20'000km

Heute auf dem Nachhauseweg sah ich zufällig, wie die Kilometeranzeige an meinem Motorrad von 19'999 auf 20'000 gesprungen ist. 

Seit dem 16. August 2011 besitze und fahre ich nun meine KTM 690 Enduro R. Dieser Töff hat sich als Auto-Ersatz wirklich gut geschlagen. Bisher hatte ich noch keine ernsthafte Panne, kriegte keine Busse und bin -glücklicherweise- noch nie gestürzt. Nach 1'000, 7'500 und 15'000 Kilometer war die KTM in der Garage zum Service, doch sonst musste nie ein Mechaniker Hand an sie legen. Das einzige kleine Manko ist, dass regelmässig, etwa alle 2'500km, die Glühbirne des Abblendlichts durchbrennt und deshalb ersetzt werden muss. Eine Sache von 10 Minuten mit 10 Franken Kosten.

Nach etwa 12'000 Kilometern ersetzte ich den Reifen am Hinterrad. Sonst ist alles noch Original. Als nächstes steht wohl eine neue Antriebskette an, denn diese längt sich in letzter Zeit kontinuierlich und beginnt auch zu scheppern. Ansonsten: Nichts! Einfach nur draufsitzen und fahren! Perfekt! Genauso habe ich mir das vorgestellt.

Ich sehe das Ganze ziemlich pragmatisch. Es ist optisch kein wirklich schönes Motorrad, doch es funktioniert einwandfrei. Die etwa 60 PS sorgen für ordentlich Bums und so bin ich meist recht zügig unterwegs. Vor allem im Stadtverkehr kann ich mir die Fahrt mit einem Auto gar nicht mehr wirklich vorstellen. Da schummle ich mich regelmässig an Autokolonnen vorbei nach vorne. Autos stehen viel zu oft und fahren zu wenig... Auch das ganze Parkplatzthema hat sich mit einem Motorrad erledigt. Da findet man immer einen Platz wo man parken kann, ohne dafür eine Busse zu kriegen. Ganz zu schweigen von den Kosten. Das Motorrad ist ein x-faches günstiger bei Versicherung, Strassenverkehrabgabe und im Unterhalt.

Natürlich gibt es (vor allem im Winter) auch Tage, an denen ich mich gerne in eine Blechbüchse setzen würde. Bei Minustemperaturen oder im strömenden Regen gibt es wirklich besseres als Motorrad zu fahren. Wenn man jedoch ehrlich ist, so sind dies vielleicht 65 Tage im Jahr. An all den übrigen 300 Tagen hat das Motorrad nur Vorteile. Halt, da fällt mir noch ein weiteres Manko ein: Grosseinkauf oder Transport von Gegenständen sind mit dem Töff auch eher ein Problem. In solchen Momenten bin ich natürlich froh, wenn ich auf das Auto meiner Frau zurückgreifen kann.

Alles in allem bin ich jedoch happy mit meiner Entscheidung, statt einem Auto einen Töff zu kaufen. Das hat sich wirklich gelohnt. Ich hoffe, dass mir meine KTM noch viele tausende von Kilometern Freude bereitet.

Polit-Promis

Heute traf ich zufällig auf eine Schar Politiker, die sich für ein Gruppenbild zurecht machten. Es sind dabei all die Politiker, die gegen die 1:12 Initiative sind, über die am 22. November abgestimmt wird. Man könnte etwas böse auch sagen, dass es diejenigen sind, die immer noch an selbstregulierende Märkte glauben und neoliberales Gedankengut über das Gemeinwohl stellen... Ich will hier gar nicht lange darüber debatieren. Ich werde für 1:12 stimmen im Bewusstsein, dass sich selbst bei der Annahme der Initiative nicht viel ändern wird. Die Verteilgerechtigkeit wird kaum zunehmen, sondern die betroffenen Firmen werden sich eher unter einer Holdingstruktur in Teilfirmen aufgliedern, in denen dann dann das geforderte Lohnverhältnis von 1:12eingehalten werden kann. (Eine kleine Bemerkung am Rande: Auf Facebook habe ich das Foto auch gepostet. Da schrieb ich jedoch, dass es sich dabei um die Befürworter der Initiative handelt. Hi hi hi, mal sehen, ob das jemand merkt.)

Für mich war es wichtiger, dass es heute ein schöner und warmer Herbsttag war. Mittags um 2 Uhr war es etwa 17° Grad und ich konnte tatsächlich in kurzen Hosen fahren. Das hat natürlich Spass gemacht. Zudem hatte ich noch zwei gebuchte Rundfahrten und so war also alles tip top für einen Montag.

Morgen soll es noch etwas wärmer werden, bevor dann am Mittwoch eine Regenfront über die Schweiz ziehen wird. Schon ab Donnerstag soll es aber wieder besser werden und wieder gegen 18° Grad warm werden. Herrlich dieser Altweibersommer! Das hilft mir natürlich, die Saison positiv abzuschliessen. Am 2. November habe ich endlich Ferien und darauf freue ich mich natürlich riesig.

Freude an und auf

Ich gebe zu, dass ich richtig Freude daran habe, dass mein BLOG wieder funktioniert. In den letzten Monaten hat mir diese Seite schon etwas gefehlt und deshalb denke ich mir, dass ich während der Wintermonate doch noch einige Artikel nachreichen werde. Es war ja nicht so, dass es nichts zu erzählen gegeben hätte sondern vielmehr so, dass ich dafür einfach keine Zeit hatte.

Letztes Jahr machten Karin und ich Anfang Oktober zwei Wochen Ferien. Da ich in diesem Jahr die Werbeflächen auf meiner Rikscha bis Ende Oktober vermieten konnte, wird es nun Anfang November, bis ich endlich wieder einmal Ferien habe. Acht Monate arbeiten am Stück ist wirklich lange und ich brauche noch etwas Zeit um mich an diesen Rythmus zu gewöhnen. Es ist nun das zweite Jahr, dass ich den Sommer durcharbeite und in Europas schönster Jahreszeit keine Ferien machen kann. Das fehlt mir schon ein bisschen und die lange Pause im Winter entschädigt zwar schon, doch da ich kein Wintersportler bin, ist es halt doch nicht das Gleiche.

Überhaupt hat sich vieles verändert... Wenn man das Hobby zum Beruf macht hat man kein Hobby mehr. Wenn ich denn nun mal frei habe, dann gehe ich nicht noch Rad fahren. Und ja, Mountainbiken und Rikscha fahren ist nicht wirklich das Gleiche. Während das biken vielfach mit Freunden stattfand, fahre ich nun mit der Rikscha mit mir fast immer unbekannten Menschen durch die Stadt und so fehlt mir der Kontakt zu meinen Freunden. Auch dafür habe ich in den Sommermonaten fast keine Zeit mehr. Ich will mich nicht beklagen, ich stelle einfach fest. Es gibt den Wintermonaten auch deshalb eine andere Bedeutung. Ich muss/will also in der Winterzeit Dinge kompensieren, die ich in den 8 Monaten Rikscha-Saison nicht machen kann.