Rikscha-Service

2012 bin ich mit der Rikscha fast 6'000 Kilometer durch Zürich gefahren, ohne den Untersatz wirklich zu pflegen. Während der Saison hatte ich kaum Zeit und vor den Weihnachten wollte ich das auch nicht mehr tun. Ich wusste nämlich, dass ich alle Räder in die Werkstatt bringen musste und dass die Reparatur wohl eine oder zwei Wochen in Anspruch nehmen wird.

Heute nun war es soweit. Ich konnte mir Karins Auto ausleihen und so fuhr ich mit Werkzeug bewaffnet in die Garage der Rikscha. Ich demontierte die Räder und begutachtete die übrigen Teile. Alle Bremsbeläge sind ziemlich abgefahren, also baute ich die auch gleich aus. Für das Schaltwerk muss ich eine neue Befestigung basteln, weil das Gewinde für die Montage ausgerissen ist und ich schon seit Monaten das Schaltwerk provisorisch mit Kabelbindern festgezurrt hatte. Das funktionierte erstaunlich gut, doch für die neue Saison muss da eine wirkliche Lösung her.

Die Rikscha an sich hat sich wirklich bewährt. Ein paar Plattfüsse und einmal eine gerissene Kette. Das waren die einzigen wirklichen Defekte. Dass die hinteren Räder ziemlich mitgenommen sind, ist meine Schuld. Ich bin ein paar Mal mit drei, vier oder gar fünf Personen gefahren und das halten die Räder einfach fast nicht aus. Es sind Fahrradteile und das zulässige Gesamtgewicht von 395 Kilo sollte man eigentlich nicht überschreiten. Das heisst 200 Kilo für Passagiere. Steigen also vier Personen ein, ist das einfach zu schwer. Rumple ich dann noch schräg über Bordsteinkanten verwundert es nicht, wenn Speichen brechen oder Felgenösen ausreissen...

Zuhause reinigte ich die Räder gründlich, bevor ich damit zu Mainstreet 42 fuhr und mit Simon die Sache ansah. Er weiss noch nicht, ob er die Räder reparieren kann oder ob ich neue Felgen kaufen muss. Ich muss mir auch überlegen, ob ich mir für die kommende Saison ein Ersatzrad anschaffe. Während der Hauptzeit kann ich nicht eine Woche für Reparaturen verlieren. Muss ich drüber nachdenken.

Sonntagsverkauf

Heute war verkaufsoffener Sonntag und die Temperatur lag bei angenehmen 11° Grad. Die letzte Chance um noch ein paar Franken vor Weihnachten zu verdienen.

Ich war von 12:30 bis 17:30 Uhr unterwegs und es lief ganz ansprechend. Es war auch unglaublich, wie viele Leute sich im Stadtzentrum gegenseitig auf den Füssen standen. Man glaubte, dass ab morgen alle Geschäfte für Wochen geschlossen hätten und es nun die letzte Möglichkeit war um etwas einzukaufen. Enorm. Konsum, soweit das Auge reicht. Von Wirtschaftskrise keine Spur...

winterlich

Heute war mein zweiter und letzter Einsatz als NOKIA-Werbefahrer. Ich musste vier Stunden lang mit einer Elektrorikscha durch die zürcher Innenstadt fahren und nach Möglichkeit Gäste fahren. Tja, die Möglichkeit dazu gab es leider nicht...

Das lag nicht an mir, sondern am garstigen Wetter. Während der ersten Stunde war es noch trocken aber kalt. In der zweiten Stunde schneite es und die Stunden drei und vier waren verregnet. So hat wirklich niemand Lust auf eine Rikschafahrt. Zum Glück war ich dafür bezahlt...

Zuerst fuhr ich nach Wollishofen, dann alles dem See entlang bis zum Bahnhof Tiefenbrunnen, danach wieder ins Stadtzentrum, wo ich mich ein erstes Mal mit einem Kaffee etwas aufwärmen musste. Danach fuhr ich durch den Kreis 4 bis zum Letzigrundstadion und von da via Hardbrücke und Turbinenplatz zu den Viaduktbögen. Da schneite es so heftig, dass ich unter einer Brücke eine nächste Pause machte und das Wetter beobachtete. Es war grau in grau und da nicht wirklich Hoffnung auf Besserung bestand fuhr ich in die Garage und zog die Regenhose an, was eine gute Idee war.

Danach wieder in die Innenstadt, etwas an der Bahnhofstrasse herumlungern und dann nochmals eine Kaffepause. Ich hatte trotz Handschuhe ziemlich klamme Finger und so war ich froh, einen heissen Becher halten zu können. Als Abschluss fuhr ich danach via Hafen und Bahnhof Enge nochmals ins Langstrassenquartier, bis dann endlich die vier Stunden um waren und ich mit gutem Gewissen die Garage ansteuern konnte. Das Foto des Tages machte ich am Hafen Enge. Es zeigt die Fahrersicht aus der Elektrorikscha.

