KISH-Umbau

Die Überlegungen zu einer nächsten Veloreise haben mich nicht losgelassen. Da eine solche Reise voraussichtlich in den Wintermonaten stattfinden wird, habe ich mir überlegt, wie ich das KISH winterfest, respektive schlechtwettertauglich machen kann.Ob es mir gefällt oder nicht, Schutzbleche müssen ran. Wenn es im warmen Sommer regnet ist es nur nass, aber nicht kalt. Im Winter wird nass+kalt schnell zum Spasskiller und zum Gesundheitsrisiko. Also, auch wenn mir Schutzbleche nicht gefallen, die müssen hin!

Im Winter sind die Tage kurz und oft auch düster, also braucht es eine sinnvolle Beleuchtung am Rad. Ich plane zwar jede Nacht im Hotel zu übernachten und da könnte ich jeweils auch die vorhandene Akku-Beleuchtung wieder aufladen, doch eine fest montierte Beleuchtung ist sicher einfacher. Zudem hat die LED-Technik in den letzten Jahren enorm Vortschritte gemacht und zusammen mit einem Nabendynamo kann man eine ausgezeichnete Beleuchtung bauen. Man könnte sogar drüber nachdenken, damit unterwegs das Handy oder das GPS zu laden. Alles machbar. Ich entschied mich für nur Licht. Keine Ladegeräte.

Im Winter werde ich vermutlich mehr Gepäck (Kleider) mitführen, also kann ein weiterer Gepäckträger an der Front (für sog. Lowrider-Taschen) nicht verkehrt sein. Eine gleichmässige Gepäckverteilung (vorne und hinten) verbessert zudem die Fahreigenschaften.

Soweit das "Notwendige"... und so sieht das KISH jetzt aus:

Wer mich aber etwas kennt weiss, dass ich beim Thema Velo (und vor allem beim KISH) auch gerne mal etwas unvernünftig bin. Da gönne ich mir schon einmal etwas Luxus. Die Geschichte geht so:

Man wird ja auch nicht jünger und der tiefliegende Lenker bietet zwar eine gute Kraftübertragung, die Sitzposition ist dadurch aber ziemlich sportlich und vornüber gebeugt. Mit dem KISH will ich jedoch nicht (mehr) unbedingt Sport treiben, sondern genussvoll radfahren. Da kann eine höhere Lenkerposition deutlich dazu beitragen. Man sitzt aufrechter und sieht dadurch auch mehr ohne den Nacken zu verspannen. Um das zu erreichen gibt es nun mehrere Möglichkeiten.

Die günstigste Variante wäre eine Ahead-Set-Verlängerung um den Vorbau weiter oben montieren zu können. (Ich finde die Dinger höchst unschön und eher ein Gebastel, also ausgeschieden). Die zweite Variante wäre eine neue Vorderrad-Gabel, an dem das Steuerrohr noch genügend lang ist um entsprechend viel Spacer unter dem Vorbau einzubauen. Damit könnte ich auch einen Nachteil der aktuellen Gabel beheben, die nämlich keine Gewindeösen für die Montage eines Frontträgers hat. Eigentlich eine gute Idee und die Internetrecherche ergab auch, dass es durchaus ansehnliche und bezahlbare Lösungen gibt... Hmmm... aber ich hänge doch irgendwie an der aktuell verbauten Salsa-Starrgabel. Die gefällt mir sehr gut, war in Italien mit dabei und überhaupt... ich kann mich irgendwie nicht wirklich davon trennen.

Bleibt noch Variante drei: Man baut einen Lenker an, der stark nach oben gebogen ist, einen sogenannten Riser-Bar. Üblich sind im MTB-Bereich Lenker mit einer Aufwärtsbiegung von bis zu 3cm. Im Trekking-Bereich findet man Lenker mit bis zu 5cm Erhöhung und im BMX-Bereich sogar Lenker bis 7 oder 8cm. Ich habe sicher über hundert verschiedene Lenker im Internet angesehen.... dann stiess ich zufällig im MTB-Forum auf einen interessanten Link. In USA baut ein Typ Titanlenker auf Mass und nach Kundenwunsch, sprich: genau so, wie man sich einen Lenker wünscht. Aus Titan! Wie schon der Rahmen, die Sattelstütze und der Vorbau... der Preis: astronomisch!

Ich begann mit dem Amerikaner hin und her emails auszutauschen und irgendwann war ich fällig. Ja, das will ich! Nun biegt und schweisst also in Amerika ein Typ Titanrohre, damit ich dann genau den Lenker kriege, den ich mir vorstelle. Ende nächster Woche sollte dieser Lenker dann hier eintreffen. Ich freue mich! Ich finde das eine tolle Geschichte und ich glaube auch, dass mich dieser Lenker, genauso wie das KISH an sich, noch sehr lange erfreuen wird.