persönliche Kontrolle?

Man muss sich unter Kontrolle haben. Man versucht Situationen zu kontrollieren und ganz allgemein versteht man darunter etwas Positives. Dass man möglichst alle vorhandenen Daten/Erfahrungen zu Rate zieht, abwägt und danach sogenannt fundierte Entscheidungen trifft. So wurde es mir beigebracht, so habe ich es akzeptiert und verinnerlicht. Überspitzt formiliert: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser".

Mittlerweile glaube ich nicht mehr an dieses Konzept.

Natürlich schadet es nicht, zuerst nachzudenken und dann zu handeln. Es ist auch sicher richtig, vorhandene Erfahrungen zu berücksichtigen und deshalb gewisse Fehler nicht zu wiederholen, doch ob sich durch dieses praktische Vorgehen irgendetwas kontrollieren lässt, das glaube ich nicht mehr. Nein, Kontrollausübung im Sinne von Steuerung der Zukunft halte ich mittlerweile sogar für falsch. Falsch deshalb, weil man die möglichen Ergebnisse einschränkt und das Resultat bereits im Voraus bewertet.

Kontrolle ist auch völlig unnatürlich. Ich brauche meine Atmung, meinen Herzschlag, meine Verdauung oder meinen Blutkreislauf nicht zu kontrollieren, damit alles richtig funktioniert. Im Gegenteil. Sobald ich darauf eine gewisse Kontrolle ausübe, beeinträchtige ich die optimale Funktion. Kontrolle ist immer eine Einmischung in den natürlichen Lauf der Dinge. Man steht sich und seiner optimalen Funktion dadurch nur selbst im Weg. Deshalb sage ich heute: "Kontrolle ist praktisch, doch Vertrauen ist besser."

Darauf zu vertrauen, dass man "einfach so" die richtigen Entscheidungen trifft, ist viel entspannter und interessanter als der dauernde Versuch, alles unter Kontrolle zu haben. Dadurch lässt sich viel Zeit und Gedankenmüll einsparen. Man gewinnt Raum/Zeit um die Gegebenheit aktiv zu erleben, ohne auf ein konkretisiertes Ziel hin fixiert zu sein. Man bleibt frei und unvoreingenommen für jede Art des Ergebnisses, weil man nicht schon im Voraus bewertet hat, welches Ergebnis "gut" und welches "schlecht" ist. Krönen kann man das Ganze noch mit der Überzeugung, dass jedes Ergebnis, egal wie es auch ausfallen wird, "gut" und "richtig" ist.

(Das erinnert mich an einen Mitarbeiter in meinem ehemaligen Job in der IT-Branche. Egal was passierte oder welche Management-Entscheidungen auch gefällt wurden, sein Standardspruch war "es kommt schon gut"... Damals erlebte ich das als Gleichgültigheit. Heute erkenne ich darin eine gewisse Weisheit).

Wie auch immer. Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass man sich selbst meist im Weg steht. Wir fühlen uns am besten, wenn wir uns nicht fühlen und nicht über uns nachdenken. Wenn wir einfach nur "sind". Im Fluss des Lebens... ohne immer alles mit geistigen Etiketten zu bekleben... Die Idee, Kontrolle zu haben oder das Leben kontrollieren zu können erscheint mir zunehmend absurd, überheblich und schädlich.

Dazu ein leider tragisches Beispiel: Seit ein paar Jahren nehmen in Europa extremistische Terroranschläge zu. Jedesmal ist die Reaktion die gleiche: Es brauche mehr Kontrolle, mehr Überwachung, mehr Polizei und strengere Gesetze. Alles logische Ideen, die aber überhaupt nicht funktionieren. Wir bauen immer dichtere Grenzen, höhere Mauern und berauben uns damit unserer eigenen Freiheit. Und das alles nur, weil wir uns getrennt fühlen. Wir und die Anderen. Wir sind besser als die Anderen. Uns kann man etwas wegnehmen, deshalb kommen sie zu uns.... es ist so traurig. Kontrolle bedeutet Verlust von Offenheit, Vertrauen, Menschlichkeit, Brüderlichkeit, Freiheit, den Verlust des Lebens als freud- und liebevollen Tanz der Energien.

alles nur Konzepte

Es fällt mir immer schwerer, mich zu artikulieren und hier Beiträge zu schreiben von denen ich denke, dass sie einen gewissen "Wert" haben. Worte sind totgeschlagene Gedanken und Gedanken sind abstrakte Objekte, die durch unser Bewusstsein streifen. Nichts kann je so beschrieben werden wie es ist. Es sind alles nur immer Geschichten, Nacherzählungen, Beschreibungen oder eben: Konzepte...

Es geht gar nicht anders.

