Silvester!

Ein freier Nachmittag, ungeduscht und unrasiert, aber mit Alkohol und Zigaretten vor dem Monitor. Das sind gute Voraussetzungen für einen Jahresrückblick... Der "Honig Malt Whisky Likör" ist ein Weihnachtsgeschenk und passt super zu einer heissen Tasse Milchkaffee...

Zuerst mal eine drehen und rauchen... also womit soll ich beginnen...

2013 war das Jahr 1 mit Arjun. Schon im Janaur führten wir Gespräche über eine Zusammenarbeit und ab April legten wir dann auch zu zweit los. Ich gab ihm ganz offiziell einen Job, mit AHV, SUVA und PK, alles ganz korrekt angemeldet und einbezahlt.

Während der Saison haben wir uns meist nur bei gemeinsamen Rundfahrten (oder zu Reparaturarbeiten) getroffen. Ansonsten hatten wir einen ganz anderen Ansatz. Ich arbeite tagsüber und mache viele Sightseeingtouren und er arbeitet vorwiegend nachts und macht viele Taxifahrten im Kurzstreckenbereich. Beides hat ansprechend gut funktioniert. Wir  hatten dadurch viel Präsenz und erarbeiteten uns unseren eigenen Platz in der Gesellschaft von Zürich. Vorher gab es da nichts. Heute gibt es Bike Butler!

Am 18. April war die Fernsehsendung bei Aeschbacher. Drei Tage später, am 21. April, wurde in der Stadt Zürich überraschend Richard Wolff in den Stadtradt gewählt und Arjun hat ihn zur Wahlannahme ins Stadthaus gefahren. Da berichteten schweizweit die Medien und eine Bike Butler Rikscha war sogar in der Tagesschau zu sehen! Cool! Das hat über ein paar wenige Tage hunderte von neuen Klicks auf der Homepage gebracht. Nochmals einen gewaltigen Peak gab dann die Sendung "Züri West Night live!" Mitte Juni, wo wir nochmals etwa 7 Minuten Fernseh-Präsenz erhielten. Von da weg ging's dann wirklich los!

Juli war mein Rekordmonat. 26 Tage, über 230 Stunden und über 1'100 Kilometer war ich mit der Rikscha unterwegs. Am Samstag, 6. Juli, bin ich über 102 Kilometer im Sattel gesessen. In brutto 17 Stunden, Samstagnacht von "Züri-Fäscht". Im Juli absolvierte ich über 70 Stadtrundfahrten. Es lieft wie am Schnürchen.

Im August hatte ich dann -wie auch schon letztes Jahr- eine erste, leichte Krise. Ich war müde nach diesem verrückten Juli und sah doch noch überhaupt kein Ende, denn ich muss bis Ende Oktober durchhalten und das ist noch weit weg. Zwei Ruhetage mehr und auch ein paar Fahrten weniger als im Juli waren die Folge davon. Trotzdem: der zweitbeste Monat aller Zeiten.

Am 30. August gab's dann die zerstörte Rikscha. Zum Glück wurde niemand verletzt und der Schaden konnte finanziell geregelt werden, doch Fahrten mit 3 Rikschas lagen ab da nicht mehr drin. Ausserdem musste ich nun für Hochzeiten immer wieder umdekorieren und konnte nicht einfach nur rasch die Rikscha wechseln.

Am Sonntag, 23. September war "Zürich Multimobil", eine Mobilitätsausstellung der Stadt Zürich mit Partnern. Wir (Bike Butler) waren der Rikschapartner und machten an diesem sonnigen Herbsttag viele Gratisfahrten. (Da wäre die dritte Rikscha schon sehr toll gewesen). Karin betreute unseren kleinen Stand und informierte Intressenten über unsere Aktivitäten. Das war ein gelungener Anlass.

Oktober war dann schon so etwas wie das Runterfahren vor den Ferien. Immer noch 40 Rundfahrten gaben eine gute Basis und dazwischen nahm ich es oftmals nicht mehr so streng. War ganz o.k.

