fluss. Nichts wird je wieder sein, wie es einmal war...

Durch den feuchten Nebel und die fehlende Sonne war es natürlich ziemlich kühl, weshalb ich auf halber Strecke einen Kaffehalt einlegte um mich etwas aufzuwärmen. Ja, der Sommer und die warmen Tage sind für dieses Jahr wirklich passé. Irgendwie war aber dennoch heute alles sehr stimmig und es fühlte sich richtig und gut an. Diese vier Stunden an der frischen Luft haben mir gut getan. Dafür bin ich dankbar... Das GPS sagt: 3:14 Std., 40 km., 1'000 Hm.

oben blau - unten grau

Nun hat mich -oder uns- der Nebel eingeholt. Wie es halt im Herbst öfters der Fall ist, bleibt Zürich unter dem Hochnebel und so steigen die Temperaturen kaum mehr auf über 13 Grad. Gestern Montag war ich noch mit der Rikscha in Zürich, doch die Sonne zeigte sich nur wenig und meist blieb der Himmel milchig.

Der Kontrast zum Sonntag war extrem. Da waren noch tausende von Menschen unterwegs und am Montag konnte man fast jedem Touristen einzeln die Hand schütteln. Zu den eher garstigen Bedingungen kam noch hinzu, dass die Zürichsee- und auch die Limmatschiffahrt auf Winterbetrieb umgestellt haben und dadurch die Personenfrequenz am Bürkliplatz, wo ich doch häufig stehe und auf Kunden warte, deutlich abgenommen hat.

So hatte ich sehr wenig zu tun und mir wurde dadurch wirklich bewusst, dass sich die Rikschasaison 2012 nun wohl wirklich dem Ende nähert. Eigentlich schade. So nach den Ferien und nach der letzten Woche hätte ich noch Lust auf mehr...

Der heutige Wetterbericht sagte eine Nebelgrenze von 1'100 Metern über Meer voraus und der regelmässige Blick auf verschiedene Web-Cams bestätigte auch, dass es in der Stadt genau so grau blieb, wie bei mir zu Hause. Weil Dienstage schon immer die schwächsten Tage waren fiel es mir leicht, heute zu Hause zu bleiben. Es gibt nun auch einige Dinge aufzuarbeiten und für das nächste Jahr vorzubereiten. Ein guter Tag also, um etwas Büroarbeit anzupacken.

Als erstes gilt es das Werbekonzept für das kommende Jahr festzulegen. Nachdem ich für dieses Jahr pro Monat einen Voll-Werbepartner suchte, möchte ich die Flächen aufteilen. Dies vor allem weil ich öfters angesprochen wurde, ob ich nicht kleinere Flächen anbieten, diese jedoch dann für die ganze Saison vermieten würde. Zudem könnte ich durch dieses Vorgehen die Hauptwerbefläche günstiger anbieten, was die Suche nach Partnern wohl auch etwas vereinfachen wird. Damit habe ich mich heute vorwiegend beschäftigt.

Dann muss ich auch die Zusammenarbeit mit Hotels verbessern. Von dieser Seite kam dieses Jahr eindeutig zu wenig. Da muss ich nach Wegen suchen, wie ich mein Angebot für Hotels interessanter gestalten kann. Eventuell braucht es Kickbacks oder vielleicht kann man gemeinsam Packete (z.B. ein Wochenendaufenthalt inkl. Rikscha-Stadtrundfahrt) anbieten. Vermutlich muss ich dafür zuerst einmal bei ein paar Hotels vorbeischauen und mit den Damen oder Herren an der Rezeption sprechen und ihre Meinung abholen. Es gibt also noch einiges zu tun...

Schöne Herbstwoche

Ab Dienstag bin ich nun die ganze Woche, bis heute Sonntag jeden Tag mit der Rikscha unterwegs gewesen. Es war wirklich Traumwetter und von Freitag bis heute Sonntag konnte ich sogar in kurz-kurz fahren. Es war angenehm warm. Richtig goldene Herbsttage!

Heute Sonntag waren unglaublich viele Menschen in der Stadt und bevölkerten das Seebecken. Wer irgendwie Zeit hatte, nutzte das Prachtswetter um etwas dem See entlang zu flanieren. Recht hatten sie natürlich alle, denn es wird wohl nicht mehr mach so schönen und warmen Tag geben. Insgesamt dreimal fuhr ich mit Gästen vom Bellevue zum Zürichhorn und musste dabei förmlich zwischen den Leuten hindurch zirkeln. Da bin ich jeweils froh, dass die Rikscha so positiv aufgenommen wird und es nie zu Gehässigkeiten kommt. Natürlich nehme ich viel Rücksicht und bin immer freundlich. Das versteht sich von selbst und ist mein Teil für ein zufriedenes Miteinander.

Nun hoffe ich natürlich, dass es noch ein paar Tage so weiter geht...

Ferien

Sun, Fun and nothing to do...

Nun sind die zwei Wochen Karibik-Ferien auch schon um und wir sind wieder zu Hause. Nach zwei Wochen mit Temperaturen um oder über 30° Grad im Schatten schockierten uns die etwa 10° Grad hier in der Sonne doch etwas...

So gesehen war ich nicht unfroh, dass der Wetterbericht für heute eher regnerisch und kalt angesagt hatte, so dass ich noch einen Tag zu Hause bleiben und mich aklimatisieren konnte. Morgen Dienstag werde ich dann wieder in die Stadt fahren und sehen, was mit der Rikscha nun im Herbst noch so geht.