Tag 6 - nach Siena

Als wir uns morgens um acht Uhr zum Frühstück trafen, war ich noch ziemlich müde und meine Muskeln waren nicht unbedingt in der Stimmung um heute wieder 70 Kilometer und über 1'000 Höhenmeter Velo zu fahren. Doch das Wetter war prächtig und die Stimmung unter den Freunden gut, das hat dann geholfen, um in die Gänge zu kommen.

Der heutige Tag war "Toskana - Bilderbuch". So stellen wir uns zuhause die Toskana vor. Eine sanfte Hügellandschaft mit Zypressenalleen und schönen Häusern. Mit Hügeldörfern voller Geschichten, mit Weinbaugebieten und Olivenhainen. Heute gab es wirklich all das zu sehen. Zudem verlief der grösste Teil unserer Strecke auf gutmütigen Schotterstrassen und wir sahen verschiedene Schilder, die von anderen Rennen zeugen. Das wäre z.B. die "Strada Bianche" ein alljährliches Radrennen für Strassen-Profis oder die "L'Eroica", ein historisches Radrennen, das nur mit alten Rädern gefahren wird und mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Auf der gefahrenen Strecke verläuft aber auch "Italy Divide" und "Tuscany-Trail", zwei beliebte unsupportet Langstreckenrennen für Radfahrer jeder Art. Radfahrermässig also eine Art geweihte Erde ;-)

Wir kamen gut vorwärts, gerade weil es eben hüglig und nicht bergig ist. Es gab zwar viele Steigungen, doch keine davon war länger als 200 Höhenmeter. Mittlerweile haben wir auch als Gruppe unseren Rythmus gefunden und wissen, wann und wie lange wir Pause machen. Trotz dem flauen Gefühl am Morgen ist es also ein wunderbarer Tag geworden, den wir alle in guter Erinnerung behalten werden.

Ganz sicher werden wir uns auch an das "B&B Terrazza del Campo" erinnern. Ein ausgesprochen schönes Bed and Breakfast mit grossen Zimmern und Traumaussicht auf den zentralen Platz von Siena, eben den Campo. Das Zimmer ist so gross, dass ich sogar mein Bike mit ins Zimmer nehmen konnte. :-)

Wir sind nun schon sechs Tage in Italien unterwegs und hatten noch keine Pizza gegessen. Höchste Zeit um das zu ändern. Auf dem Weg in eine feine Pizzeria genehmigten wir uns einen Apero auf italienische Art. Das heisst mit vielen kleinen Häppchen, die einem kostenlos zum Getränk serviert werden. Das war super. Auch die Pizza war köstlich und so konnten wir satt und zufrieden ins Hotel zurückschlendern. Unterwegs noch ein paar letzte Fotos schiessen und dann müde und zufrieden ins Bett sinken. Welch Privileg!

Die neuen Fotos sind im Album und hier noch der GPS-Track des Tages:

Tag 5 - nach Pienza

Mit knapp 80 Kilometern stand der bisher längste Tag unserer Reise auf dem Programm. Es war schön, lang und anstrengend.

Weil ich durch die Bloggerei und das Fotoalbum in den bisherigen Tagen nie vor Mitternacht ins Bett kam, bin ich nun entsprechend müde und deshalb gibt es hier auch nicht mehr Text.

Wie immer sind die Fotos des Tages im Fotoalbum zu finden. Hier noch der GPS-Track:

Tag 4 - Nach Bolsena

Schon kurz nach dem Start stand ein erstes Highlight auf dem Programm wird besuchten den "Park der Ungeheuer" (Sacro Bosco) in Bomarzo. Eine einmalige und unglaubliche Parkanlage, die ich vor Jahren schon einmal mit Karin besucht hatte und auf dieser Radtour auch meinen Freunden zeigen wollte. Natürlich machten wir viele Fotos (siehe Fotoalbum) und so ging etwas Zeit ins Land. Danach folgte ein sehr schöner Offroad-Abschnitt entlang eines Hügelzug, mit anschliessendem Downhill und Singletrail-Passage entlang eines Bachs. Ein wahres Bikevergnügen.

