Rikscha Nr. 2

Den heutigen (regnerischen) Tag nutzte ich um eine der zwei neuen Rikschas aufzumöbeln und betriebsbereit zu machen.

Ich war etwas enttäuscht über den Zustand der Rikscha. Obwohl ich nicht wenig Geld dafür bezahlte, war der Zustand... ich nenne es mal lieblos. Die Rikscha wurde stark gebraucht und wurde seit längerem weder gewartet noch gereinigt. Also putzte ich erst mal alles gründlich. Die Hinterachse lief ziemlich rau und am Differenzial fehlte eine Befestigungsschraube. Die hinteren Bremsbeläge waren auch ziemlich runtergefahren. Es gab also einiges zu tun.

Gestern Abend holte ich die bedruckten Platten für die Dekoration und nun montierte ich alle Teile. Dann noch den Tourenplan an die Rücklehne kleben und die Preisliste befestigen. Zum Schluss drehte ich eine Testrunde in der Garage und war mit dem Ergebnis zufrieden. Nun ist die Rikscha einsatzbereit. Am nächsten Donnerstag ist noch der Prüfungstermin beim Strassenverkehrsamt, dann ist ist dieses Thema soweit erledigt.

Vermutlich werde ich für Rikscha Nr.3 den gleichen Aufwand betreiben müssen, bis sie "ready to use" ist, doch das eilt ja nicht sonderlich. Zudem mache ich das ja auch noch gerne...

9 Std. Autofahren

Heute war nun also der Tag gekommen, an dem ich mit einem Transporter nach München fuhr um die zwei neuen Rikschas abzuholen.

Kurz vor 06:00 Uhr musste ich erst Mal die Windschutzscheibe des Autos vom Scnee befreien und das Eis vom Glas kratzen. Es war klar, dass es eine mühsame und anstrengende Fahrt bis nach München geben wird. Und so war es dann auch. Steter Schneefall begleitete mich und oftmals war die Überholspur noch deftig mit Schneematsch bedeckt, so dass das Überholen von Lastwagen zum gefährlichen Abenteuer wurde. Hinzu kommt, dass der Transporter eine ziemlich grosse Fläche für Seitenwind bietet und die Schneeböen einem somit fast aus der Spur treiben. Ich brauchte Nerven, Geduld und ein ruhiges Händchen am Steuer.

Gegen halb elf Uhr war ich dann in München und war überrascht, wie viel Schnee da mitten in der Stadt liegt. Mit dem Verkäufer habe ich nur kurz gesprochen, denn ich wollte mich so rasch wie möglich wieder auf den Rückweg machen. Ich wusste ja nicht, wie viel Zeit ich am Zoll für den EU-Export und den CH-Import noch brauchen werde. Die Zollgeschichten begannen jedoch schon in München. Ich musste zuerst in einen Münchner Vorort fahren um dort in einem Zollbüro die Exportdokumente abzuholen. Das ging recht fix und schon bald war ich wieder auf der Autobahn in Richtung Österreich und Schweiz.

Beim Grenzübertritt von Österreich in die Schweiz musste ich dann allen Papierkram erledigen. Zuerst die EU-Ausfuhr deklarieren lassen, dann bei einem CH-Spediteur Schweizer Einfuhrdokumente auststellen lassen, dann eine Zollgebühr entrichten, beim Schweizer Zoll die Waren vorzeigen und noch die 8% Mehrwertsteuer bezahlen. Da Beamte nicht wirklich schnell sind, brauchte ich für das ganze Prozedere doch eineinhalb Stunden. Dann wieder hinters Steuer und nach Zürich fahren um die Rikschas auszuladen. Da bin ich glücklicherweise noch knapp vor der Rush-hour angekommen und musste mich danach nur für den Weg aus der Stadt hinaus durch den Feierabendverkehr quälen. Zum Schluss noch das Fahrzeug wieder auftanken und dankend abgeben. Es war nun ziemlich genau 19 Uhr. Ein langer und anstrengender Tag.

