ein paar Worte

Ich sitze auf dem Gartensitzplatz. Es ist kühl geworden. Die heissen Sommertage sind wohl vorbei. Mit Beginn des Septembers kam kühleres Wetter mit viel Regen und so bin ich in den letzten Tagen nur wenig Rikscha gefahren. Ich habe mich um Bürokram gekümmert, die Buchhaltung aktualisiert und mir Gedanken über die Neugestaltung der Bike Buter Homepage gemacht. Und natürlich über den kommenden Winter. Über die geplanten Ferien im November und über die Monate Januar und Februar.

Dieses Jahr unternahm ich ja eine Winterradreise und das hat mir wirklich gut gefallen. Wobei gefallen nicht der richtige Ausdrruck ist. Es war kalt und unwirtlich, keine wirklich angenehme Zeit um in Europa mit dem Rad zu reisen, doch mental und emotional hat mir diese Auszeit aus dem gewohnten Leben gut getan. Dieses reduzierte und einfache Leben, mit der einzigen Aufgabe "unterwegs zu sein" lässt geistig einfach sehr viel Freiraum. Und dieser Freiraum bietet Erholung, schafft Platz für neue Motivation.

Natürlich überlege ich mir deshalb öfters, ob ich im kommenden Winter ein ähnliches Vorhaben angehen will. Angedacht war mal, dass ich mit dem Flugzeug nach Madrid reise und von da mit dem Velo eine Runde nach Portugal, via Lissabon und Porto fahre. Das wären etwa 1500 Kilometer, also gut in einem Monat zu schaffen. Aus mehreren Gründen habe ich mich -zumindest bisher- aber nicht wirklich dazu entschlossen. Es dürfte zwar etwas wärmer sein als in Deutschland, doch in diesen Monaten regnet es doch recht häuffig und auch intensiv auf der iberischen Halbinsel. Kalte Regentage empfinde ich als echte Spasskiller. Hinzu kommt die Flugreise (ökologischer Fussabdruck). Und natürlich die zu erwartenden Kosten.

Eine andere Idee war, dass ich für drei oder vier Wochen eine Alphütte in den Bergen miete, um von dort aus Schneeschuhtouren zu unternehmen. Das finde ich auch eine schöne Idee, doch so richtig dafür begeistern konnte ich mich noch nicht.

Bleibt noch die Idee zu Hause zu bleiben und mich selbst um die neue Homepage zu kümmern. Wieder einmal etwas Neues lernen, das Hirn etwas zu fordern und gleichzeitig Kosten zu sparen. Das hätte auch Vorteile.

Schön... ich habe keinen Plan. Was gibt es denn Besseres, als eine Zukunft voller Möglichkeiten? Es besteht keine Notwendigkeit um rasch zu entscheiden. Noch folgen zwei Monate Rikscha-Saison.

Identität verloren

Am letzten Mittwoch machte ich auf einer Parkbank an der Bahnhofstrasse eine Pause und spielte etwas auf dem Handy herum. Etwas später schaute ich auf die Uhr und bemerkte, dass in ein paar Minuten ein Ausflugschiff am Bürkliplatz ankommt und dadurch Chancen auf eine Taxifahrt entstehen. Ich setzte mich also auf die Rikscha und machte mich auf den Weg. Ich stand etwa 10 Minuten am Bürkliplatz -leider ohne Gäste zu finden- und plötzlich bemerkte ich, dass ich meine Lenkertasche auf der Parkbank stehen liess. Ich machte mich also schnell auf den Weg zu der Parkbank, doch mein Täschchen war schon weg. Mist! Darin war meine Brieftasche, Bargeld, Identitätskarte, Bankkarte, Kreditkarten, Führerschein, Fahrzeugausweis und eine kleine Digicam. Alles weg!

Am späten Nachmittag fuhr ich zum Fundbüro um nachzufragen, ob schon etwas abgegeben wurde. Fehlanzeige! Also Bank-Notnummer anrufen um die Bank- und Kreditkarten sperren zu lassen. Was nun? Da ich an das Gute im Menschen glaube und hoffte, dass noch jemand meine Lenkertasche beim Fundbüro abgibt, wollte ich nicht überreagieren und erst ein paar Tage warten, bis ich mich um neue Ausweise und Bankkarten kümmere.

