neue Ideen 2

Seit einiger Zeit denke ich wieder über eine Veloreise nach. Mein Hauptproblem dabei ist, dass ich eigentlich nur im Winter Zeit habe. Wenn ich zwei Monate weg will, muss dies zwischen November und März sein, anders geht es nicht. Leider ist dies in Zentraleuropa keine gute Velo-Reisezeit. Zu kalt, Wind, Regen, Schnee...

Dann dachte ich: Asien. Ich könnte mit Karin im November nach Asien in Urlaub und dort noch 4-5 Wochen Radferien anhängen. Z.B. Bangkok, Kuala Lumpur, Singapur. Das wäre schon möglich. Und warm genug ist es da immer. In Thailand hat es mir immer gut gefallen, das wäre durchaus eine Option.

Nach ein paar Recherchen bin ich wieder von der Thailand-Idee abgekommen. Nur schon bei der Grobplanung fällt auf, wie wenig durchgängige Strassen es in weiten Teilen Asiens gibt. Es gibt ein paar wenige Hauptverkehrsrouten, die das Land durchqueren und von da zweigen die Strassen dann ab. Wenn man ein Land also durchreisen möchte, kommt man immer wieder auf diese Hauptstrassen zurück. Und da ist vom Fussgänger bis zum LKW alles unterwegs. Das ist zeitweise doch etwas gefährlich. Dazu die Essensfrage: Vertrage ich 5 Wochen lokale Küche ohne Bauchweh? Suppe zum Frühstück und 2x Reis am Tag. Ich weiss nicht... Habe einige Radfahrerblogs zum Thema gelesen.

Nun merke ich, dass ich mich zuerst mit den Grund-Motiven beschäftigen muss um damit den Rahmen für eine kommende Veloreise abzustecken. Je nach dem, ist dann das Wetter wichtiger oder weniger wichtig.

Also: Wieso möchte ich nochmals alleine, zwischen 4 und 8 Wochen eine Veloreise unternehmen:

  1. "The Flow" erleben. Gleichförmigkeit in der Bewegung und im Tagesablauf schafft geistigen Freiraum.
  2. Das Gefühl "auf Reise" zu sein, aus eigener Kraft jeden Tag einen anderen Ort sehen.
  3. Neue, fremde Bilder bereichern die Gedankenwelt.
  4. Aus den Erfahrungen der Italienreise 2011 lernen
    1. Es ist wichtig, die lokale Sprache zumindest ansatzweise zu verstehen und sprechen zu können.
    2. Wer den ganzen Tag Rad fährt, braucht ein reichhaltiges Frühstück.
    3. Routenplanung gegenüber 2011 noch verbessern.
    4. Ich bin zu alt für ein Zelt! Ich brauche Häuser als Unterkünfte, möglichst mit Dusche.
  5. Belohnung für 5 Jahre Rikscha fahren -> ein Break ist angesagt!
  6. Angst: Nicht zu lange warten. Es noch bald tun, solange man es noch kann.

Diese Überlegungen brachten mich auf die Idee: Deutschland. Eine grosse Deutschlandrundfahrt sollte in 2 Monaten zu schaffen sein. Deutsch kann ich und für gutes und reichhaltiges Frühstück ist Deutschland ja bekannt. Zudem sehr viele, gute, und ausgebaute Radwege, viel Kultur und generell hoher Standard (Medizin, Sicherheit, Hotel-Dichte). Eigentlich alles Pluspunkte die mein Interesse wecken, bleibt nur noch die Wetterfrage: Will ich wirklich z.B. vom 10 Januar bis 10. März 2017 durch Deutschland fahren? Bei Minustemperaturen, Regen und Schneegestöber? Hmmm...