Summer is over

Es scheint immer deutlicher, dass sich das Klima gegenüber unserem Kalender verschiebt. Anfang Juni war es noch regnerisch und kühl und nun konnte man bis Mitte September bei herrlichem Sommerwetter noch baden. Erst Mitte letzter Woche kam ein Wetterumschwung und die Temperaturen wurden "normal" herbstlich. Es waren gute zwei Sommermonate mit vielen tollen Rikschafahrten und es hat richtig Spass gemacht. Das Foto stammt vom letzten Freitag, als wir mit 4 Rikschas eine Hochzeitsfahrt mit Apéro anstehen hatten. Während der Trauung konnten wir den Apéro vorbereiten und noch ein paar Fotos schiessen.

Am Samstag hatte ich dann eine Hochzeitsfahrt vom Hirzel nach Horgen. Wenn immer möglich versuche ich die Hochzeitsfahrten ohne Transporter, aus reiner Muskelkraft durchzuführen, auch wenn das dann halt mehr als zwei Stunden Anfahrts- und Rückweg bedeutet. Zu dieser Jahreszeit bin ich gut in Form, die vielen Sommerfahrten haben dazu beigetragen, und alles Geld welches ich nicht für Dritte (wie Transporter-Miete) ausgebe, kann ich in die eigene Tasche stecken. Was ich ja durchaus gebrauchen kann. Ich mache solche Fahrten gerne, da ich dabei einmal etwas anderes als die Stadt Zürich sehe. Es ist wie eine kleine Radreise, auch wenn die Rikscha 95 Kilo wiegt und nicht 13, wie z.B. das KISH. Hoch auf den Hirzel musste ich etwas über 300 Höhenmeter überwinden und da floss der Schweiss dann doch ziemlich. Aber es hat sich gelohnt. Eine tolle Strecke, ein schönes Hochzeit, zufriedene Gäste und eine gute Bezahlung. Alles perfekt.

Bis zu den (mittlerweile doch ersehnten) Ferien geht es jetzt noch knapp 2 Monate. Von Woche zu Woche nehmen die Buchungen langsam ab und es gilt wieder Knielinge, Langarmtrikot und lange Hosen aus dem Schrank zu holen. Meine mittlerweile fünfte Saison als Rikschafahrer neigt sich dem Ende entgegen. Ein schwieriges Jahr, auch wenn es für eine Bilanz natürlich noch viel zu früh ist.

In mir stellt sich ein rundes, gutes Gefühl ein. Ich bin so langsam angekommen. Die Bürozeiten liegen weit hinter mir und ein weitgehend selbstbestimmtes und kontemplatives Leben hat Einzug gehalten. Ich bin ruhiger, bescheidener und zufriedener geworden. Natürlich läuft nicht immer alles so wie man es sich wünscht, doch das echte Leben ist halt kein Wunschkonzert. Man wird immer mit irgendwelchen Problemen konfrontiert, doch "meine" Probleme sind kleiner geworden. Oder sie tangieren mich nicht mehr so sehr wie früher. Das ist gut so.