etwas radfahren

Schon seit fast zehn Tagen ist es bei uns eigentlich viel zu warm. Meist liegen die Temperaturen zwischen 5 und 12° Grad. Zwar regnete es ab und zu, doch für heute Samstag war schönes und trockenes Wetter angesagt. Genau richtig um noch etwas Rad zu fahren und die eine oder andere angefressene Kalorie wieder zu verbrennen.

Ich fuhr mit dem Kish ins Stadtzentrum von Zürich und flanierte etwas durch die Stadt, bevor ich mir dann am Seebecken einen Kaffee gönnte. Das schöne Wetter lockte sehr viele Menschen nach Draussen und es war eine friedliche und schöne Stimmung.

Ende November dachte ich eigentlich, dass ich dieses Jahr die 7'000-Kilometer-Marke noch knacken werde, doch mit dem Schnee Anfang Dezember und dem Regen gegen Mitte Monat lag nicht viel drin. Nebst drei Mal Rikschafahren war ich heute das einzige Mal wirklich auf dem Bike und so wird es also nicht reichen. Das ist mir egal. Wär's mir das nicht, so hätte ich bestimmt noch die eine oder andere Tour reingequetscht, einfach um über die 7'000 zu kommen.

Die heutige Ausfahrt habe ich sehr genossen. Das sanfte dahinrollen mit dem Kish gefällt mir immer wieder ausgezeichnet. Schade, dass ich das nicht öfters tun kann. Denn, die Kilometer verteilen sich dieses Jahr sehr einseitig. Knapp 6'000 Kilometer war ich mit der Rikscha in Zürich unterwegs. Die restlichen Kilometer verteilten sich auf das Santa Cruz Mountainbike und das Kish Strassenrad. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich ziletzt so wenig mit dem Mountainbike unterwegs war wie dieses Jahr. Tja, die Zeiten ändern sich... Und 2013 wird es wieder ähnlich sein...

Genussausfahrt

Nach dem verfrühten Wintereinbruch wurde es nun wieder wärmer und sonniger. Für heute waren gegen 13° Grad angesagt und deshalb wollte ich den Tag nutzen um wiedereinmal eine etwas ausgedehntere Strassenrunde mit dem Kish zu drehen.

Die Strassen war zwar mehrheitlich trocken, doch viele Schmelzwasserpfützen liessen immer wieder das Wasser unangenehm hochspritzen. Deshalb werde ich über kurz oder lang das Kish wohl noch mit vernünftigen Schutzblechen ausrüsten. Momentan ist jedoch die Verfügbarkeit von 29er-Schutzblechen hier in der Schweiz noch nicht gegeben. Normale 28"-Schutzbleche passen leider nicht, weil die 50mm breiten Reifen darunter nicht Platz finden. Im Internet habe ich aus Holland oder England zwar schon entsprechende Schutzbleche gesichtet, doch schrecken mich bis anhin noch die Transport- und Zollkosten vor einem möglichen Kauf ab. Kommt Zeit, kommt Rat (oder Angebot).

Meine heutige Tour führte mich via Kyburg ins Tösstal, von wo ich eigentlich auf den Sternenberg hoch wollte. Ich fühlte mich aber nicht sonderlich wohl und machte deshalb beim Bahnhof Turbental eine längere Pause. Auf dem Tacho standen 35 Kilometer und es war schon nach ein Uhr Mittag. Mit dem Sternenberg würden es wohl gegen 100 Kilometer, was etwa 3 Stunden Fahrzeit und mit Pausen etwa 4 Stunden Bruttozeit entspricht. 13:15 + 4 = 17:15 = Dunkelheit. Nein. Ich fühlte mich nicht fit genug und in die Dunkelheit wollte ich auch nicht fahren. Also Planänderung.