Ich lobte mich selbst ab der tollen Routenwahl und Tourenplanung. Doch keine zehn Minuten später standen wir in dichtem Buschgestrüpp mit vielen stachligen Brombeersträuchern und suchten einen halbwegs fahrbaren Weg... Fehlanzeige... da hatte ich etwas Unmögliches geplant. Da war schlicht kein Durchkommen. Wir mussten uns also eine Alternativroute suchen um wieder auf den GPS-Track zu finden. Tja. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. ;-)

Wir waren also reif für eine Kaffeepause. Wir stellten dabei fest, dass es zwar schon Mittag um ein Uhr war, wir jedoch erst knapp 20 der geplanten 58 Kilometer zurückgelegt hatten. Wir hielten die Pause also kurz und machten uns zügig auf den Weg um nach Bagnoregio, einem wunderschönen Hügeldorf, zu kommen. Vor allem der historische Altstadtteil gilt als eines der meistfotografierten Hügeldörfer in Italien. Bis da hin gab es aber noch über ein paar kleinere Hügel zu fahren und während dem spürte ich ganz deutlich, dass meine Beine nicht mehr taufrisch sind... es kostete Körner.

Nach dem Besuch der Civita di Bagnoregio assen wir die Reste unserer Paninis und steuerten nochmals eine Bar an um uns mit Koffein aufzupeppen. Danach folgte zum Glück nur noch ein leichter Anstieg, bevor es dann immer leicht abfallend zum Lago di Bolsena ging. Es zeigte sich dabei eine sehr schöne Abendstmmung mit einem famosen Abendrot, so dass wir noch einige Fotos schossen. Bevor wir im Hotel eincheckten, belohnten wir uns noch mit einem Gelati. Das war ein schöner und anstrengender Tag.

Abends haben wir dann wieder sehr gut gegessen. Im Vergleich zu gestern haben wir uns aber heute etwas zurückgehalten, denn wir alle waren der Meinung, dass wir gestern einfach zu viel gegessen haben. Das sollte uns heute nicht mehr passieren.

Abschliessend noch kurz zum Wetter. Der Wind der letzten Tage hat glücklicherweise nachgelassen und heute war es am Nachmittag gegen 15° Grad warm. Also ideales Bikewetter. So kann es gerne weitergehen.

Wie üblich habe ich die neuen Fotos ins Fotoalbum hochgeladen. Hier noch der gefahrene Track:

Tag 3 - nach Bomarzo

Nachdem Tag 1 + 2 noch viel auf Asphalt gefahren wurde, war der heutige Tag Natur pur. Geschätzte 80% Prozent Naturstrassen und Waldwege. Gekrönt mit ein paar herrlichen Singletrail-Abfahrten, die teils auch technisch richtig anspruchsvoll waren.

A propos anspruchsvoll. Auch die Anstiege hatten es in sich. Extrem ausgewaschene Forststrassen mit tiefen Gräben, losem Schotter und durchsetzt mit Steinen. Oft so steil, dass sie gerade noch im allerkleinsten Gang fahrbar waren, dadurch lag jedoch der Puls immer im roten Bereich (zumindest bei mir). Es war eine echte Herausforderung.

Grob gesagt bestand der heutige Tag aus zwei Bergen, mit einem Hügel dazwischen. Zuerst fuhren wir auf den höchsten Punkt des Kraterrandes des Lago di Vico. Das war der Monte Fogliano mit 935.m.ü.M. Unsere Idee war, dass wir am höchsten Punkt die Aussicht auf den See geniessen und in der Sonne eine erste Panini-Pause machen. Das hat dann aus zwei Gründen nicht funktioniert. Erstens ist auch der höchste Punkt komplett bewaldet und so konnte man kaum auf den See hinuntersehen und zweitens blies auch heute ein teils heftig kalter Nordwind. Wir entschieden uns deshalb etwas bergrunter zu fahren und an einer windgeschützten Stelle zu picknicken. Das hat dann auch wunderbar geklappt.

