vor einem Jahr

Heute vor einem Jahr bin ich auf meine Deutschland-Veloreise gestartet. Damals war es etwa 10° Grad kälter als heute, dafür deutlich trockener und windarmer. Es ist schön, über das Seitenleisten-Plugin "vor einem Jahr" darauf hingewiesen zu werden und ich werde wohl in den nächsten fünf Wochen öfters mal einen der damals geschriebenen Beiträge anklicken.

Diesen Winter bleibe ich zuhause. Obwohl ich verschiedentlich daran dachte, die Rikscha-freie Zeit wieder für eine Radreise zu nutzen, so lasse ich es -zumindest dieses Jahr- doch sein. Ich fand kein Reiseziel, für das ich mich wirklich wirklich begeistern konnte und in meinem Kopf schwirren noch ein paar Dinge rum, die ich von zuhause aus besser in Angriff nehmen oder erledigen kann.

ein kurzer Moment

Derzeit ist typisches Winterwetter. Grau, neblig oder hochneblig und nur mit etwas Glück kriegt man hier im Unterland für kurze Momente die Sonne zu sehen. Heute was es gegen Abend soweit und ich nutzte die Gunst der Stunde für einen kurzen Spaziergang. Hat gut getan, die Tastatur zu verlassen und frische Luft zu atmen...

geh raus!

Ich finde einfach und problemlos Gründe um in dieser Jahreszeit lieber in der warmen Stube und vor dem PC zu sitzen, als nach draussen zu gehen und mich etwas zu bewegen. Mein innerer Schweinehund ist da sehr erfindungsreich. Das Problem dabei ist, dass mir Bewegungsarmut auf Dauer auf das Wohlbefinden und die Moral schlägt. Tage und Wochen vor dem PC machen mich unzufrieden.

Seit Anfang Dezember, seit wir aus den Ferien zurückgekehrt sind, sank der Umfang an körperlicher Bewegung langsam gegen Null. Vor Weihnachten hatte ich noch ein paar Rikschafahrten, doch danach wurde ich faul. Zur Entschuldigung sage ich nun, dass ich noch viel Arbeit an der neuen Bike Butler Homepage hatte und die Blog-Aktualisierung mit all den Fotoalben auch viel Zeit benötigte. Zudem habe ich die Betriebsbuchhaltung für 2017 bereits abgeschlossen und gestern dem Treuhänder geschickt. Soweit so gut, doch wie gesagt: zuviel im Büro sitzen schlägt mir auf's Gemüt.

Letztes Jahr bin ich ja von Mitte Januar bis Mitte Februar einen Monat lang mit dem Velo durch Deutschland gereist. Langfristig machte sich das bezahlt, denn ich war danach geistig frisch und körperlich gut in Form um Anfang März in die Rikschasaison zu starten. Da ich für diesen Winter keine Velotour vorgesehen habe muss ich also schauen, dass ich bis Anfang März nicht ganz ausser Form gerate und dass nicht nur die Personenwaage zur Höchstform aufläuft. Ich habe mir deshalb vorgenommen, dass ich die wettermässig schönen Tage nutzen werde um hier in der Gegend etwas Rad zu fahren. Damit das dann nicht ganz so sinnfrei passiert, kann ich das mit offenen Themen verknüpfen, die ich eh in diesen Wintermonaten zu erledigen habe.

Eines dieser Themen ist die Reparatur der gebrochenen Rikscha. Gestern bin ich mit dem Velo zu der Werkstatt eines ehemaligen Schulfreunds gefahren um abzuklären, ob er die Rikscha reparieren kann. Ja, kann er. Wir haben dann auch gleich einen Termin abgemacht, an dem ich mit der Rikscha bei ihm in der Werkstatt vorbeikomme. Um die Kosten tief zu halten, sollte ich die Rikscha entsprechend vorbereiten, damit er die nötigen Schweissarbeiten ohne grosse Vorarbeit erledigen kann. Es geht vor allem darum, dass rund um die Bruchstelle alle Farbe entfernt wird, damit das blanke Aluminium dann geschweisst werden kann. Weil wir zusätzliche Verstrebungen anschweissen wollen, muss der Rahmen also ziemlich grossflächig entlackt werden. Zudem muss die Fahrgastkabine abgebaut werden, damit er gut an die entsprechende Stelle hinkommt.

