lang ist's her

Am 5. Januar benutzte ich zum letzten Mal mein SANTA CRUZ Mountainbike... So wunderte es nicht, dass ich vor der heutigen Tour zuerst einmal die Reifen aufpumpen und die Spinnweben vom Lenker entfernen musste. 

Ich war mit Jürg für eine Samstagstour verabredet und freute mich richtig, wieder einmal ein Fahrrad ohne Stützräder zu fahren. Über Nacht hat es etwas geschneit und das Thermometer zeigte nur wenig über Null Grad an. Schutzbleche am Bike und warme Kleider am Mann waren also angesagt. Wir sind dann eine Tour gefahren, von der ich früher gesagt hätte "Standard". Wenn man am letzten Novembertag jedoch erst zum zweiten Mal auf dem Mountainbike sitzt, ist jedoch nichts mehr wirklich Standard. Natürlich kannte ich die Strecke und doch... es ist einfach schon so lange her...

Es war ganz angenehm, dass wir nur zu zweit waren. So hatten wir Zeit um etwas zu plaudern und wohl auch deshalb waren wir nicht allzu schnell unterwegs. Es war ein echter Genuss. Trotz der zunehmend kälter werdenden Füsse. Ja, das habe ich wirklich vermisst. Überhaupt: Ich war dieses Jahr kein einziges Mal in den Bergen... auch das habe ich vermisst. Wobei, es war kein schmerzliches Vermissen sondern einfach die Feststellung, dass ich das früher wirklich oft und gerne gemacht habe und nun in der schönsten Jahreszeit einfach keine Zeit mehr dafür habe. Die Zeiten ändern sich...

Eröffnungs-Event

Heute musste ich früh aufstehen, denn ich war den ganzen Tag gebucht um zu der Eröffnung der Bäckerei Wüst an der Seefeldstrasse 178 in Zürich Schoggistängeli auszufahren. Um 8 Uhr musste ich da auf der Matte stehen und wer mich kennt weiss, dass ich lieber 10 Minuten zu früh als 1 Minute zu spät bin. Und wenn ich schon früh raus muss kann ich auch noch etwas Reserve einplanen, so dass ich nicht hetzen muss. Diese Idee klappte dann so gut, dass ich noch Zeit hatte um bei Marinello auf der Rathausbrücke noch einen Kaffee zu trinken.

Ich geb's zu. Die Bäckerei Wüst war mir bislang kein Begriff. Ich lernte dann jedoch, dass es sich hier im Seefeld nun um die 12. Filiale handelt, die zweite davon in Zürich. Das Hauptgeschäft und die zentrale Bäckerei befindet sich in Wangen (SZ). Die neue Filialie im Seefeld ist nicht sehr gross, doch sehr schön und modern eingerichtet. Zum Eröffnungstag war extra ein Barista (Kaffe-Macher) engagiert, der allen Gästen kleine Kaffees offerierte. (Da hätte ich mir das Geld für den Marinello-Kaffee sparen können). 

Zwei Promotoren beluden die Rikscha mit den Schoggistängelis und schon kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf den Weg um kreuz und quer durch das Seefeldquartier zu fahren. Bei jedem Büro und Geschäft hielten wir an und die Promotoren betraten die Geschäfte und verteilten Flyer und Schoggistängeli. Natürlich kam diese süsse Überraschung überall gut an und so machte die ganze Sache auch wirklich Spass. Lustig fand ich dann auch, dass wir über Mittag, also zwischen 12 und 13 Uhr nichts anderes machten als die Seefeldstrasse rauf und runter zu fahren und Passanten mit Schoggistängelis zu beglücken. Wie man am Bild oben erkennen kann, war die Rikscha ja auch mit Werbung bedruckt und hatten wir einen guten Auftritt.

Kurz nach 4 Uhr am Nachmittag war das das Schoggistängeli-Lager leer. Über 800 Stück haben wir unter die Leute gebracht. Wir haben uns zum Abschluss noch einen feinen Latte Macchiato gegönnt und mit dem Firmeninhaber die ganze Aktion besprochen. Alle waren zufrieden und fandes es eine ganz sympathische Sache. Schön so. So soll es sein. Für mich war's natürlich auch ein guter Tag, denn erstens wurde ich gut bezahlt und zweitens konnte ich jede Menge Gratis-Schoggistängeli essen...

wo ist die Sonne?

Nun sind wir seit einer Woche wieder zu Hause und in der Zeit habe ich -wenn ich mich recht erinnere- die Sonne kein einziges Mal gesehen. Entweder lagen wir unter der Hochnebeldecke oder es regnete oder schneite. 

