konkretisieren

In den letzten Tagen arbeitete ich die Ideen zu der angedachten Winter-Fahrradtour etwas aus. Als erstes verkürzte ich das Zeitfenster auf maximal 6 Wochen, Start am Montag, 16. Januar und Rückkehr am Sonntag, 26. Februar. Irgendwie traue ich mich nicht länger, da bisher meine Rikschasaison jeweils am 1. März startete. Da 2016 nicht gerade rosig war, wollte ich mir 2017 nicht noch erlauben, später loszulegen.

6 Wochen ist eine schön lange Zeit und man kann bestimmt einiges erleben. Klar war somit aber auch, dass ich meine angedachte Strecke ändern und kürzen muss. Dabei habe ich etwas hin und her überlegt und mich dann entschieden, den Ostee-Radweg, Rügen, Usedom und auch Berlin wegzulassen. Dabei dachte ich, dass dies mitten im Winter einfach wenig attraktiv ist und zudem auch die Gefahr besteht, dass man tagelang starken Winden ausgesetzt ist. Ich will unbedingt nordwärts bis nach Hamburg und danach ist eigentlich Leipzig (mit Besuch bei Freunden) ein weiterer Fixpunkt. Es bot sich daher an, von Hamburg her der Elbe flussaufwärts zu folgen. Ich suchte mir entsprechende GPS-Tracks im Internet zusammen und nun sieht der Übersichtsplan so aus:

Das sind nun gesamthaft etwa 3'200 Kilometer. Immernoch: sportlich! Es ist auch schwierig wirklich abschätzen zu können, wie viele Kilometer im Schnitt pro Tag drinliegen. Im Januar ist es z.B. in Hamburg nur etwa 7 Stunden hell. Wenn dazu schwierige Streckenbedingungen herrschen (im schlechtesten Fall "Schneefall auf bereits verschneiten Untergrund"), dann dürften schon mehr als 50 Kilometer pro Tag eine echte Herausforderung sein. Ich habe da einfach keine Erfahrungswerte und muss deshalb flexibel bleiben.

Derzeit bin ich an einer Packliste und an einer Liste von Dingen, die ich vorab noch kaufen will. Klar, das meiste ist schon vorhanden und doch zeigt sich auch hier, dass man für eine Winter-Radreise noch ein paar Dinge zusätzlich benötigt.

Natürlich macht Ferienplanung Spass. Wer kennt das nicht? In Gedanken ist man schon etwas im Urlaub und das ist ganz einfach schön...

etwas Kalorien verbrennen

Derzeit haben wir stabiles und schönes Hochdruckwetter. Meist verzieht sich auch der Morgennebel bald und mit 5-8° Grad ist es auch eher warm für diese Jahreszeit. Ideal also um mit dem Rad ein paar Kalorien zu verbrennen.

Ich fuhr eine gemütliche Runde über die lokalen Hügel und genoss ganz einfach das tolle Wetter. Was will man mehr?

Winter-Radreise?

Die Rikschsaison ist spätestens Ende Jahr vorbei und erfahrungsgemäss läuft diesbezüglich Januar und Februar nahezu nichts. Es wäre also ein Zeitfenster vorhanden um eine Radreise zu unternehmen. Schon im letzten April kam die Idee einer Deutschlandreise auf und nun ist es an der Zeit zu entscheiden, ob ich das tun will oder nicht...

In der Zwischenzeit habe ich ja immer mal wieder am KISH herumgebastelt und das Rad wäre soweit parat. Im Keller habe ich noch ein neues Paar Winterreifen liegen, die ich demnächst noch aufziehen werde. 

Ich bin nicht so ganz glücklich mit dem (optischen) Ergebnis, doch es funktioniert tadellos. Obwohl ich in den letzten Monaten mir oft im Internet andere Rahmen angesehen habe (grösser, Tour-orientierter) bin ich wieder davon abgekommen. Meine Finanzen sind beschränkt und die geplante Reise wird ein paar tausend Franken kosten, da sollte ich nicht noch Geld in ein neues Fahrrad investieren.

Was die geplante Reise anbelangt bin ich ziemlich hin und her gerissen. Das kalte Winterwetter setzt mir mit zunehmendem Alter immer mehr zu und Januar und Februar ist nun mal die kälteste Jahreszeit in Mitteleuropa. Auch sind die Aussichten auf "schöne" Natur im Winter ziemlich bescheiden. Und ich bin so gerne zu Hause... Hier habe ich alles was mir lieb und wert ist, wieso soll ich denn überhaupt weg?

Die Ausgangslage ist ganz anders als vor der Italienreise 2011. Heute muss ich nichts hinter mir lassen, muss nicht den Kopf frei kriegen und verspüre auch nicht unbedingt den Drang, alleine zu sein. Es bleibt eigentlich nur noch die kontemplative Erfahrung "auf Reise" zu sein, die schöne Routine täglich Rad zu fahren und immer wieder etwas Neues zu sehen. Und auch die Frage/Herausforderung: Kann ich das? Ertrage ich tägliche Kälte und garstiges Wetter? Ob sich dafür aber der Einsatz von Zeit, Geld und Gesundheit lohnt? Hmmm...

Das schöne an der Sache ist, ich kann es "ergebnisoffen" lassen. Ich kann ganz einfach einmal starten und sehen, wie sich das Ganze so entwickelt. Wenn ich nach zwei Wochen schon genug gefroren habe, kann ich mich ja einfach in den Zug setzen und nach Hause zurückkehren. Es ist ja kein Zwang dabei. Ich muss mir nicht beweisen, dass ich im Winter ein paar tausend Kilometer Rad fahren kann. Es muss ein Erlebnis, eine Erfahrung sein, doch kein "grosses Leiden". Das brauche ich nicht.

Ich plane also am Montag, 16. Januar 2017, loszufahren. Mindestens zwei Wochen, maximal 2 Monate. Mal sehen...