Anfang November dann zuerst die zwei Wochen Ferien in Florida und auf Barbados. HERRLICH! Tolle Natur, herrliches Wetter, klares Meer, ein Paradies...

Zuhause musste ich mich dann zuerst wieder an nass und kalt gewöhnen. Es plätscherten noch ein paar Fahrten herein, doch mich beschäftigte mehr der Kauf von zwei weiteren Rikschas und damit natürlich der Idee, weiter zu wachsen und mehr Rikschas auf die Strasse zu bringen. Mehr Rikschas = mehr Möglichkeiten = mehr Werbefläche = mehr Aufwand = mehr Risiko.

Dass ich die zerstörte Rikscha ersetzen wollte, war immer klar. Die Gründe für eine weitere, eine 4. Rikscha, waren dann schon weniger konkret. War's der innere Wunsch nach Wachstum? Oder einfach nur, damit ich mich noch ein bisschen mehr anstrengen muss als bisher, damit es nicht langweilig wird? Mehr Rikschas heisst doch ganz einfach auch mehr Möglichkeiten und das ist ganz sicher interessant. Zudem hatte ich den Eindruck, dass ich jetzt, gegen Ende eines wirklich guten Jahres, den möglichen Gewinn durchaus in ein weiteres Fahrzeug investieren kann.

Anfang Dezember holte ich dann zwei Rikschas in München und langsam musste ich nun konkret werden. Wann genau will ich die 3. Rikscha fahren lassen? Nur dann kann ich die Werbeflächen auch wirklich vermieten. Und dann brauche ich zwingend einen oder mehrere Fahrer. Ja, da gibt's noch ein paar Knackpunkte. Immerhin: Ich fand rasch eine tolle Garagen-Lösung, wo wir ab 01.01.2014 alle Rikschas unterbringen können. Dazu kam dann noch das Buchhaltungszeugs, die Ideen zur Gründung einer GmbH und das Silvestervideo und bumm! Bin ich schon wieder am heutigen Silvestertag angelangt. Ja, 2013 war ein richtig spannendes und interessantes Jahr und Bike Butler ist finanziell selbsttragend geworden. Sehr gut!

Der letzte Abschnitt soll doch nun die Wünsche und Hoffnungen für 2014 offenlegen. In erster Linie wünsche ich mir bestmögliche körperliche Gesundheit. Das ist sicher matchentscheidend! Sonst? Ich wünsche mir glückliche Zufälle und kein Pech. Viele interessante Menschen. Hoffnungen mache ich mir eigentlich keine. Ich vertraue den positiven Kräften des Lebens und will jedem Tag offen und mit Freude begegnen.

Das bringt mich zum Schluss dieses Beitrags. selbst-VERTRAUEN. Das habe ich gelernt im Jahre 2013. Ich vertraue darauf, dass sich die Bike Butler Rikschageschichte positiv entwickelt und dass ich da ganz genau am richtigen Ort in meinem Leben bin. Nach vielen Zweifeln und ganz normalen Startschwierigkeiten komme ich mir erstmals so etwas wie angekommen vor und finde in eine Phase des Vetrauens. Ja, alles ist gut, so wie es ist! Ich brauche mich nicht zu verstellen und niemand steht mir im Licht. Ich kann freudig und wachen Auges ins neue Jahr schreiten und mein Ding durchziehen. Alles ist gut...

ob churz oder lang...

Ich konnte mich dann doch nicht zwischen der Kurzfassung mit 59 Sekunden und der Langversion mit 2 Minuten 21 Sekunden entscheiden. ;-)

Hier im Blog hat der Leser jedoch genügend Zeit um mit der Langversion zu beginnen:

zum Schmunzeln dann hier noch der "short cut":

Die Aufnahmen waren lustig, obwohl sich Arjun etwas krank fühlte. Ich musste ihn leicht überreden, doch ich wollte ihn unbedingt auf dem Film haben. Er gehört einfach dazu und ergänzt mein Angebot ausgezeichnet. Ja, hat Spass gemacht! :-)

nur es churzes Filmli...

