Rikschasaison 2017 - bisher


Dieses Jahr war das erste Jahr seit 2012, dass ich Januar und Februar keinen einzigen Rikschakilometer zurücklegte. Hauptsächlich wegen meiner Winterradreise war das Rikschageschäft offiziell geschlossen. Das war auch aus der Erfahrung geboren, dass Januar und Februar traditionell die kältesten zwei Monate des Jahres sind und es dadurch so oder so nur zu ganz vereinzelten Buchungen kommt. Wirklich Geld verdienen lässt sich in dieser Zeit kaum und auch rückblickend bereue ich den Entscheid nicht. Im Gegenteil. Es hat mir gut getan, mal längere Zeit an etwas ganz anderes zu denken. So bin ich dann recht gut motiviert am 1. März 2017 in die neue Saison gestartet.

Wie immer ist es zu Beginn recht harzig. In allen Belangen. Es ist noch ziemlich kalt und es besteht wenig Interesse. Dieses Jahr hatte wir aber wirklich Glück. Zum einen hatten wir gleich zwei Events (1x für die VBZ und 1x für McDonalds) und auch das Wetter war uns ausgesprochen freundlich gesinnt. Das führte rein geschäftlich zum besten März aller Zeiten.

Auch der April startete gut und mit angenehmen Temperaturen, bis dann am Ostermontag das Wetter kippte und eine Kaltfront Zürich erreichte. Da gab es plötzlich wieder Stadtrundfahrten im Schneegestöber und zwischendurch auch Tage, an denen ich ganz zuhause blieb. Nicht schlimm. Man hat ja auch ein Auge auf die Natur und das tolle Wetter verhalf dem Frühling zu einem explolsiven Start und innert weniger Wochen trieben die vorher kahlen Bäume saftig grüne Blätter und viele Sträucher blühten. Das war sehr schön anzusehen. Alles in allem ist dieser Frühling aber viel zu trocken. Seit etwa einem Monat hat es so gut wie nie geregnet oder wenn es dann mal regnete oder schneite, dann nur für kurze Zeit.

Ab Mitte nächster Woche soll nun der grosse Frühlingsregen kommen. Endlich aus Sicht der Natur. Nicht wirklich nötig, aus Sicht des Rikschafahrers. Aber ich kann gut damit umgehen. Die Natur ist wichtiger und die Zahlen für den April stimmen soweit auch, dass mich ein paar Regentage nicht aus der Fassung bringen. Denn soviel ist klar: Dieses Saison startete viel besser als letztes Jahr und das verdanken wir nicht zuletzt dem doch mehrheitlich guten Wetter. Da darf es dann ruhig mal ein paar Tage regen.

Heute war ich am Kinderumzug des Sechseläutens und auf dem Bild sieht man den Böögg, der morgen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wird. Für Morgen ist der Wetterbericht sehr gut. Sonnig und bis 17° Grad. Das freut mich natürlich, denn das ist nun mal wirklich gut fürs Geschäft. Und wenn dann am Dienstag oder Mittwoch der Regen kommt, dann ist auch wieder für körperliche Erholung gesorgt. Ja, dieses Jahr beginnt doch richtig gut. Schön so. Danke!

alles nur Konzepte

Es fällt mir immer schwerer, mich zu artikulieren und hier Beiträge zu schreiben von denen ich denke, dass sie einen gewissen "Wert" haben. Worte sind totgeschlagene Gedanken und Gedanken sind abstrakte Objekte, die durch unser Bewusstsein streifen. Nichts kann je so beschrieben werden wie es ist. Es sind alles nur immer Geschichten, Nacherzählungen, Beschreibungen oder eben: Konzepte...

Es geht gar nicht anders.

Deshalb gehen mir Reise-Beiträge recht einfach von der Hand. Ich beschreibe was ich erlebt habe, nacherzähle den Tag und versuche dadurch Aussenstehenden einen Eindruck zu vermitteln. Da folge ich dem Konzept des Reistagebuchs. Es ist in etwa so aufgebaut, dass der Lesende den zeitlichen Ablauf nachvollziehen kann und durch Beschreibung des Gesehenen seine Fantasie angeregt wird. Persönliche Empfindungen und Empfindlichkeiten nuancieren das Ganze und machen daraus mehr als nur eine Auflistung von Zeit und Raum.

Das tägliche, "normale" Leben ist insofern uninteressant, da sich Äusserlichkeiten über längere Zeiträume gleich bleiben und Inneres eben nur sehr schwer (oder überhaupt nicht) beschrieben werden kann. Hinzu kommt eine ganz natürliche Unsicherheit die immer dann entsteht, wenn man ausserhalb des gängigen Rahmens oder der allgemein gültigen Konzepte zu denken beginnt. Man bewegt sich dann auf unbekanntem Terrain und tappt irgendwie hilflos im Dunkeln. Hinzu kommen anerzogene Konditionierungen was sogenannt "normal" ist und was nicht.

Wie auch immer...

