dem Ende entgegen

In den letzten Tagen nahm ich es nicht mehr so streng. Die geforderten Zeiten und Kilometer für die Rikschawerbung im Oktober hatte ich bereits zusammen und natürlich ist es langsam schwierig, spontane Kunden für eine Rikschafahrt zu finden. Ende Oktober gibt es nur noch wenige Touristen in der Stadt und an Hochnebeltagen (wie heute), ist bei etwa 12° Grad auch nicht mehr wirklich ein Blumentopf zu gewinnen.

Deshalb entschied ich mich zu Hause zu bleiben um noch ein paar administrative Dinge zu erledigen, bevor wir dann am Samstag für zwei Wochen in die Ferien fahren. Rechnungen schreiben war dabei der angenehmste Teil. Zeitintensiver waren die Abklärungen und Berechnungen zur Quellensteuer von Arjun und das Zusammensuchen von Quittungen und Belegen für die Buchhaltung. Dieses Thema wird mich nach den Ferien dann wohl ein paar Tage in Anspruch nehmen. Dann gilt es nämlich, das Rikschajahr 2013 buchhalterisch aufzuarbeiten. Bisher versuchte ich eigentlich nur alle Rechnungen und Quittungen zusammen zu halten, damit ich diese dann später (eben Ende November) in das Buchhaltungsprogramm übernehmen kann.

Altweibersommer

Die letzten Tage waren einfach herrlich! Buntes Herbstlaub, blauer Himmel, klare Sicht in die Berge und nochmals bis 20° Grad warm. Ein prächtiger Altweibersommer. So macht Rikschafahren auch Ende Oktober noch Spass!

20'000km

Heute auf dem Nachhauseweg sah ich zufällig, wie die Kilometeranzeige an meinem Motorrad von 19'999 auf 20'000 gesprungen ist. 

Seit dem 16. August 2011 besitze und fahre ich nun meine KTM 690 Enduro R. Dieser Töff hat sich als Auto-Ersatz wirklich gut geschlagen. Bisher hatte ich noch keine ernsthafte Panne, kriegte keine Busse und bin -glücklicherweise- noch nie gestürzt. Nach 1'000, 7'500 und 15'000 Kilometer war die KTM in der Garage zum Service, doch sonst musste nie ein Mechaniker Hand an sie legen. Das einzige kleine Manko ist, dass regelmässig, etwa alle 2'500km, die Glühbirne des Abblendlichts durchbrennt und deshalb ersetzt werden muss. Eine Sache von 10 Minuten mit 10 Franken Kosten.

Nach etwa 12'000 Kilometern ersetzte ich den Reifen am Hinterrad. Sonst ist alles noch Original. Als nächstes steht wohl eine neue Antriebskette an, denn diese längt sich in letzter Zeit kontinuierlich und beginnt auch zu scheppern. Ansonsten: Nichts! Einfach nur draufsitzen und fahren! Perfekt! Genauso habe ich mir das vorgestellt.

Ich sehe das Ganze ziemlich pragmatisch. Es ist optisch kein wirklich schönes Motorrad, doch es funktioniert einwandfrei. Die etwa 60 PS sorgen für ordentlich Bums und so bin ich meist recht zügig unterwegs. Vor allem im Stadtverkehr kann ich mir die Fahrt mit einem Auto gar nicht mehr wirklich vorstellen. Da schummle ich mich regelmässig an Autokolonnen vorbei nach vorne. Autos stehen viel zu oft und fahren zu wenig... Auch das ganze Parkplatzthema hat sich mit einem Motorrad erledigt. Da findet man immer einen Platz wo man parken kann, ohne dafür eine Busse zu kriegen. Ganz zu schweigen von den Kosten. Das Motorrad ist ein x-faches günstiger bei Versicherung, Strassenverkehrabgabe und im Unterhalt.

Natürlich gibt es (vor allem im Winter) auch Tage, an denen ich mich gerne in eine Blechbüchse setzen würde. Bei Minustemperaturen oder im strömenden Regen gibt es wirklich besseres als Motorrad zu fahren. Wenn man jedoch ehrlich ist, so sind dies vielleicht 65 Tage im Jahr. An all den übrigen 300 Tagen hat das Motorrad nur Vorteile. Halt, da fällt mir noch ein weiteres Manko ein: Grosseinkauf oder Transport von Gegenständen sind mit dem Töff auch eher ein Problem. In solchen Momenten bin ich natürlich froh, wenn ich auf das Auto meiner Frau zurückgreifen kann.

Alles in allem bin ich jedoch happy mit meiner Entscheidung, statt einem Auto einen Töff zu kaufen. Das hat sich wirklich gelohnt. Ich hoffe, dass mir meine KTM noch viele tausende von Kilometern Freude bereitet.