Mir ist schon klar, dass eine Woche ohne Sonne Ende November im Schweizer Flachland nichts aussergewöhnliches ist, doch nach den zwei Wochen Ferien mit Sonne, Meer und Strand zeige ich fast so etwas wie Entzugserscheinungen. Nicht dass ich nun gleich depressiv würde, doch es drückt mir schon etwas auf die eigentlich gute Nach-den-Ferien-Stimmung.

Nach der Schnee-/Regenfahrt am Donnerstagabend war ich heute nochmals für eine Rundfahrt gebucht und wieder bin ich mit den Gästen im Regen rumgefahren. Bei 2-3° Grad macht das nicht sonderlich viel Spass und vor allem habe ich so wirklich keine Lust vor oder nach der gebuchten Fahrt noch etwas auf Kundenfang zu gehen. Kalt an sich wäre ja noch o.k. aber dieses nass-kalte und stets trübe Wetter ist einfach wenig motivierend. Da verkrieche ich mich lieber im Büro und hinter dem PC...

erster Schnee

Heute Abend hatte ich eine gebuchte Fahrt vom Bahnhof Stadelhofen zum Hauptbahnhof. Da um 18:00 Uhr die Weihnachtsbeleuchtung der Innenstadt in Betrieb genommen wurde, waren viele Geschäfte bis 22:00 Uhr offen und verschiedene Marktstände und kleine Bühnen waren entlang der Bahnhofstrasse eingebaut. Alles war also zur Anbetung des goldenen Konsumkalbs aufgebaut, so dass wir uns bis zu Weihnachten berauschen können...

Bevor ich in die Stadt fuhr musste ich noch einen Abstecher bei Mainstreet 42 machen um da Spezialwerkzeug auszuleihen, welches ich später brauchte um an Arjun's Rikscha einen Schaden zu beheben. Am späten Nachmittag regnete es noch leicht und es war deshalb klar, dass ich das Regenkombi zum Motorradfahren anziehen musste. Schon auf dem Weg in die Stadt begann es dann zunehmend zu schneien.

Für die Rikschafahrt musste ich also das Regenverdeck runterlassen, was etwas schade war, denn die Sicht für die Passagiere wird dadurch schon etwas eingeschränkt. Das kommt daher, dass bei diesem feuchtkalten Wetter das Verdeck von innen zu beschlagen beginnt und zudem die Schneeflocken aussen am Verdeck kleben bleiben. Na ja, das war nicht so schlimm. Das junge Paar fand die Fahrt durch die beleuchtete Innenstadt doch sehr schön und hat es genossen.

Meine Kleidung war wie folgt: Unten: kurze Radhose, lange Unterhose, lange Radhose, Regenhose. Oben: kurzes Funktionsshirt, langes Funktionsshirt, dünner Fleecepullover, Langarm-BikeButler-Shirt, Regenjacke. Langfingerhandschuhe und Mütze auf dem Kopf. Wahrlich: es ist Winter!

Nach der Fahrt traf ich dann wie vereinbart Arjun in der Garage und wir machten uns an die Reparatur seiner hinteren Bremse. Da war an einem Bremszylinder ein Befestigungsgewinde ausgenudelt und dieses musste nun mit einem Gewindeeinsatz ersetzt werden. Mit dem richtigen Werkzeug war das dann keine grosse Sache und nach einer halben Stunde war dann alles wieder tip top. Wir haben noch etwas geplaudert bevor wir uns verabschiedeten. Ich stieg also wieder ins Regenkombi und auf das Motorrad.

Auf dem Heimweg schneite es ziemlich heftig. Nachts bei Schneefall Motorrad zu fahren ist etwas beängstigend. Ich sehe von Natur aus nachts schon ziemlich schlecht und dann beschlägt es einem das Visier und Schneeflocken auf dem Visier sind dann noch das i-Tüpfelchen für den Blindflug. Ausserdem wird der Untergrund natürlich zunehmend rutschiger und all das zusammen macht die ganze Sache irgendwie zum Eiertanz. Ich fuhr deshalb ziemlich langsam und meist direkt hinter einem Auto. Dessen Rücklichter waren mein Wegweiser und so lange ich in seiner Fahrspur fahre, ist die Strasse auch nur nass und nicht plotschig-rutschig. Ich war dann froh, heil zu Hause angekommen zu sein. Sowas mag ich wirklich nicht. Nun kommt die Zeit, in der die Nachteile des Motorradfahrens sich zeigen.

winterlich

Es war schon etwas ein Schock, um sich von den 30° Grad in der Karibik an die 3 oder 5° Grad hier in der Schweiz zu gewöhnen... Zudem fehlt mir wegen des andauernden Hochnebels schon wieder die Sonne...