Es folgte eine erste, herrliche Singletrail-Abfahrt, die uns dann unvermittelt auf eine Aspahltstrasse ausspuckte. Doch nur etwa 200 Meter später folgte der nächste Wanderweg, der uns entlang des Kraterrands, wieder mitten im Wald zum nächsten Anstieg führte. Da wa es richtig angenehm warm. Der Weg lag windgeschützt und die Sonne schien herrlich. Der Anstieg führte uns wieder auf den Kraterrand und leicht verschwitzt kamen wir wieder voll in den kalten Wind. Da ist es sicher besser, wieder eine Windjacke anzuziehen. Da das Wärmeempfinden bei jedem anders ist, hat halt jeder nach Bedarf kurz angehalten, seine Jacke hervorgekramt und angezogen, während die anderen (langsam) weiterfuhren.

Peter zog als Letzter seine Jacke an und wie es der so Zufall wollte, zweigte unser GPS-Track keine hundert Meter später vom vorher befahrenen Weg nach rechts ab. Ein paar Minuten später warteten wir auf Peter. Und warteten, und warteten, doch er kam nicht. Er hat wohl den Abzweiger verpasst und ist gleich talwärts gefahren. Ich verschaffte mir am GPS einen Überblick und stellte fest, dass er weiter unten, über eine Querstrasse im Wald wieder auf den Track fahren kann. Also entschlossen wir uns, bis an diesen Punkt vorzufahren. Da warteten wir wieder... Es dauerte etwas, bis Peter dann aus der selben Richtung kam, wie wir vorher. Als er sein Missgeschick bemerkte hat er gewendet und ist die Strasse wieder hochgefahren, bis er zu besagtem Abzweiger kam. Das hat ihm dann ein paar zusätzliche Höhenmeter eingebracht.

Die Auffahrt zum Monte Nel Cimino war. wie schon vorher angesprchen, ziemlich knackig und deshalb zog sich die Gruppe weit auseinander. Plötzlich klingelte mein Telefon. Lukas hat einen Plattfuss eingefangen. Wir einigten uns darauf, dass wir uns erst oben, am höchsten Punkt wieder treffen (1'053m.ü.M). Unterwegs war sehr klar, dass hier viele MTBiker unterwegs sind, die Waldwege waren kräftig ausgefahren, man sah gebaute Anlieger und Sprungschanzen und so freuten wir uns auf eine ebenso spassige Abfahrt auf der Gegenseite.

Kurz nach dem höchsten Punkt sahen wir an einen Baum auch ein Schlid, auf dem der Einstieg in einen sogenannten Enduro-Downhill angezeigt wurde. Den wählten wir natürlich, mussten aber rasch feststellen, dass einem dabei alles abverlangt wird. Immer wieder ging es über dicke Gesteinsbrocken steil bergrunter, da war viel Mut und Können von nöten. Ein echter Enduro-Trail! Da wäre ein Bike mit 150mm Federweg sowie eine Schutzausrüstung viel geeigneter gewesen als unsere Tourenbikes mit den Packtaschen dran. Wir begrenzten das Risiko soweit wie möglich, in dem wir heftigsten Stellen umfuhren oder halt kurz abgestiegen sind und zu Fuss die schwierigsten Passagen überwanden. Nichts desto trotz hat es super viel Spass gemacht und mir schoss doch ziemlich Adrenalin ins Blut. ;-)

