Monat Mai

Der Monat Mai findet heute nun seinen Abschluss. In der Zeitung stand, dass es seit 30 Jahren keinen so schlechten, nassen, kalten und grauen Frühling mehr gegeben hat, wie wir ihn dieses Jahr erlebt haben.So gesehen waren es schlechte Voraussetzungen für Rikschafahrer...

Ich bin jedoch mit den erzielten Resultaten sehr zufrieden. Einerseits war der Monat finanziell recht gut und andererseits bin ich trotz schlechtem Wetter an insgesamt 26 von 31 Tagen mit der Rikscha unterwegs gewesen. Natürlich profitierte ich sehr von den Buchungen nach der Aeschbacher-Sendung, doch auch meine Anstrengungen bezüglich Werbung, Geschenkportalen und Zürich Tourismus beginnen nun langsam Früchte zu tragen. Der eingeschlagene Weg ist richtig und mit der nötigen Beharrlichkeit kommen nun langsam auch die Erfolge.

Mit Arjun, meinem ersten Mitarbeiter, bin ich ebenfalls sehr zufrieden. Er ist äusserst selbständig, sehr freundlich und voller Enthusiasmus bei der Sache. Ausserdem ergänzen wir uns sehr gut. Während dem ich vor allem tagsüber unterwegs bin, fährt er vor allem abends und nachts und so decken wir gemeinsam ein grosses Zeitfenster ab und sind in der Stadt doch sehr präsent. Wir verstehen uns persönlich auch sehr gut und haben in etwa die selbe Wellenlänge, was sicher auch sehr hilft. Ja, ich blicke optimistisch in die Zukunft und wünsche mir eigentlich nur, dass es nun endlich etwas wärmer und sonniger wird...

Fahrt nach Oerlikon

Die heutige Buchung war der ultimative Fitnesstest. Schon vor drei Wochen wurde ich von zwei jungen Frauen für diese Champagner-Fahrt nach Oerlikon gebucht. Die zwei feierten Ihre bestandene Prüfung in Versicherungsmedizin und belohnten sich mit einer letzten Fahrt zum Schulhaus in Oerlikon.  

Ich wusste, dass es für mich eine Fitnessprüfung geben wird, denn mit zwei Gästen in der Rikscha sind die knapp hundert Höhenmeter via Schaffhauserplatz und Milchbuck doch ziemlich knackig. Ich war mir im Vorfeld nicht sicher, ob ich das ohne Pause schaffen werde. Vor allem das letzte Stück vor dem Milchbuck ist doch ziemlich steil.

Ich war dann schon mal etwas erleichtert als ich sah, dass die zwei Frauen eher von zierlicher Statur sind und so das Gewicht in Grenzen blieb. Aus Erfahrung klug geworden habe ich dann auch schon früh in kleine Gänge runtergeschaltet und versuchte mit ansprechender Kadenz die Steigung zu erklimmen. Es klappte recht gut und dass ein paar Lichtsignale auf Rot standen und mir so etwas Erholung verschafften kam mir sicherlich auch entgegen. Während die zwei hinten Champagner schlürften, lachten und Salzstangen assen strampelte ich mich vorne kräftig ab... Es hat geklappt und ich bin in einem Zug durchgefahren. Den kühlenden Fahrtwind vom Milchbuck runter ins Zentrum von Oerlikon habe ich dann sehr genossen und so konnten einige Schweisstropfen auch gleich wieder verdunsten...

Es war eine lustige Fahrt. Die zwei Frauen haben sich goldig amüsiert und waren beide der Meinung, dass sie im Sommer wieder einmal nach Zürich kommen und dann mit mir auch gerne mal eine Runde in der Fläche drehen. Danke! Ich würde mich freuen.

Bike Butler bringt's

Heute Abend traf ich Arjun auf dem Kanzleiareal, weil wir ein paar Dinge besprechen mussten. Es war ein ansprechend schöner Abend, viel Leute waren auf dem Areal versammelt und wie immer spricht sich besser, wenn man dazu etwas trinken kann. Arjun lud spontan zwei Girls in die Rikscha und fuhr die zwanzig Meter bis zum Restaurant, wo sie ein paar Getränke kauften und dann wieder zurück fuhren. Davon machte ich dieses lustige Foto.

Es zeigt auch einen ganz anderen Aspekt der letzten Monate: Ich habe immer weniger Zeit um wirklich hier im Blog Einträge zu schreiben, weil ich erstens abends doch noch einige E-Mails zu beantworten habe, zweitens die Bike Butler Homepage pflegen muss und drittens wir ziemlich Zeit und Aufwand in unsere Facebook-Seite investieren. In den letzten Wochen kam noch hinzu, dass ich für Arjun einiges an Administrativarbeiten erledigen musste (Anmeldung bei AHV/IV/EO, bei SUVA und Gründung einer Pensionskasse). So bleibt mir dann einfach fast keine Zeit mehr für diesen Blog. Deshalb sind auch die meisten Beiträge erst im nachhinein geschrieben und veröffentlicht. Das tut mir einerseits etwas leid, weil ich meinen über sieben Jahre alten Blog ja doch auch liebe, doch ich habe einfach oftmals nicht noch die Musse um zu bloggen.

