Tag 27 - und ewig grüsst das Murmeltier

Modern ausgedrückt würde man sagen: ride, eat, sleep, repeat (zu deutsch: radfahren, essen, schlafen, wiederholen). Hinzu kommt gleiches Wetter und nur wenig wechselnde Umgebung. Heute war mir deshalb oft langweilig. Ich fuhr die Strecke einfach, weil sie gefahren werden musste.

Ich befinde mich seit gestern in ehemals ostdeutschem Gebiet und so langsam wird mir klar, was Leute in Hamburg etwas abschätzig mit «Dunkeldeutschland» gemeint haben. Politiker nennen das auch «strukturschwache Regionen». Hier ist einfach nichts los, nichts macht einen einladenden Eindruck, Geschäfte gibt es nur wenige und Menschen sieht man auch kaum. Irgendwie abgehalftert und trostlos. Es sagt doch schon alles wenn ich erwähne, dass meine heutigen zwei Kaffeestopps an Tankstellen stattfanden. Ich bin fast 100 Kilometer gefahren und bin bestimmt durch 10 Ortschaften gekommen, doch eine offene Bäckerei habe ich nicht gefunden. Und das an einem Samstag… trostlos.

Es gab deshalb nur wenige Fotos und so gut wie keine neuen Motive. Das einzige wirkliche Highlight des Tages ist mein Zielort, Tangermünde. Dieser Ort hat viel Geschichte, wurde im 14. Jahrhundert als kaiserliche Pfalz aufgebaut, wurde von den Kriegen weitgehend verschont und nach der Wende wurde viel investiert um den historischen Ortskern zu erhalten und gleichzeitig zu modernisieren. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist mein Hotel. Ganz speziell und mit viel Liebe eingerichtet. Aussen alt und historisch, innen mit viel Liebe eingerichtet und mit zeigemässer Technik ausgestattet. Das passt.Zur Anschauung: Hier ein Link zu meinem Zimmer (oder meiner Kombüse).

Gestern Abend kämpfte ich noch fast zwei Stunden mit meinem GPS-Velocomputer. Irgendwie wollte er vorgeplante Touren einfach nicht mehr richtig darstellen. Ich überprüfte alle erdenklichen Einstellungen, doch nichts brachte eine Besserung. Da half nur noch «auf Werkeinstellungen zurücksetzen». Doch Halt! Zuerst ein Backup erstellen (brauchte 45 Minuten). Dann wieder alle Einstellungen vornehmen und die Anzeigen konfigurieren (30 Minuten). Zum Schluss die geplante Tour aufkopieren und testen. Scheint zu gehen. Heute bin ich dann wie gewohnt der violetten Linie im GPS gefolgt bis etwa bei Streckenmitte (kurz vor Havelberg) nur noch eine gerade Linie zum Zielort zu sehen war. Hat also doch nicht so wirklich funktioniert. Der grosse Vorteil meiner Tour ist, dass ich fast immer dem Elberadweg folge und dieser auch recht gut ausgeschildert ist. Ich bin also nicht zwingend auf das GPS angewiesen und fand auch so mein heutiges Hotel. Aber klar ist, ich muss da noch einmal ran. Ich sehe nicht ein, wieso das plötzlich nicht mehr richtig funktioniert.

In den letzten Tagen habe ich mich etwas totgefahren und das hat mich nicht nur körperlich, sondern auch mental ermüdet. Zudem bin ich nun plötzlich meinem Zeitplan voraus und das erlaubt mir, vor Leipzig noch einen Ruhetag einzulegen. Ich komme morgen bis nach Magdeburg, der Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. Da habe ich nun für zwei Nächte ein Hotel gebucht und werde am Montag etwas ausspannen und regenerieren. Das gebuchte Hotel verfügt über eine Sauna. Die werde ich bestimmt besuchen.

Hier noch die aufgezeichnete Strecke von heute (97,9km 223Hm) und der Link zum ersten Foto des Tages:

Kommentare

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Ferdi am :

Ich verfolge deine Reise mit einem Word-File, das ich fülle mit Texten und Bildern aus dem Internet zu deinen Reisestationen. Meine Kenntnis der Geographie von Deutschland hat dadurch einen grossen Sprung nach vorne gemacht ;-). Heute habe ich noch eine Karte mit allen Bundesländern eingefügt, um etwas Übersicht zu kriegen. Der Beitrag über die Schlafstuben in Tangermünde steht auf schon auf Seite 100. Ich wünsche dir gute Erholung in Magdeburg.
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Jürg Knobel am :

Na, so habe ich vor Jahren die Ossis auch erlebt. Sie sprachen immer leise, aus Angst bespitzelt zu werden. Deine Koje: Fantastisch! Gute Fahrt nach Madgeburg.
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