Ich akzeptiere, dass ich "immer zu spät" bin. Meine Gedanken, Worte und Sätze beschreiben immer nur etwas, sind aber selbst nie wahr oder real. Wahrheit, Realität, Leben, Energie, Existenz, Bewusstsein, -wie man es auch nennen will-, geschieht einfach. Ohne Sinn und ohne Erklärung. Alles was ich darüber denke oder eben schreibe sind also höchstens Erklärungsversuche.

In letzter Zeit befreie ich mich von Vorstellungen, von Erwartungen, von Ideen, von geistigen Konzepten und betrete dadurch unbekanntes Land. Nach langem Suchen konnte ich kein "ich" finden. Das was ich dachte was ich bin, das gibt es gar nicht. Ich habe es nur gedacht. Zusammengebastelt aus Vorstellungen/Ideen/Erinnerungen/Erfahrungen und in Bezug gesetzt zu meiner Mitwelt und zu Anderen. Aber dieses "ich" entpuppt sich als ein reines Gedanken-Konzept. Um menschlich zu funktionieren braucht es das nicht - also weg damit!

Ein freier Wille? Wenn ich mich ganz ehrlich frage, wie viele wichtige Entscheidungen ich willentlich fällte und wie oft äussere oder innere Umstände eine Entscheidung trafen (ohne meine Meinung), dann sieht es ziemlich düster aus für den freien Willen. Natürlich rechtfertigt mein Geist (im Nachhinein) unzählige Entscheidungen und suggeriert mir damit, dass ich mich ganz bewusst und frei für oder gegen etwas entschieden habe, doch ehrlicherweise muss ich gestehen: ich bin immer zu spät! Es wurde schon entschieden, bevor dieses imaginäre "ich" alles abgewägt hat und eine Entscheidung getroffen hat. "ich" rechtfertigt sich nur noch, weil es sich ja für so wichtig hält... Das heisst nun absolut nicht, dass man sich keine Gedanken machen sollte und dass man sich nicht für praktische Dinge entscheiden kann oder soll. Es heisst nur, dass man sich bei sogenannt wichtigen Entscheidungen besser auf seinen Bauch verlässt (oder sein Herz) als auf seinen Verstand.

Raum und Zeit? Wie schon geschrieben... existieren nur relativ, in unserer Sinneswelt, die nur in Dualität erfahren werden kann. In Wirklichkeit gibt es beides nicht. Weder noch! Es sind beides menschliche Konzepte, die von der Wissenschaft nicht bewiesen werden können...

Und so stehe ich nun also mit leeren Händen da. Alles woran ich geglaubt habe, erscheint als Illusion. Mir wurden Dinge beigebracht, die absolut nicht stimmen... und ich habe sie geglaubt... nichts ist so, wie es scheint... es ist auch kein grosser Trost, dass (fast) alle an diese Konzepte glauben. Sie bleiben falsch...

Es sind also alle stützenden Ideen/Konzepte weggefallen. Es bleibt nur noch die Gewissheit, dass ich bin. Ich habe keine Ahnung was ich bin sondern nur, dass ich bin.

Natürlich ringe ich nach neuen Konzepten und Gewissheiten. Mein Geist kann nicht anders, er versucht ständig zu konzeptionieren, zu rationalisieren und zu verstehen. Aber hier läuft er gegen eine unsichtbare Wand, denn das ist unverstehbar und unerklärbar! Jedes Konzept würde auch nur wieder aus Gedanken und Worten bestehen und wäre deshalb auch wieder tot und falsch. "Ich bin" ist vor allen Gedanken, vor der Sprache, das Einzige, was ist.

Es ist (zumindest gegenwärtig) nicht sehr angenehm ohne Standpunkt/Zentrum/Fundament zu leben. Es ist so Vieles weggefallen, dass ich schon fast Phantomschmerzen verspüre. Doch: Wer spürt den Schmerz, wenn da kein "ich" ist? Fragen über Fragen... Und trotz dieser Unsicherheit fühle ich mich nicht verloren. Ich bin nicht allein sondern eher ALL-EIN. Überall ist dieses Leben, diese Energie, dieses Bewusstsein. Überall ist Existenz. Eben genau dieses "Etwas", welches sich nicht beschreiben lässt.

Und wie im letzten Beitrag kurz beschrieben, so brauchen fundamentale Veränderungen halt auch Zeit, bis man sie leben kann. Immer wieder falle ich in alte Muster und Konzepte zurück. Doch ich erkenne das immer öfter und das ist doch schon auch ein Zeichen dafür, dass sich etwas ändert...

Macht der Gewohnheit

Noch hallen die untenstehenden Blogeinträge stark in mir nach. Es macht mich sprachlos, gedankenlos, zeitlos. Es ist nicht mehr so "geh mit dem fluss" (go with the flow) sondern eher "sei der fluss". Bei "mit dem fluss gehen" ist immer noch einer zuviel. Da ist immer noch einer, der sich hinzugeben versucht, der sich bemüht um zu fliessen. Fliesse einfach...

Ha, ha, ha... leichter gesagt als getan!

Immer wieder holen einem alte, gewohnte Denkmuster und Gewohnheiten ein. Es ist nicht so einfach, jahrzehntelang gepflegte Standpunkte, ausgefeilte Konzepte und festsitzende Ideen aufzugeben... auch wenn sie falsch waren...