Wir kamen dann in das unglaublich malerische Dorf Serano Nel Cimino. Ein kleines Hügeldorf, mit einer riesigen Burg am höchsten Punkt. Diese Burg wollten wir natürlich besichtigen und deshalb kämpften wir uns den steilen Anstieg hoch. Nur um dann vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Erst in der Hochsaison ist die Burg öffentlich zugänglich. Wir trösteten uns mit einem feinen Kaffee und Süssigkeiten in der lokalen Pasticceria. Mittlerweile war es schon 17 Uhr und bis zu unserem Tagesziel in Bomarzo waren es noch etwa 12 Kilometer. Wir waren sehr froh, dass es davon neun bergrunter und nur noch drei leicht ansteigende Kilometer waren. Von einem prächtigen Sonnenuntergang begleitet, rollten wir kurz nach halb sechs Uhr vor unser Appartement.

Wir alle waren müde und uns war leicht kalt. Da war es kein Aufsteller, dass es im Appartement nur 13°Grad warm und kein heisses Wasser verfügbar war. Es brauchte ein Telefonat mit dem Vermieter und siehe da, etwa eine Vietelstunde später waren die Heizkörper warm und das heisse Wasser reichte auch soweit, dass sich vier verschwitzte Biker waschen konnten. Nicht nur das. Im Badezimmer entdeckten wir auch noch eine Kleiderwaschmaschine und so konnten wir gleich mal eine erste grosse Kleiderwäsche durchführen. Alles gut.

Das Abendessen war dann irgendwie noch der krönende Abschluss eines sehr schönen Tages. Wir waren im "Piccola Mondo", wo uns die stämmige Mamma in der Küche schon beim eintreten einen sehr guten Eindruck machte. Hungrig wie wir waren, bestellten wir wie die Weltmeister und das Essen war reichlich und von aussergewöhnlicher Qualität. Alle haus- und handgemacht, mit sehr viel Liebe und Können. Zusammen mit etwas Wein und ein paar Bieren wurden wir glückliche Menschen... ;-)

Der Verauungsspaziergang zurück zum Appartement war dann genau richtig, bevor wir müde ins Bett sanken.

Wobei... Ganz wider Erwarten gibt es hier doch WLAN. Also nix mit gleich ins Bett sinken... Fotos auf den PC kopieren und ins Fotoalbum hochladen, GPS-Track abspeichern und einen Blogeintrag schreiben... aber jetzt: Gute Nacht!

Tag 2 - nach Capranica

Heute stand ein erster Fitnesstest auf dem Programm. Der GPS-Track versprach 72 Kilometer mit über 1'200 Höhenmetern. Wir starteten kurz nach neun Uhr, doch wir bummelten sehr gemütlich durch Rom, machten noch einige Fotos und als wir dann noch ein Café in der Sonne entdeckten war klar, dass ein erster Capucchino hermusste. Die ersten 10 Kilometer waren also seeeeehr langsam.

Ausgangs Rom warteten dann erste erste kleine Hügel auf uns. Zum Glück windete es nicht mehr ganz so heftig wie gestern, doch es windete immer noch und war auch kühl. Gestern war es kalt, heute nur noch kühl. Es wird also besser ;-)

Erst nach etwa 35 Kilometern kamen wir in eine etwas grössere Ortschaft, wo wir auch mit einem offenen Restaurant rechnen konnten. Es war schon fast ein Uhr mittags und wir hatten gerade mal die Hälte der Strecke hinter uns. Wir verpflegten uns in einer Bar-Pasticceria mit Süssigkeiten doch es war klar, dass wir noch Proviant für unterwegs brauchten. Wir fanden dann auch ein kleines Lebensmittelgeschäft welches heute Sonntag geöffnet war und da kauften wir Brot, Schinken, Salami, Käse, Früchte und ein paar Getränke, die wir im Rucksack verstauten.