Beim Velofahren vor zwei Tagen hatte ich einen Geistesblitz. Mir kam die Idee, dass ich zusammen mit Arjun ein kleines Bike Butler Video mit einer Silvester- und Neujahrsansprache aufnehmen und auf facebook veröffentlichen könnte. Das wäre doch noch lustig... so im Sinne von "DANKE und gerne wieder im neuen Jahr!".

Stimmt, die Idee ist nicht übel. Könnte lustig werden... braucht aber einiges an Vorbereitung. Grober Ablauf. Text im Detail. Technik. Unterstützung...

Auswendig lernen kann ich wirklich nicht mehr so gut... bin gespannt, wie wir das heute Nachmittag hinkriegen. Das Ziel ist, das kurze Filmli vor morgen Abend online zu bringen. Man wird sehen...

Garagenplan

Heute besichtigte ich die ab 01.01.2014 neu gemietete Garage und habe alles ausgemessen. Zuhause habe ich dann die Skizze am Computer in einem Zeichnungsprogramm masstabgetreu umgesetzt, so dass ich mir über die Belegung und Nutzung ein paar Gedanken machen konnte.

Nicht nur der erste Eindruck war gut. Es zeigt sich, dass diese Garage zu einem Glücksgriff werden kann. Die insgesamt 43 Quadratmeter bieten noch viel Potential für den weiteren Ausbau von Bike Butler. Mit den derzeit insgesamt 5 Rikschas (4x Bike Butler + 1x Arjun privat) bleibt noch viel Platz frei. 8 Rikschas haben locker Platz, wenn man verschachtelt parken würde, gingen sogar bis zu 12 Rickschas rein.

Da genügend Platz vorhanden ist, kann ich tagsüber auch gut das Motorrad in der Garage abstellen. Für die Motorradkleider werde ich wieder einen Kleiderbügel aufhängen und insgeheim plane ich auch den Kauf eines Metallschranks, in dem ich Werkzeug, Ersatzteile und im Sommer die Decken einlagern kann. Das wäre sehr praktisch, doch zu Beginn starte ich mal ohne (ist mir noch zu teuer und in nächster Zeit stehen noch andere Investitionen auf dem Programm).

Interessant fand ich, dass man in dieser Garage selbst im 2. Untergeschoss perfekten Mobile-Empfang hat. Während ich da am ausmessen war klingelte nämlich das Handy und ich war ganz überrascht, dass ich eine gute Verbindung hatte. Im Display waren 3 von 4 Balken zu sehen. Ich denke das liegt daran, dass im gleichen Haus ein Polizeiposten ist und die Polizei auch diese Garage nutzt. Die haben wohl einen Verstärker eingebaut. Danke! Das ist praktisch.

Später kümmerte ich mich noch um eine ganz andere Geschichte, nämlich, um die bessere Nutzung des Stauraums unter der Rikscha-Sitzbank. Dieser Hohlraum ist aus Alublech gebaut und da ist die Chance riesig, dass während der Fahrt (vor allem beim Überfahren von Bordsteinkanten) etwas klappert oder gegen das Blech schlägt. Bisher hatte ich zwei Kunststoffkisten in der Sitzbank. Das war nicht schlecht, doch sie passten nicht wirklich, so dass sie öfters umherrutschten und anschlugen. Meine Idee ist nun, dass ich unten eine Schaumgummimatte verlege und möglichst passende Kisten kaufe. Dafür musste ich natürlich auch zuerst die genauem Masse an der Rikscha nehmen und danach eine Zeichnung machen. Morgen werde ich wohl ein paar Baumärkte abklappern und möglichst passende Behälter suchen.