Heute morgen habe ich dann kurz gegoogelt wie man pulverbeschichtete Alurahmen am besten entlackt. Dann nahm ich das KISH aus der Garage und machte mich auf den Weg zu einem Baumarkt. Da kaufte ich chemischen Abbeizer, Pinsel, Spachtel, Schleifpapier und Frischhaltefolie. Damit machte ich mich dann auf den Weg in die Garage. Der Abbeizer ist richtig aggressiv und giftig! Auf der Verpackung steht: Tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und Atemschutz... hätte ich wohl schon im Baumarkt lesen sollen. Gummierte Handschuhe hatte ich, eine normale Brille trage ich, Atemschutz fällt aus...

Zuerst habe ich die Pulverbeschichtung so gut es ging etwas angeschliffen. Dann mit einem Lappen geputzt und danach den Abbeizer mit dem Pinsel aufgetragen. Zum Schluss wickelte ich alles so gut es ging in Frischhaltefolie ein. Die soll dazu dienen, dass die aggressiven Chemikalien des Abbeizers nicht so rasch ausdünsten und gut einwirken können. Das kann nun einen Tag brüten und morgen schaue ich mal, ob ich die Farbe dann wirklich ab kriege.

Danach stieg ich wieder auf's Velo, fuhr auf die Rathausbrücke um dort einen Kaffee zu trinken (wie ich es während der Rikschasaison täglich mache). Dann machte ich mich auf den Heimweg. Ich nahm mir Zeit und kreuzte die Gegend noch etwas auf. In einem Neubauquartier kam ich an einer Stelle vorbei, wo ich vor vermutlich über 10 Jahren Jahren schon mal ein Foto vom KISH gemacht habe. Links sieht man nun das Bild vom 3. Oktober 2008 und rechts dasjenige von heute. Fast 10 Jahre Zeitdifferenz. Nicht nur das KISH hat sich verändert. Wenn man die Bilder genau vergleicht sieht man, dass auf der linken Seite heute 5 Zeilen neue Häuser stehen (die neusten sind noch im Bau). Innert 15 Jahren entsteht hier ein neuer Stadtteil. Auffallend ist auch, wie stark verschmutzt der Betonboden im Vordergrund mittlerweile ist. Tja, alles ist im Fluss... so ändern sich die Zeiten.

Die Hochnebeldecke lichtete sich zusehens und so konnte ich ruhig noch einen Hügel auf dem Nachhauseweg einbauen. Eine letzte Pause machte ich dann bei Gerlisberg, bei einem Baum, den ich früher auch schon oft fotografierte (da führte einst mein Velo-Arbeitsweg durch, als ich in Zürich Seebach arbeitete). Dann fuhr ich gemütlich nach Hause. Angekommen stellte ich zufrieden fest, dass ich a) 3 Std. Rad gefahren bin und b) über 50 Kilometer zusammen gekommen sind. Sehr gut! Morgen werde ich wieder mit dem Velo in die Stadt fahren und mal schauen, wie weit ich mit dem entlacken komme. Das GPS sagt: 3:08 Std., 57,3 km, 560 Hm.

nur für mich... relativ

In den letzten Tagen korrigierte ich viele kleine Fehler in diesem Blog... Fehler, die ausser mir vermutlich niemandem aufgefallen sind, weil "Fremde" ja kaum mal ein paar Jahre zurückblättern. Denn vorallem auf alten Seiten (oder besser: in alten Beiträgen) gab es viele Link-Fehler oder Bilder, die nicht mehr angezeigt wurden.

Das hatte meist damit zu tun, weil die Verlinkungen auf eine absolute Adresse verwiesen, die es heute nicht mehr gibt. Interne Links sind eigentlich immer relativ und nicht absolut vorzunehmen. Das wusste ich lange nicht oder kümmerte mich schlicht nicht darum. Und so gab es hunderte Bilder, die z.B. auf eine Adresse: http://www.dokumenzi.ch/BLOG/uploads/... verwiesen, oder auf http://www.bbbeat.ch/BLOG/uploads/... oder.... alles Adressen, die es heute so nicht mehr gibt. Gemeinsam ist diesen Bildern jedoch, dass Sie ab dem Verzeichnis, in dem die Blog-Software installiert ist, immer unter .../uploads/... gespeichert sind. Und nun kommt das Gute an der Sache: Man kann eben alle internen Verlinkungen relativ zum Installationsverzeichnis angeben. Das vereinfacht die Sache bei einem Blog-Umzug zu einer neuen Adresse ungemein. Dafür musste ich aber erstmal herausfinden, welche Varianten es überhaupt gab, bevor ich diese dann vereinheitlichen konnte. Gemacht - Erleding!