Die kleinen Hügel wurden etwas grösser und die Höhenmeter summierten sich kontinuierlich. Wir genossen die schöne Umgebung und als wir an einen kleinen Bach mit Bänken und Tischen sahen war klar, dass wir uns jetzt über die gekauften Sachen hermachen. Nun lagen noch etwas über 20 Kilometer vor uns und dafür konnten wir schon noch etwas Energie vertragen. Etwa 8 Kilometer vor dem Ziel kamen wir nach Sutri mit seinen eindrücklichen Grabstätten der Etrusker. Da kam ich auf meiner Radreise 2011 schon vorbei und das wollte ich nocheinmal sehen. Klar auch, dass wir davon einige Bilder machten (so das Titelbild von heute).

Die letzten 7 Kilometer führten uns dann auf einem herrlichen Wanderweg in ein schmales Tal, das immer wilder und noch schmaler wurde. Irgendwann blockierten umgestürtzte Bäume den Weg und so mussten wir noch ein paar Mal die Bikes über Bäume tragen oder unter ihnen hindurchschieben. Das war der Abenteuerpart des heutigen Tages und auch wenn wir schon ziemlich müde waren, so hat es Spass gemacht. Kurz vor halb sechs, es begann gerade die Abenddämmerung, fuhren wir bei der heutigen Unterkunft vor. Es ist ein herziges Bed & Breakfast und wir wurden herzlich empfangen, konnten die Bikes sicher in einem Schuppen abstellen und so freuten wir uns auf die warme Dusche und noch mehr auf das Abendessen.

Das war dann ausgezeichnet. Zuerst ein paar Bruschettas, dann Spaghetti al Pesto, dann ein grosses Schnitzel und zum Schluss eine schöne Auswahl an Früchten. Dazu Bier oder Wein und einen Kaffe zum Abschluss. Perfekt! Ich spreche nicht gerne über Geld, doch für das Zimmer inklusive Essen und Getränke bezahlten wir nur 50 Euro pro Person. Nochmals: Perfekt!

Morgen geht es nach Bomarzo, worauf ich mich auch schon freue. Der Offroad-Anteil wird zunehmen und es stehen auch noch mehr Höhenmeter als heute auf dem Programm (dafür sind es fast 20 Kilometer weniger). Im gebuchten Appartement werden wir kein WLAN haben. Der nächste Blogeintrag wird also erst übermorgen erscheinen.

Die Fotos von heute sind im Fotoalbung gespeichert. Hier noch der Track aus meinem GPS:

Tag 1 - Rom

Wir mussten heute wirklich früh aufstehen, denn um 06:50 Uhr war Boarding für den Flug nach Rom, Abflug um 07:15 Uhr. Der Flug nach Süden, über die schneebedeckten Alpen, entschädigte dann aber mit einer tollen Aussicht auf die grandiose Berglandschaft. Auch der Anflug zum Flughafen Fumicino war interessant, da wir im Landeanflug vom Festland über das Meer schwenkten.

Ob der Geschwindigkeit des Groundhandlings waren wir bass erstaunt. Kaum kamen wir zum entsprechenden Gepäckband sahen wir schon unsere Taschen herankommen und am Schalter für Sperrgepäck warteten die Velokartons auch schon auf uns. Die freundlichen Flughafenmitarbeiter liessen uns auch gleich die Räder vor Ort zusammenbauen und entsorgten für uns die Verpackungen. Wirklich: ein Spitzenservice. Es war also noch nicht mal 10:00 Uhr, bis wir aus dem Flughafen in die Sonne traten und das obige Bild aufnehmen konnten.

Die Sonne schien an einem wolkenlosen Himmel, doch es war mit etwa 5° Grad doch noch ziemlich frisch. Kaum losgefahren merkten wir dann auch, dass ein heftiger und kalter Nordwind blies und die gefühlte Temperatur so noch niedriger erschien. Mehr als 8° Grad waren nicht angesagt und deshalb waren lange Hose und Langarmjacke Pflicht.