Deshalb gehen mir Reise-Beiträge recht einfach von der Hand. Ich beschreibe was ich erlebt habe, nacherzähle den Tag und versuche dadurch Aussenstehenden einen Eindruck zu vermitteln. Da folge ich dem Konzept des Reistagebuchs. Es ist in etwa so aufgebaut, dass der Lesende den zeitlichen Ablauf nachvollziehen kann und durch Beschreibung des Gesehenen seine Fantasie angeregt wird. Persönliche Empfindungen und Empfindlichkeiten nuancieren das Ganze und machen daraus mehr als nur eine Auflistung von Zeit und Raum.

Das tägliche, "normale" Leben ist insofern uninteressant, da sich Äusserlichkeiten über längere Zeiträume gleich bleiben und Inneres eben nur sehr schwer (oder überhaupt nicht) beschrieben werden kann. Hinzu kommt eine ganz natürliche Unsicherheit die immer dann entsteht, wenn man ausserhalb des gängigen Rahmens oder der allgemein gültigen Konzepte zu denken beginnt. Man bewegt sich dann auf unbekanntem Terrain und tappt irgendwie hilflos im Dunkeln. Hinzu kommen anerzogene Konditionierungen was sogenannt "normal" ist und was nicht.

Wie auch immer...

Ich akzeptiere, dass ich "immer zu spät" bin. Meine Gedanken, Worte und Sätze beschreiben immer nur etwas, sind aber selbst nie wahr oder real. Wahrheit, Realität, Leben, Energie, Existenz, Bewusstsein, -wie man es auch nennen will-, geschieht einfach. Ohne Sinn und ohne Erklärung. Alles was ich darüber denke oder eben schreibe sind also höchstens Erklärungsversuche.

In letzter Zeit befreie ich mich von Vorstellungen, von Erwartungen, von Ideen, von geistigen Konzepten und betrete dadurch unbekanntes Land. Nach langem Suchen konnte ich kein "ich" finden. Das was ich dachte was ich bin, das gibt es gar nicht. Ich habe es nur gedacht. Zusammengebastelt aus Vorstellungen/Ideen/Erinnerungen/Erfahrungen und in Bezug gesetzt zu meiner Mitwelt und zu Anderen. Aber dieses "ich" entpuppt sich als ein reines Gedanken-Konzept. Um menschlich zu funktionieren braucht es das nicht - also weg damit!

Ein freier Wille? Wenn ich mich ganz ehrlich frage, wie viele wichtige Entscheidungen ich willentlich fällte und wie oft äussere oder innere Umstände eine Entscheidung trafen (ohne meine Meinung), dann sieht es ziemlich düster aus für den freien Willen. Natürlich rechtfertigt mein Geist (im Nachhinein) unzählige Entscheidungen und suggeriert mir damit, dass ich mich ganz bewusst und frei für oder gegen etwas entschieden habe, doch ehrlicherweise muss ich gestehen: ich bin immer zu spät! Es wurde schon entschieden, bevor dieses imaginäre "ich" alles abgewägt hat und eine Entscheidung getroffen hat. "ich" rechtfertigt sich nur noch, weil es sich ja für so wichtig hält... Das heisst nun absolut nicht, dass man sich keine Gedanken machen sollte und dass man sich nicht für praktische Dinge entscheiden kann oder soll. Es heisst nur, dass man sich bei sogenannt wichtigen Entscheidungen besser auf seinen Bauch verlässt (oder sein Herz) als auf seinen Verstand.

Raum und Zeit? Wie schon geschrieben... existieren nur relativ, in unserer Sinneswelt, die nur in Dualität erfahren werden kann. In Wirklichkeit gibt es beides nicht. Weder noch! Es sind beides menschliche Konzepte, die von der Wissenschaft nicht bewiesen werden können...

Und so stehe ich nun also mit leeren Händen da. Alles woran ich geglaubt habe, erscheint als Illusion. Mir wurden Dinge beigebracht, die absolut nicht stimmen... und ich habe sie geglaubt... nichts ist so, wie es scheint... es ist auch kein grosser Trost, dass (fast) alle an diese Konzepte glauben. Sie bleiben falsch...

Es sind also alle stützenden Ideen/Konzepte weggefallen. Es bleibt nur noch die Gewissheit, dass ich bin. Ich habe keine Ahnung was ich bin sondern nur, dass ich bin.

Natürlich ringe ich nach neuen Konzepten und Gewissheiten. Mein Geist kann nicht anders, er versucht ständig zu konzeptionieren, zu rationalisieren und zu verstehen. Aber hier läuft er gegen eine unsichtbare Wand, denn das ist unverstehbar und unerklärbar! Jedes Konzept würde auch nur wieder aus Gedanken und Worten bestehen und wäre deshalb auch wieder tot und falsch. "Ich bin" ist vor allen Gedanken, vor der Sprache, das Einzige, was ist.