Bürokram

Diese Woche war ich wieder ziemlich mit Bürokram absorbiert. In erster Linie ging es darum, die Werbemöglichkeiten von BIKE BUTLER für das Jahr 2014 zusammenzustellen. Das heisst, ich musste nun auch mal festlegen, wann die dritte Rikscha zum Einsatz kommen soll. Es ist ja eine wechselseitige Abhängigkeit. Wenn ich einen Fahrer für die 3. Rikscha beschäftigen will, dann muss Geld durch Werbung hereinkommen, denn die Fahreinnahmen sollen dem Fahrer bleiben und meine Umkosten sollen durch die Werbung gedeckt werden. Andersherum bedeutet das aber auch, dass wenn ich Werbekunden für die 3. Rikscha finde, dann muss diese auch unterwegs sein, sprich dann brauche ich wirklich einen Fahrer, der auch die verkaufte Werbezeit abfährt.

Hinzu kommt die am 12. Dezember angesprochene Situation wegen MWST. Ich muss meine kleine Firma beim Handelsregisteramt anmelden um eine MWST-Nummer zu erhalten, mit der ich dann zukünftig Mehrwertsteuer abliefern muss/kann. Ich überlege derzeit aber auch ernsthaft, ob ich nicht gleich die Einzelfirma in eine GmbH umwandeln soll. Das böte den Vorteil, dass ich Arjun an der Firma beteiligen könnte und ihn so mehr einbinden kann. Wir haben bereits darüber gesprochen und er ist durchaus interessiert. Deshalb habe ich in den letzten Tagen auch viele Online-Dokumente gelesen die erklären, wie man bei einer GmbH-Gründung vorgehen muss und welche Dokumente man dafür zwingend braucht.

Ich muss mich durch die ganzen Admin-Themen etwas durchquälen. Es entspricht weder meinen Interessen noch meinen Fähigkeiten. Da würde ich mich gerne mit jemandem zusammentun, der von der ganzen Materie etwas versteht und der mich durch diesen Prozess begleiten kann. Natürlich gibt es dafür spezielle Gründungszentren, doch da geht es in erster Linie ja auch ums Geschäft. Sprich diese Menschen wollen für ihren Job ja auch bezahlt werden und so kann man für eine GmbH-Gründung locker mal 2-3'000 Franken ausgeben und das ist mir derzeit (noch) zu teuer. Mal sehen, wie das weitergeht.

Weihnachtsbeleuchtung gucken

Heute hatte ich ein Gespräch mit einem der Werbepartner 2013. In erster Linie wollte ich mich für den Auftrag in diesem Jahr bedanken und als kleines Dankeschön hatte ich auch eine schöne Flasche Wein dabei. Ich wusste, dass die Stimmung gut sein wird und dass es auch berechtigte Hoffnung auf ein neues Werbeengagement für 2014 gibt. Und nach dem Treffen kann ich sagen, dass sich diese Hoffnung aller Voraussicht nach auch erfüllen wird. 

Abends war ich dann für eine Weihnachtsbeleuchtung-Rundfahrt gebucht. Interessant dabei war, dass ich von jemandem gebucht wurde, den ich bisher nur aus einem Mountainbike-Internetforum kannte. Seine Frau hatte heute Geburtstag und vor dem Nachtessen wollten die zwei die Weihnachtsbeleuchtung in Zürich ansehen und sich bei einem Glühweinhalt in Festtagsstimmung bringen. Das hat dann auch wunderbar geklappt. Beide hatten an der Fahrt viel Freude und wir haben uns auch menschlich wirklich gut verstanden. So ist es immer am Schönsten. Etwas plakativ ausgedrückt kann man sagen: Man trifft sich als Fremde und verabschiedet sich als Freunde.

3er Fahrt

Nachdem ja am 31. August die Rikscha Nr.3 zerstört wurde, Konnten wir nur noch Fahrten mit maximal 2 Rikschas durchführen. Am 4. Dezember kamen nun wieder 2 neue Rikschas dazu und eine davon machte ich in der Zwischenzeit auch einsatzbereit. Schon im Herbst wurde nämlich die heutige Fahrt für ein Weihnachtsessen gebucht. Um 12 Personen transportieren zu können waren wir mit einem eTukTuk und 3 Rikschas unterwegs.