Wir wussten dass die Fahrt nach Rom (inkl. Sightseeing) knapp 45 Kilometer auf den Tacho bringt und dass es nahezu eben verlaufen wird. Die ersten 10 Kilometer quer durch langweilige Industriequartiere, dann etwa 25 Kilometer entlang des Flusses Tiber und die restlichen Kilometer noch quer durch Rom.

Der Wind war wirklich heftig, bissig und kalt. Sonst verlief alles problemlos. Über weite Strecken fuhren wir auf toll ausgebauten Radwegen und waren auch erstaunt, dass wir wirklich viele andere Radfahrer gesehen haben. Nach etwa 25 Kilometern hielten wir Ausschau für einen ersten Kaffeehalt. Wir beobachteten drei andere Radfahrer, die zielsicher eine Bar-Pasticceria ansteuerten. Gute Idee: Man muss lokalen Meschen vertrauen - also hinterher! Und siehe da, es entpuppte sich gleich als Glücksgriff. Capucchino für 1 Euro dazu Gebäck in allen Formen und Farben. Ein echter Genuss, geschmacklich und auch visuell.

Da wir von Süden in die Stadt fuhren, blies uns der Wind oft frontal entgegen. Heftige Böen wirbelten Staub, Dreck und Abfall durch die Luft, das war nicht richtig lustig. Es zeigt sich auch sehr deutlich, dass es hier ein Abfallproblem gibt. Unglaublich wie viel Müll hier herumliegt - und eben durch den Wind herumfliegt. Na ja, als Tourist nimmt man so etwas zur Kenntnis. Mehr nicht.

Das Stadtzentrum war dann (wie erwartet) voller Touristen. Es galt also öfters mal abzusteigen und dies Fahrräder durch die Menschemengen zu schieben. So klapperten wir dann auch einige Touri-Hot-Spots ab: Piazza Navona, Pantheon, Spanische Treppe, Fontana di Trevi, Colloseum, und noch Andere.

Kurz nach 15 Uhr steuerten wir bereits auf unser Hotel zu. Wir mussten es etwas suchen, denn auf der Strassenseite ist nichts angeschrieben. Durch ein Tor und über eine Treppe kommt man dann zur "Terrazze di San Giovanni". Ein ziemlich kleines, doch recht nett eingerichtetes Hotel. Dadurch dass es von der Strasse zurückversetzt ist, dürfte es auch nachts ziemlich ruhig sein. Zudem ist es recht günstig. Da gibt es also nichts zu meckern. Wir entpackten unsere Räder, bezogen die Zimmer, duschten und trafen uns eine Stunde später wieder für Sightseeing und Abendessen.

Lukas hat römische Geschichte studiert und konnte uns anderen viele interessante Dinge erzählen. Das war super spannend. Da nun aber langsam die Sonne unterging und der Wind auch nicht weniger wurde, hatten wir alle bald kalt und suchten nach einem Lokal, wo wir fein essen konnten. Natürlich waren wir mitten im Touristengebiet doch das war auch gut so. Erstens ist da das Angebot gross und zweitens sind wir ja auch Touristen. Wir kamen an einem Lokal vorbei wo ein Koch quasi im Schaufenster frische Pasta herstellte. Er knettete Teig, wallte ihn aus und formte frische Teigwaren. Das hat es uns dann gleich angetan. Kohlenhydrate können nach dem heutigen Tag nicht falsch sein!

Zur Vorspeise bestellten wir und je eine kleine Platte Käse und Fleisch (Salami/Schinken/Copa/u.A.). Danach natürlich Pasta. Die anderen drei tranken Wein und ich ein Bier. Das hat alles wunderbar gepasst und auch hervorragend geschmeckt. Der Preis war... na ja... Touri-mässig halt. Egal. Das war es uns wert.

