dem Ende entgegen

In den letzten Tagen nahm ich es nicht mehr so streng. Die geforderten Zeiten und Kilometer für die Rikschawerbung im Oktober hatte ich bereits zusammen und natürlich ist es langsam schwierig, spontane Kunden für eine Rikschafahrt zu finden. Ende Oktober gibt es nur noch wenige Touristen in der Stadt und an Hochnebeltagen (wie heute), ist bei etwa 12° Grad auch nicht mehr wirklich ein Blumentopf zu gewinnen.

Deshalb entschied ich mich zu Hause zu bleiben um noch ein paar administrative Dinge zu erledigen, bevor wir dann am Samstag für zwei Wochen in die Ferien fahren. Rechnungen schreiben war dabei der angenehmste Teil. Zeitintensiver waren die Abklärungen und Berechnungen zur Quellensteuer von Arjun und das Zusammensuchen von Quittungen und Belegen für die Buchhaltung. Dieses Thema wird mich nach den Ferien dann wohl ein paar Tage in Anspruch nehmen. Dann gilt es nämlich, das Rikschajahr 2013 buchhalterisch aufzuarbeiten. Bisher versuchte ich eigentlich nur alle Rechnungen und Quittungen zusammen zu halten, damit ich diese dann später (eben Ende November) in das Buchhaltungsprogramm übernehmen kann.

Altweibersommer

Die letzten Tage waren einfach herrlich! Buntes Herbstlaub, blauer Himmel, klare Sicht in die Berge und nochmals bis 20° Grad warm. Ein prächtiger Altweibersommer. So macht Rikschafahren auch Ende Oktober noch Spass!

Verlängerung

Spontan wurde ich heute Mittag für eine kleine Rundfahrt gebucht. Nach etwa 20 Minuten der Satz: "It's just great! Let's do an hour tour." Gerne doch. Nach einer knappen Stunde: "It's fantastic! May we invite you for a coffee and extend the ride for another half an hour?" Klar doch, gerne! Zum Schluss wurde daraus eine 2 Std. Tour kreuz und quer durch die Stadt und das herrliche Herbstwetter trug seinen Teil zu diesem tollen Erlebnis bei. Vielen Dank an das freundliche Paar aus Brasilien. Das hat richtig Spass gemacht. Sowas wünscht man sich als Rikschafahrer natürlich öfters...

eine runde Sache

Natürlich führe ich über die BIKE BUTLER Velotaxi Geschichte eine umfangreiche Statistik. Da es sich dabei ums Geschäft handelt ist das auch wichtig und richtig. Aus der letzten Saison konnte ich dadurch einige Schlüsse ziehen und Ansatzpunkte für die aktuelle Saison ziehen. Eines der erklärten Ziele war: Es müssen mehr gebuchte Rundfahrten her!

Letztes Jahr absolvierte ich etwas mehr als 80 Rundfahrten. Heute stand nun die bereits 300.ste Rundfahrt im Jahr 2013 auf dem Programm. Das ist super und übertrifft meine Erwartungen. Zur Erklärung muss ich vielleicht noch präzisieren, was ich alles als "Rundfahrt" zähle. Ich unterschiede zwischen kurzen Touren (30 oder 45 Minuten), langen Touren (60 + 90 Minuten) und Hochzeiten. Der aktuelle Stand ist nun 90 kurze Touren, 166 lange Touren und 44 Hochzeiten -> macht in Summe 300.

Der Erfolg stellt sich nun also wirklich ein und darüber freue ich mich natürlich. Geholfen haben die Fernsehauftritte im Frühling und auch die Geschenkportale (Geschenkidee.ch und Geschenkparadies.ch) haben zusätzlich Fahrten gebracht. Es ist ein ganzer Mix von Dingen, die dazu beigetragen haben. Natürlich hilft auch die Präsenz der zweiten Rikscha durch Arjun und dass sich das ganze Projekt langsam etabliert. Nicht wenige Gäste waren Wiederholungstäter oder kamen auf Empfehlung früherer Fahrgäste zu Stande. So langsam spricht sich das tolle Erlebnis etwas rum und so zieht das Geschäft an. Sehr gut! Das gefällt mir und bietet auch eine gute Basis für die nächste Saison.