Ich fuhr dann über den Wildberg nach Russikon und von da via Fehraltdorf, Volketswil, Wallisellen nach Bassersdorf. Da machte ich dann nochmals ein Pause und nutzte die Gelegenheit um gleich auch noch ein feines Abendessen einzukaufen. Die Packtasche am Kish bietet dafür ja den nötigen Stauraum. Danach fuhr ich noch hoch nach Gerlisberg, wo ich die letzten Sonnnenstrahlen genoss, bevor sich die Abendsonne hinter Wolken verzog. Als ich dann kurz nach vier Uhr zu Hause vom Rad gestiegen bin, fielen bereits erste Regentropfen. Ein super Timing! Statt kalter Regen bevorzuge ich die warme Dusche! Es war eine schöne Tour. Hat Spass gemacht. Das GPS sagt:3:41 Std. 74 km., 600 Hm

alte Freu(n)de

Mein geliebtes Strassen- und Tourenvelo hat in den letzten sieben Monaten, wo es traurig und ungenutzt in der Garage verbrachte, schon etwas Staub angesetzt. Nachdem es im letzten Sommer ganz Italien bereisen konnte, musste es diesen Sommer ein tristes und unbeachtetes Dasein fristen. Höchste Zeit also um es endlich wieder einmal auszuführen.  

Es stand eine kleine Besorgung an, die ich heute zu erledigen hatte und weil ich nicht wirklich auf das Motorrad steigen wollte war endlich der Moment gekommen um die Reifen am KISH wieder auf Normaldruck zu pumpen, den Staub von Sattel und Oberrohr zu wischen und es somit startklar zu machen. Der Himmel war zwar wolkenverhangen und die +2° Grad waren auch nicht gerade berauschend, doch immerhin waren die Strassen meist trocken und somit bot sich eine Fahrt mit dem Velo geradezu an.

Sofort kam Heimweh auf. Dieses Fahrrad rollt einfach fantastisch. Die Sitzposition ist perfekt und natürlich kamen gleich Erinnerungen vom letzten Sommer hoch. War das schön! Es war, wie wenn man einen alten Freund wieder einmal trifft, nachdem man sich schon lange Zeit nicht mehr gesehen hat. Alles ist sofort vertraut und man geniesst es einfach, wieder einmal Zeit miteinander zu verbringen. Ich habe es sehr genossen... Das GPS sagt: 1:12 Std., 21 km., 280 Hm.

neue HR-Felge

Letzte Woche kaufte ich bei www.mainstreet42.ch eine neue Hinterradfelge für das Kish. Nachdem ich ja einen fast durchgängigen Riss im Felgenbett entdeckt hatte, war es an der Zeit, die Felge zu tauschen, bevor es zu einem Bruch kommt.

Nach etwas diskutieren waren wir der Meinung, dass eine etwas stabilere und breitere Felge wohl sinnvoll sei und so entschied ich mich für eine Stan's ZTR Flow. Die gleichen Felgen fahre ich auch am Santa Cruz Fully und die halten ganz ordentlich was aus. Dazu noch 32 neue Speichennippel aus Messing.

Heute Morgen baute ich dann das Hinterrad aus dem Rahmen, entfernte Reifen und Schlauch und speichte dann von der alten auf die neue Felge um. Das war nicht allzuschwer und ging auch ziemlich flott. Richtig gut zentrieren kann ich Räder nicht, dafür fehlt mir auch ein Zentrierständer, doch es gelang mir auch so, das Rad ziemlich gerade aufzubauen. (Für einen Feinschliff werde ich mich am kommenden Donnerstag mit Peter treffen).

Da es heute schon wieder ziemlich schönes Wetter war, nutzte ich dann den Nachmittag für eine Testfahrt und einen schönen Sonntagsbummel an das Zürcher Seebecken. Die Luft war nach dem gestrigen Regen ganz klar und glasig, die Berge waren zum greifen nah, richtiges Postkartenwetter. Sehr schön. Ganz gemütlich genoss ich einen schönen Sonntagmittag und rundete den tag mit einem kurzen Besuch bei meinen Eltern ab.

Probepackung

Heute wollte ich sehen, wie voll die Packtaschen werden und wie schwer die ganze Fuhre für meine Sommerreise wird.

Zuerst hängte ich das Kish "nackt" an die Waage. 12,4 Kilo inklusive Seitenständer, Gepäckträger, 2 Flaschenhalter, verschiedene Halter für Pumpe, Multitool, GPS und für die Lenkertasche.

Als Nächstes legte ich all das zur Seite, was ich entweder am Körper trage oder irgendwo ans Velo stecke. Das ist Bekleidung, 2,3l Wasser und die gefülllte Lenkertasche. Zusammen wiegt das etwa fünf Kilo.