Pünktlich um 17:30 Uhr trafen wir uns vor der Garage, besprachen den kommenden Einsatz und trafen dann die Kunden kurz vor 18 Uhr beim Hauptbahnhof. Die Idee für diese Fahrt war, dass wir zwei 30 Minuten Runden fahren und in der Mitte die Passagiere tauschen. So konnten alle einmal eTukTuk und einmal Rikscha fahren. Das Wetter war recht gut. Trocken und gerade so um Null Grad.

Wie immer bei Firmenanlässen gibt es alle Arten von Teilnehmern. Von den hell Begeisterten über die die Neutralen bis zu den eher Desinteressierten (um nicht die Negativen zu sagen). Auf den jeweiligen Touren machten wir je drei kurze Halte, bei denen ich den Teilnehmern erklärte, was gerade so zu sehen war. Zum Schluss verabschiedeten wir die Gäste bei Frau Gerolds Garten und die Auftraggeberin war sehr zufrieden. Gut so.

Danach verstauten wir die Rikschas wieder in die Garage und ich machte mich auf den Weg nach Winterthur. Da war ich mit ehemaligen HP-Mitarbeitern für einen Fondue-Abend verabredet. Das war dann ein ganz schöner Anlass und ich freute mich sehr, mich wieder einmal mit den alten Kumpels etwas auszutauschen.

Buchhaltung

Die letzten zwei Tage klemmte ich mich hinter die Buchhaltung von Bike Butler. Es galt, das ganze Jahr im Buchhaltungsprogramm aufzunehmen, so dass ich dann Ende Jahr einen Abschluss machen kann, den ich auch für Steuerzwecke gebrauchen kann.

Ich mag es nicht... Obwohl ich mich während des Jahres bemühte einigermassen Ordnung in meinen Unterlagen zu halten und ich auch alle Quittungen in eine einzige Schachtel packte, es ist einfach mühsame Kleinarbeit. Jede Buchung und jeder Beleg muss erfasst und richtig kategorisiert werden und wenn man das alles mal soweit hat, muss ja auch alles noch kontrolliert werden. Stimmt der Saldo in der Buchhaltung mit dem des Bankkontos überein? Stimmen alle Kategorien?

Wirklich doof finde ich dann aber, dass ich letztendlich doch nicht genau sagen kann, wieviel ich nun verdient habe. Viele Kosten, die ich früher mit meinem Lohn bezahlen musste, sind heute Bestandteil von Geschäftskosten und deshalb fällt der Gewinn (was ja letztendlich mein Lohn ist) zum Schluss sehr klein aus. Das ist ja an sich kein Thema, doch nach etwa 15 Stunden Erbsenzählerei beginnt man zu denken, dass diese Erbsen wichtig sind und dass man möglichst viele davon haben sollte. Das ist ein Schmarren! Ich hatte ein beruflich tolles Jahr wo Erbsen nur eine marginale Rolle gespielt haben. Weshalb sollte ich mich nun so also so sehr dafür interessieren? Irgendwie bemisst man seinen eigenen Wert scheinbar an der Menge der Erbsen, die Ende Jahr liegenbleiben und assoziiert mit vielen Erbsen also einen grösseren persönlichen Wert als mit wenigen Erbsen. So ein Schmarren!