Badenfahrt

Heute war ich mit der Rikscha für eine Hochzeit in Baden gebucht. Offeriert hatte ich den Transfer nach Baden mit einem Mietauto. Die Kosten dafür kannte ich ja nun, seit der Hochzeit Ende August in Schaffhausen. Da sich für den heutigen Tag jedoch keine weiteren Buchungen ergaben entschied ich mich, statt mit dem Mietauto, direkt mit der Rikscha von Zürich nach Baden zu fahren. Das sind etwa 24 km pro Weg, fast vollständig flach und vermutlich in je 2 Stunden zu schaffen.

Kurz nach 12 Uhr legte ich los um noch etwas Luft zu haben, damit ich ganz sicher zum vereinbarten Termin um 14:30 Uhr vor dem Standesamt in Baden ankomme. Das Wetter war perfekt, ein schöner Herbsttag mit gegen 17° Grad, also ideales Radfahrwetter. Die Fahrt hat wunderbar geklappt und mit 1 Std. 50 Min. reiner Fahrzeit war ich noch etwas schneller als geplant. So konnte ich einen Verpflegungszwischenhalt einlegen und vor dem Standesamt hatte ich auch genügend Zeit um mich vorzubereiten.

Die Idee war eigentlich, dass der Bräutigamm mit der Rikscha die Braut zum Restaurant fährt, wo dann der Hochzeitsapéro stattfindet, doch so funktionierte es dann doch nicht. Der Bräutigamm schaffte es keine 10m geradeaus zu fahren. Immer wieder zog es ihn auf eine Seite und trotz mehrmaliger Instruktion geriet er jedesmal fast in Panik und wollte absteigen, was aber eine schlechte Idee ist. Steigt man nämlich von der rollenden Rikscha vom Sattel, stösst einem das Gewicht der Rikscha fast um. "Sitzenbleiben, bremsen und anhalten!" Ich habs immer wieder gesagt, doch er wollte/konnte es einfach nicht verstehen oder umsetzen. Tja, so wird das nichts und man will ja am Hochzeitstag weder den Bräutigam schlecht aussehen lassen, noch die Braut in Gefahr bringen. Es war also sicher die bessere Idee, wenn ich selbst fahre und Braut und Bräutigamm in der Rikscha sitzen. Wir sind dann also alle zusammen ganz gemütlich zum Restaurant gefahren, respektive die geladenen Hochzeitsgäste spazierten neben der Rikscha her. Da unser Weg mitten durch die Badener Altstadt führte, gab's natürlich viele "Ah!" und "Oh!", Gratulationen und klatschende Leute. Schön. So hat es dann doch allen Spass gemacht.

Danach stand dann wieder meine Rückfahrt nach Zürich auf dem Programm. Ich nahm es dabei etwas gemütlicher als auf dem Hinweg und genehmigte mir in Schlieren auch eine Erfrischung. Als ich gegen 18:30 Uhr die Rikscha in der Garage parkte, zeigte der Tacho 52km. Durch die eingesparten Kosten des nicht benötigten Mietautos habe ich so heute ganz gut verdient. Gut so!

schöner Herbsttag

Der Wetterbericht hat nicht zuviel versprochen. Ein schöner Herbsttag begann für mich heute etwas früher als sonst üblich. Ich war morgens um 10:30 Uhr für eine Rundfahrt ab Klinik Hirsladen gebucht und weil ich nicht genau wusste wie lange ich da hoch brauche, startete ich bereits kurz nach 9 Uhr. Natürlich hatte ich da noch genügend Zeit um auf der Rathausbrücke einen Milchkaffee mit frischem Gipfeli zu geniessen und danach das obige Foto am Limmatquai zu schiessen.

Die Anfahrt via Hegibachplatz und Balgrist bis zum Spital Hirslanden brachte mich dann ein erstes Mal ins Schwitzen und so war es ganz gut, dass ich noch 15 Minuten Vorsprung auf den Zeitplan hatte und so noch etwas auslüften konnte. Danach folgte eine schöne Fahrt runter an den See und dann quer durch die Stadt. Die Fahrt war anlässlich eines 65. Geburtstags gebucht und war stimmig und schön. Das nette Trinkgeld brachte ich dann gleich wieder auf die Rathausbrücke für den nächsten Verpflegungshalt.

Obwohl es Traumwetter war, war es am Nachmittag schwierig Gäste für eine Rikschafahrt zu finden. Ein paar kleine Taxifahrten und eine kleine Rundfahrt mit einem Paar aus Dubai kamen dann aber doch noch zusammen.