Dann fiel mir schon früher mal auf, dass viele Sonderzeichen falsch dargestellt wurden. Statt " stand da a€e, nur so als Beispiel. Auch hier das selbe Vorgehen: Varianten finden, Datenbank-Tabelle exportieren, alle Fehler ersetzen und die Tabelle wieder importieren und prüfen. Ich staunte etwas, wie viele solcher Fehler ich fand. Die Ursache dafür ist mir klar, wann ich den Fehler jedoch produzierte weiss ich nicht. Die Ursache ist: Die Datenbanktabelle mit einem Zeichensatz exportieren und mit einem anderen Zeichensatz importieren. Et voilà da haben wir den Buchstabensalat! Auch hier: Gemacht - Erledigt! (Ich denke, dass ich über 95% der Fälle gefunden habe. 100% werden es aber sicher nicht sein).

Dann noch etwas Blog-Kosmetik, ein "nicht ganz weisser" Hintergrund, die Schriftfarbe etwas dunkler, den Titel etwas fetter, noch ein zusätzliches Fotoalbum, noch etwas polieren und aufhübschen, hier und da! Da kann man viele Stunden verbrennen...

Zum Schluss machte ich vom ganzen Blog und der zugehörigen Datenbank ein Backup und brannte diese Daten dann auch gleich noch auf zwei DVD's. Nun sollte also alles soweit bereit sein, dass es noch viele Jahre Bestand hat und auch zukünftige Umzüge einfacher von der Hand gehen. Denn ich muss ROTSCHER's Kommentar zum letzten Beitrag wirklich beipflichten. Ich habe "die magische Grenze" überschritten und kann/will das Blog-Projekt nicht aufgeben oder untergehen lassen. Ob "forever online", das weiss niemand... Schauen wir mal... ;-)

ein paar Worte

Ich sitze auf dem Gartensitzplatz. Es ist kühl geworden. Die heissen Sommertage sind wohl vorbei. Mit Beginn des Septembers kam kühleres Wetter mit viel Regen und so bin ich in den letzten Tagen nur wenig Rikscha gefahren. Ich habe mich um Bürokram gekümmert, die Buchhaltung aktualisiert und mir Gedanken über die Neugestaltung der Bike Buter Homepage gemacht. Und natürlich über den kommenden Winter. Über die geplanten Ferien im November und über die Monate Januar und Februar.

Dieses Jahr unternahm ich ja eine Winterradreise und das hat mir wirklich gut gefallen. Wobei gefallen nicht der richtige Ausdrruck ist. Es war kalt und unwirtlich, keine wirklich angenehme Zeit um in Europa mit dem Rad zu reisen, doch mental und emotional hat mir diese Auszeit aus dem gewohnten Leben gut getan. Dieses reduzierte und einfache Leben, mit der einzigen Aufgabe "unterwegs zu sein" lässt geistig einfach sehr viel Freiraum. Und dieser Freiraum bietet Erholung, schafft Platz für neue Motivation.

Natürlich überlege ich mir deshalb öfters, ob ich im kommenden Winter ein ähnliches Vorhaben angehen will. Angedacht war mal, dass ich mit dem Flugzeug nach Madrid reise und von da mit dem Velo eine Runde nach Portugal, via Lissabon und Porto fahre. Das wären etwa 1500 Kilometer, also gut in einem Monat zu schaffen. Aus mehreren Gründen habe ich mich -zumindest bisher- aber nicht wirklich dazu entschlossen. Es dürfte zwar etwas wärmer sein als in Deutschland, doch in diesen Monaten regnet es doch recht häuffig und auch intensiv auf der iberischen Halbinsel. Kalte Regentage empfinde ich als echte Spasskiller. Hinzu kommt die Flugreise (ökologischer Fussabdruck). Und natürlich die zu erwartenden Kosten.

Eine andere Idee war, dass ich für drei oder vier Wochen eine Alphütte in den Bergen miete, um von dort aus Schneeschuhtouren zu unternehmen. Das finde ich auch eine schöne Idee, doch so richtig dafür begeistern konnte ich mich noch nicht.