Es ist (zumindest gegenwärtig) nicht sehr angenehm ohne Standpunkt/Zentrum/Fundament zu leben. Es ist so Vieles weggefallen, dass ich schon fast Phantomschmerzen verspüre. Doch: Wer spürt den Schmerz, wenn da kein "ich" ist? Fragen über Fragen... Und trotz dieser Unsicherheit fühle ich mich nicht verloren. Ich bin nicht allein sondern eher ALL-EIN. Überall ist dieses Leben, diese Energie, dieses Bewusstsein. Überall ist Existenz. Eben genau dieses "Etwas", welches sich nicht beschreiben lässt.

Und wie im letzten Beitrag kurz beschrieben, so brauchen fundamentale Veränderungen halt auch Zeit, bis man sie leben kann. Immer wieder falle ich in alte Muster und Konzepte zurück. Doch ich erkenne das immer öfter und das ist doch schon auch ein Zeichen dafür, dass sich etwas ändert...

Macht der Gewohnheit

Noch hallen die untenstehenden Blogeinträge stark in mir nach. Es macht mich sprachlos, gedankenlos, zeitlos. Es ist nicht mehr so "geh mit dem fluss" (go with the flow) sondern eher "sei der fluss". Bei "mit dem fluss gehen" ist immer noch einer zuviel. Da ist immer noch einer, der sich hinzugeben versucht, der sich bemüht um zu fliessen. Fliesse einfach...

Ha, ha, ha... leichter gesagt als getan!

Immer wieder holen einem alte, gewohnte Denkmuster und Gewohnheiten ein. Es ist nicht so einfach, jahrzehntelang gepflegte Standpunkte, ausgefeilte Konzepte und festsitzende Ideen aufzugeben... auch wenn sie falsch waren...

die Sache mit der Zeit

Letzte Woche war es vielfach regnerisch und ich hatte viel Zeit um nachzudenken und Blogeinträge zu schreiben. Diese Woche nun war es vorwiegend schön, sonnig und frühlingshaft. Ich verbrachte also viel Zeit auf der Rikscha und in der Stadt. Etwa die Hälfte dieser Zeit bin ich unterwegs. Dabei brauche ich meine Aufmerksamkeit um mich sicher durch die Stadt zu bewegen und mit Fahrgästen zu kommunizieren. (ich bin also beschäftigt und der Geist oder die Gedanken treten in den Hintergrund). Die andere Hälfte lauere ich an gut frequentierten Stellen auf spontane Kundschaft. Dabei habe ich viel Zeit um Gedanken, Ideen und Konzepten nachzuhängen. Oder in der Erinnerung zu schwelgen. Oder Zukunfstpläne zu schmieden, oder was auch immer...(am besten einfach zu sein).

Fasziniert war ich von den Ideen des vorletzten Eintrags "ich bin immer zu spät". Wie erlebe ich Zeit, oder den Moment? Bis wann liegt etwas in der Zukunft und ab wann ist es Vergangenheit? Was ist daran überhaupt wahr oder real?

Meine aktuelle Erkenntnis: Im direkten Erleben gibt es überhaupt keine Zeit, es ist immer jetzt (Gegenwart). Man könnte auch sagen, dass es aus Sicht des Geistes, des Verstands, nur eine Vergangenheit und eine Zukunft gibt, die sich in der Gegenwart treffen. Also eine Projektion auf einer imaginären Zeitachse von hinten (Vergangenheit) nach vorne (Zukunft). Das, was aber wirklich unmittelbar IST, bleibt für unser Hirn unvorstellbar und unbeschreiblich. Man könnte fast sagen, es ist zu schnell oder zu intensiv... wenn ich bemerke, dass die Zukunft in die Gegenwart eintritt, ist sie bereits Vergangenheit... ;-)

Ein weiteres Phänomen ist, dass im Augenblick des direkten Erlebens (also in der Gegenwart, dem jetzt) kein "ich" und keine Gedanken vorhanden sind. "Es" passiert einfach. Und es passiert in einer derartigen Intensität, dass man es gar nicht verstehen kann - deshalb denkt man dann darüber nach, vereinfacht, vergleicht und macht es verstehbar. Unser Geist macht eine Geschichte daraus, die innerhalb seiner Konzepte halbwegs Sinn macht, damit er das Erlebte einordnen kann. Diese Geschichte ist aber weder Realität (weil Vergangenheit) noch wahr (weil vereinfacht). Sie ist im besten Fall historisch korrekt und gut beschrieben.

Zeit kann also nicht erlebt werden und deshalb kann man durchaus behaupten, dass es Zeit an sich gar nicht gibt... keine Vergangenheit... keine Zukunft... nur JETZT...

Somit werden Ratschläge wie "lebe von Moment zu Moment" zu reinen Platitüden (geistige Selbstbefriedigung). Erstens gibt es keine real existierenden zeitlichen Momente und zweitens kann man gar nicht anders als "jetzt" leben. Den nächsten Moment kann ich nicht vorweg nehmen und der letzte Moment ist bereits Geschichte. Ganz egal, wie eng die Momente beieinander liegen. Auf der anderen Ende der Skala bezeichnet Ewigkeit also nicht eine unvorstellbar lange Dauer, sondern JETZT. Immerwährendes JETZT. (Was auch eine falsche Bezeichnung ist, denn real gibt es nur jetzt).

