Tag 9 - Weltkulturerbe

Zeitig startete ich den heutigen Tag weil ich wusste, dass gut 100km bis zu meinem nächsten Hotel, in Koblenz, vor mir liegen. Es war der erste Tag seit ich unterwegs bin, an dem ich nie die Sonne sah. Es war den ganzen Tag hochnebelverhangen und trüb. Das war vor allem für Fotos etwas schade, fuhr ich doch heute durch ein UNESCO Natur- und Weltkulturerbe. Ich habe trotzdem viele Fotos gemacht. Wenn man sich das an einem sonnigen Herbsttag vorstellt, wenn all die Rebberge grün und die Wälder braun-rot schimmern, dann denkt man schon, dass es eine bessere Reisezeit gibt, als Ende Januar. Immerhin sorgte die Hochnebeldecke für den bisher wärmsten Tag, denn es war im Schnitt nur -1,9° Grad kalt.

Die Fahrt von Mainz bis nach Bingen ist unspektakulär und führt meist hinter einem Damm/Deich, so dass man vor allem Landwirtschaftsgebiet betrachten kann. Hier wird viel Obst an Niederstammbäumen angebaut. Öfters sehe ich grössere Gruppen oder ganze Schwärme von Gänsen über die Felder watscheln. Die sind ziemlich scheu und wollen sich nicht unbedingt fotografieren lassen. Bis ich knipsbereit bin, sind die Gänse meist schon weit weg. In Bingen ist dann Zeit für einen ersten Kaffeestopp mit Feingebäck.

Von da weg, bis zu meinem Tagesziel in Koblenz, fahre ich nun durch das UNESCO Welterbe «Oberes Mittelrheintal». Eine sehr malerische Umgebung. Der Rhein fliesst meist in einem Taleinschnitt, zu beiden Seiten sind Rebberge angelegt und Burgen und Schlösser säumen den Weg. Ein weiterer Höhepunkt ist dann natürlich noch die Loreley, ein hoher Fels, der vom Rhein umflossen wird und um den berühmte Geschichten geschrieben wurden (Brentano, Heine). Die kleinen Ortschaften sind meist recht hübsch und langgezogen, weil das Tal so eng ist. Viele schöne Fassaden sind zu sehen. Erwähnen will ich auch noch, dass auf der linken Rheinseite ein fast durchgängig separat geführter Radweg zur Verfügung steht. Man kann also genüsslich radeln und die Umgebung betrachten, ohne sich vor anderem Strassenverkehrsteilnehmern in acht nehmen zu müssen. Ein echter Luxus!

Im schönen Ort Boppart habe ich mein Rad dann noch einmal durch die Fussgängerzone geschoben und mir eine schöne Bäckerei ausgesucht. Mittlerweile hatte ich über 80km auf dem Tacho und war dementsprechend auch schon etwas müde. Da konnte ich eine Zucker-Infusion gut gebrauchen. ;-) Die letzten Kilometer bis nach Koblenz bin ich dann ganz gemütlich geradelt. Es wurde schon etwas düster als ich vor das Hotel National, meine Unterkunft, fuhr. Heute war also nichts mit Sightseeing in Koblenz. Vielleicht morgen. 99,1 Kilometer, meine bisher längste Tagesetappe hat mich doch ziemlich geschlaucht. Ich habe mir deshalb vorgenommen, dass ich die kommenden Tage etwas kürzere Distanzen wähle, auch deshalb, damit ich mehr Zeit habe um etwas zu verweilen und mir schöne Orte auch anzusehen. Ich habe ja Urlaub und bin nicht auf der Flucht…

Hier der Link zur gefahrenen Strecke (99km, 169Hm). Im Fotoalbum gibt es einige neue Bilder.

Kommentare

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Hansruedi Menzi am :

Herzlichen Dank für deine informativen Berichte, so können wir von der warem Stube aus! deine Reise verfolgen
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