Am Freitag durchsuchte ich die Gebüsche in der Nähe der Parkbank. Meist klauen Diebe nur das Bargeld und schmeissen den Rest dann weg. Auf meiner Suche fand ich zwar nicht mein Lenkertäschchen, doch ein anderes Portemonnaie. Bargeld weg, doch ID und Bankkarten waren noch da. Ich brachte es zum Fundbüro und konnte so gleich nochmals nachfragen, ob meine Lenkertasche abgegeben wurde. Nein, immer noch nicht. Mein Täschchen wurde also nicht von einem ehrlichen Finder mitgenommen, sondern von einem Dieb, der klaute was er brauchen konnte und den Rest vermutlich in einen Abfalleimer warf. Ich muss mich also doch darum kümmern, alle Ausweise zu ersetzen...

Interessant an der ganzen Geschichte fand ich zwei Dinge. Erstens: Ich war plötzlich ohne Identität. Ich konnte mich nicht mehr ausweisen. Würde ich auf dem Motorrad von der Polizei angehalten, hätte ich ein Problem. Kein Fahrzeugausweis, kein Führerschein, keine ID, nichts - der Mann ohne Identität! Ein interessanter Gedanke. Zweitens: Ich regte mich gar nicht sonderlich auf. Das fand ich doch auch interessant.

Es war meine Schuld. Ich habe die Lenkertasche liegen lassen. Es kostet mich nun einiges an Energie und vermutlich auch Geld, bis alle Papiere wieder ersetzt sind. Das ist doch ein klassischer Fall, bei dem normalerweise folgendes Programm abläuft: Zuerst ärgert man sich über die Tatsache, dass einem so etwas passiert. Dann ärgert man sich über den Finder/Dieb. Und dann ärgert man sich am allermeisten über sich selber, weil man so doof war... Ärger, Ärger, Ärger...

Diesmal war und ist es irgendwie anders. Es ist halt einfach passiert. Shit happens! Solche Dinge passieren einfach... ohne Grund und deshalb auch ohne Schuld und ohne die Notwendigkeit sich zu ärgern. Man kann sich ärgern, man muss aber nicht. Mir war sofort klar, dass es sich dabei nur um Dinge, um tote Materie, handelt. Ich habe nichts verloren, mir wurde nichts genommen, ich bin jetzt genauso komplett wie vorher. Natürlich muss ich nun ein paar Dinge unternehmen, die ich ohne diesen Vorfall nicht hätte tun müssen, doch was soll`s?

Das finde ich schon bemerkenswert. Ich musste den Ärger nicht mal loslassen, denn ich identifizierte mich nicht mit ihm. Ärger kam auf und verschwand wieder. Einfach so...

Regentage

Ich bin sehr froh, dass diese Woche das Wetter eher schlecht ist und es ein paar Tage regnet. Nur so kann ich mit gutem Gewissen zuhause bleiben, administrative Dinge erledigen und mich mental etwas erholen.

In meinem sechsten Jahr als Rikschafahrer erlebe ich -wie immer- ein August-Loch. Die vielen Fahrten des ersten halben Jahres, die heissen Tage, die vielen Leute in der Stadt, das dauernde Gewusel und die vielen Eindrücke ermüden mich geistig. Es ist also weniger eine körperliche, als eine geistige Ermüdung. Vielleicht wäre Ermattung das bessere Wort. 

Demgegenüber steht jedoch klar die Notwendigkeit des Geldverdienens. Nie läuft es als Rikschafahrer besser als in den vier Monaten von Juni bis September und wenn ich jetzt nicht am Ball bleibe, wird das wirtschaftliche Überleben schwierig. In dieser Zeit muss es möglich sein um Geld auf die Seite zu schaffen, welches die umsatzschwächsten Monate im Winter überbrückt. Das bringt mich natürlich dazu, dass ich im Sommer viel auf der Strasse bin um möglichst viel Umsatz zu generieren. Und das ermüdet natürlich.

