gefangen?

Seit es diesen Blog gibt, also seit dem Dezember 2005, ist die basierende Software Serendipity. Ich startete damals mit Version 0.9 und nun sind wir bei Version 2.3.1 angelangt. Grundsätzlich bin ich mit dieser Lösung zufrieden. Serendipity läuft stabil und sicher.

14 Jahre sind eine lange Zeit. Vorallem in Bezug auf das Internet. Es hat sich sehr vieles verändert und viele neuen Funktionen und Möglichkeiten sind hinzugekommen. Alles wurde farbiger, bewegter und vor allem die visuelle Aufbereitung für mobile Benutzer hat neue Anforderungen mit sich gebracht. Das war vielleicht auch die grösste Änderung hier, als ich im Dezember 2017 auf eine mobile-ready Design-Vorlage umgestellt habe.

Serendipity ist ein "kleines" Produkt, welches von ein paar Enthusiasten in deren Freizeit weiterentwickelt wird. Das macht es sympathisch, doch professionell betreute Produkte können heute einfach mehr als Serendipity. Als ich die aktuelle Bike Butler Homepage aufgebaute, habe ich mich mit Joomla! auseinandergesetzt und dabei viel gelernt. Dies führte dann zu der Testinstallation J!-Spielplatz. Marktführer im Bereich der Blogsoftware ist heute aber eindeutig WordPress, welches die Grundlage für jeden dritten Blog weltweit bildet. WordPress bietet unglaublich viele Möglichkeiten und Zusatzsoftware, mit der man seinen Blog fast beliebig anpassen kann. Aufgrund der weiten Verbreitung gibt es natürlich eine grosse User-Community, welche sich in Foren austauscht und man so für fast jedes Problem einen Hinweis zur Lösung kriegt.

Natürlich gibt es noch viele andere Blog-Systeme und wenn man sich mit dem Gedanken trägt, einen Systemwechsel vorzunehmen, dann lohnt sich ein grosser Abklärungsaufwand im Voraus ganz bestimmt. WordPress ist zwar der Marktführer, doch das heisst nicht zwangsläufig, dass es auch "das Beste" System ist.

Wie ich vor ein paar Tagen (beim Backup) festgestellt habe, umfasst mein Blog, zusammen mit den Fotoalben, mittlerweile 1,7 Gigabyte an Daten. In den fast 14 Jahren wurden über 2'400 Blog-Einträge geschrieben, über 3'000 Bilder sind in den Einträgen platziert, über 1'000 Kommentare kommen dazu, genauso wie 34 Fotoalben mit etwa 5'000 Bildern... das ist eine gewaltige Menge an Daten...

Es gibt keine einfache Möglichkeit um zum Beispiel den Blog aus Serendipity zu exportieren und in WordPress zu importieren. Die Strukturen sind viel zu unterschiedlich und Serendipity ist am Markt mittlerweile so klein, dass grosse Anbieter wie eben als Beispiel WordPress keine Notwendigkeit sehen um eine Importfunktion für Serendipity zu schreiben. Die paar Serendipity-User die es noch gibt, sind einfach eine viel zu kleine Zielgruppe.

Bin ich nun also ein Gefangener von Serendipity? Komme ich schlicht und einfach nicht mehr davon los, weil ich schon zulange damit arbeite und zu viele Datan darin angesammelt habe? Es ist ja wohl völlig unrealistisch, 2'400 Blogeinträge händisch von einem System in ein anderes zu übertragen. Das würde hunderte von Stunden Arbeit bedeuten.

Die am einfachsten realisierbare Lösung wäre, wenn ich per Stichtag X ein neues Blogsystem in Betrieb nehme und darin die Vergangenheit, sprich diesen Serendipity-Blog einbette/anzeige, alle neuen Beiträge jedoch im neuen System schreibe. Ich habe das mal auf dem J!-Spielplatz getestet und das funktioniert soweit auch. Doch natürlich gibt es auch ein paar Nachteile, welche mich bisher von diesem Vorgehen abgehalten haben.

Erstens: Es gibt kein durchgängiges Archiv und somit ist keine einheitliche Suche mehr möglich. Jedes System hat seine eigene Suchabfrage und deshalb sucht man dann im aktuellen System zurück bis zum Stichtag X und im eingebetteten Serendipity-Blog dann von X bis zum Anfang. Zweitens: Man muss zwei Systeme pflegen. Wobei hier der Aufwand bezüglich Serendipity ziemlich klein ist. Weil man den Blog nicht mehr ausbaut, kann man sich auf grössere (Security-)Updates beschränken. Trotzdem muss man das im Auge behalten. Und drittens: Das ist einfach ein unschönes Gebastel...

Seit fast zwei Jahren beschäftigt mich dieses Thema immer mal wieder. Die Frage, was denn an einem anderen System als Serendipity so viel besser sein soll, kann ich nicht schlüssig beantworten. Ausser moderner und mehr fancy Möglichkeiten? Hinzu kommt die Überzeugung, dass jedes System Vor- und Nachteile hat. Die Nachteile von Serendipity kenne ich, die Nachteile eines neuen Systems würde ich erst noch kennenlernen. Das Einfache von Serendipity ist nicht zu unterschätzen. "Keep it simple" ist ja ein Leitmotiv von mir...

Ich weiss es nicht... ich stelle einfach fest, dass ein Umstieg nicht so einfach möglich ist. Und ist es nicht so, dass Inhalt wichtiger ist als Form? Ist ein etwas altbackenes Aussehen schlecht? Nur weil mein Blog etwas popiger daher kommen würde, wäre er ja nicht interessanter...

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