Verlängerung

Spontan wurde ich heute Mittag für eine kleine Rundfahrt gebucht. Nach etwa 20 Minuten der Satz: "It's just great! Let's do an hour tour." Gerne doch. Nach einer knappen Stunde: "It's fantastic! May we invite you for a coffee and extend the ride for another half an hour?" Klar doch, gerne! Zum Schluss wurde daraus eine 2 Std. Tour kreuz und quer durch die Stadt und das herrliche Herbstwetter trug seinen Teil zu diesem tollen Erlebnis bei. Vielen Dank an das freundliche Paar aus Brasilien. Das hat richtig Spass gemacht. Sowas wünscht man sich als Rikschafahrer natürlich öfters...

eine runde Sache

Natürlich führe ich über die BIKE BUTLER Velotaxi Geschichte eine umfangreiche Statistik. Da es sich dabei ums Geschäft handelt ist das auch wichtig und richtig. Aus der letzten Saison konnte ich dadurch einige Schlüsse ziehen und Ansatzpunkte für die aktuelle Saison ziehen. Eines der erklärten Ziele war: Es müssen mehr gebuchte Rundfahrten her!

Letztes Jahr absolvierte ich etwas mehr als 80 Rundfahrten. Heute stand nun die bereits 300.ste Rundfahrt im Jahr 2013 auf dem Programm. Das ist super und übertrifft meine Erwartungen. Zur Erklärung muss ich vielleicht noch präzisieren, was ich alles als "Rundfahrt" zähle. Ich unterschiede zwischen kurzen Touren (30 oder 45 Minuten), langen Touren (60 + 90 Minuten) und Hochzeiten. Der aktuelle Stand ist nun 90 kurze Touren, 166 lange Touren und 44 Hochzeiten -> macht in Summe 300.

Der Erfolg stellt sich nun also wirklich ein und darüber freue ich mich natürlich. Geholfen haben die Fernsehauftritte im Frühling und auch die Geschenkportale (Geschenkidee.ch und Geschenkparadies.ch) haben zusätzlich Fahrten gebracht. Es ist ein ganzer Mix von Dingen, die dazu beigetragen haben. Natürlich hilft auch die Präsenz der zweiten Rikscha durch Arjun und dass sich das ganze Projekt langsam etabliert. Nicht wenige Gäste waren Wiederholungstäter oder kamen auf Empfehlung früherer Fahrgäste zu Stande. So langsam spricht sich das tolle Erlebnis etwas rum und so zieht das Geschäft an. Sehr gut! Das gefällt mir und bietet auch eine gute Basis für die nächste Saison.

Polit-Promis

Heute traf ich zufällig auf eine Schar Politiker, die sich für ein Gruppenbild zurecht machten. Es sind dabei all die Politiker, die gegen die 1:12 Initiative sind, über die am 22. November abgestimmt wird. Man könnte etwas böse auch sagen, dass es diejenigen sind, die immer noch an selbstregulierende Märkte glauben und neoliberales Gedankengut über das Gemeinwohl stellen... Ich will hier gar nicht lange darüber debatieren. Ich werde für 1:12 stimmen im Bewusstsein, dass sich selbst bei der Annahme der Initiative nicht viel ändern wird. Die Verteilgerechtigkeit wird kaum zunehmen, sondern die betroffenen Firmen werden sich eher unter einer Holdingstruktur in Teilfirmen aufgliedern, in denen dann dann das geforderte Lohnverhältnis von 1:12eingehalten werden kann. (Eine kleine Bemerkung am Rande: Auf Facebook habe ich das Foto auch gepostet. Da schrieb ich jedoch, dass es sich dabei um die Befürworter der Initiative handelt. Hi hi hi, mal sehen, ob das jemand merkt.)

Für mich war es wichtiger, dass es heute ein schöner und warmer Herbsttag war. Mittags um 2 Uhr war es etwa 17° Grad und ich konnte tatsächlich in kurzen Hosen fahren. Das hat natürlich Spass gemacht. Zudem hatte ich noch zwei gebuchte Rundfahrten und so war also alles tip top für einen Montag.

Morgen soll es noch etwas wärmer werden, bevor dann am Mittwoch eine Regenfront über die Schweiz ziehen wird. Schon ab Donnerstag soll es aber wieder besser werden und wieder gegen 18° Grad warm werden. Herrlich dieser Altweibersommer! Das hilft mir natürlich, die Saison positiv abzuschliessen. Am 2. November habe ich endlich Ferien und darauf freue ich mich natürlich riesig.

Badenfahrt

Heute war ich mit der Rikscha für eine Hochzeit in Baden gebucht. Offeriert hatte ich den Transfer nach Baden mit einem Mietauto. Die Kosten dafür kannte ich ja nun, seit der Hochzeit Ende August in Schaffhausen. Da sich für den heutigen Tag jedoch keine weiteren Buchungen ergaben entschied ich mich, statt mit dem Mietauto, direkt mit der Rikscha von Zürich nach Baden zu fahren. Das sind etwa 24 km pro Weg, fast vollständig flach und vermutlich in je 2 Stunden zu schaffen.