Deshalb sind Regentage wichtig. Nur wenn es wirklich regnet, wenn keine Buchungen anstehen und die Chance auf spontane Kunden sehr gering ist, nur dann kann ich guten Gewissens zuhause bleiben. Und es ist ja nicht so, dass ich dann nichts zu tun hätte. Bis Ende August muss jeweils die Mehrwertsteuerabrechnung für das erste halbe Jahr eingereicht werden und das bedingt, dass die Buchhaltung nachgeführt ist. Das ist zwar eine lästige Pficht, doch unumgänglich. Ein externer Buchhalter liegt nicht drin, also muss ich das selbst tun.

Am Dienstag blieb ich zu Hause und machte (endlich) die GmbH-Steuern 2016 fertig und reichte die Steuererklärung ein. Wurde auch Zeit, das habe ich lange vor mir hergeschoben. Heute nun vervollständigte ich die Buchhaltung 2017 bis Ende Juli, damit ich die oben erwähnte MWST-Abrechnung durchführen konnte. Geschafft - Abgehakt - ein gutes Gefühl!

Ein anderes Thema, welches mich gedanklich beschäftigt, ist die Bike Butler Homepage. Einerseits mag ich die Homepage wie sie ist, andererseits wirkt sie etwas verstaubt und es gibt Dinge, die sind einfach schlecht gelöst oder nicht mehr zeitgemäss. Wenn ich mir die Statistiken der Homepage ansehe wird klar, dass zunehmend mobile Geräte wie Smartphones und Tablets unsere HP besuchen und dieser Bereich ist ganz schwach ausgebaut. Der (vor 2 Jahren) gewählte Ansatz, Mobile- und Desktop-Ansicht getrennt aufzubauen, wird langsam zum Problem. Der Pflegeaufwand verdoppelt sich dadurch nahezu. Ein weiterer Schwachpunkt ist die altbackene Navigation. Heute wird gescrollt, geswipt (gewischt) und weniger geklickt. Aktuelle Seiten sind dynamischer, bunter und frischer - aus aktueller Sicht einfach besser. Hinzu kommt, dass unsere Webseite nur sehr schlecht für Suchmaschinen optimiert ist (SEO= Search Engine Optimization) und dadurch wenig gefunden wird. Man muss schon ganz gezielt "Rikscha" und "Zürich" eingeben, damit wir auf der ersten Suchseite erscheinen. Wenn man z.B. Stadtrundfahrt, Polterabend, oder Velotaxi eingibt, taucht unsere Homepage erst weit hinten, wo niemand mehr hinblättert, auf.

Ich habe mich also hingesetzt und in einem Dokument die Schwachpunkte unserer Seite aufgelistet und die Vorstellungen formuliert, wie es (aus meiner Sicht) besser wäre oder eben, sein müsste. Erst dachte ich, dass ich im kommenden Winter selbst eine neue Homepage aufbaue, was sicherlich die günstigste Lösung wäre. Doch schon bald wurde mir klar, dass ich das wohl nicht kann und selbst wenn ich mir einiges anlerne, dürfte das Ergebnis vielleicht besser, doch bestimmt nicht professionell herauskommen. Hmmm... Ich habe das Dokument noch etwas besser formatiert und dann an vier verschiedene Web-Agenturen gesendet mit der Bitte um eine Offerte. Mal sehen, wie hoch die Preisschilder dann hängen.

Einerseits hätte ich schon Lust, mich in der Winterzeit mit einem solchen Projekt zu beschäftigen, doch ich weiss wirklich nicht, ob ein brauchbares, besseres, Ergebnis herausschauen würde. Ich warte mal die Offerten ab und schaue dann weiter. Es wird wohl besser sein, die Geschäftsseite Profis zu überlassen und wenn es mich wirklich in den Fingern juckt, kann ich ja dieses Blog modernisieren und mir so "ungefährlich" neue Kenntnisse und Fähigkeiten anlernen. Mal sehen.

Sommerzeit

Ein leicht schlechtes Gewissen treibt mich an um wieder einmal einen Blogeintrag zu schreiben. Seit dem Letzten ist ja schon weit über ein Monat vergangen und es ist also wirklich an der Zeit, um das elektronische Gedächtnis zu füttern.