Ich bin froh, dass ich dieses Thema nun zu 90% Prozent hinter mir habe. In der ersten Januarwoche des neuen Jahres kann ich die noch ausstehenden Buchungen nachtragen und dann das Finanzjahr 2013 beenden. Wobei... Ich muss mich wohl noch mit dem Thema Mehrwertsteuer auseinander setzen. Die Umsatzgrenze unter der man ohne MWST arbeiten kann ist erreicht und für 2014 kann ich mich wohl nicht mehr davor drücken. Das ist doof, denn 8% MWST heisst etweder 8% weniger Verdienst oder ich muss die Preise entsprechend erhöhen.

lange Fahrt

Heute Abend war ich um 18:00 Uhr für eink kurze Rikschafahrt in Winterthur gebucht. Im Vorfeld offerierte ich den Rikschatransport mit einem Mietauto und dachte eigentlich, dass dies aus Kostengründen dann doch nicht bestellt wird. Ich sollte mich täuschen... Es ging um die Verabschiedung einer pensionierten Lehrerin und die Idee war, dass diese Frau in der Rikscha fährt und die Lehrerkolleginnen und -kollegen mit den Velos die Rikscha vom Schulhaus zum Restaurant begleiten, wo dann die Abschiedsfeier stattfindet. 

Naturgemäss ist um diese Jahreszeit nicht viel los und es war meine einzige Buchung für den heutigen Tag. Dies brachte mich auf die Idee, mir der Rikscha nach Winterthur zu fahren um so das Geld für das Mietauto behalten zu können. Das Wetter war ja geradezu perfekt. Ein strahlend schöner Wintertag, mit wenig über Null Grad. Das Ganze reizte mich. Es hat etwas abenteuerliches und zudem hilft es mir, in Form zu bleiben.

Der Routenplaner sagte, dass eine Strecke etwa 27km lang ist. Bei etwa 12km/h macht das also an die 2 1/2 Stunden für einen Weg. Da ich aber auch noch die eine oder andere Pause machen wollte, fuhr ich dann schon gegen halb drei Uhr los. Zuerst musste ich über den Milchbuck und dann westwärts Richtung Schwammendingen und Wallisellen. Ich fuhr dabei bei meinem ehemaligen Arbeitgeber vorbei und besuchte meine Ex-Arbeitskollegen und liess mich auf einen Kaffee einladen. Schön, wieder einmal die Leute zu sehen und etwas zu plaudern. Als ich dann das Gebäude verliess war ich aber wirklich froh, dass ich nichts mehr mit diesem technischen Bürokram zu tun habe und mich an der frischen Luft bewegen kann. Es ist wirklich gut, dass ich da weg bin. Da wäre ich verkümmert...

Ich kurbelte also gemütlich in den Abend und näherte mich Winterthur. Eigentlich wollte ich bei der Ortseingangstafel ein Foto machen, doch dafür war es dann schon zu dunkel und ausserdem stand die Tafel an einer dicht befahrenen Strasse. Im Stadtzentrum hatte ich dann noch genügend Zeit um in einer Bäckerei die nun doch langsam kalten Füsse wieder aufzuwärmen und mich mit einem Sandwich und einem Kaffee zu stärken. Danach machte ich mich bereit um vor das Schulhaus zu fahren.

Obwohl ich 10 Minuten zu früh da war, wurde ich bereits erwartet. An die 15 Velofahrer/innen begrüssten mich auf dem Pausenplatz. Viele von Ihnen waren dick eingepackt, denn nun in der Dunkelheit fiel die Temperatur wohl unter den Gefrierpunkt. Wir machten uns vor der Ausgangstüre bereit. Die Radfahrer bildeten ein Spalier und an dessen Ende stand ich mit der Rikscha. Lehrerinnen sind pünktliche Leute. Kaum schlug die nahe Kirchturmuhr sechs Mal, öffnete sich auch schon die Türe und die Hauptperson kam mir entgegen. Sie fand das eine ganz tolle Idee, weil Sie im Februar eine Reise nach Indien unternehmen will und da sind ja Rikschas omnipräsent. Sie kuschelte sich mit einer Freundin unter die Decke und freute sich auf die Fahrt.