Abends traf ich mich dann mit dem Pechvogel, welcher meine Mietrikscha am 30.08. zu Schrott gefahren hat. Wir trafen uns zum Abschluss dieses Vorfalls und er beglich die Differenz zwischen meiner Rechnung und dem ausbezahlten Versicherungsbetrag persönlich und in bar. Ich bin nun froh, dass diese an sich ärgerliche Geschichte einen doch recht positiven Abschluss gefunden hat. Natürlich bedeutete das Ganze Ärger und Aufwand, doch zumindest ist mir dabei kein finanzieller Schaden entstanden. Das ist schon mal recht gut und dankbar bin ich natürlich auch, dass bei dem Vorfall niemand ernsthaft verletzt wurde. Ich habe daraus meine Lehren gezogen und die Bedingungen im Mietvertrag zusätzlich verschärft. Hoffentlich bleibe ich sehr lange von einem ähnlichen Vorfall verschont...

alles was schief gehen kann...

An Arjuns Rikscha gab es am linken Hinterrad immer stärkere Geräusche und deshalb wollten wir uns das letzte Woche mal ansehen. Das Rad wird von aussen mit einer Zentralschraube, die direkt in die Achse geschraubt ist festgehalten. Diese Schraube wollte sich aber einfach nicht lösen lassen und so begann das Unheil...

Es braucht schon etwas Gewalt, bis man eine Innensechskantschraube (Imbus) rund dreht, doch das schafften wir. Die Schraube wollte sich einfach nicht lösen lassen und auch Kriechöl half nicht weiter. Natürlich befürchtete ich, dass wir die Schraube rund drehen, doch was soll man machen? Irgendwann war es dann soweit und damit war klar, dass man den Schraubenkopf wegbohren muss, damit man das Rad abkriegt. Da das Wochenende vor der Tür stand und Arjun fahren wollte, liessen wir es also mal dabei bewenden und Arjun quitschte sich durch die Stadt...

Am Dienstag brachte ich dann den Akkuschrauber mit verschiedenen Bohrern sowie eine Feile mit in die Garage. Zuerst ein kleines Loch in der Schraubenmitte vorbohren. Gar nicht so einfach, bei einer Chromstahlschraube (Inox). Pling! Bohrer abgebrochen... Nächster Versuch... Dann ein grösserer Bohrer... und noch eine Nummer grösser und siehe da: Der Schraubenkopf fällt ab und das Rad lässt sich demontieren. So weit so gut, doch wie kriegt man nun den festsitzenden Schraubenstumpf aus der Achse?

Ich hoffte, dass vor dem Gewinde genügend Schraube übrig sei, damit ich die Schraube anfeilen könnte um dann mit einem Gabelschlüssel versuchen kann, sie rauszudrehen. Doch die Hoffnung war von kurzer Dauer, denn da war kaum ein Millimeter Schraube sichtbar. Also was nun? Die Schraube anbohren und mit einem Ausdrehwerkzeug den Stumpf herausdrehen. Gute Idee, doch ein solches Werkzeug habe ich nicht und Christoph, vom Bikeshop Flamme Rouge, ist erst ab Mittwoch im Shop. Also bohre ich die Schraube mal an und warte...

Heute machte ich mich dann auf den Weg zu Christoph und leihte mir das Werkzeug aus. In der Garage setzte ich den Ausdreher an und schraubte ihn mit Linksgewinde in die Schraube. Dann wurde es hart. Klar. Die Schraube steckt fest, so einfach geht das nicht... Etwas mehr Kraft... Pling! Der Ausdreher bricht aussen bündig ab... Nein! So ein Mist! Gehärteter Stahl, in der Mitte einer Inox-Schraube...

Ich steckte das Rad auf und fuhr mit der Rikscha zu Christoph. Wir beäugten das Ganze. Ausbohren geht nicht, da der Bohrer nicht in den Ausdreher bohren kann, weil beides gleich harter Stahl ist. Irgendwie müssen wir also zuerst den Ausdreher aus dem Schraubenstumpf kriegen, bevor wir dann die Schraube ausbohren können. Mit kleinen Meisseln und Hammer versuchen wir den Ausdreher herauszuschlagen, was aber ohne Erfolg bleibt. Zuwenig Angriffsfläche. Hmmm... Mit einem sehr kleinen Bohrer an der Aussenseite des Ausdrehers kleine Löcher in die Schraube bohren, damit man etwas Luft kriegt um den Stumpf des Ausdrehers rauszukriegen. Könnte klappen...