Im Vergleich zum Vorjahr profitieren wir von schon fast beängstigend schönem und heissem Sommerwetter. Schon im Juni gab es viele Tage mit über 30° Grad und auch im Juli ist es vorwiegend schön und heiss. Die Erderwärmung lässt grüssen...

Das tolle Wetter trägt natürlich zu einem guten Rikscha-Geschäft massgeblich bei. Schon deshalb darf ich mich nicht beklagen. Es läuft also recht gut und lässt mich somit das ziemlich schwache Vorjahr etwas vergessen. Die zunehmende Erfahrung relativiert zusätzlich... wie wahr... in jeder Hinsicht...

Seit drei oder vier Jahren beschäftigen mich im Innern vor allem die Themen Loslassen, Nicht-Identifikation, fliessen-lassen, Vertrauen, Wunschlosigkeit, Akzeptanz, Wert-Freiheit und Urteilslosigkeit. Man könnte auch sagen, ich versuche den Moment ganz und gar zu leben, ohne Vorstellungen aus der Vergangenheit und Erwartungen an die Zukunft, einfach da sein, einfach sein. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb hier oft nur sehr spärlich Beiträge erscheinen. Was soll ich anhalten und nacherzählen, wenn schon der nächste, der aktuelle Moment gelebt werden will, wenn man das Erlebte nicht bewerten und auch keine Projektion in die Zukunft anstellen will? Es ist ein Dilemma...

Ich kann nicht anders. Es scheint der Weg zu sein, den ich zu gehen habe. Ob es mir nun gefällt oder nicht. Denn soviel ist klar: auch dieser Weg ist nicht einfach. Vor allem in unserer Leistungsgesellschaft in der Wachstum und Selbstoptimierung zu allgemein gültigen Standards erhoben wurden. Man muss sich doch stets Verbessern, Ziele setzen und anstreben und darf nie zufrieden sein. Über diese Allgemeinplätze bin zwar schon lange hinweg, doch auch im persönlichen Umgang mit mir nahestehenden Menschen ist meine Haltung nicht einfach zu handhaben. Wo will ich in den nächsten Ferien hin? Was wünsche ich mir zu Geburtstag oder Weihnachten? Was ist mir lieber, A oder B? Was will ich mit Bike Butler GmbH erreichen? Was denke ich über X oder Y? Alles Fragen, auf die ich nur noch schwer antworten kann.

So gesehen bin ich auch nicht mehr wirklich ein guter Gesprächspartner. Viel zu indifferent, ohne klare Meinung oder Haltung, der immer alles offen lässt. Es ist so vieles unwichtig geworden und so wenig hat wirklich Wert. Manchmal stört mich das selber, es entsteht dadurch ein interesseloser Eindruck, als ob mir alles am Arsch vorbei ginge. So ist es nicht. Es hat nur an Relevanz verloren. Der Augenblick, der persönliche Kontakt, das gemeinsame Erleben, der aktuelle Moment ist wichtig genug, er braucht nicht durch künstliche Themen aufgewertet zu werden. Ich weiss, das ist schwer nachvollziehbar.

Ich versuche es nun einmal etwas anders zu erklären (oder in einem ähnlichen Kontext, wie ich es hier im Blog schon früher machte, der -zumindest scheinbar- jedoch meiner Denk- und Funktionsweise entspricht).

Worte und Zahlen sind Synonyme. Sie beschreiben das Leben oder Dinge, ohne jedoch lebendig zu sein. Man könnte auch sagen, Worte sind eine künstliche Beschreibung dessen, was wirklich ist, was aber letztendlich unbeschreibbar bleibt. Es sind Annäherungen, aber nicht die Wirklichkeit selbst. Wenn ich z.B. einen Baum sehe, nehme ich einen interagierenden Organismus wahr, eine organische Struktur, die immer im Kontext zu seiner Umwelt steht (in der also der Baum ein Teil von mir ist, oder ich ein Teil des Baums, oder der Baum und ich sind eins). Wenn ich aber Baum, Wurzeln, Stamm, Äste, Blätter, etc. denke, sage oder schreibe, so breche ich diese organische Einheit auf und zerteile sie in fast unendlich viele Teilaspekte, die das Ganze verdrängen. Ich bin dann nicht mehr integrierter Bestandteil dieser Baum-Erfahrung, sondern mutiere zum Subjekt, der alles objektiviert, abtrennt und aufteilt. Jedes Wort bedeutet Abtrennung der Wirklichkeit, verlassen von Einheit und betreten von Vielheit. Nur schon "Baum" zu denken erzeugt Dualität und Trennung.