Es ist faszinierend... Der menschliche Geist kann gar nicht anders als in zeitlichen Abläufen zu denken. Eine linear ablaufende Zeitachse ist ein perfektes Sortier- und Ablagesystem. Extrem mächtig. Darauf basierend leiten wir auch Kausalität (Ursache und Wirkung) ab.

Wie so oft in meinem Blogbeiträgen muss ich zum Schluss etwas relativieren. Ich beschreibe hier meine persönlichen Erfahrungen und die Schlüsse die ich daraus ziehe. Diese haben keinen Anspruch auf Richtigkeit. Auch das sind nur "Geschichten". Ich behaupte in diesem Beitrag keineswegs, dass es die Vergangenheit nicht gab oder dass man von der Vergangenheit nicht auf die Zukunft schliessen könne. Ich sage nur, dass ich selbst -bei genauer Betrachtung- keine Zeit ERLEBEN kann. Wenn ich nun versuche, diese Erkenntnis ernst zu nehmen, so heisst das, das alles immer neu und unbeschrieben ist. Dass meine Erwartungen, Hoffnungen, Ideen, Projektionen und Konzepte die "Wahrheit" verhüllen und abwerten. Sie verwandeln Neues in Gebrauchtes.

Auch wichtig erscheint mir folgender Gedanke: Es gilt nicht "entweder oder" sondern "sowohl als auch". In Bezug auf das Thema Zeit meine ich damit, dass ich nicht wählen muss zwischen Realität (es gibt keine Zeit) und Fiktion (es gibt Zeit) sondern dass es beides gibt. Nicht nur das. Sie bedingen sich geradezu. Sie sind die zwei Seiten einer Münze und letzten Endes sogar EINS. Absolut gesehen gibt es Zeit nicht. Relativ gesehen bewegen wir uns durch die Zeit. Es ist "sowohl als auch", je nach der Perspektive, die wir einnehmen.

Und ja, ich weiss. Ich wiederhole mich. Ich wiederhole, wass ich gelesen und gehört habe. Ich versuche aus Theorie Praxis zu machen und Gelesenes oder Gehörtes mit eigener Erfahrung zu unterfüttern. Ich will nicht glauben, sondern erfahren, verstehen. Gewisse Erfahrungen oder Erkenntnisse sind aber so unglaublich, dass man sie zu wiederholen versucht um sie erneut zu prüfen. Hinzu kommt, dass man jahrelang gepflegte Ideen, Konzepte und (Denk-)Gewohnheiten nicht so einfach über Bord werfen kann. Dazu braucht es halt Wiederholung oder Training...

Ich bin immer zu spät...

Der Titel ist nicht im allgemeinen Sinn zu verstehen. Bei Verabredungen im realen Leben bin ich eigentlich immer zu früh und nur ganz selten zu spät (bezogen auf Uhrzeit). Der Satz bezieht sich auf die letzten zwei Beiträge, auf Gedanken und Worte.

Irgendwo habe ich von einem Experiment gelesen, das geht in etwa so: Suchen Sie sich eine Zahl zwischen 1 und 10 aus und beobachten Sie, was passiert. Das Ergebnis: Irgendwoher kam die Entscheidung z.B. 4 und darauf folgt der Gedanke "Vier". Das heisst, niemand dachte sich bewusst eine Zahl aus, sondern der Gedanke beschreibt die Entscheidung, kommt also nachher. Mit irgendwelchen Sensoren liess sich sogar bestimmen, wie viele Hunderstel- oder Zentelsekunden nach der Entscheidung der Gedanke folgte. Interessant...

Sprechen oder schreiben hat dann immer noch grössere Verzögerungen, weil es nachgelagert ist. Zuerst denke ich was ich sagen oder schreiben will und dann setze ich die entsprechenden Muskeln in Bewegung. Doch auch diese Handlungen geschehen vorwiegend unbewusst. Zu Glück. Es wäre viel zu kompliziert, wenn ich mir immer überlegen müsste, wie ich die Atmung, die Zunge und Lippen steuern muss, damit meine Stimmbänder die entsprechende Schwingung von sich geben, damit die entsprechenden Worte zu hören sind.

Worauf ich hinaus will: Gedanken und Worte hinken dem Leben immer hinterher. Sie vereinfachen und beschreiben immer etwas, was schon vorbei ist und was in Tat und Wahrheit gar nicht beschrieben werden kann. Das Leben ist viel zu kompliziert, chaotisch, nicht linear und unvorhersehbar. "Es" geschieht einfach... Gegenwart ist so gesehen undefinierbar, unbeschreiblich und gedanklich nicht erfassbar. Was Gedanken beschreiben ist bereits Vergangenheit und erst noch eine stark vereinfachte Vergangenheit. Und wenn wir über Zukünftiges nachdenken, so greifen wir auf diese Vergangenheit zurück, wenden das Konzept von Ursache und Wirkung an und konstruieren uns daraus ein zukünftiges Ergebnis (oder eine neue Version der Vergangenheit). Witzigerweise nehmen wir das alles sehr ernst und sind tief überzeugt davon, dass dem auch so sei.

