Tag 1 - es geht los!

Kurz vor neun Uhr morgens habe ich mich also in den Sattel geschwungen. Es schneite ganz leicht und das Thermometer zeigte etwa minus vier Grad. Brrr…

Ich habe mir schon gedacht, dass etwas abseits gelegene Radwege wohl kaum geräumt sind und deshalb fuhr ich auch nicht via Tössegg nach Eglisau, sondern fuhr der Strasse entlang über die Wagenbreche. Eingangs Eglisau kam ich dann auf die geplante Strecke und auch auf den offiziellen Euroradweg Nr. 6 (Rhein – von der Quelle bis zur Mündung). Ich war noch keine Stunde unterwegs, als ich bei Kaiserstuhl die Grenze nach Deutschland überquerte und fortan rechtsseitig in Richtung Basel fuhr. Die Wolken lichteten sich langsam und ab und zu zeigte sich sogar die Sonne. Angenehm.

Die Herausforderung des Tages waren die sehr unterschiedlichen Streckenverhältnisse. Da gab es alles, von schwarz geräumter Strasse, über teilweise eis- und schneebedeckte Wege, bis zu echten Tiefschneepassagen oder auch das Gegenteil, aufgetaute und morastige Fusswege. Je tiefer der Schnee, desto mühsamer das Vorwärtskommen. Fast immer gibt es Trittspuren von Spaziergängern und das macht die Sache unglaublich holperig. Man darf nicht zu langsam sein, muss sich gut konzentrieren und dauernd Acht geben, dass man sich nicht hinlegt. Ja, Radreisen im Winter ist etwas ganz anderes als im Sommer…

Kleidungsmässig hat es recht gut gepasst, obwohl ich morgen die Giordano-Winterhose der assos-Hose vorziehen werde. Die Giordano ist eine Spur dicker und isoliert besser, vor allem im Hüftbereich. Da es in den nächsten Tagen noch kälter wird, werde ich wohl zusätzlich zu der langen Merino-Unterhose auch noch Knielinge unter der Radhose tragen. Denn soviel ist klar: Wenn man den ganzen Tag draussen ist und Rad fährt, dann sind die Knie immer windexponiert und ich will mir die Knie weder unterkühlen, noch will ich mir eine Entzündung holen. Da bin ich echt vorsichtig.

Mein Tagesplan war, mich Basel ziemlich anzunähern um kurz davor (noch in Deutschland) ein Hotel zu beziehen. Dafür musste ich mich aber ziemlich ranhalten und wegen den vielen Schneepassagen wurde es auch entsprechend anstrengend. Kurz vor Rheinfelden (DE) machte ich eine Pause und suchte mir via Booking.com ein Hotel. Das war gar nicht so einfach, denn interessanterweise waren einige bereits ausgebucht. In einem Vorort von Rheinfelden wurde ich dann fündig und mittels GPS habe ich es dann auch gleich gefunden. Das Hotel Rheinbrücke ist jetzt nicht der Hammer, doch zweckmässig und bezahlbar, also in Ordnung. Schade ist nur, dass ich das Bike nicht in eine geheizte Garage stellen konnte, denn es gibt hier schlicht keine Garage. Nun steht es voller Schnee und Eis draussen. A propos: Der Umwerfer ist mir festgefroren, die kleinen Rollen am Schaltwerk sind eingehüllt mit Eis und die Kette verläuft wie durch ein Tunnel. Die ganze Sache ist ein echter Härtetest. Nicht nur für mich, sondern auch für das Rad.

Im Hotel habe ich mir für Morgen einen Schlachtplan zurechtgelegt. Ich will bis Freiburg im Breisgau fahren und habe dort auch bereits ein Hotel gebucht. Dementsprechend habe ich meine geplante Route angepasst, damit ich direkt zum Hotel gelotst werde. Es dürften zwischen 80 und 90 Kilometer werden, somit etwas weniger wie heute. Also genug Zeit um in Basel Kaffee zu trinken und zum Schluss auch noch die Altstadt von Freiburg zu besichtigen.

Vorhin habe ich die heutigen Bilder ins Fotoalbum hochgeladen und hier ist noch der Track der heute zurückgelegten Strecke (96km, 498Hm).

Kommentare

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David am :

Wow, Respekt! So eine Reise gerade bei den garstigsten Bedingungen im Jahr. Ich wünsche dir viel Glück und vor allem Spass weiterhin.
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Jürg Knobel am :

Super, welche Strapazen du dir da auferlegt und geschafft hast! Wünsche dir eine stressfreie Weiterreise und eine bessere Unterkunft für heute Abend. Übrigens: Mein Onkel Kurt, Bruder meiner Mutter, hatte auch einen zu grossen Kopf, der nicht in den Helm passte, deshalb musste er keinen Militärdienst leisten. Ich freue mich auf weitere Berichte.
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beat am :

Hoi Jürg. Ja, das mit der Unterkunft habe ich nun besser im Griff. Abends lege ich das Ziel für den kommenden Tag fest und buche via booking.com gleich ein Zimmer. So habe ich tagsüber keinen Hotel-Finde-Buche-Stress mehr. Jetzt am Anfang ist es noch nicht hart, respektive halten sich die Strapazen in Grenzen. Aber mir ist klar: Irgendwann wird es auf jeder Radreise hart und man muss beissen. Meist kommt das ganz unverhoft. Liebe Grüsse und gute Gesundheit!
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