Das Basteln hat (hoffentlich) ein Ende

Am Dienstagmorgen fuhr ich mit dem Auto nach Ueberlingen in Deutschland, wo ich eine Ersatzachse samt Differential abholen konnte. Siehe diesen Beitrag.

Eigentlich sollte ich die Achse einfach unter meine Rikscha schrauben können, doch so einfach war es dann doch nicht. Die Lagerpunkte waren an meiner Rikscha an anderer Stelle als an der Rikscha, von welcher diese Achse kam. Ich musste also die Klemmringe der Lager lösen und die Lager dann an die richtige Position bringen, was aber wiederum nicht so einfach war. Die Lager sassen dermassen fest auf der Achse, dass ich sie nur mit Gewalt (Hammer und Meissel) bewegen konnte. Erschwerend hinzu kam, dass ich ja lediglich einen Garagenplatz gemietet habe und da keine Werkbank und auch kaum das richtige Werkzeug habe. So brauchte es verschiedene Anläufe, bis ich dann heute endlich die Rikscha wieder auf die Räder stellen konnte.

Das alles hat nun doch einiges an Zeit und Nerven gekostet. Immerhin sieht es so aus, als ob ich diese Ersatzachse mit Differential kostenlos erhalte. Der Lieferant der Rikscha zeigte sich über den Schaden ebenfalls höchst erstaunt und hat mit der Bereitstellung einer Ersatzachse doch prompt reagiert. Nun hoffe ich doch sehr, dass der Defektteufel sich ein anderes Opfer sucht...

Das Wetter...

Dieses Jahr lässt sich vorzüglich über das Wetter lästern... (Man beachte die Temperaturen für Ende Mai)...Frühling scheint es dieses Jahr schlicht nicht zu geben. Es zieht sich ein endlos langer Winter dahin, bis es dann vermutlich gleich Sommer wird.  Immer wieder muss ich die wärmenden Decken hervorkramen, damit die Rikschagäste nicht frieren. Reckenjacke und Regenverdeck an der Rikscha werden zu meinen Freunden...

Ich bin wirklich dankbar, dass die Fernsehsendung "Aeschbacher" auf so positives Echo gestossen ist und mir nun einige vorgebuchte Fahrten beschert. Ohne diese Vorbuchungen wäre es schwer und auch an der Motivation zerrend...

Spektakuli-Kabarettfestival im Miller's Studio


Durch die Dreharbeiten zum Bikebutler-Werbefilm lernte ich Franca Basoli, die künstlerische Leiterin von Miller's Studio kennen. Vom 23. Mai bis 1. Juni findet da das 20. Kabarettfestival statt. Im Gespräch kamen wir darauf, dass wir uns ja gegenseitig etwas unterstützen könnten. Wir platzieren in beiden Rikschas einen Halter für Kabarettprogramme und im Gegenzug blendet Sie auf den Werbebildschirmen in den Vorstellungspausen eine Bikebutler-Folie ein.

Ich finde das eine gute und sympathische Idee. Ich mag den Kunst- und Kulturbereich und etwas gegenseitiges Engagement kann bestimmt nicht schaden. Natürlich hoffe ich auch, dass wir ein paar programme an den Mann oder die Frau bringen und sich so noch ein paar Leute kurzfristig dafür entscheiden, die eine oder andere Vorstellung im Miller's Studio zu besuchen.

Geschenkidee.ch

Gegen Ende letzten Jahres versuchte ich meine Rikscha-Touren über verschiedene Geschenkportale zu vermarkten. Damals erhielt ich jedoch von den wichtigsten Anbietern jeweils die Nachricht, dass Sie bereits über einen entsprechenden Anbieter verfügen und sie deshalb kein zweites, nahezu identisches Angebot in ihren Katalog aufnehmen wollen. Dieser "andere Anbieter" war jeweils Rikscha Taxi Zürich.

Da nun aber Rikscha Taxi Zürich dieses Jahr nicht mehr aktiv ist, übernahm ich fast alle diese Fahrten. Das ist einerseits gut für meine Auslastung, doch andererseits ist die Verdienstmöglichkeit gering. Die Touren wurden recht günstig angeboten, dann zieht das Geschenkportal eine kräftige Provision ab und Rikscha Taxi Zürich wollte natürlich auch noch eine Vermittlungsprovision und deshalb bliebt am Schluss für mich, als Leistungserbringer, nicht mehr allzuviel übrig. Doch ich will nicht klagen. Ich lernte immer wieder interessante Menschen kennen und konnte diesen natürlich auch meinen eigenen Service für zukünftige Fahrten ans Herz legen.