Dann stapelte ich all das, was in die Seitentaschen oder den blauen Packsack verstaut werden musste. Ich will hier nicht alles aufzählen, ein Bild sagt mehr als 1'000 Worte. Hier nur ein paar Erklärungen. Zivile, lange Hosen nehme ich nur Eine mit (Adventurehose mit abzipbaren Beinen). Zwei T-Shirts müssen reichen. Die kann man ja auch einfach unterwegs ersetzen. Kein Kocher. Eine faltbare Essschale und Besteck sollte reichen. Für kühle Tage Knie- und Armlinge, dazu die orange Softshelljacke. Die grüne Regenjacke und nur kurze Regenhosen. Fast drei Kilo Elektro- und Elektonikkram...

Dann begann das Packen. Der blaue Packsack ist klar. Der ist für das Zelt, dessen Unterlage, die Isomatte und den Schlafsack. Gesamtgewicht 4,5 Kilo. Den Rest begann ich zu gruppieren und in einzelne Säcke zu verpacken. Diese stopfte ich dann in die beiden Seitentaschen und stellte erstaunt fest, dass ich noch ziemlich freien Platz habe... Fehlt etwas? Ah ja: Karten, zwei Bücher, ein paar Schuhe... O.K. ein Tasche wird voll und in der Zweiten habe ich noch Platz für Verpflegung. Super! Locker!

Beide Taschen zusammen sind etwa 12,5 Kilo schwer. Plus Packsack = 17 Kilo Gepäck. Mit Wasser und Kleinkram = 20 Kilo Bruttogepäck. Puls Velo = 32 Kilo. Dies bestätigt dann auch die Personenwaage. Ich ohne Bike = 91 Kilo. Plus 32 Kilo für mein Sommerwohnmobil = 123 Kilo Systemgewicht. Diese Masse muss ich drei Monate lang bewegen...

Ich machte nur eine ganz kurze Testfahrt. 20 Kilo Gepäck ist schon heftig. Die Gewichtsverteilung ist klar hecklastig und das merkt man auch. Die Front fühlt sich leicht an und bergrunter schiebt das Heck deutlich. Trotzdem musste ich den blauen Packsack noch etwas nach hinten schieben, weil ich sonst beim treten mit den Oberschenkeln an die Tasche stosse, was nervt. Der Gepäckträger hält die Taschen perfekt und stabil. Auch im Wiegetritt klappert nichts. Insgesamt bin ich zufrieden. Das leichte Vorderrad ist ganz klar der Preis für meine Ablehnung für Fronttaschen oder eine grosse Lenkertasche. Das passt schon...

Karfreitagsbasteln

Die Gepäckträger- und Lenkertaschen-Geschichte hat mir keine Ruhe gelassen und so war ich auch heute schon bald wieder in der Garage am Basteln. Zuerst schnitt ich zwei neue Halterungen aus einem dicken Karton und versuchte so nochmals den Gepäckträger zu montieren. Nun sind die Halter gerade und der Lochabstand von der Achse zu der oberen Bohrung beträgt jetzt 7,5 cm (gestern waren es noch knapp 9 cm). So klappt es! Wie man auf dem Foto sehen kann, gibt es auch keine Probleme mit der Scheibenbremse. Der Bremskörper und der Gepäcktrager, respektive die Halterung, berühren sich nirgends. Sehr gut. Das gefällt mir. So werden die Halter nun aus Metall gefertigt.

Ganz vorsichtig hängte ich mal eine der Packtaschen an den Träger... Am unteren Steg sitzt sie schön tief und auch genügend weit hinten, damit ich nicht mit den Fersen daran streife. Ja, das kommt gut. Das Thema Gepäckträger hinten nähert also der Lösung. Da kann ich mich nun mit der Lenkertasche befassen... Zuerst passt diese aber überhaupt nicht zwischen die zwei Lenkerhörnchen. Die muss ich so weit wie möglich nach aussen schieben und wohl auch noch soweit anheben, damit die Enden über die Tasche reichen, denn sonst kann ich die Hörnen kaum greifen. Das ist dann aber nicht mehr wirklich bequem oder ergonomisch...

Auf dem Tagesfoto und den nebenstehenden Fotos sieht man das halbwegs brauchbare Endstadium. Der Halter ist montiert und die Tasche lässt sich halbwegs vernünftig anbringen und abnehmen. Leider kann die Tasche nicht weiter nach vorne unten gekippt werden, da schon jetzt die Bremsleitungen an der Taschenrückseite anstehen. Was ich   bestätigen kann ist, dass der Klick-Fix-Adapter wirklich bombenfest am Lenker montiert werden kann und dass die Tasche sehr robust und gross ist. Das merkt man spätestens auf der ersten Probefahrt. Ich sehe nicht mehr direkt vor das Vorderrad was einen Moment etwas verwirrt, weil man so irgendwie wie blind einlenkt. Ich denke, dass man sich daran gewöhnt. An die furchtbare Optik kann ich mich aber nur schwer gewöhnen... Ausserdem vermute ich, dass eine mit etwa 5 Kilo vollbepackte Tasche auch das Lenkverhalten beeinflussen wird.

