anstehende Veränderungen

Mein Geschäftspartner kämpft seit ein paar Jahren mit persönlichen Problemen und sein Engagement hat sich dieses Jahr Nahe Null bewegt. Es war ein schleichender Prozess, den ich irgendwie nicht beeinflussen oder aufhalten konnte. Angebotene Hilfe hat er ausgeschlagen und irgendwann dachte ich: "gib ihm einfach Zeit. Das kommt dann schon wieder." Doch dem ist nicht so (leider). Schon im Frühsommer sagte ich ihm, dass ich bis September/Oktober ein klares Statement von ihm erwarte, wie er sich die Zukunft vorstellt. Einerseits warte ich noch darauf, andererseits glaube ich gar nicht mehr daran, dass er überhaupt eine Entscheidung trifft.

Bis Ende September sieht die Situation so aus, dass ich über 80% des Firmenumsatzes generierte und er die restlichen knapp 20% Prozent. Das heisst dann auch, dass ich 80% Prozent der Firmenkosten trage. Auf Dauer bin ich nicht gewillt, das so weiterzuführen. Entweder er ist Partner und engagiert sich dementsprechend oder ich ziehe das Ding alleine durch. Alleine hätte ich Möglichkeiten um Kosten einzusparen und so bliebe mir effektiv mehr Geld als heute. Und dieses "mehr" kann durchaus der Unterschied von "sehr wenig" zu "genügend" sein.

Natürlich bin ich enttäuscht. Er war es, der mich dazu motivierte um die Einzelfirma in eine GmbH umzuwandeln, damit er sich daran beteiligen kann. Ich wusste, dass dies einen höheren administrativen Aufwand und letztendlich mehr Kosten zu Folge hat, doch ich glaubte auch, dass wir zu zweit mehr erreichen können, als alleine. Tja, so kann man sich täuschen. Ausser Spesen nichts gewesen.

Wenn nun die ruhigere Rikscha-Zeit anbricht, kann ich mir vertieft Gedanken darüber machen, wie es weitergehen soll. Will ich nach sieben (mageren) Jahren als Rikschafahrer überhaupt weitermachen? Wenn ja, wie genau? Wenn nein, welche beruflichen Optionen habe ich denn überhaupt noch? Es öffnet sich also wieder einmal ein weites Feld...

Auch wenn ich mir diese Situation nicht gewünscht habe, so mag ich dieses "weite Feld" von Möglichkeiten. Es wird Zeit, wieder mal etwas kreativer über die Zukunft nachzudenken als "weiter wie bisher"... Das finde ich spannend.

Frei-Tag

Ich weiss gar nicht, wie lange es her ist, dass ich einfach wieder einmal einen wirklich freien Tag zu meiner eigenen Verfügung hatte. Von April bis September war ich jeden Monat mindestens 24 Tage mit der Rikscha unterwegs. Da blieben meist nur noch die Sonntage und die verbringe ich nach wie vor gerne mit meiner Frau...

Eigentlich wollte ich an meinem gestrigen Geburtstag einen Ruhetag einlegen, doch dann kam noch eine Buchung herein und somit war's dann wohl doch nichts mit dem Frei-Tag. Ich kann es mir nicht leisten, Buchungen ohne triftigen Grund abzusagen und "ein geplanter Ruhetag" oder "Geburtstag" ist dann doch nicht triftig genug.

Heute nun war es soweit. Am Morgen vereinbarte ich einen Termin zum Haare schneiden. Ganz gemütlich spazierte ich da hin und auch wieder zurück. Dann aktualisierte ich die Geschäftsbuchhaltung und erledigte noch etwas Bürokram. Später setzte ich mich dann mit einem Kaffee und einem Buch auf den Gartensitzplatz... schön...

Die letzten Monate waren ja blogmässig ziemlich leer... Natürlich hätte es ab und zu etwas zu erzählen gegeben. Streetparade, Gartenfest, Hamburg-Weekend, das sind ein paar Stichworte die mir spontan einfallen. Doch ich stelle (leider) fest, dass ich des Nacherzählens etwas müde geworden bin. Das ist ähnlich wie mit dem Fotografieren, auch das bin ich müde geworden. Es ist mir nicht mehr so wichtig...

Und natürlich ist das alles auch saisonal bedingt. Im Sommer sitze ich halt eher wenig vor dem Computer oder wenn, dann rein beruflich. Da mag ich dann nicht mehr wirklich Zeit in den Blog investieren. In der kälteren Jahreszeit habe ich mehr Zeit und Musse dafür, da bin ich eher zu Hause und drinnen am PC. Nach diesen anstrengenden Sommermonaten freue ich mich nun richtig auf diese Zeit und gerade der heutige Tag zeigte mir, dass ich das auch wirklich brauche.