Das alles klappt nur dank unserer Konditionierung. Wir glauben an "fundierte Entscheidungen" und daran, dass man nur genügend zu wissen brauche um die "richtigen" Entscheidungen zu treffen. Wir extrapolieren immer die Vergangenheit (oder das was wir wissen/kennen) und schliessen daraus auf die Zukunft... und verlieren dadurch die Gegenwart... (und wundern uns dann auch noch, dass sich so vieles in unserem Leben scheinbar wiederholt)...

Ein schönes Beispiel dazu aus der gegenwärtigen Internetwelt: Während meiner Winterradreise durch Deutschland buchte ich meine Hotels jeweils über booking.com. Nach etwa zwei Wochen hat der eingesetzte Algorithmus so viele Daten gesammelt, dass ich jeweils automatisch Vorschläge über nächstmögliche Hotels erhielt, die etwa im gleichen Abstand zum letzten Hotel lagen. Zusätzlich wurden mir auf anderen Seiten (Spiegel, Tagesanzeiger, Facebook, etc.) entsprechende Werbeanzeigen eingeblendet. Der Computer wusste also, dass ich etwa 80 Kilometer pro Tag reise, dass ich jeweils ein Einzelzimmer buche und dass ich dabei zwischen X und Y Euro ausgebe. Davon ausgehend errechnete er meine Zukunft und machte mir entsprechende Vorschläge. Selbst heute, fast drei Wochen nach meiner letzten Buchung, erhalte ich E-Mails mit "ihr nächstes Reiseziel". Doch die sind ja nicht doof. Sie erkennen, dass mein Internetzugang nun an meinem Heimatort erfolgt und machen mir deshalb Vorschläge für eine nächste, mögliche Reise nach dem Motto: "Menschen die ein ähnliches Verhalten wie Sie an den Tag gelegt haben, mögen auch noch diese Ziele, diese Produkte, etc."

Aber hey! So funktioniert das Leben nicht! So funktionieren Maschinen.

Das bringt uns auf die Idee oder das Konzept der Blase. Wir vermuten, dass wir abgetrennte Wesen mit einer eigenen Identität sind. Wir sind zwar ziemlich ähnlich wie die anderen acht Milliarden Menschen auf diesem Planeten, doch wir sind nicht gleich und schon gar nicht EINS. Denn ich sehe nur was ich sehe, erkenne nur was ich erkenne, fühle nur meinen Schmerz, weiss nur was ich weiss, etc. usw. Irgendwo im meinem Körper -vermutlich im Herzen (bei Idealisten) oder zwischen den Ohren (bei Materialisten)- befindet sich das Zentrum meines Universums und darum herum entwickelt sich meine Blase des Lebens.

In diese Blase ziehe ich alles, was ich erfahren, erleben und wissen kann. Ich versuche damit meine Datenbasis und mein Bewusstsein zu erweitern um zu immer besseren Entscheidungen und Ergebnissen zu kommen. Wir denken: "Je mehr, desto besser!" Es entwickelt sich daraus ein stetiges "mehr". Mehr Gesundheit, mehr Freunde, mehr Geld, mehr PS, mehr m2, mehr Ferien, mehr Gelassenheit, mehr im Moment leben, mehr Mitgefühl, mehr Achtsamkeit, mehr Göttlichkeit, mehr... was auch immer! Wo auch immer wir gerade stehen im Leben, es reicht nicht! Wir wollen mehr oder etwas anderes. Wir sind auch super gut im Vergleichen und Bewerten. Wir finden immer jemanden, der Besser oder Schlechter ist, wir finden immer einen Punkt in unserem Leben, den wir noch optimieren können. Wir haben nie genügend Daten...

Diese Muster erkennen wir Alle. Ganz egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, welcher Herkunft oder Prägung. Wir sind so konditioniert (was nur eine Feststellung und keine Wertung sein soll). So wird es uns von klein auf beigebracht.

Und genauso wie booking.com davon ausgeht, dass ich immer weiterreisen werde, gehen wir davon aus, dass wir immer weiterleben werden. Wir wissen, dass wir eines Tages sterben werden, doch wir verleugnen und ignorieren es. Es ist paradox. Ich glaube, eine Midlifecrysis ist der Moment im Leben an dem man sich eingesteht, dass es eben nicht immer aufwärts und vorwärts geht, dass das Leben keine Linearität besitzt, sondern eine Kurve beschreibt, die nach dem Höhepunkt dem Nullpunkt entgegenschwingt. Meist verschieben sich dann ein paar Wertvorstellungen, was aber nichts anderes heisst, als dass wir unsere Blase in anderen Bereichen zu vergrössern versuchen.