Es wartete noch ein etwa 40 minütiger Fussmarsch zurück ins Hotel auf uns und deshalb belohnten wir uns kurz vor dem Ziel noch mit einem Gute-Nacht-Bier. Das war ein wirklich gelungener erster Tag. Für die kommenden Tage wünschen wir uns alles so wie heute, einfach mit etwas weniger Wind und ein paar Grad wärmer. Wenn ich da an den Wetterbericht denke, so haben wir auch gute Chancen, dass dies so eintrifft.

Die ersten Fotos sind ins neue Fotoalbum hochgeladen und hier ist noch die GPS-Aufzeichnung des heutigen Tages.

bereit

Heute widmete ich mich noch meinem Win10-Surface-Netbook, welches ich mit auf die Reise mitnehme. Es galt vor allem die nötigen Daten von meinem Arbeits-Notebook aufs Netbook zu kopieren und die nötige Software upzudaten. Dann richtete ich mir Outlook so ein, dass ich nach der Rückkehr die Daten einfach wieder übernehmen kann und probierte alles aus. Soweit o.k.

Hier im Blog erstellte ich ein neues Fotoalbum, in welches dann die Bilder der Reise jeweils hochgeladen werden. Da ich das Programm nicht sehr häufig brauche, benötigte es ein paar Anläufe bis alles so funktionierte wie ich mir das vorstelle.

Dann galt es final zu packen. Laut Wetter.com werden die ersten Tage noch etwas kühl, bevor es dann richtig frühlingshaft warm wird. Phänomenal ist, dass zumindest für die erste Woche Null Regen angesagt ist. SUPER! Also: Die langen Hosen und die Langarmjacke werde ich morgen gleich nach dem Aufstehen anziehen, damit nach Rom fliegen und so dann auch aufs Velo steigen. Alles andere wird eingepackt. Ich hatte noch freien Platz... also doch noch eine zivile Fleece-Jacke um die Abende zu geniessen... o.k. Mit den drei Taschen bin ich zum Schluss auf die Waage gestanden. Packgewicht knapp 6 Kilo. Nicht schlecht. Heute Abend werde ich mit dem vollgepackten Bike zum Flughafen fahren. Dann wird das Bike in eine Kartonschachtel verpackt und die Packsäcke binde ich zusammen und gebe sie als Gepäckstück auf. Bin schon leicht nervös...

Mini Schwiiz

Im letzten November nahm ich an Aufzeichnungen für die Sendung "Mini Schwiiz - Dini Schwiiz" teil. Es geht dabei darum, dass jeweils fünf Kandidaten ihre Stadt, ihr Dorf oder ihren Stadtteil den anderen Teilnehmern vorstellen und diese dann den Tag bewerten. Diese Woche war das Thema Zürich und dabei präsentierte ich die Altstadt, den Kreis 1. Am Montag war Höngg zu sehen, am Dienstag das Industriequartier, heute eben die Altstadt, morgen Donnerstag dann Wiedikon und am Freitag, zum Abschluss, dann Affoltern.

Die Sendung wird im Vorabendprogramm, jeweils zwischen 18:15 und 18:40 Uhr ausgestrahlt. Die Aufnahmearbeiten dauerten jeweils einen ganzen Tag und das Endprodukt ist dann 25 Minuten Fernsehzeit. Ganz schön aufwändig. Diese Woche werden nun die Folgen über Zürich ausgestrahlt.

Ich habe an dieser Sendung nur teilgenommen um mein kleines Rikschabusiness in die Medien zu bringen. Deshalb war es für mich ganz wichtig, dass die BikeButler-Rikschas zu sehen sind. Aus früheren Fernseh-Präsentationen wusste ich, dass so etwas das Geschäft ankurbelt. Dass Menschen, die nichts von dieser Rikschageschichte wissen, darauf aufmerksam werden und unter Umständen so zu Kunden werden. Mal sehen. Ich hoffe natürlich, dass dies auch diesmal der Fall sein wird.

Über diesen Link kann man sich die heutige Folge ansehen.