Bleibt noch die Idee zu Hause zu bleiben und mich selbst um die neue Homepage zu kümmern. Wieder einmal etwas Neues lernen, das Hirn etwas zu fordern und gleichzeitig Kosten zu sparen. Das hätte auch Vorteile.

Schön... ich habe keinen Plan. Was gibt es denn Besseres, als eine Zukunft voller Möglichkeiten? Es besteht keine Notwendigkeit um rasch zu entscheiden. Noch folgen zwei Monate Rikscha-Saison.

Identität verloren

Am letzten Mittwoch machte ich auf einer Parkbank an der Bahnhofstrasse eine Pause und spielte etwas auf dem Handy herum. Etwas später schaute ich auf die Uhr und bemerkte, dass in ein paar Minuten ein Ausflugschiff am Bürkliplatz ankommt und dadurch Chancen auf eine Taxifahrt entstehen. Ich setzte mich also auf die Rikscha und machte mich auf den Weg. Ich stand etwa 10 Minuten am Bürkliplatz -leider ohne Gäste zu finden- und plötzlich bemerkte ich, dass ich meine Lenkertasche auf der Parkbank stehen liess. Ich machte mich also schnell auf den Weg zu der Parkbank, doch mein Täschchen war schon weg. Mist! Darin war meine Brieftasche, Bargeld, Identitätskarte, Bankkarte, Kreditkarten, Führerschein, Fahrzeugausweis und eine kleine Digicam. Alles weg!

Am späten Nachmittag fuhr ich zum Fundbüro um nachzufragen, ob schon etwas abgegeben wurde. Fehlanzeige! Also Bank-Notnummer anrufen um die Bank- und Kreditkarten sperren zu lassen. Was nun? Da ich an das Gute im Menschen glaube und hoffte, dass noch jemand meine Lenkertasche beim Fundbüro abgibt, wollte ich nicht überreagieren und erst ein paar Tage warten, bis ich mich um neue Ausweise und Bankkarten kümmere.

Am Freitag durchsuchte ich die Gebüsche in der Nähe der Parkbank. Meist klauen Diebe nur das Bargeld und schmeissen den Rest dann weg. Auf meiner Suche fand ich zwar nicht mein Lenkertäschchen, doch ein anderes Portemonnaie. Bargeld weg, doch ID und Bankkarten waren noch da. Ich brachte es zum Fundbüro und konnte so gleich nochmals nachfragen, ob meine Lenkertasche abgegeben wurde. Nein, immer noch nicht. Mein Täschchen wurde also nicht von einem ehrlichen Finder mitgenommen, sondern von einem Dieb, der klaute was er brauchen konnte und den Rest vermutlich in einen Abfalleimer warf. Ich muss mich also doch darum kümmern, alle Ausweise zu ersetzen...

Interessant an der ganzen Geschichte fand ich zwei Dinge. Erstens: Ich war plötzlich ohne Identität. Ich konnte mich nicht mehr ausweisen. Würde ich auf dem Motorrad von der Polizei angehalten, hätte ich ein Problem. Kein Fahrzeugausweis, kein Führerschein, keine ID, nichts - der Mann ohne Identität! Ein interessanter Gedanke. Zweitens: Ich regte mich gar nicht sonderlich auf. Das fand ich doch auch interessant.

Es war meine Schuld. Ich habe die Lenkertasche liegen lassen. Es kostet mich nun einiges an Energie und vermutlich auch Geld, bis alle Papiere wieder ersetzt sind. Das ist doch ein klassischer Fall, bei dem normalerweise folgendes Programm abläuft: Zuerst ärgert man sich über die Tatsache, dass einem so etwas passiert. Dann ärgert man sich über den Finder/Dieb. Und dann ärgert man sich am allermeisten über sich selber, weil man so doof war... Ärger, Ärger, Ärger...

Diesmal war und ist es irgendwie anders. Es ist halt einfach passiert. Shit happens! Solche Dinge passieren einfach... ohne Grund und deshalb auch ohne Schuld und ohne die Notwendigkeit sich zu ärgern. Man kann sich ärgern, man muss aber nicht. Mir war sofort klar, dass es sich dabei nur um Dinge, um tote Materie, handelt. Ich habe nichts verloren, mir wurde nichts genommen, ich bin jetzt genauso komplett wie vorher. Natürlich muss ich nun ein paar Dinge unternehmen, die ich ohne diesen Vorfall nicht hätte tun müssen, doch was soll`s?