neue Trikots

Für Arjun, meinen neuen Rikschafahrer ab April, bestellte ich die gleichen Frack-Shirts, wie ich sie während des Rikschafahrens immer trage. Das soll ja einen Teil der Marke "BikeButler - Velotaxi mit Stil" ausmachen. Da ich während des letzten Jahres öfters mal gefragt wurde, wo man solche Velotrikots herkriegt, bestellte ich gleich einige mehr. Vielleicht kann ich sie ja weiter verkaufen und so noch etwas Zusatzgeschäft generieren. Mein Vorteil dabei ist, dass es diese Shirts so in der Schweiz nicht zu kaufen gibt.

schwieriges Wetter

Dieser März ist nicht gerade Rikscha-tauglich. Unbeständig und kühl präsentiert sich meist die Wetterlage. Vermutlich wird es morgen Mittwoch schon wieder regnen und so werde ich Mühe bekunden, die einkalkulierten 150 Stunden Präsenz pro Monat zu erreichen.  Schade. Trotzdem bleibe ich optimistisch. Irgendwann wird es zwangsläufig schön und warm. Ich setze nun meine Hoffnungen auf Ostern. So hat das Wetter noch eineinhalb Wochen Zeit um sich zu bessern...

Tunnelblick

Ich sehe nur noch Rikscha... Freitag und Samstag war ich in der Stadt am arbeiten. Wobei ich zum Freitag eigentlich sagen muss, dass ich vorwiegend fror und wenig arbeitete, weil es so kalt war, dass kaum jemand mitfahren wollte. Am Samstag war es dann leicht besser und gegen Abend hatte ich zum Glück noch eine gebuchte Rundfahrt, die dann auch sehr unterhaltsam war. Soweit so gut.

In der Zwischenzeit beschäftigte ich mich mit dem Kauf von zwei weiteren Rikscha, was mitlerweile beschlossene Sache ist. Am 26. März werde ich nach München fahren um die beiden Rikschas abzuholen und in die Schweiz zu importieren. Rund um dieses Thema gibt es allerhand zu tun. Einerseits geht es darum alles soweit vorzubereiten, dass die zweite Rikscha möglichst schnell einsatzfähig ist. Mein Ziel ist hier, dass Arjun, mein indischer Fahrer, noch vor Ostern (Zieltag Donnerstag, 28.03.) loslegen kann. So muss ich bis dann also ein zweites Set von Designplatten gedruckt haben, Frack-Shirts bereit haben, einen Termin beim Strassenverkehrsamt beantragen, etc. etc. Mittlerweile ist eine ganze Liste von Aktivitäten entstanden, die eine solche Erweiterung auslöst.

Noch ärgere ich mich nicht über das ausbleibende Frühlingswetter, doch ich wünsche mir natürlich schon, dass es dann möglichst zu Ostern richtig schönes und möglichst auch warmes Wetter gibt. Gutes Wetter ist schlicht und einfach meine Basis für ansprechenden Erfolg. Im Vergleich zu letztem Jahr gehe ich schon bedeutend gelassener mit der Situation um. Ich profitiere nun von den gemachten Erfahrungen und weiss, dass es um diese Jahreszeit vorwiegend einmal drum geht, dass man wieder gesehen wird und dass die Leute wissen, dass es dieses Angebot gibt. Wenn dann wirklich der Frühling erwacht, steigen auch die Fahrgastzahlen.

erste Hochzeitsfahrt 2013

Hier noch kurz ein Bild von der ersten Hochzeitsfahrt in diesem Jahr.

Danach habe ich die Deko wieder auf Sternengrill umgerüstet und bin noch bis 18:30 Uhr durch die Stadt gekurft. Das war ein guter Tag!

anstrengend

Seit dem 1. März bin ich nun jeden Tag mit der Rikscha in der Stadt gewesen. Das wird sicher auch morgen Freitag und am Samstag so sein. Das ergibt dann neun Arbeitstage in Folge. Dies gleich zu Beginn der Saison ist ziemlich kräftezehrend, auch wenn noch nicht wirklich viel läuft. Es ist wie überall und bei jeder Tätigkeit. Am Anfang muss man sich erst mal etwas dran gewöhnen. Und wie nicht anders zu erwarten, stimmt auch die Fitness noch nicht.

