Tag 30 - weiter geht's

Kurz nach neun Uhr startete ich zu meiner letzten Elbe-Etappe. Das Wetter war von Beginn weg sonnig. Kurz nach der Abfahrt zeigte das GPS zwar eine Temperatur von -6° Grad, doch in Laufe des Tages wurde es immer wärmer und mittags um zwei war es dann mit +2° Grad schon fast angenehm warm. Wirklich angenehm war auch, dass es heute nur sehr schwach windig war. Also ein perfekter Tag um Rad zu fahren.

Zu sehen gab es aber auch heute nicht viel Neues. Im Unterschied zu den Vortagen kam ich heute aber öfter mal durch bewaldete Gebiete. Die Wälder hier sind reine Nutzwälder. Monokulturen aus Fichten, meist in geometrischen Mustern angepflanzt, sieht etwas steril aus, aber immerhin, Wald.

Erwähnenswert ist noch die kleine Fähre zwischen Barby und Walternienburg, die ich heute benutzte. Es handelt sich dabei um eine motorlose Gierseilfähre mit interessantem Konzept. Die Fähre ist mittig, etwa 350m weiter flussaufwärts, an einem Stahlseil befestigt. Bug und Heck sind über eine Umlenkrolle mit dem Hauptseil verbunden und deren Seillänge wird so verändert, dass der Anstellwinkel zur Flussströmung die Fähre bewegt. Bis zur Flussmitte zeigt also der Bug flussabwärts und von da weg wird geschwenkt, so dass das Heck flussabwärts zeigt und die Fähre ans andere Ufer treibt. Das fand ich recht spannend und funktioniert tadellos.

Etwa eine Stunde später sollte ich mit einer kleinen Personenfähre die Elbe noch einmal überqueren, doch da musste ich mir einen anderen Weg einfallen lassen. Der Fährbetrieb ist in den Wintermonaten eingestellt. So verlängerte sich meine Tour um ein paar Kilometer, bis ich zu einer grossen Autobrücke kam und so die Elbe überqueren konnte. Kein Problem. Ich hatte genügend Zeit und wie gesagt, das Wetter war wirklich gut.

In Dessau -meinem Tagesziel- angekommen, wollte ich natürlich unbedingt das «Schulgebäude für Kunst-, Design- und Architektur» ansehen. Dies ist im klassischen Bauhaus-Sil gebaut und ist heute ein UNESCO-Welterbe. Interessierte können gerne diesen Wikipedia-Artikel darüber lesen. Danach kreuzte ich den Ort noch etwas auf, ass für 1,30 Euro eine Bockwurst mit Brötchen und machte Einkäufe für den Abend. Ich übernachte heute in einer Pension und da kann etwas zu trinken und zu knabbern nicht stören. Auch für morgen kaufte ich noch etwas Proviant.

Es war heute ein sehr gemütlicher Tag und die etwa 80 Kilometer fielen mir leicht. Ich bin jetzt über 500 Kilometer der Elbe entlang gefahren und biege nun in südliche Richtung ab. Morgen will ich ein Tagbau-Freilicht-Museum besuchen. Da freue ich mich drauf.

Hier die gespeicherte Strecke des Tages (84,4km/161Hm) und der Link zum ersten Foto von heute.

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Kommentare

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Jürg Knobel am :

Immer wieder beeindruckend deine Beschreibungen. Ich fahre mental mit!
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Silvia Keiser am :

Hallo Beat, im September hast du mir von deinem Vorhaben erzählt und ich dachte mir nur: na ja im Winter bei dieser Kälte, ich weiss nicht so recht ob das eine gute Idee ist. Nun bist du schon 30 Tage unterwegs und bald am Ziel. Wenn ich nun deine interessante Berichte lese und die Fotos ansehe denk ich mir: Fantastische Idee. Noch eine schöne Weiter- und Heimfahrt
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