Na ja, jammern hilft nichts und weil der Wetterbericht für die kommenden Tage eher noch schlechter ist und immer wieder Regen auf dem Programm steht wollte ich den heutigen Tag nutzen um wieder einmal mit dem Kish eine Strassenrunde zu drehen. Ich wollte in die Stadt fahren um in der Garage die Rikscha zu checken und die Velobeleuchtung nach Hause zu nehmen. Zudem wollte ich natürlich ein paar Bekannte in der Stadt treffen und beim Marinello auf der Rathausbrücke Milchkaffee trinken und etwas plaudern.

Gemütlich rollte ich in die Stadt und genoss die Leichtigkeit des Fahrradfahrens ohne Zusatzgewicht (damit meine ich die schwere Rikscha und eventuelle Passagiere). Seit Anfang Februar bin ich nun nicht mehr auf einem normalen Velo gesessen und zu Beginn kam mir die Sitzposition etwas unbequem und nach vorne gebeugt vor. Auf der Rikscha sitze ich natürlich viel aufrechter und so hatte ich heute ein paar mal das Gefühl, dass der Lenker am Kish doch ziemlich weit unten ist. Trotzdem war dieses gute Gefühl des geräuschlosen und leichten Rollens gleich wieder da. Schön... Ich wählte auf meinem Weg auch ein paar kleinere Steigungen, damit ich mal wieder etwas Wiegetritt fahren konnte. Auch gut...

In der Garage angekommen prüfte ich den Luftdruck an den Reifen der Rikscha - alles tip top. Dann montierte ich die beiden kleinen Lichterketten am Dach der Rikscha und war zufrieden, wie gut alles aussah. Ja, die Rikscha habe ich auch lieb gewonnen und irgendwie sah ich das auch. Obwohl ich nicht viel Zeit in den Unterhalt steckte, sah alles gut in Schuss aus und ist für die nächsten Fahrten bereit.

Danach besuchte ich zuerst den Grillmeister am Bürkliplatz und schwatzte etwas mit ihm, bevor ich dann auf die Rathausbrücke zum Kaffee fuhr. Ich freute mich richtig, die Leute da wieder zu sehen. Es fühlte sich irgendwie an als seien sie meine Arbeitskollegen und da freut man sich ja auch, wenn man nach den Ferien alle wieder gesund und munter antrifft. Mit einem Kaffee in der Hand stattete ich dem Uhrenhändler -der auch Beat heisst- noch einen kurzen Besuch ab und freute mich mit ihm, dass er in den letzten Wochen ein paar gute Abschlüsse tätigen konnte.

Bevor ich mich auf den Rückweg machte kreutzte ich noch etwas die Innenstadt auf um zu sehen, wo die Weihnachtsbeleuchtung schon montiert ist. Ab kommenden Donnerstag soll diese an den Abenden jeweils die Stadt erleuchten und dafür wollte ich mir in etwa eine Route zurechtlegen. Romantische Glühweinfahrten mit der Rikscha könnten ja noch ein Winterangebot sein.

Auf dem Heimweg war ich dann überrascht, dass ich schon gegen halb fünf Uhr Licht ans Bike montieren musste. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es den ganzen Tag nie richtig hell wurde und nun dunkelte es bereits wieder ein. Ja, die Tage werden kürzer und kürzer...

Das war ein schöner Einstieg nach den Ferien und in den nächsten Tagen werde ich wohl eher zu Hause bleiben und Büro-Pendenzen erledigen. Da gibt es ja noch einiges zu tun. Das war eine schöne Velorunde. Hat Spass gemacht. Der Tacho sagt: 3:21 Std., 59.2 km., 560 Hm.

holidays are over

Schon sind unsere zwei Wochen Ferien vorbei und bald besteigen wir das Flugzeug um von der schönen und warmen Karibik zurück ins kalte und graue Europa zu fliegen. Tja, so ist das Leben!

Diese zwei Wochen haben mir wirklich gut getan und ich konnte es sehr geniessen. Ich war so viel im Wasser und am Schnorcheln wie vermutlich noch nie zuvor und das war genau das richtige Kontrastprogramm zu den 8 Monaten Rikschafahren zuvor. Genau so müssen Ferien sein!