Doch ich will nicht jammern. Ich bin ja kein Bauer... ;-)

Schön fand ich, wie viele Leute in der Stadt sich freuten, mich wieder zu sehen. Da gibt es die Kioskfrau, die italienische Familie vom Riviera Grill, der Grillmeister beim Bürkliplatz, die Verkäuferin wo ich oft Kaffee trinke, die Kellner vom Rathaus-Café die vielen Mitarbeiter der Stadtreinigung, die ich immer wieder sehe. Und schön auch, dass mir der Besitzer von Sternen Grill eine E-Mail schrieb, in dem er vom Erfolg der Werbung auf der Rikscha schwärmte. Der Start ist soweit also geglückt. Das auch im Berzug auf den Umsatz, der doch deutlich höher liegt als Anfang März des letzten Jahres.

Nächste Woche soll es nun nocheinmal einen Wintereinbruch geben, an dem es vielleicht sogar bis ins Flachland schneien soll. Gerade deshalb ist es wichtig, dass ich diese Tage noch durchhalte. Erholen kann ich mich dann, wenn es regnet oder schneit.

wenig Leute

Montage sind ganz anders als Sonntage. Das ist klar. Sonntags hat man üblicherweise frei und am Montag beginnt wieder der Arbeitsalltag. Vermutlich gibt es auch deshalb ein Lied mit dem Titel "I don't like mondays".  

Bei mir ist das mittlerweile anders. Nicht der Wochentag bestimmt meinen Arbeitsrhythmus sondern das Wetter. Heute lichtete sich gegen Mittag der Hochnebel und die Sonne begann durchzudrücken, also begann ich um 12:30 Uhr mit meinem Rikschatag. Dann wurde ich mit dem "normalen" Alltag konfrontiert. An einem Montag gibt es (fast) keine Einheimischen, die durch die Strassen flanieren und Lust auf eine Runde Rikschafahren haben. Anfang März hat es auch nur wenige Touristen in der Stadt und deshalb gibt es an sonnigen Montagen auch mal leere Plätze und Strassen.

Da kann ich gut auch einmal einfach etwas in der Sonne sitzen, über den See blicken und etwas Zeit verstreichen lassen...

on the road again

Nun bin ich also wieder auf Zürichs Strassen unterwegs... Die ersten Tage waren ziemlich kalt und garstig und dementsprechend schwer war es, spontane Fahrgäste zu finden.  

Am Freitag bin ich bis kurz vor Mitternacht gefahren und habe mich nachts natürlich vorwiegend im Kreis 5, nähe der Hardbrücke, herumgetrieben. Da ist wirklich viel los und es wimmelt nur so von Menschen. Es ist nicht wirklich "mein Schlag" von Leuten, doch da muss ich mich halt etwas anpassen. Wenn es dann etwas wärmer wird denke ich schon, dass man da nachts doch etwas Geld verdienen kann. Freitagnacht war sozusagen erst mal zum Rekognoszieren und um herauszufinden, wo was ist.

Am Samstagmittag hatte ich dann meine erste Rundfahrt in diesem Jahr. Ich musste jemanden beim Bucheggplatz abholen und das bedeutete, dass ich die knapp 70 Höhenmeter vom Stadtzentrum bis zum Bucheggplatz hochkurbeln musste. Eigentlich gar nicht so schlecht um etwas warm zu kriegen, dafür fror ich dann auf der Abfahrt umso mehr. Generell habe ich noch Mühe mit der Kälte. Unten trug ich lange Unterhosen und darüber eine Wintervelohose, oben zuerst ein Windstoppershirt, dann zwei dünne Pullover, dann ein Fleece-Pullover und darüber mein Frack-Shirt. Dazu Kappe und Handschuhe. Trotzdem kühle ich nach und nach aus und muss nach etwa 2 Stunden dann jeweils mal in ein Café um mich etwas aufzuwärmen. Ich kann es also kaum erwarten, bis es etwas wärmer und freundlicher wird.

Heute um 14:00 Uhr habe ich nochmals einen Termin für eine Rundfahrt. Danach werde ich wohl noch etwas die Stadt aufkreuzen, doch lange werde ich vermutlich nicht fahren. Schon jetzt verspühre ich einen Anflug von Muskelkater und so muss ich sehen, dass ich mich nicht überanstrenge und auch, dass ich mich nicht erkälte. Ja, die ersten Tage sind hart, doch dass wusste ich ja schon vom letzten Jahr. Ich binn dennoch froh, wieder "on the road" zu sein.