Probe packen

Am Freitagabend geht's zum Check-in um die Fahrräder und das Gepäck aufzugeben, damit wir am frühen Samstagmorgen nur noch mit unserem Handgepäck zum Flughafen fahren können. Es war also an der Zeit um mal alles zusammenzukramen, bereitzulegen und einzupacken.

Zuerst legte ich die leichteste Bekleidung zur Seite, die ich am Körper tragen werde. Daraus ergibt sich das Maximum an Gepäck, welches ich in die drei Taschen zu verstauen habe. Im Bild links also die Bike-Minimalbekleidung. Im Bild rechts dann, was es einzupacken gibt. Im Kurzform: Für kühlere Tage: Velo-Unterhose mit Sitzpolster, lange Socken, darüber lange Radhose. Oben Merino-Langarmshirt, die blaue Bikejacke, dazu noch Stirnband und Langfingerhandschuhe. Dazu kommt die kurze Regenhose und eine Regenjacke. Für mittlere Temperaturen ein Windstopper-Shirt und Knielinge (zu den kurzen Hosen). Zuoberst dann noch Zivilkleidung wie lange Hose, 2x T-Shirt, Unterwäsche und Socken, dazu noch den Kulturbeutel. Zu guter letzt legte ich noch ein paar leichte Turschuhe (Sneakers) dazu, damit ich abends nicht mit den Bikeschuhen ins Restaurant muss und diese auch mal auslüften können. Eine kleine Tasche mit Ladegeräten und Kabeln legte ich auch noch dazu.

Im Rucksack werde ich eine 1,5l-Trinkblase mitführen. Dazu mein Win10-Netbook, eine kleine Powerbank, Luftpumpe, Werkzeug und Ersatzteile, Geld/Ausweise, sowie die täglich nötige Zwischenverpflegung. In die kleine Tasche auf dem Oberrohr kommt das Handy und der Fotoapparat.

Ich verpackte dann alles in die drei Packsäcke und war erstaunt, dass ich alles recht locker unterbringen konnte. Da kann ich gut darüber nachdenken, ev. noch eine zweite, kurze Radhose mitzunehmen. Platz ist noch da. Ich hätte sogar noch einen grösseren Packsack für vorne, doch den braucht es allem Anschein nach wirklich nicht. Sehr gut. Das Anbringen der hinteren Packsäcke ist etwas fummelig. Pro Seite müssen 5 Riemen eingehängt und gespannt werden. Das braucht wohl etwas Übung. Der Vorteil davon ist jedoch, dass die Taschen dann bombenfest halten und nicht wackeln. Vorne war es ganz simpel. Packsack auf den Träger legen und mit zwei Spanngurten festzurren. Natürlich bin ich dann kurz vor dem Haus hin und her gefahren um das Fahrgefühl zu testen und zu kontrollieren, dass ich beim Kurbeln nicht mit den Fersen an den hinteren Packtaschen streife. Alles gut!

Ausblick

Heute Nachmittag war ich mit Freunden verabredet um noch Details für die Italien-Radreise zu besprechen. In einer Woche geht es ja schon los. Deshalb montierte ich am Morgen auch wieder die Original-Gepäckträger ans Rad.

Zum Treffpunkt machte ich eine gemütliche Sonnenscheinrunde und genoss das frühlingshafte Wetter mit etwa 9° Grad. Es wäre natürlich super, wenn wir dann in Italien so gutes Wetter hätten. Dann wird es perfekt.

Wir quatschen dann länger über unsere Packlisten und minimierten etwas, weil ja nicht unbedingt jeder Werkzeug und Ersatzteile mitführen muss. Dann legten wir noch fest wie wir den Radtransport und das Checkin am Vorabend anpacken wollen. Es war eine angenehme und entspannte Atmosphäre und ich bin guter Dinge, dass wir gut harmonieren werden und uns schöne Erlebnisse bevorstehen. Ja, die Vorfreude ist schon recht gross. Sehr schön.