Weil die ganze Welt um uns herum genau gleich tickt, kommen wir nicht auf die Idee, dass an diesem Lebenskonstrukt, an dieser Haltung und Vorgehensweise ganz fundamental etwas falsch sein könnte. Wer den Kopf nicht in den Sand steckt kommt irgendwann auf die ganz prinzipiellen Fragen wie: Was ist Materie? Was ist Raum? Was ist Zeit? Wer oder was bin ich wirklich?

Und was ist das Interessante an diesen Fragen? -> es gibt keine schlüssigen, wissenschaftlich bewiesenen Antworten. Materie besteht zu 99,x% aus Nichts. Raum ist grenzenlos und undefinierbar. Zeit existiert nur als gedankliches Konstrukt. Und zu guter Letzt: Ein ICH gibt es nicht. Unauffindbar!

Ist das nicht unglaublich? Alles was wir glaubten erweist sich als unhaltbar! Fake-News! Gedanken und Worte beschreiben immer nur das, was NICHT ist, denn das was IST, lässt sich nicht beschreiben. Es ist uns immer einen Schritt voraus. Jeder Gedanke darüber kommt zu spät und hat deshalb den Kern verpasst.

Um auf das Blasen-Modell zurückzukommen. Solange wir uns als Individuum verstehen, als getrenntes, eigenes Wesen, mit eigenem Zentrum, mit der Idee von "ICH - und alles Andere", so lange fühlen wir uns unvollständig und sind auf der Suche nach Vervollkommenheit.

Gibt es denn dazu eine Alternative? Ein Gegenkonzept? -> Nein. Es ist hoffnungslos.

Wenn das "ICH" wegfällt, bleibt nur noch Leben, SEIN.

Es ist völlig hoffnungslos, denn Vollkommenheit, Einheit braucht keine Hoffung. Es gibt keine Alternative dazu. Es ist voll/leer, gut/schlecht, real/unreal, weiss/schwarz, hell/dunkel, positiv/negativ, lebendig/tot -> es ist eben nur EINS, ohne ein Zweites. Es ist sowohl als auch. Das Zentrum von Gegensätzen. Undenkbar, unbeschreiblich.

Die Blase ist Teil dieses EINEN. Wieviel auch in diese Blase gezogen wird, wie gross sie auch immer werden mag, sie ist immer nur Teil des Ganzen, denn das Ganze ist unendlich, ist alles in Allem. Die Blase, das Zentrum der Blase, eine Persönlichkeit/Identität wird also immer unvollständig bleiben weil es sich (scheinbar) abgrenzt. Es bedeutet aber auch: Jeder Mensch, jedes Individuum ist Teil des Ganzen. Ob er/sie es nun erkennt oder nicht ist dabei völlig egal. Ob man nun an seiner Ich-heit festhält oder nicht ist auch völlig egal. Das Leben ist alles was IST. Immer, an jedem Ort und zu jeder Zeit, vollständig. Schwingende Energie...

Will man aber Vollkommenheit erreichen, muss ICH sterben. Die Identifikation mit einem ICH muss wegfallen. Es gibt kein ICH, das denkt und fühlt und bewertet und wünscht und hofft. Nichts persönliches. Kein ICH, kein DU - niemand. Keine Materie, kein Raum, keine Zeit, keine Ursache, keine Wirkung - nur Lebendigkeit. Nur spielende, lebendige Energie, immer jetzt, nie gleich.

Das klingt jetzt alles ziemlich abgedreht, weil eben Worte nicht in der Lage sind Unbeschreibbares zu beschreiben. Das alles hat nichts mit Selbstmord, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit im allgemeinen Verständnis zu tun. Ich werde mich nicht umbringen ;-) Das Leben geht ja weiter, ich werde auch weiterhin jeden Morgen aufstehen, mich waschen, essen und arbeiten. Daran ändert sich -soweit man das abschätzen kann- gar nichts. Ich werde auch weiterhin nachdenken, abwägen und Verstandesentscheidungen treffen, denn das ist Teil dieses Erdenlebens, dieser Geschichte. Man muss nicht vorsätzlich Dummheiten begehen. :-)

Es fühlt sich also ziemlich undramatisch an, wie das Ausziehen eines alten Mantels, der einem nicht mehr passt.

Hamsterrad - Ich bin

Ich denke von mir irgendwie, dass ich sein Suchender bin, der nach Erfüllung, Erleuchtung, Verschmelzung, Vereinigung sucht. Bei genauerem Betrachten sieht es auch wie ein dauerndes Vergessen-wollen seiner Selbst aus, einer Auflösung des "Ich"-Konzepts. Dies vor allem deshalb, weil man sich Selbst immer als getrennt von anderem und von anderen erfährt. Als Grundproblem erkenne ich, dass sobald ich "Ich" denke/sage, trenne ich mich ab von allem anderen. Ich und alles Andere.