Das finde ich schon bemerkenswert. Ich musste den Ärger nicht mal loslassen, denn ich identifizierte mich nicht mit ihm. Ärger kam auf und verschwand wieder. Einfach so...

Regentage

Ich bin sehr froh, dass diese Woche das Wetter eher schlecht ist und es ein paar Tage regnet. Nur so kann ich mit gutem Gewissen zuhause bleiben, administrative Dinge erledigen und mich mental etwas erholen.

In meinem sechsten Jahr als Rikschafahrer erlebe ich -wie immer- ein August-Loch. Die vielen Fahrten des ersten halben Jahres, die heissen Tage, die vielen Leute in der Stadt, das dauernde Gewusel und die vielen Eindrücke ermüden mich geistig. Es ist also weniger eine körperliche, als eine geistige Ermüdung. Vielleicht wäre Ermattung das bessere Wort. 

Demgegenüber steht jedoch klar die Notwendigkeit des Geldverdienens. Nie läuft es als Rikschafahrer besser als in den vier Monaten von Juni bis September und wenn ich jetzt nicht am Ball bleibe, wird das wirtschaftliche Überleben schwierig. In dieser Zeit muss es möglich sein um Geld auf die Seite zu schaffen, welches die umsatzschwächsten Monate im Winter überbrückt. Das bringt mich natürlich dazu, dass ich im Sommer viel auf der Strasse bin um möglichst viel Umsatz zu generieren. Und das ermüdet natürlich.

Deshalb sind Regentage wichtig. Nur wenn es wirklich regnet, wenn keine Buchungen anstehen und die Chance auf spontane Kunden sehr gering ist, nur dann kann ich guten Gewissens zuhause bleiben. Und es ist ja nicht so, dass ich dann nichts zu tun hätte. Bis Ende August muss jeweils die Mehrwertsteuerabrechnung für das erste halbe Jahr eingereicht werden und das bedingt, dass die Buchhaltung nachgeführt ist. Das ist zwar eine lästige Pficht, doch unumgänglich. Ein externer Buchhalter liegt nicht drin, also muss ich das selbst tun.

Am Dienstag blieb ich zu Hause und machte (endlich) die GmbH-Steuern 2016 fertig und reichte die Steuererklärung ein. Wurde auch Zeit, das habe ich lange vor mir hergeschoben. Heute nun vervollständigte ich die Buchhaltung 2017 bis Ende Juli, damit ich die oben erwähnte MWST-Abrechnung durchführen konnte. Geschafft - Abgehakt - ein gutes Gefühl!

Ein anderes Thema, welches mich gedanklich beschäftigt, ist die Bike Butler Homepage. Einerseits mag ich die Homepage wie sie ist, andererseits wirkt sie etwas verstaubt und es gibt Dinge, die sind einfach schlecht gelöst oder nicht mehr zeitgemäss. Wenn ich mir die Statistiken der Homepage ansehe wird klar, dass zunehmend mobile Geräte wie Smartphones und Tablets unsere HP besuchen und dieser Bereich ist ganz schwach ausgebaut. Der (vor 2 Jahren) gewählte Ansatz, Mobile- und Desktop-Ansicht getrennt aufzubauen, wird langsam zum Problem. Der Pflegeaufwand verdoppelt sich dadurch nahezu. Ein weiterer Schwachpunkt ist die altbackene Navigation. Heute wird gescrollt, geswipt (gewischt) und weniger geklickt. Aktuelle Seiten sind dynamischer, bunter und frischer - aus aktueller Sicht einfach besser. Hinzu kommt, dass unsere Webseite nur sehr schlecht für Suchmaschinen optimiert ist (SEO= Search Engine Optimization) und dadurch wenig gefunden wird. Man muss schon ganz gezielt "Rikscha" und "Zürich" eingeben, damit wir auf der ersten Suchseite erscheinen. Wenn man z.B. Stadtrundfahrt, Polterabend, oder Velotaxi eingibt, taucht unsere Homepage erst weit hinten, wo niemand mehr hinblättert, auf.