Da es nun so aussieht, dass Rikscha Taxi Zürich dieses Jahr wohl kaum mehr mit Rikschas auf dem Markt auftaucht versuche ich erneut mit diesen Geschenkportal-Anbietern in Kontakt zu treten und möglichst meine eigenen Touren platzieren zu können. Es zeichnet sich zunehmend die Bereitschaft ab, hier einen Anbieterwechsel vorzunehmen. Das wäre natürlich gut und ein weiterer Schritt um BIKE BUTLER im Markt zu verankern.

Fahrten zum Zirkus KNIE

Bis am 2. Juni gastiert der Zirkus KNIE auf der Landiwiese. Da diese nicht direkt an einer Tramstrecke liegt gibt es immer wieder gute Gelegenheiten um Zirkusbesucher von der Innenstadt zum Zirkus zu fahren. Für den heutigen Abend wurden wir von vier lustigen Frauen für die Fahrt ab Bahnhof Stadelhofen gebucht und wie man sieht, hatten alle sichtlich Spass an der Fahrt.

PS: Ab Mitte nächster Woche sollte ein Austausch-Differential für die dritte Rikscha zur Verfügung stehen. Ich bin derzeit mit dem Lieferanten aus München am abklären, wie wir das Teil am einfachsten nach Zürich kriegen. Spediteur und Zoll werden wohl teuer und zeitaufwändig und so überlege ich mir ernsthaft, ob ich die Teile nicht selbst abhole... da bleibe ich dran.

Shit happens

Heute hatten wir eine 1-stündige Rundfahrt mit allen drei Rikschas, doch heute waren wir irgendwie vom Pech verfolgt. Zuerst riss auf der Anfahrt zum Treffpunkt die Antriebskette an einer Rikscha. Das konnten wir noch einigermassen schnell beheben, doch so waren wir dann halt etwa 10 Minuten zu spät am vereinbarten Treffpunkt.

In der Zwischenzeit begann es heftig zu regnen und die Fahrgäste warteten schon etwas angesäuert unter dem knappen Vordach beim Kiosk am Bürkliplatz. Es hiess also alle Regenverdecke zu montieren und die Fahrgäste einsteigen zu lassen und im strömenden Regen loszufahren. Das war alles noch nicht so tragisch.

Nach etwa 20 Fahrminuten ereilte uns aber der Super-GAU. An einer Steigung krachte es an Arjuns Rikscha heftig und er kurbelte nur noch im Leeren. Zuerst dachten wir wieder an eine gerissene Kette, doch beim genaueren Betrachten stellten wir dann einen kapitalen Schaden fest. Das Differentialgetriebe ist sozusagen explodiert (siehe Bild). Da war natürlich nix mehr mit Weiterfahren. So mussten dann halt je drei Personen in den zwei verbliebenen Rikschas Platz nehmen und so konnten wir zumindest die Rundfahrt zu Ende fahren.

Als es ums Bezahlen ging, wollte die Auftraggeberin dann nicht den vollen Betrag bezahlen, da wir ja nicht wie vereinbart mit drei Rikschas gefahren sind, sondern nur noch mit Zwei zum Ziel gekommen sind. Tja, was soll ich da sagen? Recht hat sie ja, doch was kann ich da dafür? Und natürlich dachte ich auch schon an die Kosten, die für die Reparatur auf mich zukommen werden...

Zurück in der Garage war dann klar, dass ein neues Differentialgetriebe her muss. Bis das jedoch aus Deutschland bei mir eintrifft, wird es wohl eine oder zwei Wochen dauern... So ein Mist! Für kommenden Donnerstag habe ich wieder eine Buchung für drei Rikschas... das kann ich glatt vergessen und muss hoffen, dass der Auftrag auch mit zwei Rikschas ausgeführt werden kann.

Wie ich früher schon geschrieben habe, war ich über den Zustand der zwei "neuen" Rikschas ja schon sehr enttäuscht und investierte einiges an Zeit und Geld, bis sie einsatzbereit waren. Mit der nun betroffenen Rikscha sind wir vermutlich noch keine 200 Kilometer gefahren und nun das... ich kriege noch die Krise. Aber das nützt ja alles nichts. Augen zu und durch! Mailen, telefonieren und hartnäckig auf raschen Ersatz hinarbeiten...

Werbung auf der 2. Rikscha

Ab heute fährt auch Arjun mit Rikscha Nummer 2 mit Werbung durch die Stadt. Für die nächsten drei Monate mieteten die zwei Pubs "Nelson" und "Lady Hamilton"  die Hauptwerbefläche. Das ist sehr gut und für mich die bisher erste Möglichkeit um mit der zweiten Rikscha überhaupt Geld verdienen zu können.

Ebenfalls sehr gut passt, dass Arjun vorwiegend abends und in der Nacht fährt. Das ist genau dann, wenn mögliche Pub-Kunden unterwegs sind. Zusätzlich zur Werbung kann Arjun den Fahrgästen   5 Franken Gutscheine abgeben um die Leute zu motivieren, in einem dieser Pubs Halt zu machen und etwas zu trinken. In meinen Augen stimmt das Konzept. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen Arjun macht.