Bodenprobe

Heute morgen schwang ich mich bei Temperaturen knapp unter Null aufs Bike und nahm die 45 Minuten Arbeitsweg unter die Stollen. Im Tal lag dichter Nebel, doch die 130 Höhenmeter auf den Hügel meines Weges reichten um über den Nebel zu kommen und einen herrlichen Sternenhimmel zu erblicken, welcher im Osten bereits leicht rot gefärbt den kommenden Tag ankündigte. Es war kalt, der Atem war gut sichtbar und ich überlegte gar nicht so viel, als ich auf die Asphaltstrasse einbog. Es folgte ein 90°Grad-Knick und ehe ich ich mich versah, rutschte ich gleichzeitig mit beiden Rädern weg und konnte nichts mehr  gegen den kommenden Sturz tun. Es war derart eisig, dass ich auch beim aufstehen Mühe hatte, sicher zu stehen und das Bike wieder aufzustellen. Wie nennen das die Meteorologen? "Überfrierende Nässe". Das Regenwasser von gestern ist in den Spurrillen der Strasse festgefroren und deshalb hatte ich keine Chance.

Zum Glück ist man im Winter dick eingepackt und verletzt sich deshalb nicht so leicht, dennoch spürte ich warmes Blut an Knie und  Ellenbogen. Nur nicht nachsehen! Aufsteigen und weiterfahren! Autsch, das atmen fällt schwer. Ich habe mir beim Sturz wiedereinmal den Ellenbogen in die Rippen gedrückt und deshalb schmerzte der Brustkorb bei jedem tiefen Atemzug. Mist! Jetzt bin ich das ganze Jahr ohne nennenswerte Stürze über die Runden gekommen und nun haut's mich doch noch richtig hin. Wie immer in solchen Situationen denke ich: "Das wäre nicht nötig gewesen".

Im Geschäft angekommen stand ich unter die Dusche und bilanzierte den Schaden. So schlimm war es nun doch nicht. Zwei Schürfwunden am Knie, eine an der Hüfte, eine am Ellenbogen und eine am kleinen Finger. Dazu noch die schmerzenden Rippen. Glücklicherweise bin ich ein guter Selbstheiler (wenn man das so sagen kann). Am Morgen störte beim Sitzen das Knie in der Jeans noch etwas, doch sobald die Wunde abtrocknete wurde es besser. Jetzt, 15 Stunden nach der Bodenprobe, stören mich die schmerzenden Rippen noch am meisten. Die Schürfungen sind nur marginal und werden wohl in einer Woche schon verheilt sein. Erfahrungsgemäss brauchen Rippen etwas länger... aber auf alle Fälle ist glücklicherweise nichts Ernsthaftes passiert. Die andersgelagerten Bewegungen des morgigen Squashabends werden mir guttun.

Kommentare

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Spoony am :

Hi Beat, das sind noch Heldengeschichten! Bei Null Grad und Dunkelheit biken und die blutigen Stürze einfach wegstecken! Alles für die 8000er Grenze. Respekt! ;-)
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beat am :

Danke für die Blumen... vielleicht war es aber auch falscher Ehrgeiz (oder schlicht Dummheit). Egal. Danke trotzdem.
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Als Aargauer unterwegs am :

nein, Dummheit nicht, Ehrgeiz ja, es gibt halt Ziele, die möchte man unbedingt erreichen.
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