Über die Jahre verflüchtigten sich zunehmend die Gedanken der Ich-Identifikation mit meinem Körper, meinem Geist, meine Emotionen, Gedanken, Empfindungen und Erfahrungen. Zeitweise. Wenn ich im vorletzten Beitrag vom dauernden Versuch mit "dem Flow" zu gehen spreche, dann ist auch dies ein Ausdruck für das Vergessen meiner selbst, für den Versuch der totalen Akzeptanz dessen, was ist, ohne den Versuch etwas ändern zu wollen. Aber dennoch erlebe ich mich höchstens als Teil von Etwas, also immer noch getrennt.

Das alles ist ein geistiges Hamsterrad... und die Achse dieses Rads heisst "Ich". Darum dreht sich alles...

Das verrückte an der Sache ist, dass es bei genauem Betrachten und bei vertiefter Selbsterkenntnis dieses "Ich" gar nicht gibt. Es hat keine echte Realität sondern schafft sich seine eigene Traumwelt, die immer irgendwie anders sein sollte als das, was wirklich ist. Und das treibt mich dann vorwärts und hält meine Suche in Gang. Damit meine ich Ideen wie: "das müsste etwas anders sein", "das gibt es noch zu erreichen", "das muss ich noch loslassen", "diesbezüglich muss ich mich noch verbessern", "das muss ich noch tun oder nicht tun", "da kommt noch was".

Man kann auch sagen, das "Ich" ist relativ. Bezogen auf diesen Körper, auf dieses Leben in Dualität, in einer sich in dauernder Veränderung befindlichen Welt. Genau deshalb sucht es einen Fixpunkt der Ruhe verspricht. Relativität braucht einen Fixpunkt zu dem es halt eben relativ ist. Es wird diesen aber nie finden. Wo es auch hinschaut, wo es auch sucht, es wird diesen Fixpunkt nicht finden, da der Fixpunkt nicht Teil dieser "Ich-bin"-Welt ist. Es scheint eher umgekehrt zu sein. Erst ein "Ich-bin" kreiert diese, sich dauernd verändernde Welt. Erst das "Ich" kreiert Zeit und Raum. Erst dieses "Ich" kreiert diese Trennung zwischen "Ich und Nicht-Ich". Erst das "Ich" kreiert diesen Traum des "eigenen", abgetrennten Lebens.

So gesehen ist es also hoffnungslos. "Ich" komme nie aus diesem Hamsterrad heraus. Solange ich mich mit dieser Welt, diesem Leben, diesem Körper, diesen Gedanken und eben dieser "Ich-Geschichte" identifiziere, solange geht die Suche weiter. Nichts was ich finden werde wird mich je befriedigen, weil es in diesem Ich-Lebenstraum keinen Fixpunkt gibt.

Das ist alles Illusion, Lebenstraum...

Die Realität IST ganz einfach so wie sie ist. Sie ist vollkommen, ungetrennt, es gibt kein Bewusstsein hierzu, es ist niemand da, es gibt kein gut und schlecht, es macht keinen Sinn, es ist für niemand, es ist frei und es ist satt und wild... es IST einfach so... -> für ein "Ich" unbegreiflich, unverständlich und unerreichbar...

wieder Sonntag

Wieder ist eine Woche um, der Juli 2015 ist nun Geschichte und der August beginnt sich abzurollen. Das liest sich komisch und es fühlt sich auch komisch an. Rollt, oder wickelt, sich Zeit ab? Ist Zeit wirklich oder ist es nichts als ein geistiges Konstrukt? Irgendwo las ich: Das Produkt unserer Gedanken ist Zeit und das Produkt unserer Empfindungen und sinnlichen Erfahrungen ist Raum. Raum und Zeit gibt es als Solches gar nicht. Es sind gedankliche Konstruktionen die man nur benötigt, solange man sich als getrenntes Wesen wahrnimmt. Dann gibt es ein ich und ein Du, zwei getrennte Objekte. Dann gibt es ein gestern und ein morgen, ein zeitlicher Ablauf.

Ist das nun "die Realität" oder nur ein geistiges Konzept? Durch Umwelt und Erziehung werden wir dahingehend geprägt, dass wir uns als getrennte Wesen, als Individuen begreifen. Du und ich sind verschieden, wir sind getrennte Wesen, mit ganz eigenen Fähigkeiten und eigenständigen Erfahrungen. Mit den meisten anderen Individuen stehen wir in Konkurrenz, mit Wenigen (Freunden) schliessen wir Frieden. Doch stimmt das wirklich? Was ist das, was in mir "Ich" sagt? Und ist dieses "Ich" etwas anderes als das "Ich" meiner Freunde oder meiner Feinde? Wer bin "Ich"? -> Die Frage aller Fragen...