Hmmm... Noch hat mich die Lenkertasche nicht wirklich überzeugt, sondern hat mich wieder ins Grübeln gebracht. Was will ich denn darin alles mitführen? Ich könnte stattdessen direkt unter den Vorbau eine kleinere Satteltasche montieren, denn für Geld, Handy und Fotoapparat würde das locker reichen. Dazu eine grössere Satteltasche für Werkzeug und Ersatzteile unter dem Sattel. Den Rest in die (riesigen) Seitentaschen oder wasserdicht verpackt auf den Gepäckträger. Fortsetzung folgt.

neue Bremsen am Kish

Am Donnerstag berichtete ich, dass ich von Peter ein neues Set Scheibenbremsen gekauft habe und heute hatte ich schön Zeit um diese ans Kish zu montieren. Zuerst baute ich die Räder aus und wechselte die Bremsscheiben. Rein technisch wäre das nicht nötig gewesen, denn die bisherigen Scheiben der Avid Juicy Titan sind baugleich mit den neuen der Avid Elixir CR SL. Doch wenn schon, denn schon. Die hintere Scheibe hatte zudem schon länger einen leichten Seitenschlag, was sich somit auch gleich erledigte.

Die vordere Bremse konnte ich leicht anbauen und sie passte von der Leitungslänge zum Hebel am Lenker auch sofort. Vielleicht eine Spur lang, doch o.k. Bei der hinteren Bremsanlage war die Bremsleitung dann aber deutlich zu lang. Da musste ich die Leitung fast 20 cm kürzen. Ein kurzer Blick ins Manual zeigte, dass ich dazu zwei Kleinteile brauche um die abgeschnittene Leitung wieder dicht montieren zu können. Hmm.. ich wusste, dass ich so etwas noch hatte. Nach etwas Suchen fand ich dann die gewünschten Teile auch. Gut so, dann kann's ja losgehen.

Es hiess also die Bremsleitung vom Hebel zu trennen und zu kürzen. Wie steht so schön in der Anleitung geschrieben? "Messe zweimal, schneide einmal!" Nur nicht zu kurz! Und wie es dann so kommt, ist die Leitung nach dem ersten Schnitt noch immer zu lang. Also messe ich noch zweimal und schneide nocheinmal. Dann passt es. Eigentlich müsste man die Bremse nach dem Kürzen der Leitung entlüften, doch diese Arbeit erspare ich mir mal. Ein, zwei Mal kurz am Hebel ziehen, die Beläge fahren schön zur Scheibe, ein definierter Druckpunkt ist gleich da. Mal sehen, ob ich es so lassen kann oder ob ich später doch noch entlüften muss.

Es folgt eine kleine Testrunde vor dem Haus. Ja, sehr schön. Noch die Hebel in die gewünschte Position bringen, sehr gut. Die Räder drehen frei, es gibt keine Schleifgeräusche im Normalbetrieb und auch kein quitschen beim Bremsen. Genauso soll es sein. Die Verzögerung ist noch nicht der Hammer, doch dafür müssen Bremsbeläge und die Scheiben auch erst etwas eingebremst werden, das kommt schon noch giftiger.

Der Nachmittag war noch nicht um und so entschloss ich mich kurzerhand, mit dem Kish (mit den neuen Bremsen) rund um den Flughafen zu fahren. Eineinhalb Stunden frische Luft konnten nicht schaden. Obwohl der Wetterbericht von Regen sprach, war es bei uns trocken. Zwar vollständig bewölkt, doch es regnete nicht und sah auch nicht unmittelbar nach Regen aus. So ergab sich diese Sonntagsausfahrt eher zufällig und ungeplant.

