Tag 11 - Kölle alaaf

Die Lage meines Appartementzimmers zur Strasse hin liess mich nur bis etwa 7 Uhr schlafen. Ab dann herrschte zunehmender Berufsverkehr und ich konnte also aufstehen. Macht nichts, denn Frühstück ist ja nicht dabei. Gestern Abend entdeckte ich eine Bäckerei nur knapp 100 Meter vom Appartement entfernt und dahin ging ich nun um zu Frühstücken. Dabei staunte ich wiedereinmal ab der günstigen Preise in Deutschland. Ein kleines City-Frühstück (Milchkaffee, Gipfeli und Semmeli, mit Butter und Konfitüre) für 4.90 Euro. Das hat gepasst.

Kurz vor 9 Uhr sass ich dann auf dem Rad und freute mich, dass sich heute wieder die Sonne zeigt. Vor über 20 Jahren war ich schon einmal in Köln und hatte es in guter Erinnerung. Die knapp 40 Kilometer da hin gingen locker vom Hocker und schon um 11:30 Uhr näherte ich mich dem Stadtzentrum.

Ich wusste, dass es in Köln auch Rikschas gibt und mein Plan war, eine Stadtrundfahrt per Rikscha zu unternehmen. Zielstrebig fuhr ich vor den Dom, der ja direkt neben dem Bahnhof liegt. Ich dachte mir, wenn ich eine Rikscha antreffen sollte, dann wohl hier. Doch Pustekuchen, nichts zu sehen. Die scheinen auch Winterpause zu machen.

Ich kreuzte zu Fuss und zu Rad dann die Altstadt etwas auf, doch irgendwie war ich etwas enttäuscht. Alles ist so austauschbar geworden. Überall H&M, New Yorker, Mc Donalds, Subway, und all den globalen Mist. Man muss schon etwas in die Seitengassen hineingehen um ein klein wenig lokales Flair zu finden. A propos «Kölle alaaf»: Für den Karneval bin ich knapp einen Monat zu früh hier. Dieser startet am 23. Februar.Rikschfahren war also nicht und die Stadtbesichtigung hat mich auch nicht wirklich warm gemacht. Dann kann ich ja auch weiterfahren.

Zuerst geht es noch schön entlang des Rheins, doch ein riesiges Industriegebiet muss man umfahren Es sind die Ford-Automobilwerke. Wirklich riesig. Die Strassenbahn hat dafür drei Haltestellen. Süd, Mitte und Nord. In all den Hallen und Gebäuden werden viele Ford-Autos für den europäischen Markt gebaut, was mich an unseren Ford-Cortina erinnert. Mit uns meine ich hier meine Eltern. Es ist das erste Auto, an welches ich mich bewusst erinnere. Soweit ich weiss, war dies der erste Neuwagen meiner Eltern und Vater war ziemlich stolz darauf. Zumindest zu Beginn. Denn irgendwie machte dieses Auto oft Ärger und musste in die Garage. Ich erinnere mich noch an die dunkelrote Farbe, an die schönen runden Rücklichter und an die leicht angedeuteten Heckflossen. Das hatte etwas Extravagantes.

Kurz nach den Fordwerken passiere ich eine Brücke über den Rhein in Richtung Leverkusen. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Hitdorf, wo ich ein Hotelzimmer gebucht habe. Das Zimmer ist hübsch, das Bad toll, doch der Internet-Anschluss funktioniert nicht. Mist! Die werde ich auf booking.com schlecht bewerten ;-) . Nein, im Ernst, das ist mir schon sehr wichtig. Nicht nur wegen der bloggerei, sondern vor allem wegen den Skype-Telefonaten mit meiner Frau. Bei guter Internetverbindung können wir kostenlos und per Bildübertragung plaudern und uns über unseren Tag unterhalten. Es besteht dabei keine Eile. Machmal zeige ich ihr meine Unterkunft und manchmal holt sie die Katzen vor den Bildschirm, damit ich sie auch wieder einmal sehe. Das wird mir heute Abend fehlen. Als kleines Trostpflaster habe ich mir ein Bild von Cosma, einer unserer Katzen, als Hintergrundbild aufs Handy geladen. Deshalb das letzte Bild des Tages.

Damit ich dennoch die neusten Bilder und diesen Beitrag veröffentlichen konnte suchte ich mir eine Pizzeria mit öffentlichem WLAN. Das GPS habe ich aber im Hotel gelassen, deshalb gibt es heute keine Streckendaten. Hier aber nun der Link zum ersten Bild des Tages. Viel Spass und bis morgen (dann aus dem Ruhrgebiet).

Kommentare

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Peter am :

Grüss mir die Heimat! Und probiere ein Kölsch und ein Alt - bin gespannt auf Dein Urteil. Gute Fahrt weiterhin. Viele Grüsse Peter
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