Eskortiert von all den Velofahrern wurde ich dann durch die Stadt gelotst. Die Radfahrer klingelten immer wieder und so guckten natürlich alle Fussgänger und winkten uns zu. Das war richtig schön. Die eigentliche Fahrt dauerte wohl keine halbe Stunde, doch es machte allen sichtlich Spass. Vor dem Restaurant warteten dann auch schon Leute und klatschten uns ins Ziel. Ja, das war ein gelungener Anlass. Ich bedankte mich ganz herzlich und machte mich also schon bald wieder auf den Heimweg.

Zum Glück hatte ich noch zusätzliche Kleider mitgenommen, denn mitlerweile war es doch ziemlich kalt. Ich genoss dennoch die Rückfahrt, auch wenn sie mir doch ziemlich lang vorkam. Von Oerlikon zum Milchbuck hoch musste ich dann noch etwas leiden. Wegen der Kälte trank ich fast nichts und so langsam lief ich auf dem Trockenen. Macht nichts. Einfach langsam und gemütlich der Garage entgegen...

Es war dann kurz vor 21 Uhr, bis ich die Rikscha wieder in der Garage parkierte. Alles hat bestens geklappt. Keine Panne und auch sonst kein Zwischenfall. Ja, das war ein gutes Erlebnis. Zum Schluss standen 59 Kilometer auf dem Tacho.

etwas rumschrauben

Heute morgen war es noch leicht neblig, doch schon bald setzte sich die Sonne durch und es wurde ein schöner und sonniger Winter-Samstag, mit ein paar Grad über Null. Ich nutzte den Tag um das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Einerseits wollte ich etwas velofahren und andererseits stand da ja eine der beiden gekauften Rikschas in der Garage und wartete darauf in Stand gesetzt und einsatzbereit gemacht zu werden. Also radelte ich gemütlich in die Stadt, trank einen feinen Milchkaffee bei meinem Lieblings-Take-away und fuhr dann in die Garage zu den Rikschas.

Zuerst wollte ich all die unnötigen Pedalhelden-Aufkleber entfernen. Zudem gab es verschiedene Kleber-Rückstände an der Fahrgastzelle, die ich auch weg haben wollte. Dafür kaufte ich mir gestern eine kleine Flasche Leichtbenzin und zusätzlich packte ich ein paar Putzlappen in die Seitentasche des Kish-Strassenrads. Das war eine ziemlich mühsame Arbeit, denn Aufkleber, die ein paar Jahre alt und durch UV-Strahlung ausgehärtet sind, lassen sich nur schwer entfernen und reissen immerzu in kleine Stücke. Da war also etwas Geduld gefragt.

Danach montierte ich BikeButler-Dachleisten und die bedruckten Dreiecke im vorderen Rahmen. Da profitierte ich davon, dass ich diese Teile an der zerstörten Rikscha demontierte, bevor diese abgeholt wurde. Eine Glocke sowie Lenkerhörnchen fehlten der Rikscha auch noch. Beides hatte ich von zuhause mitgenommen. Danach überprüfte ich die mir nun langsam bekannten Schwachstellen. Auch bei dieser Rikscha lotterte die Sitzbank, was jedoch schnell durch das nachziehen der Schrauben an den Scharnieren behoben werden konnte. Die Räder sind in Ornung und laufen ziemlich gerade, auch die Bremsbeläge sind noch nicht ganz runtergefahren. Die Schaltung funktioniert sauber und sieht auch noch ziemlich neu aus. Mit dem Zustand dieser Rikscha bin ich eigentlich ganz zufrieden. Zum Schluss montierte ich ein Set Werbeplatten und nun sieht sie ziemlich fertig aus. So kann sie am kommenden Freitag für eine Fahrt mit 3 Rikschas eingesetzt werden. Gut so. Da habe ich Freude daran.

Das alles brauchte ein paar Stunden und deshalb machte ich mich direkt auf den Heimweg. Die Sonne stand schon sehr tief und kurz bevor sie hinter dem Horizont verschwand, machte ich noch das Tagesfoto. Das war ein guter Tag.