Tag 31 - Ferropolis

Ich bin neugierig in den Tag gestartet, denn ich freute mich, die Riesenmaschinen des früheren Kohle-Tagbaus zu sehen. Zuerst ging es aber ziemlich verkehrsreich aus Dessau hinaus, bevor der Weg in ein ausgedehntes Waldstück (Naturpark) abzweigte. An schattigen Stellen waren die Waldstrassen brutal vereist und ich musste sehr vorsichtig fahren um nicht auszurutschen und hinzufallen. Das muss am zweitletzten Tag ja auch nicht sein. Also lieber etwas piano…

Als sich der Wald lichtete, stand ich unmittelbar vor dem Schloss Oranienbaum-Wörlitz. Das Schlossgebäude ist heute zu einem Teil ein Museum, zu grossen Teilen wird es aber noch renoviert. Sehr schön war der englische Garten vor dem Gebäude und vor allem der chinesische Garten auf der Nordseite. Verspielte Wasserkanäle, eine Pagode und ein chinesisches Teehaus, echt schmuck das Ganze.

Danach folgten ein paar langweilig flache Kilometer und schon bald kam ich nach «Ferropolis – eine Stadt aus Stahl». Das Ganze liegt auf einer Landzunge, umgeben von einem künstlichen See, welcher früher eine Braunkohle-Tagbau-Grube war. Zur Besichtigung muss man sechs Euro bezahlen und für einen zusätzlichen Euro kriegt man noch einen Audioguide, der einem alle Maschinen und die dazugehörigen Bauten und Hallen erklärt. Führungen gibt es nur im Sommer. Nur zwei der fünf Maschinen wurden auch hier eingesetzt. Die anderen drei wurden aus anderen Baugruben hierher befördert (man fragt sich wie).

Ich fand den Audioguide recht gut und schätzte es auch, dass ich mich frei bewegen konnte und es sehr wenige andere Besucher hatte. So konnte man gut fotografieren und hatte immer freie Sicht auf die Monstermaschinen. Ferropolis wurde anlässlich der Weltausstellung 2000 (Hannover) eröffnet. Es handelt sich um ein Projekt, welches von der Designschule Dessau (ja genau, die im Bauhaus) entwickelt wurde. Es ist einerseits ein Freilichtmuseum, andererseits aber auch eine grosse Eventlocation. Hier wurden schon Pop- oder Klassikkonzerte gespielt, Opern aufgeführt und vieles mehr. In der zentralen Arena finden bis zu 25'000 Zuschauer Platz. Heute waren etwa 10 Personen unterwegs. ;-)

Ich liess mir Zeit und machte einige Fotos. Zum Schluss packte ich meinen Proviant aus der Tasche und machte noch ein kleines Picknick, bevor ich wieder losfuhr. Es waren noch knapp 50 Kilometer bis zu meinem Tagesziel in Delitzsch und meine Routenplanung war so angelegt, dass ich an vielen Baggerseen vorbeikam. Das hatte aber auch zur Folge, dass es viele Abschnitte auf Waldstrassen beinhaltete und die waren wiederum oft stark vereist. Ich brauchte also gute Nerven und etwas mehr Zeit, doch beides hatte ich heute.

Delitzsch hat eine schöne Altstadt mit einem kleinen Barrockschloss. Ein gelungener Abschluss eines sehr interessanten Tages. Anzumerken ist noch, dass heute wohl der wärmste Tag meiner Reise war. Ich startete am Morgen bei etwa -2° Grad und die Temperatur stieg im Laufe des Tages auf etwa +7°Grad. Ich musste unterwegs mal anhalten und einen Pullover ausziehen, damit ich nicht zu stark schwitze. Es wehte zudem kaum Wind, so dass man bei einer Pause an der Sonne angenehm sitzen konnte, ohne zu frieren. Schon fast ein Hauch Frühling…

Hier der Link zum ersten Foto des Tages. Für die Anzeige der Strecke habe ich heute eine neue Variante herausgefunden. Etwas schade, dass ich erst heute auf diese Idee gekommen bin. Wäre doch schön gewesen, wenn es vom ersten Tag weg so ausgesehen hätte.

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Kommentare

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Ferdi am :

Sympathische Stadt, dieses Delitsch: Eine preisgekrönte Energiesparstadt, stromenergieautark, und mit einem parteilosen Bürgermeister, der mit 66% wiedergewählt wurde.
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Susana Chicharro am :

Tolle Bilder.... Gute Weiterreise und liebe Grüsse Susana
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Anita am :

Super was du alles erreicht häsch! Gnüss die letste zwei Täg na und chömed gsund wieder hei! Grüessli Anita
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