In meiner gefühlten Wirklichkeit gibt es gar keinen Baum und keinen Beat der einen Baum betrachtet, benennt und beschreibt. Es gibt nur eine einzige Energie/Substanz/Schwingung/Geist/Gottheit, die in unzähligen Formen erscheint und wieder verschwindet. Wie Wellen auf dem Ozean. Ausstülpungen von Geist, reines Spiel, ohne dass sich je etwas ändern würde. Das kann es auch gar nicht, weil ja auch Zeit nur ein gedankliches/menschliches Konstrukt ist. Diese Energie, die jetzt meinen Körper am Leben erhält war schon vor meiner Geburt da und wird auch nach meinem körperlichen Tod weiterbestehen. Was wegfällt ist die Persönlichkeit (die es in Wirklichkeit aber sowieso nicht gibt). Die Einheit träumt Vielheit, träumt Abgrenzung und unterschiedliche Erfahrung. Wenn wir morgens aufwachen betreten wir diesen dreidimensionalen Traum von Vielheit (und Identität) und im traumlosen Tiefschlaf kehren wir zur Einheit zurück. Einheit ohne Erfahrung, denn ohne ein Zweites kann nichts erfahren werden.

Diese Überlegungen führen nun zu oben erwähnter Akzepanz dessen, was ist. Alle Erscheinungen sind Aspekte der gleichen Grundenergie. Variationen, die in unserer menschlich/geistigen Welt von Bedeutung sind, in Wirklichkeit jedoch nicht existieren. Wenn alles eins ist, ist alles untrennbar verbunden, liegt in der Ungleichheit Gleichheit, in der Ungerechtigkeit Gerechtigkeit und im Bösen das Gute. Untrennbar. Jeder, der sich ungerecht behandelt fühlt wäre gerne Diktator und würde dadurch Andere ungerecht behandeln. Zwangsläufig. In jedem von uns steckt ein Hitler und ein Gahndi. alles in allem.

Und wie so oft. Zum Schluss ein paar Bemerkungen:

  • Ich bestreite nicht, dass diese dreidimensionale Welt wirklich ist.
  • Ich bestreite nicht, dass man das Gute wählen und das Schlechte meiden sollte.
  • Denken, Reden, Beschreiben, Argumentieren ist in dieser Welt wichtig (sollte jedoch einen möglichst grossen Praxisbezug beinhalten).
  • Alles wie immer: ohne Gewähr! ;-)

sprachliche Unsicherheit

Heute ist es regnerisch und ich bin deshalb nicht mit der Rikscha unterwegs und habe etwas freie Zeit. Ich komme hier auf ein Thema zurück, welches mich schon ein paar Jahre beschäftigt und dessen Auswirkung sich klar in diesem Blog niederschlägt (oder eben nicht niederschlägt). Es geht um den Umgang mit Sprache. Schon 2006 habe ich diesbezüglich einen ersten Beitrag geschrieben.

Unbestritten ist eine gemeinsame Sprache DAS Hauptmedium menschlicher Kommunikation und Interaktion. Wir teilen unsere Ansichten, Ideen und alles was uns beschäftigt in erster Linie verbal aus. Jeder sprachliche Ausdruck und jedes Verstehen beruht auf einem Fundament von unausgesprochenen, gemeinsamen Bedeutungen, Konventionen, Werten und Vorstellungen. Worte sind also Beschreibungen oder Etiketten für unsere Wahrnehmungen und Erfahrungen und wir einigen uns in einer gemeinsamen Sprache auf eine konsistente Bedeutung. Dadurch können wir annehmen, dass der Empfänger der Worte auch wirklich das versteht, was der Sender ausdrücken/beschreiben wollte.