Ich habe mich also hingesetzt und in einem Dokument die Schwachpunkte unserer Seite aufgelistet und die Vorstellungen formuliert, wie es (aus meiner Sicht) besser wäre oder eben, sein müsste. Erst dachte ich, dass ich im kommenden Winter selbst eine neue Homepage aufbaue, was sicherlich die günstigste Lösung wäre. Doch schon bald wurde mir klar, dass ich das wohl nicht kann und selbst wenn ich mir einiges anlerne, dürfte das Ergebnis vielleicht besser, doch bestimmt nicht professionell herauskommen. Hmmm... Ich habe das Dokument noch etwas besser formatiert und dann an vier verschiedene Web-Agenturen gesendet mit der Bitte um eine Offerte. Mal sehen, wie hoch die Preisschilder dann hängen.

Einerseits hätte ich schon Lust, mich in der Winterzeit mit einem solchen Projekt zu beschäftigen, doch ich weiss wirklich nicht, ob ein brauchbares, besseres, Ergebnis herausschauen würde. Ich warte mal die Offerten ab und schaue dann weiter. Es wird wohl besser sein, die Geschäftsseite Profis zu überlassen und wenn es mich wirklich in den Fingern juckt, kann ich ja dieses Blog modernisieren und mir so "ungefährlich" neue Kenntnisse und Fähigkeiten anlernen. Mal sehen.

Sommerzeit

Ein leicht schlechtes Gewissen treibt mich an um wieder einmal einen Blogeintrag zu schreiben. Seit dem Letzten ist ja schon weit über ein Monat vergangen und es ist also wirklich an der Zeit, um das elektronische Gedächtnis zu füttern.

Im Vergleich zum Vorjahr profitieren wir von schon fast beängstigend schönem und heissem Sommerwetter. Schon im Juni gab es viele Tage mit über 30° Grad und auch im Juli ist es vorwiegend schön und heiss. Die Erderwärmung lässt grüssen...

Das tolle Wetter trägt natürlich zu einem guten Rikscha-Geschäft massgeblich bei. Schon deshalb darf ich mich nicht beklagen. Es läuft also recht gut und lässt mich somit das ziemlich schwache Vorjahr etwas vergessen. Die zunehmende Erfahrung relativiert zusätzlich... wie wahr... in jeder Hinsicht...

Seit drei oder vier Jahren beschäftigen mich im Innern vor allem die Themen Loslassen, Nicht-Identifikation, fliessen-lassen, Vertrauen, Wunschlosigkeit, Akzeptanz, Wert-Freiheit und Urteilslosigkeit. Man könnte auch sagen, ich versuche den Moment ganz und gar zu leben, ohne Vorstellungen aus der Vergangenheit und Erwartungen an die Zukunft, einfach da sein, einfach sein. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb hier oft nur sehr spärlich Beiträge erscheinen. Was soll ich anhalten und nacherzählen, wenn schon der nächste, der aktuelle Moment gelebt werden will, wenn man das Erlebte nicht bewerten und auch keine Projektion in die Zukunft anstellen will? Es ist ein Dilemma...

Ich kann nicht anders. Es scheint der Weg zu sein, den ich zu gehen habe. Ob es mir nun gefällt oder nicht. Denn soviel ist klar: auch dieser Weg ist nicht einfach. Vor allem in unserer Leistungsgesellschaft in der Wachstum und Selbstoptimierung zu allgemein gültigen Standards erhoben wurden. Man muss sich doch stets Verbessern, Ziele setzen und anstreben und darf nie zufrieden sein. Über diese Allgemeinplätze bin zwar schon lange hinweg, doch auch im persönlichen Umgang mit mir nahestehenden Menschen ist meine Haltung nicht einfach zu handhaben. Wo will ich in den nächsten Ferien hin? Was wünsche ich mir zu Geburtstag oder Weihnachten? Was ist mir lieber, A oder B? Was will ich mit Bike Butler GmbH erreichen? Was denke ich über X oder Y? Alles Fragen, auf die ich nur noch schwer antworten kann.

