Gigathlontag 6: Crans Montana - Martigny

Mit dem Auto fuhren wir nach Sierre, von wo aus die  steile Bergbahn mich nach Crans Montana brachte. Ich hatte genügend Zeit und holte zuerst das Arrow aus dem Bikepark. Ich fuhr damit zum Reparaturstand von Scott. Mein hinterer Dämpfer verlor seit zwei Tagen Luft und ich pumpte jeweils morgens nach. Dann begab ich mich in die Wechselzone, wo Katrin an mich übergeben sollte. Bevor es richtig losging, blieb noch genügend Zeit, um etwas zu essen und die Sonne auf 1'500m zu geniessen.  

Bereits vor unserem Gigathlon-Einsatz hatten wir vereinbart, dass Katrin und Valentin einmal ihre Diszipline tauschen. Und so bewältigte Katrin die Laufstrecke von Leukerbad nach Crans Montana und Vali übernahm dann von mir in Martigny, von wo aus er sich mit den Inlines auf den Weg nach Ollon/St.Triphon machte.

Obwohl ich bereits in beträchtlicher Höhe startete, wartete schon eine erste Steigung auf mich. Es ging gleich steil bergauf, was mich doch etwas erstaunte... Doch schon bald folgte ein langgezogener Downhill durch die Rebberge in Richtung Champlan, welches noch 705M. ü.M. liegt. Es machte wirklich  Spass! Endlich mal sonniges, heisses Wetter!

Es folgten ein paar giftige Gegensteigungen und auf zweien musste ich mein Bike denn auch schieben. Das war zu heftig. An der Verpflegungsstellebei  Pont-de-la-Morge wird Entwarnung  gegeben. Bis  zum Ziel sei es nur noch  flach. Ich zücke das  Handy und rufe Vali an, damit  er sich in der Wechselzone bereit machen kann. Nach dem Verdrücken meiner obligaten  Banane und  zwei Bechern Iso-Blutorangen-Brühe (würg...) stecke ich mir  noch eine Tüte Energie-Gel in den Handschuh und zische ab in Richtung  Martigny.

Nun folgt ein ganz neuer Abschnitt. Es geht tatsächlich arschflach Richtung Ziel, meist auf guten Strassen oder Schotterpisten. Die Kette liegt rechts.... ganz rechts ;-). Ich kriege gut Druck aufs Pedal und schon bald sitzen mir die ersten Mitbiker im Windschatten (wovon ich ja reichlich zu bieten habe *smile*).

Ich habe zwar keinen Tacho, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich über 30 kmh strample. Jeden, den ich überhole, lade ich ein, anzuhängen und mitzufahren. Und so wird die Gruppe grösser und grösser. Das macht richtig Spass. Die anderen können nicht führen, da ich einfach vorne weg bolze. Das liegt mir! An einer kurzen Gegensteigung fahre ich zur Seite und zähle mal durch, wieviele sich in der Zwischenzeit so angehängt haben: Satte 11 Biker nutzten meinen Adrenalinkick (...und den Windschatten...). Nun wollte ich etwas hinterher fahren, doch das Tempo brach völlig ein. Nun denn, dann lasst mich wieder nach vorne, ich werde alle ins Ziel ziehen (...Siebäsiech!!!).

Kurz vor dem erlösenden Zielbogen kommt natürlich noch die obligate Gegensteigung, die ich Vollgas hochfahre. Schliesslich will ich mich nicht mehr überholen lassen. Ich komme ausgepowert aber glücklich ins Ziel und übergebe den Zeitmesschip an Vali.

Danach erfrische ich mich am Rivella-Stand in Geselllschaft der Biker, die mit mir  ins Ziel gefahren sind. Ein Bündner Mitstreiter hat mir ein echt tolles Kompliment gemacht, indem er sagte:

"Bisch e huere Maaschiiine, da hett kene füüre könne!"

Wir lachten lauthals  und  für mich war's Balsam nach dem strapazenreichen Tag!

Später zeigte sich, dass dies mein bester Biketag war. Ich  finishte als 199. Biker auf dieser  Strecke. Normalerweise liege ich zwischen den Rängen 250 und 350. Das lag bestimmt daran, dass die Strecke mehrheitlich flach und schnell war.  Da hab ich weniger zu kämpfen.  

Der Freitag, der 13. hat  mir wirklich Glück gebracht. Danke!

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