Worauf ich heute aber hinauswill ist, dass wir nicht nur Sprache benutzen um mit anderen zu kommunizieren, sondern dass unsere Gedanken ja auch in Worte gefasst sind, nur dass diese nicht ausgesprochen werden. Wenn ich also über etwas nachdenke, bilden sich Sätze in meinem Kopf, die ebenfalls auf all diesen gelernten Konventionen aufbauen. Meist vergessen wir dabei, dass Worte nur Etiketten sind, die immer nur einen Teil der Realität/Wahrheit abbilden. Gerade wenn wir über unsere Gefühle nachdenken, sind Worte ziemlich hilflos und eindimensional. Da behelfen wir uns (zumindest in unserem Kopf) oft auch mit Bildern und Erinnerungen um so einen besseren/volleren Eindruck zu erhalten. Was wir auch immer tun, in unserem Kopf -in unseren Gedanken- erhalten wir immer nur ein unvollständiges Bild der Realität. So sehe ich das heute.

Ein weiteres "Problem" erkenne ich darin, dass wir durch unsere Erfahrung und Vergangenheit immer dichtere Schleier zwischen das "echte Leben" und unsere Gedanken darüber legen. "Was zu erwarten war" bedeutet für praktisch jeden etwas anderes, je nach dem, welche Erfahrungs- und Vergangenheitsbrille er trägt. Was mir also wichtig und richtig erscheint, muss noch lange nicht stimmen oder für jemanden Anderen von Bedeutung sein. Oder anders: es mag zwar für mich richtig sein und ich habe meinem Gedankengut auch die richtigen Etiketten angeklebt, doch der Empfänger liest/hört/interpretiert das ganz anders.

Das ist ein ungelöstes Dilemma und das alles hat mich ziemlich verunsichert. Es hat mich stiller gemacht. Ich rede weit weniger als früher und ich schreibe deshalb auch weniger Blogeinträge. Irgendwie traue ich meinen eigenen Gedanken nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Es sind einfach Etiketten (mit Verfallsdatum) geworden.  

Es ist o.k. wenn ich stiller werde, doch ich muss nicht jeden Gedanken und jedes Wort auf die Goldwaage legen. Nachdenken, Reden und sich Austauschen ist auch ein Spiel. Es muss nicht immer wahr oder ernsthaft sein. Es kann auch einfach ein Zeitvertreib und Unterhaltung sein.

der Winter ist da

Mit dem neuen Jahr kam dann auch der richtige Winter, mit Schnee und Temperaturen unter dem Gefrierpubkt zu uns. Es war also an der Zeit um die "Continental TopContact Winter"-Reifen an die Räder des KISHs zu montieren und auch um ein paar Testfahrten bei Eis und Schnee zu absolvieren. Klar ist: Man muss auch mit Winterreifen sehr vorsichtig fahren. Der Grip auf festgefahrenem Schnee ist erstaunilich gut, doch auf Eis würden wohl nur Spikes wirklich helfen. Und nein, mit Spikesreifen will ich nicht auf meine Winterradreisetour starten.

Meine Problemstelle sind ja die Füsse. Spätestens nach zwei Stunden Radfahren bei Minustemperaturen habe ich so kalte Füsse, dass ich die Zehen kaum mehr spüre, oder eben nur noch als eine kalte, taube Masse wahrnehme. Das ist sehr unangenehm und ich musste mir diesbezüglich noch etwas einfallen lassen. Ich habe mir dann kurz vor dem Jahreswechsel ein paar gefütterte Winterwanderschuhe inklusive Thermosohle gekauft. Darin trage ich zwei paar Socken und so geht es nun etwas besser. Blöd ist halt, dass die Schuhe dadurch immer grösser werden. Normale Schuhe trage ich in der Grösse 45, die neuen Winterschuhe kaufte ich in Grösse 47,5. Da muss man dann beim Radfahren mit Gepäcktaschen schon sehen, dass man beim Kurbeln nicht mit den Fersen die Packtaschen streift. Natürlich habe ich das auch ausprobiert. Es geht gerade noch so. Viel Platz bleibt aber nicht mehr. Wie auch immer. Ich denke dennoch, dass ich an ganz kalten Tagen nach zwei bis 3 Stunden Fahrzeit ein geheiztes Restaurant oder Kaffee aufsuchen werde um mich (und vor allem meine Füsse) wieder etwas aufzuwärmen. Zeit dafür habe ich ja.