Wie zu erwarten war, war ich nicht alleine unterwegs. Heute gab es das volle Programm. Hunde, Kinder, Kinderwagen, Spaziergänger, Inlinescater, Jogger und Velofahrer jeglicher Gattung. Schön. Ich mag das, wenn ich Zeit habe um zu bremsen und den Leuten auszuweichen. Dabei bin ich immer freundlich und habe wirklich volles Verständnis dafür, dass Sonntag Familientag ist und man da halt ganz besonders aufeinander Rücksicht nehmen muss. Veloweg hin oder her.

Bei der Imbissbude hinter der Nord-Landepiste gönnte ich mir dann einen Milchkaffee und ein Stück Nusskuchen. Auch da hatte es natürlich sehr viele Leute. Interessant fand ich, dass sowohl der Maroni-Verkäufer, wie auch der Gelati-Verkäufer 30 Meter entfernt gute Geschäfte machten. An Tagen wie heute essen die Hitzigen bereits Eis und freuen sich auf den Sommer, während die Anderen noch frieren und lieber mit heissen Maronis den Winter vertreiben.

Die neuen Bremsen haben sich gut angefühlt und auf den zwei kurzen Abfahrten gut zugepackt. Ja, da habe ich Freude daran. Das Kish ist schon irgendwie mein Lieblingsrad... Das GPS sagt: 27 km., 1:23 Std., 250 Hm.

mit Verzögerung

Ich wollte eigentlich schon zeitiger auf's Bike, doch erstens entwickelte sich das Wetter nur langsam und dann entschied ich mich auch noch dazu, vor der Tour am Kish beide Schaltkabel zu ersetzen. Dies, weil diese durch den neuen Lenker nun etwas zu kurz sind und sich so der Lenker nicht voll einschlagen lässt. Bis alles tip top war, war auch schon wieder eine Stunde um. Dann montierte ich mal wieder einen anderen Sattel. Ich kaufte mir gestern bei Veloplus dieses Ding und das wollte ich natürlich auch gleich ausprobieren. So wurde es gegen halb drei Uhr am Nachmittag, bis ich endlich losfuhr.

Wenn ich nicht so genau weiss wo ich hin fahren soll, entscheide ich mich meist für eine Fahrt an's Zürcher Seebecken. Hin und zurück sind das "easy" 40 Kilometer und das lässt sich nach Lust und Laune verlängern. Je nach Gusto. Heute führte meine Anfahrt über zwei Hügel, um auch den Kreislauf etwas anzuregen. Das hatte ich auch nötig, denn die knapp neun Grad fühlten sich durch die Wolken und den Wind eher kälter an. Ich hielt sogar kurz an um mir ein Stirnband anzuziehen. Im Flachen oder bergab begann ich nämlich an die Ohren zu frieren.

Die heutigen Fotos gefallen mir sehr gut. Das Titelbild mit Statue machte ich in der Nähe des Bürkliplatzes. Wunderschön, wie die Krokusse blühen. Das macht richtig Lust auf Frühling! Die zwei Bilder oben machte ich am Bucheggplatz. Geschwungene Füssgängerbrücken bedienen die Tramstation und führen sicher über die Strasse. In einem der wenigen Momente, wo die Sonne schien, reizten mich die kräftigen Farben des 70er Jahre Stahlbetonlooks.

Die Fahrt an sich war meditativ. Wie meistens mit dem Kish. Oft rolle ich völlig geräuschlos durch die Welt. Wunderbar, wie dieses Fahrrad funktioniert. Da habe ich viel Freude daran. Zum neuen Sattel kann ich nicht sehr viel sagen. Ich finde, er fährt sich ziemlich ähnlich wie der bisherige Selle Italia SLR Gel Flow. Vielleicht ist der Veloplus-Sattel eine Spur breiter. In der Mittelzone fand ich den SLR aber eine Spur komfortabler (wegen dem Loch?), aber das sind nur Nuanchen und daran gewöhnt man sich rasch. Ich lasse den Sattel mal drauf und werde nach einer +100km Tour entscheiden, welchen Sattel ich für die Ferien montiere. Das GPS sagt: 55 km., 2:48 Std., 570 Hm.

Strassentour Anfang März

Ich hatte heute den ganzen Tag frei und konnte tun und lassen, was ich wollte. Schlafen bis kurz nach Neun. Ausgiebig frühstücken mit Tageszeitung, dann ein erster Wettercheck so gegen Zehn. Es war sonnig aber kalt. Gerade so um Null. Es verspricht ein sonniger Biketag zu werden mit Temperaturen bis gegen sechs, sieben Grad. Das lässt mir eine Stunde Zeit um mich auf dem Yogateppich etwas einzubewegen. Hallo, lieber Körper...

