Gesundheitstriathlon

Der Wetterbericht für heute Samstag war perfekt. Ein Sommertag mit Sonne satt sollte es geben und das war genau das Richtige für das heutige Vorhaben. Ich startete kurz vor halb zehn Uhr morgens mit dem Kish nach Uster an den Greifensee. Dort fand die 14. Aqua-Fit Seedurchquerung statt, an der ich zusammen mit Vitaltrainer-Schulkolleginnen teilnehmen wollte. Das ist ein Gesundheitssportanlas, ganz ohne Zeitmessung oder Rangliste. Das gemeinsame Sporterlebnis steht ganz im Vordergrund.

Wir meldeten uns für den Aqua-Walk an. Das heisst wir starteten in Uster zu Fuss und liefen halb um den See bis zum Strandbad Maur, wo wir dann Badehosen und die Aqua-Fit-Auftriebswesten anzogen um den See zu durchlaufen. Vor dem Start zum walken konnte ich noch kurz ein Foto machen. Von der Aqua-Fit Strecke gibts halt keine Bilder, denn wie hätte ich den Fotoapparat schon trocken durch den See bringen wollen? ;-) . Weil es nun also so schön und heiss war, waren wir in Maur, nach ca. 1:30 Std. zügigem walken schon ziemlich trocken und hungrig. Für die Aqua-Fit Strecke rechneten wir auch noch einmal mit über einer Stunde Bewegung. Es war also der richtige Zeitpunkt um noch ein, zwei Getreideriegel zu essen und am Rivella-Stand den Durst zu löschen. Dann ging es ab ins kühle Nass. Herrlich! Das Wasser war bestimmt über 20° Grad. Angenehm warm und doch erfirschend.

Wir begannen also die Aqua-Fit Schritte auszuführen. Deep Water Running, Skipping, Nordic Walking. Das ist auf Dauer ziemlich anstrengend und man kommt so fast nicht vorwärts. Hundeschwumm wäre schneller. Wir strampelten uns also ab und schon bald beginne ich das Ende herbeizusehnen. Ich würde viel lieber schwimmen. Trotzdem ist es ein schönes Erlebnis. Einen See zu durchqueren macht man ja nicht alle Tage und 1,3 Kilometer sind halt einfach schon eine ziemliche Strecke. Das braucht halt einfach seine Zeit. Ich schätze mal, dass wir etwa 75 Minuten im Wasser waren. Auch das ist schon aussergewöhnlich. Über eine Stunde im Wasser, wann war ich das das letzte Mal? Als Kind? Und dank der Auftriebsweste muss man auch keine Sekunde Angst haben, dass man untergehen und ertrinken könnte.

Endlich im Ziel in Uster angekommen, hatten wir dann alle mächtig Hunger. Nach dem Umziehen trafen wir uns im Festzelt und ich genehmigte mir zuerst eine Wurst und danach noch einen Nussgipfel mit Kaffee. Mmmm. das habe ich gebraucht. Auch im Hinblick darauf, dass ich noch über 20 Kilometer nach Hause Velofahren musste. Und ein Blick auf die Uhr zeigte auch, dass ich nicht mehr allzu lange rumtrödeln sollte.

Ich packte also die Nordic Walking Stöcke wieder ans Kish, befreite dieses von den zwei Schlössern und verstaute all mein Klimbim im Rucksack. Als ich aufs Bike steige und losfahre, habe ich doch ziemlich schwere Beine. Phuhh. Abends um vier Uhr. 30° Grad, in der Sonne flimmernder Asphalt... Auf halber Strecke fahre ich an eine Tankstelle und pumpe den hinteren Reifen nach. Ich verliere scheinbar langsam Luft. Ein Schleicher. Hoffentlich reicht es bis nach Hause. Ich hätte weder Zeit noch Lust um noch ein Plattfuss zu flicken. Doch ich habe Glück. Es reicht gerade so.

Ich stelle das Bike in die Garage, küsse meine Frau, stelle den Rucksack den Helm und die Schuhe in den Abstellraum, ziehe mich aus und gehe direkt unter die Dusche. Ja, ich bin ziemlich müde... Als ich fertig war klingelte es auch schon an der Türe und wie verabredet, trafen Freunde bei uns zu einem gemeinsamen Grillabend ein. Schön - solche vollen Sommertage.

Nachtrag zum Freitag

Heute war der zweite Schultag Aqua-Fit in der Sportanlage Herisau. Morgen und Nachmittag war jeweils in einen Theorieblock und einen Praxisteil im Wasser unterteilt, damit man das theoretisch Erlernte auch gleich praktisch ausprobieren und üben konnte. Soweit eigentlich interessant, doch ich bin scheinbar nicht so der Aqua-Fit Typ.

Erstens machen mich Hallenbäder an sich schon nicht wirklich an und Zweitens ist die Form von Aqua-Fit, wie sie uns in diesem Kurs beigebracht wird schon sehr auf Jogger und Läufer ausgelegt. Ich bin jedoch eher der Biker. Joggen konnte ich noch nie, das interessierte mich bisher auch nie. So habe ich natürlich Mühe mit der Laufbewegung an sich, da ich sie an Land ja auch nie anwende. Weil man keinen Boden unter den Füssen hat, neigte ich immer mehr zum kurbeln und radfahren, als zum schreiten und laufen. Wir lernten drei Schrittarten und sollten nun auch in der Lage sein, diese Techniken anderen Leuten beizubringen.

Letzten Freitag, am ersten Tag im Wasser, hatte ich danach im rechten Ohr Wasser und brauchte fast zwei Tage, bis das unangenehme Rauschen und Knacken weg war. Diesmal füllte ich mir das linke Ohr und zwar gleich richtig. Abends hörte ich links nur noch schlecht, hatte dafür das Gefühl, jeden Bissen und jede Kaubewegung zu hören. Sehr unangenehm. Dieses Ohrenproblem gesellte sich prächtig zu meinen entzündeten Mandeln, die ich seit einigen Tagen mit Jod-gurgeln bekämpfe. Die körperliche Müdigkeit von zwei bis drei Stunden Bewegung im Wasser, die Mandeln, das Ohr... ich fühlte ich abends richtig schlecht und angeschlagen.