Bezüglich Kopfbedeckung habe ich mich gegen einen Helm entschieden. Und zwar ganz einfach deshalb, weil ich keinen solch grossen Helm gefunden habe, wie ich ihn benötigen würde. Ich habe Hutgrösse 63cm. Wenn ich dann noch ein Stirnband und eine Mütze trage, müsste der Helm etwa einen Kopfumfang von 68 bis 70cm bedecken können. Sowas ist ein Ding der Unmöglichkeit. So etwas gibt es ganz einfach nicht. Also gilt auch hier: vorsichtig fahren!

Am letzten Freitag lagen die Aussentemperaturen um -8° Grad und da stellte ich fest, dass auch die Hände noch etwas Wärmeres vertragen könnten. Zum Glück ist derzeit fast in allen Geschäften Ausverkauf und so konnte ich für kleines Geld ein paar Snowboard-Fausthandschuhe kaufen. Wasserdicht und winddicht - sehr gut. Ich kaufte Sie etwas zu gross, damit ich darin auch noch meine dünnsten Handschuhe tragen kann (also doppelt gemoppelt). Nach dem Kauf bin ich dann mit den neuen Handschuhen gefahren und trotz der Kälte begann ich an den Händen leicht zu schwitzen... o.k. Hier bin ich also gut gerüstet. Was die Kleider für unterwegs angeht, bin ich mir langsam aber sicher im Klaren, was ich mitnehmen, respektive anziehen muss, damit die Winterradreise funktioniert.

Trotzdem habe ich ein etwas mulmiges Gefühl...

Seit über einem halben Jahr studiere ich an dieser Idee herum und da will ich nicht so kurz vor dem Start einfach alles wieder abblasen und lieber in der warmen Stube sitzen. Es hat sich also ein gewisser Druck aufgebaut, dass ich das nun auch durchziehe... Trotzdem... Radreisen im Winter, durch Deutschland? Macht das wirklich Spass? Was soll es denn bringen? Da kommen schon ein paar Zweifel auf...

Silvester

Diesen Silvester besuchten wir mit Freunden die Gala-Vorstellung des "Circus Conelli" auf dem Bauschänzli, mitten in Zürich. Es war ein wunderschönerAbend, mit einer tollen Show, unglaublichen Artisten, lustigen Clowns, gutem Essen und allem, was man sich wünschen kann.

Nach dem Anstossen auf das neue Jahr sind wir dann nach draussen gegangen um das Feuerwerk der Stadt Zürich anzuschauen. Leider konnte man diesmal aber nicht sehr viel sehen, denn dichter Nebel umhüllte den Lichterzauber. Das war zwar etwas schade, unserer guten Stimmung hat es aber keinen Abbruch getan. Wir tanzten im Circuszelt dann noch beschwingt ins neue Jahr. Schön war's!

 Allen Lesern wünsche ich natürlich auch ein tolles und glückliches neues Jahr!

Weihnachtsessen

Am Heiligabend waren wir bei meiner Schwester zur traditionellen Familien-Weihnachtsfeier eingeladen und speisten ganz vorzüglich (und ganz traditionell) Fondue Chinoise. Gestern dann etwas piano, zuhause bei Spaghetti Carbonara und heute waren Freunde bei uns zu Gast und so war es an mir, ein Festessen auf den Tisch zu zaubern. Wir entschieden uns für Fillet Wellington mit Spätzli, Pilzsauce und Salat.

Das braucht einige Vorbereitungsarbeit und -zeit. Und das ist ja das Schöne an diesen Feiertagen - man hat die nötige Zeit. Und wie es sich heutzutage gehört, fotografierte ich die fertig gebackenen Fillets, bevor sie aufgeschnitten wurden.

Es hat allen wunderbar geschmeckt und somit hat sich der Aufwand auch gelohnt. Es war ein schönes, gemütliches Beisammensein, welches bis in die frühen Morgenstunden andauerte. Ja, so mag ich Weihnachten...