Gegen halb zwölf Uhr fuhr ich dann mit dem Kish Titanrad los. Ich hatte einen klaren Plan. Zuerst flach bis nach Uster, dann über den Pfannenstiel nach Meilen, von da mit der Fähre nach Horgen. Dem See entlang bis nach Zürich, quer durch die Stadt nach Höngg und via Dielsdorf und Bülach wieder nach Hause. Und genau so, bin ich dann auch gefahren. Oben auf dem Pfannenstiel machte ich eine kurze Bananen-Pause und nach einer rasanten Abfahrt gönnte ich mir am Kiosk bei der Fährstelle einen feinen Kaffee mit Mandelgipfel.

Die Fahrt mit der Fähre über den Zürichsee ist jedesmal speziell. Heute war ich der einzige Fahrgast, der den geheizten Aufenthaltsraum aufsuchte. Da machte ich die Fotos des Tages. Sonst fühlte ich mich heute irgendwie unsichtbar... unscheinbar... unfotografierbar. Die Welt tat sich vor mir auf und verschloss sich hinter mir. Ich schlüpfte hindurch ohne wirklich Anteil daran zu nehmen. Als Beobachter der eigenen Situation. Die Erde rollt unter einem durch...

Auf dem Rückweg wurde ich zusehens müde und da dachte ich an die 107 Kilometer vom 3. April. Dieses Granfondo-Velorennen, wo ich mich angemeldet habe. 107 Kilometer sind viel... das wird richtig anstrengend werden. Vor allem dürfte es schwierig sein, die Kräfte richtig einzuteilen und nicht am Anfang zu schnell loszufahren. Ich muss schauen, dass ich im März noch eine lange Trainingsfahrt von +107 Kilometer fahren kann. Heute waren es etwas mehr als 90 und zum Schluss war ich doch ziemlich platt. Da brauche ich noch etwas Training. Das GPS sagt: 92 km., 4:37 Std., 860 Hm.

nocheinmal die gleiche Runde

Heute bin ich genau die gleiche Strassenrunde gefahren, wie am 8. Januar. Nur war heute das Wetter etwas kälter (+3° Grad statt +10° Grad) und die Wolken- respektive die Hochnebeldecke blieb geschlossen.

Der einzige Unterschied war, dass ich vor der Abfahrt den Lenker am Kish wechselte. Bis anhin bin ich einen fast geraden Lenker (3° Biegung) in 60cm Breite in Kombination mit Lenkerhörnchen gefahren. Nun montierte ich einen 66cm breiten und 17° nach hinten gebogenen Lenker ohne Hörnchen. Die Theorie sagt, dass die stärkere Lenkerbiegung soviel Komfort bringt, dass man auf die Hörnchen verzichten kann. Ausserdem würden diese bei einem so stark gebogenen Lenker wohl nach aussen abstehen, was eventuell gefährlich wäre, ganz bestimmt aber scheusslich aussehen würde.

Die Erfahrungen damit waren recht gut. Ich sitze nun etwas aufrechter und die Griffposition ist wirklich deutlich entspannter. Ich werde das mal ein paar Monate so lassen, denn nach nur einer Fahrt lässt sich noch nicht wirklich urteilen. Dass ich heute für die 75 Kilometer 11 Minuten weniger lang brauchte hat vermutlich nichts mit dem Lenker zu tun. Eher mit der Aussentemperatur, denn ich musste etwas mehr kurbeln um warm zu bleiben. Interessanterweise lag der Durchschnittspuls nur um einen einzigen Schlag höher als am 8. Januar (damals 135, heute 136).

Da ich erst im Laufe des Nachmittags losfuhr, packte ich die Beleuchtung in den Rucksack, weil ich ja wusste wie lange die Runde dauert und somit klar war, dass ich erst nach Einbruch der Dunkelheit zurück sein werde. So durch die Dämmerung zu fahren und dann mit Licht nach Hause zu kommen, fand ich ganz interessant und irgendwie angenehm. Nur wegen der kalten Füsse war ich froh zu Hause zu sein, von der inneren Haltung und Stimmung wäre ich gerne noch etwas weitergefahren... Das GPS sagt: 75 km., 3:29 Std., 780 Hm. Komisch. Wieso zeigt das GPS heute 80 Höhenmeter mehr?...