A propos Elektrorikscha. Insgesamt gibt es drei dieser Fahrzeuge und heute wählte ich bewusst ein anderes als am letzten Freitag. Dieses Ding fuhr bedeutend ruhiger und fast klapperfrei. Man kann sich schon daran gewöhnen, wenn es denn sein muss. Der -aus meiner Sicht- einzige wirkliche Vorteil gegenüber meiner eigenen Rikscha ist der, dass man bei Regen unter einem Dach sitzt. Die Beine werden zwar nass, doch am Oberkörper und Kopf bleibt man trocken.

Der Wetterbericht prophezeit einen Wärmeeinbruch und so soll es am Sonntag bis zu 11° Grad "warm" werden. Sollte es nicht regnen, werde ich wohl mit meiner Rikscha den verkaufsoffenen Sonntag nutzen. Ich kann mir vorstellen, dass es da, so kurz vor Weihnachten, richtig viele Leute in der Innenstadt hat und da könnte schon noch was gehen.

Fremd-fahren

Heute und am kommenden Donnerstag helfe ich Rikscha Taxi Zürich aus und fahre je vier Stunden mit einer von NOKIA beklebten Elektrorikscha durch Zürich. So hatte ich erstmals die Gelegenheit, ein solches Gefährt selbst zu fahren und mit meiner eigenen Rikscha zu vergleichen.

Vermutlich bin ich voreingenommen, doch ich fand diesen Plastikbomber ziemlich enttäuschend. Als erstes stört mich die Geräuschkulisse. Dauernd klappert irgendetwas und der grosse Plastikkörper ist ein guter Resonanzkörper, so dass man auch das kleinste Knacken und Knistern hört. Dann fand ich die Sicht aus dem Gefährt ziemlich eingeschränkt. Die zwei nach vorne-unten verlaufenden Streben verdecken einem oft die Sicht, vor allem an Signalanlagen muss man sehen, dass man am richtigen Ort anhält. Wie die Sicht für die Fahrgäste ist weiss ich natürlich nicht, doch wirklich gut stelle ich mir das auch nicht vor.

Richtig schlecht fand ich jedoch die Sitz- beziehungsweise die Halb-Liegeposition für den Fahrer. Vielleicht bin ich einfach etwas zu gross dafür, doch ich hatte nie das Gefühl gut zu sitzen und auch die Kraftübertragung auf die Pedale fand ich mühsam. Zudem konnte ich den Lenker kaum hoch genug einstellen, so dass ich (in den Kurven) öfters mit dem Knie am Lenker anschlug. Ausserdem sieht man das Vorderrad nicht. Daran gewöhnt man sich bestimmt, doch ich fand es unangenehm. Überhaupt: ohne Elektrounterstützung möchte ich das Teil NICHT fahren. Das ist nur eine Schinderei.

Insgesamt war ich von dem Gefährt, was mir an sich gut gefällt, doch ziemlich enttäuscht. Natürlich könnte man es geräuschfrei hinkriegen, die übrigen Nachteile bleiben jedoch. Ich kann mir nicht vorstellen, jeden Tag mit so einer Rikscha unterwegs zu sein. Zu viel Technik, zu schwerfällig und ungelenk. Und für mich als Fahrer auf Dauer sicher zu unbequem.

Fortschritte

Am letzten Montag war ich in der Stadt mit einer Journalistin und einem Fotografen des "Zürcher Unterländer" verabredetet. Dies ergab sich aus dem Zufallstreffen, von welchem ich hier berichtete. Heute nun erschien tatsächlich ein schöner Artikel auf Seite 2 des heutigen "Zürcher Unterländer". Den Artikel kann man hier als PDF nachlesen. Vielen Dank!

Ebenfalls der Versand meiner Werbebriefe scheint erste Früchte zu tragen. Ich hatte am Dienstag ein sehr interessantes Gspräch mit einem Werbeinteressenten und da bahnt sich eine vielversprechende Sache an. Wenn es dann wirklich in trockenen Tüchern ist, will ich hier gerne mehr davon erzählen.

Zwischendurch bastelte ich immer wieder etwas an der BBBEAT-Homepage und auch hier stelle ich zufrieden fest: Es macht Fortschritte! Es sind kleine Schritte, doch wie heisst es so schön: Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt. Und: viele kleine Schritte ergeben auch einen Grossen. Dranbleiben, nicht aufgeben und sich an kleinen Erfolgen aufbauen. So in etwa sehe ich das mittlerweile.

Finanziell gesehen ist es natürlich schlecht, dass ich mich nicht um einen Winterjob bemüht habe. Ich muss mich deshalb ziemlich kurz halten und meine Ausgaben auf das absolut Notwendige beschränken. Auf der Gegenseite geniesse ich diese Zeit wirklich sehr. Während der Rikschasaison habe ich kaum Zeit und Energie um mich noch um die Rahmenbedingungen zu kümmern. Ich will diese Wintermonate deshalb wirklich dafür nutzen um das kommende Jahr so gut wie möglich vorzubereiten, damit ich mich dann ab Anfang März nur noch ums Tagesgeschäft kümmern muss. Das heisst also, dass ich vor allem auf der Suche nach Werbepartnern weiterhin dran bleiben muss. Auch die Geschichte "Zusammenarbeit mit Hotels" braucht noch Zeit und Aufwand. Also weiter: Schritt für Schritt!