Die naheliegendste Antwort auf diese Frage ist: "Ich" bin die Summe meiner körperlichen Wahrnehmung, meiner Sinnesempfindungen und meines Geistes (Gedanken und Gefühle). Wenn man dann aber versucht die einzelnen Teilaspekte zu hinterfagen, so wird die Sache immer nebulöser und unerklärbar. Das liegt vor allem daran, dass einem das "Ich" als kontinuierliche, gleichbleibende Grösse erscheint, während Sinneserfahrungen, Gefühle und Gedanken sehr flüchtig sind, stets kommen und gehen, meist ohne dass wir das bewusst steuern können. Doch "Ich" dachten wir schon als kleines Kind und "Ich" erlebte die erste grosse Liebe und deren Verschmelzen mit einen anderen "Ich". "Ich" schreibe heute diese Zeilen und "Ich" werde alt, schrumplig und eines Tages sterben... Wobei halt, das kann ich so nicht mit Sicherheit sagen. Dies würde bedeuten, dass "Ich" mein Körper bin... ist dem wirklich so?

Dem widerspricht, dass ich im Traum durchaus körperliche Empfindungen wahrnehme, obwohl mein Körper unbeteiligt im Bett liegt. Oder auch, dass sich mein "Ich" heute nicht wirklich älter anfühlt als mit 10, 20, 30 oder 40 Jahren. "Ich" bleibt gleich. Nicht der Zeit unterworfen, weder jung noch alt. Vielleicht ist die Aussage "Ein Mensch wird geboren, wächst auf, wird alt und stirbt" gar nicht wahr, sondern ein Glaube, wie früher die Menschen glaubten, dass die Erde eine Scheibe ist.

Auf meiner Suche bin ich immer wieder abgeprallt. Ich kam zu der Einsicht, dass ich nicht meine Gadanken bin, denn die kommen und gehen, ohne dass ich das allzu sehr beeinflussen kann. Genau gleich verhält es sich mit meinen Gefühlen. Gefühle der Trauer, Freude, Enttäuschung, Liebe, Hoffnung, etc. werden sehr oft durch äussere Umstände ausgelöst. Ich erfahre Gefühle, doch ich bin sie nicht. Und nun noch die Körpergeschichte. Natürlich spüre ich meinen Körper, nehme Schmerz wahr und merke wie der Körper altert, doch bin "ich" deshalb mein Körper? Eher nein... Was oder wer bin "Ich" also?

Ich weiss es nicht.

Von der anfänglichen Identifikation mit Körper, Seele und Geist ist nichts mehr übrig geblieben. Ich erkenne, dass ich in der Welt als Individuum wahrgenommen werde, dass ich mich sehr häufig auch mit dieser Individualität identifiziere, doch die Zweifel, dass "Ich" das wirklich bin werden grösser und grösser. Das erinnert mich an einen Spruch, den ich irgendwo gelesen habe: "Zuerst war ich jemand, dann war ich niemand und dann war ich alles in allem." Ich bin beim "niemand" angelangt. Weder dieses, noch jenes...

An dieser Stelle will ich klarstellen, dass dies kein negativer Zustand ist. Sich mit "nichts" zu identifizieren ist eher neutral als negativ. Es erzeugt eine gewisse Distanz, aus der man das eigene Leben, das eigene Denken und Handeln betrachtet und hinterfragt. Man fühlt sich dabei etwas weniger stark involviert und kriegt Zeit um die Reaktion auf aktuelle Ereignisse zu überprüfen. Dadurch fällt einem auf, dass man bis anhin meist mechanisch reagierte, nach altbekannten Mustern funktionierte und dass man sich dadurch bessere Resultate verbaut. Wer auf ein gleiches Ereignis gleich reagiert, wird auch das gleiche Resultat erhalten. Lernfähig ist anders...

Schwierig an der "Nicht-Identifikation" ist, dass viel innere Sicherheit wegfällt. Das Bild, welches ich von mir hatte ist dahin. Ich weiss nicht mehr genau was ich bin oder was ich will. Es braucht sehr viel Vertrauen. Vertrauen worauf oder worin? Ich weiss es nicht. Auf "das Leben" auf "Gott" auf "unendliche Bewusstsein" auf "das Gute". Das ist schwierig zu sagen. Meine bisherigen Erfahrungen zeigen mir jedoch, dass dieser Weg nicht gefährlich ist, dass ich keine Angst haben muss, eines Tages in der Irrenanstalt zu landen. Ich werde weder schizophren noch drifte ich sonstwie entscheidend ab. Ich will das Leben, mein Leben, verstehen lernen. Das ist alles. Ich funktioniere jedoch nach wie vor als Mitglied dieser Gesellschaft. Ich verdiene mein eigenes Geld und falle auch sonst niemandem zur Last. Vieles hat sich in der Vergangenheit sogar zum Positiven entwickelt. Dass ich nun seit 4 Monaten nicht mehr rauche ist nur ein kleines, letztes Beispiel dafür. Ja, es kommt schon gut.

Ich sehe der Zukunft auch durchaus positiv entgegen. So wie aus "jemand" nun "niemand" wurde, so wird daraus wohl irgendwann "alles in allem". Das wäre dann die wohl endgültige Antwort auf die Frage "Wer bin ich?"