SamSonntag

Heute wurde ich mit der Rikscha schon sehr zeitig für eine Hochzeitsfahrt gebucht. Wie meist war ich dann etwa 15 Minuten zu früh beim Treffpunkt und deshalb wollte ich um die Ecke noch eine Zigarette rauchen. Ich setzte mich dazu hinten in die Rikscha und drehte mir eine Zigi. Ich hatte das Feuerzeug in der Hand und wollte schon anzünden als ich plötzlich dachte "wieso steht die Rikscha so schief?". Ich stieg aus und sah, dass ich hinten rechts einen Plattfuss eingefangen hatte. Also nix mit rauchen, sondern in Windeseile Werkzeug, Pumpe und Ersatzschlauch hervorkramen, die Rikscha auf den Rücken stellen und den Schlauch wechseln. Zum Glück habe ich die Scherbe im Reifen sehr schnell gefunden und so war ich dann trotz diesem Schreckmoment pünktlich vor dem Standesamt. Die Rikschafahrt war dann ganz nett, weil die halbe Hochzeitsgesellschaft ebefalls mit Fahrrädern unterwegs war und wir so in einem kleinen Konvoi quer durch die Stadt radelten.

Kurz nach 10:00 Uhr war der Job erledigt und erste Sonnenstrahlen zeigten sich am Himmel. Was also jetzt tun? Ich hatte keine weitere Buchung mehr im Kalender, doch das Wetter versprach noch ein paar Taxifahrten zu offerieren. Oder doch lieber rasch zusammenpacken und dann zuhause noch eine Bikerunde drehen? Der Entscheid fiel rasch... ;-)

Als ich daheim ankam war Karin gleich aufgestanden und so genehmigte ich mir mit ihr zusammen ein zweites Frühstück. Dann nahm ich das neue Bike aus dem Schuppen und demontierte die orangen Gepäckträger. So wie ich das Bike momentan nutze, braucht es die schlicht nicht. Wenn dann wirklich eine Bikreise ansteht, sind sie schnell wieder montiert. So ist das Bike nicht nur gleich ein Kilo leichter, es ist auch nicht mehr ganz so auffällig.

Ich stürzte mich also wieder in Radklamotten und fuhr los. Gemütlich genoss ich das immer besser werdende Wetter. Mit etwa 8 Grad war es auch deutlich angenehmer als die letzten paar Tage. Ein richtiger Sonn-Tag.

Ohne klaren Plan rad-wanderte ich ein paar Hügel in der Umgebung ab. Nach den Hochnebeltagen tat mir die Sonne richtig gut und meine Stimmung war aufgeräumt, zufrieden und dankbar. Nach den vielen Strassenkilometern der letzten Jahre sind diese Forststrassen und Singletrails wie ein Nachhause kommen. Die einstige Liebe zu Mountainbiketouren flammt wieder auf. Es ist nicht ein hitziges auflodern, sondern eher ein warmes, bekanntes und gereiftes Gefühl. Ein Wiedersehen mit heimischer Natur, mit Hügeln, Feldern, Wälder, Wiesen. Alles ganz direkt und klar. Insgesamt machte ich dreimal Pause. Blinzelte in die Sonne und genoss die stille und friedliche Atmosphäre. Nicht mal das eher hektische Treiben am Pistenende beim Flughafen hat mich irritiert. Es fühlte sich einfach alles rund und stimmig an. 

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