Kurz nach 12 Uhr legte ich los um noch etwas Luft zu haben, damit ich ganz sicher zum vereinbarten Termin um 14:30 Uhr vor dem Standesamt in Baden ankomme. Das Wetter war perfekt, ein schöner Herbsttag mit gegen 17° Grad, also ideales Radfahrwetter. Die Fahrt hat wunderbar geklappt und mit 1 Std. 50 Min. reiner Fahrzeit war ich noch etwas schneller als geplant. So konnte ich einen Verpflegungszwischenhalt einlegen und vor dem Standesamt hatte ich auch genügend Zeit um mich vorzubereiten.

Die Idee war eigentlich, dass der Bräutigamm mit der Rikscha die Braut zum Restaurant fährt, wo dann der Hochzeitsapéro stattfindet, doch so funktionierte es dann doch nicht. Der Bräutigamm schaffte es keine 10m geradeaus zu fahren. Immer wieder zog es ihn auf eine Seite und trotz mehrmaliger Instruktion geriet er jedesmal fast in Panik und wollte absteigen, was aber eine schlechte Idee ist. Steigt man nämlich von der rollenden Rikscha vom Sattel, stösst einem das Gewicht der Rikscha fast um. "Sitzenbleiben, bremsen und anhalten!" Ich habs immer wieder gesagt, doch er wollte/konnte es einfach nicht verstehen oder umsetzen. Tja, so wird das nichts und man will ja am Hochzeitstag weder den Bräutigam schlecht aussehen lassen, noch die Braut in Gefahr bringen. Es war also sicher die bessere Idee, wenn ich selbst fahre und Braut und Bräutigamm in der Rikscha sitzen. Wir sind dann also alle zusammen ganz gemütlich zum Restaurant gefahren, respektive die geladenen Hochzeitsgäste spazierten neben der Rikscha her. Da unser Weg mitten durch die Badener Altstadt führte, gab's natürlich viele "Ah!" und "Oh!", Gratulationen und klatschende Leute. Schön. So hat es dann doch allen Spass gemacht.

Danach stand dann wieder meine Rückfahrt nach Zürich auf dem Programm. Ich nahm es dabei etwas gemütlicher als auf dem Hinweg und genehmigte mir in Schlieren auch eine Erfrischung. Als ich gegen 18:30 Uhr die Rikscha in der Garage parkte, zeigte der Tacho 52km. Durch die eingesparten Kosten des nicht benötigten Mietautos habe ich so heute ganz gut verdient. Gut so!

schöner Herbsttag

Der Wetterbericht hat nicht zuviel versprochen. Ein schöner Herbsttag begann für mich heute etwas früher als sonst üblich. Ich war morgens um 10:30 Uhr für eine Rundfahrt ab Klinik Hirsladen gebucht und weil ich nicht genau wusste wie lange ich da hoch brauche, startete ich bereits kurz nach 9 Uhr. Natürlich hatte ich da noch genügend Zeit um auf der Rathausbrücke einen Milchkaffee mit frischem Gipfeli zu geniessen und danach das obige Foto am Limmatquai zu schiessen.

Die Anfahrt via Hegibachplatz und Balgrist bis zum Spital Hirslanden brachte mich dann ein erstes Mal ins Schwitzen und so war es ganz gut, dass ich noch 15 Minuten Vorsprung auf den Zeitplan hatte und so noch etwas auslüften konnte. Danach folgte eine schöne Fahrt runter an den See und dann quer durch die Stadt. Die Fahrt war anlässlich eines 65. Geburtstags gebucht und war stimmig und schön. Das nette Trinkgeld brachte ich dann gleich wieder auf die Rathausbrücke für den nächsten Verpflegungshalt.

Obwohl es Traumwetter war, war es am Nachmittag schwierig Gäste für eine Rikschafahrt zu finden. Ein paar kleine Taxifahrten und eine kleine Rundfahrt mit einem Paar aus Dubai kamen dann aber doch noch zusammen.

Abends traf ich mich dann mit dem Pechvogel, welcher meine Mietrikscha am 30.08. zu Schrott gefahren hat. Wir trafen uns zum Abschluss dieses Vorfalls und er beglich die Differenz zwischen meiner Rechnung und dem ausbezahlten Versicherungsbetrag persönlich und in bar. Ich bin nun froh, dass diese an sich ärgerliche Geschichte einen doch recht positiven Abschluss gefunden hat. Natürlich bedeutete das Ganze Ärger und Aufwand, doch zumindest ist mir dabei kein finanzieller Schaden entstanden. Das ist schon mal recht gut und dankbar bin ich natürlich auch, dass bei dem Vorfall niemand ernsthaft verletzt wurde. Ich habe daraus meine Lehren gezogen und die Bedingungen im Mietvertrag zusätzlich verschärft. Hoffentlich bleibe ich sehr lange von einem ähnlichen Vorfall verschont...