So gesehen bin ich auch nicht mehr wirklich ein guter Gesprächspartner. Viel zu indifferent, ohne klare Meinung oder Haltung, der immer alles offen lässt. Es ist so vieles unwichtig geworden und so wenig hat wirklich Wert. Manchmal stört mich das selber, es entsteht dadurch ein interesseloser Eindruck, als ob mir alles am Arsch vorbei ginge. So ist es nicht. Es hat nur an Relevanz verloren. Der Augenblick, der persönliche Kontakt, das gemeinsame Erleben, der aktuelle Moment ist wichtig genug, er braucht nicht durch künstliche Themen aufgewertet zu werden. Ich weiss, das ist schwer nachvollziehbar.

Ich versuche es nun einmal etwas anders zu erklären (oder in einem ähnlichen Kontext, wie ich es hier im Blog schon früher machte, der -zumindest scheinbar- jedoch meiner Denk- und Funktionsweise entspricht).

Worte und Zahlen sind Synonyme. Sie beschreiben das Leben oder Dinge, ohne jedoch lebendig zu sein. Man könnte auch sagen, Worte sind eine künstliche Beschreibung dessen, was wirklich ist, was aber letztendlich unbeschreibbar bleibt. Es sind Annäherungen, aber nicht die Wirklichkeit selbst. Wenn ich z.B. einen Baum sehe, nehme ich einen interagierenden Organismus wahr, eine organische Struktur, die immer im Kontext zu seiner Umwelt steht (in der also der Baum ein Teil von mir ist, oder ich ein Teil des Baums, oder der Baum und ich sind eins). Wenn ich aber Baum, Wurzeln, Stamm, Äste, Blätter, etc. denke, sage oder schreibe, so breche ich diese organische Einheit auf und zerteile sie in fast unendlich viele Teilaspekte, die das Ganze verdrängen. Ich bin dann nicht mehr integrierter Bestandteil dieser Baum-Erfahrung, sondern mutiere zum Subjekt, der alles objektiviert, abtrennt und aufteilt. Jedes Wort bedeutet Abtrennung der Wirklichkeit, verlassen von Einheit und betreten von Vielheit. Nur schon "Baum" zu denken erzeugt Dualität und Trennung.

In meiner gefühlten Wirklichkeit gibt es gar keinen Baum und keinen Beat der einen Baum betrachtet, benennt und beschreibt. Es gibt nur eine einzige Energie/Substanz/Schwingung/Geist/Gottheit, die in unzähligen Formen erscheint und wieder verschwindet. Wie Wellen auf dem Ozean. Ausstülpungen von Geist, reines Spiel, ohne dass sich je etwas ändern würde. Das kann es auch gar nicht, weil ja auch Zeit nur ein gedankliches/menschliches Konstrukt ist. Diese Energie, die jetzt meinen Körper am Leben erhält war schon vor meiner Geburt da und wird auch nach meinem körperlichen Tod weiterbestehen. Was wegfällt ist die Persönlichkeit (die es in Wirklichkeit aber sowieso nicht gibt). Die Einheit träumt Vielheit, träumt Abgrenzung und unterschiedliche Erfahrung. Wenn wir morgens aufwachen betreten wir diesen dreidimensionalen Traum von Vielheit (und Identität) und im traumlosen Tiefschlaf kehren wir zur Einheit zurück. Einheit ohne Erfahrung, denn ohne ein Zweites kann nichts erfahren werden.

Diese Überlegungen führen nun zu oben erwähnter Akzepanz dessen, was ist. Alle Erscheinungen sind Aspekte der gleichen Grundenergie. Variationen, die in unserer menschlich/geistigen Welt von Bedeutung sind, in Wirklichkeit jedoch nicht existieren. Wenn alles eins ist, ist alles untrennbar verbunden, liegt in der Ungleichheit Gleichheit, in der Ungerechtigkeit Gerechtigkeit und im Bösen das Gute. Untrennbar. Jeder, der sich ungerecht behandelt fühlt wäre gerne Diktator und würde dadurch Andere ungerecht behandeln. Zwangsläufig. In jedem von uns steckt ein Hitler und ein Gahndi. alles in allem.

Und wie so oft. Zum Schluss ein paar Bemerkungen:

  • Ich bestreite nicht, dass diese dreidimensionale Welt wirklich ist.
  • Ich bestreite nicht, dass man das Gute wählen und das Schlechte meiden sollte.
  • Denken, Reden, Beschreiben, Argumentieren ist in dieser Welt wichtig (sollte jedoch einen möglichst grossen Praxisbezug beinhalten).
  • Alles wie immer: ohne Gewähr! ;-)