Ich fahre also zu einem Metallwarenhändler und kaufe vorsichtshalber gleich 3 Bohrer a 1,5mm denn ich weiss ja, wie schnell die abbrechen. Und tatsächlich, schon bei der ersten Bohrung bricht der erste Bohrer... Nur nicht fluchen... Vorsichtig und konzentriert weiterarbeiten... Beim Bohren des dritten Lochs bricht dann auch der dritte Bohrer, doch nun gelingt es uns endlich, den Stumpf des Audrehers rauszugrübeln. Immerhin. Nun vorsichtig die Schraube Schritt für Schritt aufbohren und das Gewinde in der Achse möglichst wenig beschädigen. Das sagt sich so einfach... Natürlich ist die Bohrmitte nicht genau in der Mitte der Schraube und so kann man bald auf einer Seite das Gewinde sehen und auf der anderen Seite noch gar nichts ausser die angebohrte Schraube, die im Loch steckt... Es vergeht wohl noch fast eine Stunde bis wir soweit sind, dass wir den M8-Gewindeschneider ansetzen können um das Gewinde in der Radachse nachzuschneiden. Es sieht nicht schön aus, doch es sollte funktionieren, respektive halten...

Alles in allem habe ich in diese Zangengeburt gegen fünf Stunden Arbeit investiert. Weil das Gewinde nun etwas lose ist (resp. leichtes Übermass hat), schmierten wir Loctite (Schraubensicherungsungflüssigkeit) auf die neue Schraube, bevor wir das Rad festschraubten. Wobei: Nur nicht zu fest anziehen, sonst kriegen wir die Schraube später nicht mehr auf, was ja der Anfang allen Übels war. Immerhin: Auf der Rückfahrt konnte ich mich davon überzeugen, dass die Geräusche weg sind, somit ist das Ziel erreicht...

Foxtrail

Schon oft beobachtete ich Gruppen, die durch die Stadt streiften und eine Art Postenlauf absolvierten. Im Sommer habe ich mich deshalb mal auf der Foxtrail-Homepage etwas schlau gemacht, das Thema dann aber wieder abgehakt, da ich für mich keinen unmittelbaren Nutzen sah. Gestern nun rief mich jedoch jemand an und fragte, ob ich seine gehbehinderte Mutter auf einer Foxtrail-Schnitzeljagd begleiten würde. Na klar! Montags ist eh meist wenig los. Ich hatte Zeit und über den Preis waren wir uns auch schnell einig.

Wie alle Foxtrails startet die Schnitzeljagd am Bahnhof. Man kriegt einige Hinweise auf Papier und findet so zumindest einmal den Posten Nr. 1. Von da erhält man dann weitere Angaben zu dem nächsten Posten und so arbeitet man sich nach und nach vor. Dabei wird man kreuz und quer durch die Stadt geführt und entdeckt dabei mache noch unbekannte Ecke. Die einzelnen Hinweise sind oft sehr originell versteckt und einige davon muss man richtig suchen, bis man den nächsten Hinweis findet. Oft sind die Hinweise etwas verschlüsselt, kleine Rätsel, und so bleibt die Suche nach dem Fuchs stets spannend und unterhaltsam. Wir brauchten etwa 2 1/ 2 Stunden, bis wir am Ziel unserer Jagd am Posten 19 angelangt waren. Ich finde das Foxtrail-Konzept wirklich interessant und eine gute und spannende Alternative zu herkömmlichen Stadtführungen. Orte und Dinge "selbst" zu entdecken macht einfach Spass. Meine Fahrgäste und die übrigen Begleiter waren allesamt begeistert und das Jagdfieber packte fast jeden.

Später hielt ich dann noch nach ein paar Taxifahrten Ausschau und freute mich, dass das Wetter besser war, als in der Wtterprognose vorhergesagt. Kurz vor sechs Uhr abends machte ich dann noch das Tagesfoto am Bürkliplatz. Leider kann man darauf das Alpenpanorama nicht so gut erkennen, wie man es in Wirklichkeit sah.